Inhalt
1 Einleitung 1
2 Motivation zu einem Studium mit Kind 3
3 Finanzierungsmöglichkeiten für Eltern 6
3.1 Offizielle Möglichkeiten 6
3.2 Kosten rund um das Studium 8
4. Betreuungsmöglichkeiten an der Leuphana Universität Lüneburg 9
5. Auditierung 10
5.1 Wer verleiht das Zertifikat? 10
5.2 Auszeichnung für die Universität Bamberg im Jahr 2006 11
5.3 Ziele und Maßnahmen der Universität Bamberg 13
6. Allein erziehende Elternteile 14
7. Auswertung des Fragebogens: Studieren mit Kind im B.A.-Studium 15
7.1 Ergebnisse gesamt aller ausgewerteten 80 Fragebögen 16
7.2 Eklatante Unterschiede 17
8. Abschließende Worte 20
9. Literatur- und Quellenverzeichnis 22
Anhang
- Eigens entwickelter Fragebogen
Bachelor -
- Entwicklungsprotokolle
1. Einleitung
psychologisch betrachtet. Familienle- n- tenund -studentinnen r-
liegendenArbeit ging eine Präsentation voraus, die am 8. Mai 2007 in der dazugehörigen Seminarveranstaltung vorgetragen wurde.
Als betroffene studierende Elternteile im ersten Bachelor-Studiengang an der Leuphana Universität Lüneburg, war es uns Selbst ein Anliegen, die Motivationen für unsere Entscheidung zu einem Studium 'trotz' Kinder aufzuzeigen und darzustellen, welche psychischen Belastungen dies sowohl für uns als Eltern als auch für unsere Kinder mit sich führt.
Evident ist, dass es Aufklärungsbedarf für Betroffene gibt, allerdings lassen sich thematisch nur wenig empirische Befunde hierzu finden und wissenschaftliche Untersuchungen sind leider unzureichend vorhanden. Selbstverständlich gibt es einige gesammelte Daten, z.B. wie hoch der Betreuungsbedarf für Kinder von Studenten und Studentinnen gebietsweise ist (Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks). Jedoch bleiben viele Faktoren, wie z.B. ein Umgang mit Betroffenen und der universitären Ausbildungsstätte gefunden werden kann oder welche tatsächlichen Möglichkeiten Eltern haben, um sich zusammen zu setzen, noch offen. Das mag u.E. zum einen an einem relativ geringen Prozentsatz Betroffener liegen, zum anderen muss aber auch festgestellt werden, dass Studierende mit Kindern in der Summe einzeln als Individualfall zu betrachten sind. Unterstützende Maßnahmen von selbstorganisierten Studentenschaften (z.B. fzsfreier Zusammenschluss von Studentenschaften), sowie universitäre Einrichtungen und öffentliche Stellen (wie z.B. das Studentenwerk Braunschweig), bieten zahlreiche Informationsmaterialien zu praktischen Themen wie finanziellen Bedarf und deren Realisierungsmöglichkeiten oder Betreuungsmöglichkeiten an Universitäten.
1
Sehr sensibel gestaltet sich eine Broschüre aus dem Jahre 2007 von Nadine Franco Gellhaus und Rotraud Wassermann, die in diese Arbeit stark mit eingeflossen ist. Damit ist jedoch noch nicht der psychische Aspekt näher beleuchtet, aber gerade dieser ist nicht unerheblich und daher Gegenstand dieser schriftlichen Ausarbeitung. Anhand einer eigenen repräsentativen Fragebogenuntersuchung an der Leuphana Universität Lüneburg, durch den Aspekt des Zeitmanagements im Vergleich mit der HIS-Studie von 2003 1 versuchen wir, Unterschiede zwischen dem Studium mit Staatsexamensabschluss und dem mit Bachelor-/ Masterabschluss darzustellen, unsere persönliche Situation, mit kritischem Blick auf den Bachelor-Studiengang, aufzuzeigen und schließlich die Belastungssituation der einzelnen Familienmitglieder mit einzubeziehen. Erst durch die Summe der äußeren Faktoren, wird sich ein psychisches Bild abzeichnen.
1
HIS Hochschul-Informations-System GmbH (2003): Kinder eingeplant? Lebensentwürfe Studierender und ihrer Einstellung
zum Studium mit Kind, Auftrag und Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Hannover
2
2. Motivation zu einem Studium mit Kind
Etwa ein Drittel aller Studierenden mit Kind sind für sozialwissenschaftliche Fächer immatrikuliert, gefolgt von etwa einem Viertel für Sprach- oder Kulturwissenschaft. In den übrigen Studienbereichen sind studierende Eltern weniger vertreten. 2 Weiter schreibt Franco Gellhaus dazu:
wo sich Kinderbetreuung und Studium leichter miteinander kombinieren lassen. Die seltener studierten Fächerbereiche sind stärker strukturiert, haben höhere Präsenzzeiten und enthalten einen geringeren Anteil von eigenständiger Arbeit im Selbststudium zuhause. Dadurch weisen sie eine geringere Zeitflexibilität auf. Gerade in diesen Studiengängen sind also Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Studium und Familie be- 3
Die Frage, ob es sinnvoll ist, sich trotz bereits vorhandener Kinder für ein Studium zu entscheiden, stellen sich vorrangig Frauen, die i.d.R. schon in Zeiten der Erwerbstätigkeit Kinder hatten (über die Entscheidungsgründe von Vätern ließen sich schriftlich keine konkreten Gründe finden). Mit dieser Entscheidung geht oftmals ein starker Einbruch in die bisherige Biographie der Frauen einher. Sie unterscheiden sich von den Frauen, die nach einem Säugling Hausfrau bleiben oder eher minder bezahlten au- diumaufzunehmen. Auch die Tatsache, dass der Wunsch ein Studium aufzunehmen nicht immer vom sozialen Umfeld akzeptiert wird, birgt ein ausgeprägtes Konfliktpotential, da z.B. Partner oder andere Familienmitglieder sich einer solchen Entscheidung nicht immer aufgeschlossen gegenüber verhalten und müssen diese Situation im gewissen Sinne mittragen. Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass es aufgrund von finanziellen Situationen es sei denn je-mand verfügt über entsprechende Rücklagen ein wohlüberlegter Schritt ist, den die Partner (letztendlich auch die Kinder) mitzutragen haben.
Die meisten Frauen bekommen ihre Kinder nach der Ausbildung, bzw. nach dem Abitur. Eine klassische Rollenaufteilung ist in vielen Haushalten noch gegeben,
2 Vgl. Franco Gellhaus, Nadine; Wassermann, Rotraud (2005): Elternfreundliches Studium an der SoWi-Fakultät, Internetbroschüre (PDF-Datei), URL: http://www.ruhr-uni-bochum.de/sowi/ einrichtun-gen/vertrauensfrau/pdfs/Elternfreundliches%20Studium.pdf Stand: 10.08.07, 12:30 Uhr
3 Ebd.
3
d.h. die Mutter übernimmt die Rolle der Hausfrau und der Mann ist der Alleinverdiener. Ein häufig genannter Grund für die Studienaufnahme ist die Ablehnung eines auf Küche und Kind reduzierten Lebens oder der Wunsch nach beruflicher Veränderung. Bei einigen Frauen stellt sich dieser Wunsch recht schnell nach der Geburt des Kindes ein. Andere schildern eine aufkommende Unzufriedenheit, die sich erst nach einiger Zeit bemerkbar macht. Besonders eklatant ist dabei der Kontaktradius, der bereits nach der Geburt des ersten Kindes stark eingeschränkt ist. Die Mütter sind meist nur im Austausch mit anderen Eltern, die Konversation im Bekanntenkreis beschränkt sich auf Kinderthemen. Dies empfinden Mütter mitunter wie ein Abgeschnittensein von der kulturellen Außenwelt und die scheinbare Sinnlosigkeit ihrer sich immer wiederholenden Tätigkeiten, für die es oftmals zu wenig Anerkennung gibt, kostet sie sehr viel Kraft. Zwischen der körperlichen Anstrengung und Überforderung und der geistigen Unterforderung herrscht eine hohe Diskrepanz. Die Rolle als Hausfrau und Mutter steht für die Frauen im Widerspruch mit dem feministischen Gedanken. Immer stärker wird das Bedürfnis nach Freiheit und Selbstständigkeit, der Anspruch auf ein 'ei-
Die Entscheidung für ein Studium, und damit auch gegen eine Ausbildung oder eine Wiederaufnahme oder Abbruch der Berufstätigkeit kann viele Gründe haben. Ein Studium ist, durch die freie Zeiteinteilung, besser mit Kindererziehung und Haushalt zu verbinden. Eine Ausbildung stünde dieser Vereinbarkeit im Wege, da es keine Halbtagsausbildung gibt. Eine Ausnahme bilden Weiterbildungskurse, die zumeist an Wochenenden stattfinden aber auch kostspielig sind. Diese Aussagen der zeitlichen Faktoren beziehen sich allerdings auf Staatsexamensstudiengänge. Der neue, sehr verschulte und starre Bachelor-Studiengang erlaubt den studierenden Müttern keinerlei freie Zeiteinteilung in der Studiengestaltung mehr. Mittels eines Studiums, erhoffen sich Studierende einen Einstieg u Aufstiegschancen (wie z.B. Bürokauffrau,
Arzthelferin, Erzieherin). Die Gehälter in diesen Berufen reichen auch i.d.R. nicht aus, den Lebensunterhalt für eine mehrköpfige Familie zu erbringen.
Häufig aufkommende Ängste und Sorgen die mit der Entscheidung verbunden sind, hängen mit dem enormen Leistungsdruck zusammen. Dabei spielen Faktoren wie ein fehlendes Abitur, eine zum Teil große Entfernung zur Hochschule oder mangelnde Akzeptanz im sozialen Gefüge eine große Rolle und diese Faktoren
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wirken auf die Motivation bremsend. An der Universität Bochum, Fakultät für Sozialwissenschaft an der Ruhr (RUB), arbeitet Nadine Franco Gellhaus an einer Studienverbesserung für Eltern. Mittels eines Fragebogens sollten die Probleme und Bedarfsmöglichkeiten für studierende Eltern gefunden werden und welche Verbesserungsmöglichkeiten geschaffen werden könnten. Viele der vorhandenen Eltern waren durchaus begeistert von dieser Idee, allerdings waren bei den dazugehörigen Treffen kaum Betroffene anwesend. Es gab zwar bereits Bachelor-Studiengänge zu der Zeit an genannter Uni, dennoch studierten viele von ihnen noch auf Diplom oder Staatsexamen, bei dem sich eine größere Zeitflexibilität zum Bachelor-Studiengang zeigt. So trat bei der vorläufigen Berichterstattung folgendes zu diesem Thema zu Tage:
Woche in Lehrveranstaltungen und wenden noch einmal 6-8 Stunden Zeit für ein Selbststudium auf. Anhand dieser Zahlen lassen sich die hohe Motivation und der Wunsch ablesen, das Studium möglichst schnell und erfolgreich abzuschließen. Keine/r der studierenden Eltern gehört in-formellen studentischen Arbeitsgrup 4
Franco Gellhaus und Wassermann haben das Leben mit Kindern in der Kombination eines Studiums komprimiert in sehr wenigen Sätzen zusammengefasst. Deren Aussage ist so treffend, dass sie hier wortwörtlich wiedergegeben werden soll:
noch vorstellen. Es ist zwar mit viel Verantwortung verbunden und kann manchmal sehr aufreibend sein. Es kann aber auch sehr viel Energie und Kraft geben. Jeder Tag bringt etwas Neues mit sich, wenn er mit Kind/ern geteilt wird. Es gibt immer viel zu entdecken. Außerdem erwirbt man dabei auch soziale Kompetenzen, die im späteren Leben wie auch im Beruf nützlich sind. In erster Linie geht es aber beim Familienleben um das ganz persönliche Glück, um den Alltag, der mit Kind/ern zum Abenteuer wird. Das alles wäre natürlich noch viel schöner, wenn 5
4 Vgl. Franco Gellhaus; Wassermann 2005
5 Vgl. Franco Gellhaus; Wassermann 2005
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Arbeit zitieren:
Bettina Freude-Schlumbohm, 2007, Studieren mit Kind - mit Umfrageanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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