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INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung und Vorbemerkungen 3
2. Theoretische Überlegungen zur Förderung der
religi ösen Sprach- und Zeichenkompetenz 4
2.1 Veränderungen im Kontext der Glaubensweitergabe 4
2.1.1) Traditioneller Kontext 4
2.1.2) Neuer Kontext 4
2.2 Bedeutung für die religiöse Sprach- und Zeichenkompetenz 5
2.2.1 Notwendigkeit eines neuen Denkens 5
2.2.2 Such nach neuen Orten der Glaubensvermittlung und die
Herausforderungen für die religiöse Sprach-
und Zeichenkompetenz 6
3. Praktische Beispiele einer neuen Glaubensvermittlung und ihre Bedeutung für die religiöse
Sprach - und Zeichenkompetenz 10
3.1 Die Antwort auf die Herausforderungen exemplarisch dargestellt an Projekten im
Bistum Erfurt 10
3.1.1 Das „Nächtliche Weihnachtslob“ am Heiligen Abend
im Dom zu Erfurt 10
3.1.2 „Folge dem Stern - missionarische Projekte am Erfurter
Weihnachtsmarkt “ 12
3.1.3 Die Feier der Lebenswende 13
3.1.4 Beim „Grundkurs Religion/Christentum“ innerhalb
des Schulunterrichts 14
3.2 Bedeutungen der Projekte 14
4. Zusammenfassung und Ausblick 15
5. Quellen- und Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung und Vorbemerkungen
„ Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, den ihr habt ein reines Gewissen.“ (1 Petr 3, 15f)
Oft hören wir im Kontext dieser Fragestellungen die Stelle aus dem ersten Petrusbrief. Von dem Zeugnis zu geben, was uns erfüllt. Das ist wahrhaftig Grundauftrag, meiner Meinung nach schon Grundauftrag eines jeden Christen, dem es Ernst mit seinem Glauben ist. Ich bin in einer kleinen Stadt im Westen von Sachsen aufgewachsen. Einer Region, in der mehr als 80% der Bevölkerung keinen Glauben haben, zumindest keiner Religionsgemeinschaft angehören. Meine Großeltern, die Großväter kamen aus Schlesien bzw. Ungarn, waren konfessionell gemischte Ehen eingegangen. Die Großväter beide katholisch, die Großmütter evangelisch. Meine Eltern sind protestantisch getauft, aber nur wenig kirchlich sozialisiert. Ich und mein älterer Bruder wurden nicht getauft. Dennoch, nachträglich meine ich sagen zu können, dass es in meinem Elternhaus durchaus eine gewisse christliche Tradition gab und gibt. Ich interessierte mich etwa 2004/2005 erstmals für den Glauben. Mich beeindruckten große Versammlungen von Gläubigen. Ich lernte einen überzeugenden Geistlichen kennen, der mich Ostern 2007 taufen und firmen konnte. Was da mit mir passierte, kann ich nur schwer in Worte fassen, weil es so tief und innig war und ist. Aber mich bewegt seit je her eine bestimmte Frage, nämlich wie es möglich sein kann, dass was Gott mir geschenkt hat, anderen Menschen zu vermitteln und auf den Glauben aufmerksam zu machen. Und das in einer Umgebung, in der Glaube und Religion gleichsam unwichtig, ja fast nicht existentiell sind. Bischof Dr. Joachim Wanke gibt darauf eine interessante Antwort: man müsse das Evangelium auf mitteldeutsch durchbuchstabieren. Das Thema dieser wissenschaftlichen Hausarbeit ist die Förderung der religiösen Sprach- und Zeichenkompetenz im Rahmen der Glaubensweitergabe, also der Möglichkeit Gott und den Glauben in Handeln und Sprechen zu bezeugen und zu verkünden. In einem ersten Teil wird es darum gehen unter welchen Bedingungen Glaubensweitergabe heute geschieht und welcher Herausforderungen sich daraus im Hinblick auf religiös motiviertes Handeln und Sprechen ergeben. Im zweiten Teil der Arbeit werden einige Initiativen aufgegriffen und vorgestellt, welche an die religiöse Sprach- und Zeichenkompetenz der Kirche und ihrer Glieder appellieren.
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2. Theoretische Überlegungen zur Förderung der religiösen Sprach- und Zeichenkompetenz
2.1 Veränderungen im Kontext der Glaubensweitergabe 2.1.1 Traditioneller Kontext
Zunächst ist es durchaus notwendig, sich die bisherigen Deutungsmuster im Hinblick auf die religiöse Sprach- und Zeichenkompetenz vor Augen zu führen. Dies ist hilfreich einerseits um die Akzentverschiebungen der heutigen Zeit zu verstehen und darüber hinaus auch nicht unwichtig, um den Lernprozess, welcher durch diese Verschiebungen notwendigerweise immer mitschwingt, verstehen und vollziehen zu können.
Dazu muss schlicht und ergreifend die Tatsache in den Blick gerückt werden, dass die Frage der Glaubensweitergabe als solche lange Zeit überhaupt kein Thema war. Das Sprechen von seinem Glauben hat zwar durchaus stattgefunden, allerdings nicht in Verbindung mit der sich daraus ergebenden oder gar dies begründenden Notwendigkeit, den Glauben in die Gesellschaft zu tragen. Wie auch heute, hatte das Sprechen vom Glauben auch im traditionellen Kontext immer verschiedene Facetten, allerdings konzentrierten diese sich meinen Beobachtungen und Erfahrungen zufolge auf zwei große Hauptbereiche, die da seien Familie und kirchliche Volksfrömmigkeit.
Die Familie war der traditionelle und bevorzugte Ort der Glaubensweitergabe und des Teilens des Glaubens. Das Weitergeben des Glaubens von einer Generation zur Nächsten, der gemeinsame Vollzug des Glaubens, wobei hier neben der Familie auch das Spektrum der Volksfrömmigkeit zu beachten ist, waren Teil der Kultur und standen lange Zeit nicht zur Disposition.
2.1.2 Neuer Kontext
Die heutige Deutung im Hinblick der religiösen Sprach- und Zeichenkompetenz ist freilich von einer völlig veränderten Situation des Glaubens geprägt. Durch Aufklärung, Säkularisierung und Privatisierung des Glaubens ist die Glaubensweitergabe heute ein vielschichtiges Thema geworden. Die bisherigen traditionellen Orte der Glaubensweitergabe sind, um es einmal drastisch auszudrücken, größtenteils weggebrochen. Zumindest ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass in Familien über den Glauben gesprochen wird, geschweige denn, dass der Glaube in der Familie gehalten und weitergegeben wird. Diese Beobachtung machen wir beileibe nicht nur in kirchlich wenig sozialisierten Gegenden, auch
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in den „traditionell“ katholisch geprägten Gebieten wie Bayern oder dem Rheinland, ist es nicht mehr ohne Weiteres selbstverständlich, dass Kinder den Glauben bzw. das Glaubensleben ihrer Eltern geradewegs übernehmen oder an den volkskirchlichen Gepflogenheiten teilnehmen und Teil haben. Bischof Joachim Wanke aus Erfurt hat dies einmal auf eine klare, prägnante Formel gebracht: „Das Traditionschristentum wandelt sich mehr und mehr zu einem Wahlchristentum.“ 1 . Das hat verständlicherweise unweigerliche Folgen für das Thema der Glaubensweitergabe und bedarf auch eines neuen Nachdenkens über die religiöse Sprach- und Zeichenkompetenz. Einhergehend mit der veränderten Situation des Glaubens in Deutschland verändern sich auch die Räume, in welchen der Glaube bezeugt und verkündet wird. Das betrifft vor allem die Priester und Diakone sowie die übrigen Mitarbeiter in der Pastoral, insbesondere auch die Religionslehrer, aber auch alle Gläubigen. Seit vielen Jahren gibt es in Deutschland ein neues Bewusstsein für das „missionarisch Kirche Sein“, erfreulich ist, dass auch die Deutschen Bischöfe in ihrem Schreiben aus dem Jahr 2000 „Zeit zur Aussaat. Missionarisch Kirche sein.“ die neue Situation aufgreifen und in ihre Überlegungen und in ihre Handlungen einbezogen haben. Auch Papst Benedikt XVI. hat während seines Deutschlandbesuches im Rahmen des Weltjugendtages 2005 in Köln festgestellt, dass Deutschland schlicht wieder zum Missionsland geworden sei und dass die Situation besonders in den Neuen Bundesländern dramatisch sei.
2.2 Bedeutung für die religiöse Sprach und Zeichenkompetenz
2.2.1 Notwendigkeit eines neuen Denkens
Die veränderte Situation des Glaubens in unserem Land erfordert ein neues Nachdenken über die Möglichkeiten der Weitergabe unseres christlichen Glaubens. Diese Notwendigkeit ist glücklicherweise schon seit längerer Zeit in unserer Kirche erkannt worden und es gibt auch eine nicht geringe Zahl an Initiativen, welche dieser Notwendigkeit Rechnung tragen und sich in entsprechende Richtungen bemühen. Vor allem das Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema der missionarischen Kirche „Zeit zur Aussaat. Missionarisch Kirche sein“ aus dem Jahr 2000 macht deutlich, dass es in unserer Kirche neuer Anstrengungen bedarf, um den Glauben weiterzugeben und weiterzusagen. Das Schreiben
1 Joachim Wanke, Unsere Verantwortung als Christen in Kirche und Welt. Den Duft der Erkenntnis Christi an
allen Orten verbreiten (2 Kor 2,14), Vortrag beim Begegnungstag des Katholischen Senioren-Forums in
Würzburg (2002). http://www.bistum-erfurt.de/front_content.php?client=2&lang=3&idcat=1925&idart=10358
(abgerufen am 10.03, 19:15).
Arbeit zitieren:
Matthias Demmich, 2010, Förderung der religiösen Sprach- und Zeichenkompetenz im Rahmen der Glaubensweitergabe, München, GRIN Verlag GmbH
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