Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Weder Markt noch Hierarchie - Netzwerke 4
2.1 Begriff und Formen der Kooperation. 4
2.2 Kooperationsmerkmale. 5
2.3 Einteilung von Kooperationen. 5
3. Forschungs- und Entwicklungskooperationen. 6
3.1 Voraussetzungen für F E - Kooperationen. 6
3.2 Gründe für F E - Kooperationen. 7
3.3 Risiken bei F E - Kooperationen. 8
4. F E - Kooperationen in der deutschen Automobilindustrie. 8
4.1 Vertikale Kooperationen. 10
4.2 Horizontale Kooperationen. 10
4.3 Diagonale Kooperationen. 11
5. Analyse der Zusammenarbeit deutscher Automobilhersteller in
Forschung und Entwicklung. 12
6. Fazit. 13
7. Literaturverzeichnis. 15
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1. Einleitung
Der 80. internationale Auto-Salon in Genf hat es gerade erst wieder gezeigt. Kooperationen in Forschung und Entwicklung sind in der Automobilbranche nicht mehr wegzudenken, sind geradezu obligatorisch für Zulieferbetriebe und Automobilhersteller geworden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Jüngstes Beispiel ist das gemeinsame Projekt des südkoreanischen Automobilherstellers Hyundai mit dem weltweit größten Chemiekonzern BASF, die in Genf ihr gemeinsam entwickeltes Konzeptauto i-flow vorstellten.
„Die Beiträge der BASF zum i-flow ermöglichen einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch, eine geringere Umweltbelastung (...), mehr Komfort und Sicherheit“, lässt die entsprechende Presse-Information der BASF verlauten. 1 Die Zusammenarbeit der beiden eigentlich so unterschiedlichen Unternehmen reicht von der Gestaltung der Sitze über ein Motor-Isolationssystem bis hin einem Emissionssenkenden Katalysator. Doch Kooperationen in der Automobilindustrie müssen nicht immer zwischen völlig unterschiedlichen Teilnehmern ablaufen. So haben die beiden finanziell eigenständigen Automobilhersteller PSA Peugeot Citroën und Mitsubishi bereits mehrere Autos gemeinsam entwickelt - zuletzt ein kleines Elektroauto das alle drei Hersteller mit anderem Namen auf den Markt bringen werden. Und auch der Anfang des Automobils war geprägt von zwischenbetrieblicher Kooperation, der erste VW Käfer wurde von Ferdinand Porsche konstruiert.
Um dem ständigen Wettbewerbsdruck standhalten zu können, schneller Innovationen voranzubringen und das immer komplexer werdende Automobil herstellen zu können, rücken also beobachtbar zunehmend Netzwerke in Forschung und Entwicklung in den Vordergrund - gerade in Deutschland, dem „Nabel der Automobilindustrie“ (vgl. Gleich/Staiger 2006: 34 - 35).
Diese Seminararbeit will erklären wie sogenannte F&E - Kooperationen zustande kommen und welche Formen und Motive dabei beobachtbar sind. Daraus soll untersucht werden, warum Unternehmen in der deutschen Automobilindustrie miteinander kooperieren.
Das Forschungsdesign untersucht hierbei die Wirkung der unterschiedlichen Motive, als unabhängige Variablen, auf die Kooperationsbildung in der Automobilindustrie, betrachtet als abhängige Variable.
1 Presse-Information BASF vom 03.03.2010, P 175/10
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2. Weder Markt noch Hierarchie - Netzwerke
Unternehmen könne sich in verschiedenen Steuerungsformen mit Partnern befinden. Der klassische Markt ist gekennzeichnet vom reinen und einmaligen Güteraustausch. Es existiert keine Zusammenarbeit, allein über den Preis werden „zwischen anonymen Akteuren exakt spezifizierte Leistungen getauscht“ (Wald/Jansen 2007: 94). Die zweite klassische Steuerungsform, die Hierarchie, zeichnet sich durch ihre geschaffenen Ordnungen und dauerhaften Beziehungen zwischen den
Transaktionspartnern aus (vgl. Wald/Jansen 2007: 95). Es kommt zu
Kapitalverflechtungen und klare Verträge erschaffen eine Organisation. Doch lassen sich die in der Einleitung genannten Kooperationen hier einordnen? Kann man noch von einem klassischen Markt sprechen, wenn zwischen den Akteuren eine längerfristige und ständig wiederkehrende Beziehung besteht, so dass es schwierig wird, die Parteien als eigenständig zu betrachten? Oder kann man schon von einer gemeinsamen Organisation sprechen, wenn gegenseitige Pflichten und Leistung voneinander abhängig werden, ohne dass es einen gemeinsamen Eigentümer und entsprechende Verträge gibt? (vgl. Powell 1996: 219)
Powell definiert ein solches Arrangement, dass „weder eine Markttransaktion noch eine hierarchische Steuerungs- und Regelungsstruktur“ aufweist, als „eigenen, spezifischen Tauschmodus (...)“, als ein Netzwerk (vgl. Powell 1996: 220).
2.1 Begriff und Formen der Kooperation
Der Kooperationsbegriff stammt aus dem lateinischen und lässt sich als „gemeinschaftliche Erfüllung von Aufgaben“ oder einfacher, mit „Zusammenarbeit“ übersetzen. Demnach dient die Kooperation der Förderung eines gemeinsamen Ziels unter wechselseitiger Koordination auf freiwilliger Basis. (vgl. Rautenstrauch/Generotzky/ Bigalke 2003: 5-6). Der Aktionsmodus von Kooperationen ist dementsprechend den Netzwerken zuzuordnen.
In der Literatur beschreiben zahlreiche verschiedene Begriffe die Steuerungsform zwischen Markt und Hierarchie, diese Arbeit folgt der Definition von Rautenstrauch. Ihm zufolge soll gelten, dass als Kooperation, die bilaterale Verbindung zweier zusammengeschlossener Partner gelte. Ein Unternehmensnetzwerk hingegen kann aus drei oder mehr Partnern bestehen. Folgt die zwischenbetriebliche Kooperation den Kriterien der Langfristigkeit und der Ausrichtung auf Wettbewerbsvorteile sprechen wir von einer strategischen Allianz (vgl. Rautenstrauch/ Generotzky/Bigalke 2003: 19 - 23).
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2.2 Kooperationsmerkmale
Ein wichtiges Merkmal zwischenbetrieblicher Kooperation ist zu aller erst die „freiwillige Basis der Zusammenarbeit“. Man kann nur von Kooperation sprechen, wenn diesbezüglich weder gesetzliche Regelungen oder Verordnungen, noch sonstige Zwangsverhältnisse bestehen. Ein zweites elementares Merkmal ist „die explizite vertragliche Kooperationsvereinbarung zwischen den Partnern“ und die damit verbundene Zielorientierung bei der Koordinierung der angestrebten gemeinsamen Maßnahmen. Die Ziele der Kooperationspartner müssen dabei nicht kongruent , allerdings vom jeweils anderen akzeptiert sein (Rautenstrauch/Generotzky/Bigalke 2003: 6). Als ein damit verbundenes drittes grundlegendes Merkmal nennt Ballingdas grundlegend vorhandene Ziel der Kooperationsmotivation, die ökonomische Stellung und Situation des einzelnen Unternehmens zu verbessern.
Weitere Merkmale der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit in Form von Kooperation sind die „gemeinsame Wahrnehmung bestimmter Funktionen“ und gleichzeitig die „Einschränkung der wirtschaftlichen Dispositionsfreiheit bei Erhalt der rechtlichen Unternehmensselbstständigkeit“ (Balling 1998: 16/17).
2.3 Einteilung von Kooperationen
Um die verschiedenen Kooperationsstrategien zu unterscheiden, lassen sie sich durch die Richtung ihrer Zusammenarbeit wie folgt einteilen (vgl. Henkel 1992: 11-12): (1) Horizontale Kooperationen:
Als horizontale Kooperationen lässt sich die Zusammenarbeit zweier miteinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen bezeichnen, die sich auf derselben Stufe der Wertschöpfungskette befinden. (2) Vertikale Kooperationen:
Kooperationen mit vertikaler Richtung bezeichnen die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen die sich auf unterschiedlichen Stufen derselben Wertschöpfungskette befinden und einander nachgelagert sind. (3) Diagonale/Laterale Kooperationen: Kooperationen zwischen Unternehmen, die sich auf unterschiedlichen
Wertschöpfungsketten befinden und somit eigentlich „artfremd“ sind, bezeichnet man als diagonal oder lateral. Die Kooperation zwischen BASF und Hyundai, wie in der Einleitung erläutert, ist hier einzuordnen.
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Arbeit zitieren:
Manuel Homberg, 2010, Forschungs- und Entwicklungskooperationen im Netzwerk der Automobilindustrie, München, GRIN Verlag GmbH
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