Inhaltsübersicht
Inhaltsverzeichnis III
Literaturverzeichnis. VI
A. Einleitung 1
B. Definition und Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes 5
C. Vergleich der nationalen Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten zur
Gefahrenabwehr im Glücksspielbereich. 14
D. Vereinbarkeit der nationalen Beschränkungen mit europarechtlichen
Vorgaben 20
E. Schlussfolgerungen für das deutsche Glücksspielrecht. 53
F. Fazit und Ausblick. 65
F. 65
F. 65
F. 65
F. 65
F. 65
F. 65
F. 65
F. 65
F. 65
II
II
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung. 1
B. Definition und Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes. 5
I. Der rechtliche Glücksspieltatbestand 5
1. Zufallsabhängigkeit von Gewinn und Verlust 5
2. Entgeltlichkeit und Gewinnchance 7
3. Öffentlichkeit 8
4. Abgrenzung zu wirtschaftlichen Geldanlagen 8
II. Gefahren des Glücksspielens 9
1. Gesundheitsgefahren durch pathologisches Spielen (Spielsucht) 9
2. Manipulationsanfälligkeit und Umfeldkriminalität. 11
C. Vergleich der nationalen Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten zur
Gefahrenabwehr im Glücksspielbereich. 14
I. Die Glücksspielpolitik der E.U 14
II. Die rechtliche Ausgangslage in Malta und Gibraltar. 16
III. Das deutsche Glücksspielrecht 16
IV. Die Sach- und Rechtslage in Italien 18
V. Zwischenergebnis 19
D. Vereinbarkeit der nationalen Beschränkungen mit europarechtlichen
Vorgaben...................................................................................................... 20
I. Schutzgehalt der Niederlassungsfreiheit, Art. 49 AEUV. 21
II. Schutzgehalt der Dienstleistungsfreiheit, Art. 56 AEUV 22
III. Schutzgehalt der Warenverkehrsfreiheit, Art. 34 AEUV 23
IV. Eingriff in den Schutzbereich der Grundfreiheiten durch die
Einschr änkung privater Glücksspielangebote. 24
III
III
V. Rechtfertigung der nationalen Maßnahmen. 26
1. Rechtsprechung des EuGH zum Glücksspielwesen. 27
a) EuGH-Urteil Schindler vom 23.03.1994. 27
aa) Sachverhalt. 28
bb) Entscheidung 28
cc) Bewertung 29
b) EuGH-Urteil Läärä vom 21.09.1999. 30
aa) Sachverhalt. 30
bb) Entscheidung 30
cc) Bewertung 31
c) EuGH-Urteil Zenatti vom 21.10.1999. 31
aa) Sachverhalt. 31
bb) Entscheidung 32
cc) Bewertung 33
d) EuGH-Urteil Gambelli vom 6.11.2003. 35
aa) Sachverhalt. 35
bb) Entscheidung 35
cc) Bewertung 36
e) EuGH-Urteil Placanica vom 6.3.2007. 39
aa) Sachverhalt. 39
bb) Entscheidung 40
cc) Bewertung 41
f) EuGH-Urteil Liga Portuguesa vom 9.9.2009 43
aa) Sachverhalt. 43
bb) Entscheidung 44
cc) Bewertung 46
2. Gesamtbetrachtung und Bewertung der bisherigen EuGH-
Rechtsprechung 47
IV
IV
3. Andere im Schrifttum vertretene Ansichten 49
a) Argumente der Liberalisierungsbefürworter 49
b) Argumente für die ablehnende Haltung des EuGH. 50
E. Schlussfolgerungen für das deutsche Glücksspielrecht 53
I. Aktuelle rechtliche Ausgangslage in Deutschland 53
II. Binnenmarktrechtliche Kritikpunkte am deutschen Glücksspielrecht. 54
1. Inkohärenz aufgrund der Unterschiede im Bundes- und Landesrecht? 54
2. Inkohärenz des Totalverbots von Internetglücksspielen? 57
3. Inkohärenz der Zielrichtung der deutschen Glücksspielpolitik? 60
III. Gesamtbewertung des deutschen Glücksspielrechts. 63
F. Fazit und Ausblick 65
V
V
Literaturverzeichnis Albers, Norman
§ 4 Struktur und ökonomische Beurteilung des Sportwettenmarktes in Deutsch-land, in: Gebhardt/Grüsser-Sinopoli (Hrsg.), Glücksspiel in Deutschland, Berlin 2008, S. 56 -92.
Albrecht, Stefanie/Gabriel, Ulrich
Die aktuelle Entwicklung im Glücksspielrecht; Der geplante Lotteriestaatsvertrag vor dem Hintergrund des „Placanica“-Urteils des EuGH, WRP 2007, S. 616-620.
Arendts, Martin
Der Kampf um das Sportwettenmonopol - Klärung durch den EuGH?, MMR 2007, S. 205-206.
Barbist, Johannes/Klausegger, Christian
Alles hat seine Grenzen - das Gambelli-Urteil im Wettbewerbsprozess, EuZW 2005, S. 390-391.
Bargmann-Huber, Herta
Europa und Telekommunikation fordern Konsequenzen im Glücksspielrecht, BayVBl. 1996, S. 165-170.
Becker, Tilmann
Der Markt für Glücksspiele und Wetten, in: ders./Baumann (Hrsg.), Glücksspiel im Umbruch, Frankfurt am Main (u.a.) 2007, S. 1-24.
Berberich, Bernd
Das Internetglücksspiel - Ein Beitrag zur systematischen Fortentwicklung des deutschen Glücksspielrechts, Berlin 2004.
VI
Bieber, Roland/Epiney, Astrid/ Haag, Marcel
Die Europäische Union, 8. Auflage, Baden-Baden 2009.
Calliess, Christian/Ruffert, Matthias
EUV/EGV Kommentar, 3. Auflage, München 2007.
Classen, Claus Dieter
Die Grundfreiheiten im Spannungsfeld von europäischer Marktfreiheit und mitgliedstaatlichen Gestaltungskompetenzen, EuR 2004, S. 416-438.
Dederer, Georg
Stürzt das deutsche Sportwettenmonopol über das Bwin-Urteil des EuGH?, NJW 2010, S. 198-200.
Diegmann, Heinz/Hoffmann, Christof
„Der Tanz um’s goldene Lotto-Kalb“ - Zur Forderung einer Liberalisierung des öffentlichen Glücksspiels, NJW 2004, S. 2642-2645.
Diegmann, Heinz/Hoffmann, Christof
Las Vegas in Deutschland? - Das Glücksspielwesen zwischen Wettbewerb und Ordnungsrecht -, DÖV 2005, S. 45-55.
Diegmann, Heinz/Hoffmann, Christof/Ohlmann, Wolfgang
Praxishandbuch für das gesamte Spielrecht, Stuttgart 2008.
Dietlein, Johannes
Illegales Glücksspiel und staatliche Gefahrenabwehr - Herausforderungen an die staatliche Gefahrenabwehr im Informationszeitalter -, GewArch 2005, S. 89-94.
VII
Dietlein, Johannes/Hecker, Manfred/Ruttig, Markus (Hrsg.)
Glücksspielrecht Kommentar, München 2008.
Dörr, Oliver
Das Verbot gewerblicher Internetvermittlung von Lotto auf dem Prüfstand der EG-Grundfreiheiten, DVBl 2010, S. 69-77.
Eichmann, Daniel/Sörup, Thorsten
Das Telefongewinnspiel - Zwischen Strafbarkeit und Wettbewerbsverstoß, MMR 2002, S. 142-146.
Ennuschat, Jörg
Der gemeinschaftsrechtliche Rahmen für Glücksspiele, in: Gebhardt/Grüsser-Sinopoli (Hrsg.), Glücksspiel in Deutschland, Berlin 2008, S. 216 -236.
Fischer, Jonas
Das Recht der Glücksspiele im Spannungsfeld zwischen staatlicher Gefahrenabwehr und privatwirtschaftlicher Betätigungsfreiheit, Frankfurt am Main (u.a.) 2009.
Fischer, Ulrich
Über den galoppierenden Unschuldsverlust des Sports oder: Die Welt will betrogen sein, NJW 2005, S. 1028-1029.
Frenz, Walter
Grundfragen der Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit im neuen Ge-wande, GewArch 2007, S. 98-108.
VIII
Gebhardt, Ihno,
§ 15 Zur aktuellen Situation des Glücksspielwesens in Deutschland, in: ders./Grüsser-Sinopoli (Hrsg.), Glücksspiel in Deutschland, Berlin 2008, S. 276-287.
Geiger, Andreas
Glück auf! - Gastkommentar, EuZW 2008, S. 289-290.
Grabitz, Eberhard/Hilf, Meinhard
Das Recht der Europäischen Union, 40. Ergänzungslieferung, München 2009.
Grünwald, Andreas/Koch, Hannah
Nichts geht mehr? Sportwetten im Internet, MMR 2008, S. 711-714.
Haltern, Ulrich
Anmerkung zu EuGH, U.v. 6.3.2007, verb. Rs. C-338/04, C-359/04 und C-360/04, Placanica, NJW 2007, S. 1520-1521.
Haratsch, Andreas/ Koenig, Christian/ Pechstein, Matthias
Europarecht, 6. Auflage, Tübingen 2009.
Hellebrand, Johannes
Wende im Methadon-Glaubenskrieg? - Zur Entscheidung des BGH vom 17. 5. 1991, NStZ 1991, S. 13-18.
Herdegen, Matthias
Europarecht, 10. Auflage, München 2008.
IX
Hippel, Elke
Zur Bekämpfung der Spielsucht, ZRP 2001, S. 558-561.
Hoeller, Boris/Bodemann, Rüdiger
Das „Gambelli“-Urteil des EuGH und seine Auswirkungen auf Deutschland, NJW 2004, S. 122-125.
Holznagel, Bernd
Poker - Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel?, MMR 2008, S. 439-444.
Horn, Hans-Detlef
Zum Recht der gewerblichen Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, NJW 2004, S. 2047-2055.
Horn, Hans-Detlef
Anmerkung zu EuGH, U.v. 6.3.2007, verb. Rs. C-338/04, C-359/04 und C-360/04, Placanica u.a, JZ 2007, S. 736-738.
Hübsch, Peter
Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten ohne Erlaubnis - ein Glücksspiel?, GewArch 2004, S. 313-317.
Irmscher, Tobias
§ 2 Binnenmarkt, in: Pache/Knauff (Hrsg.), Fallhandbuch Europäisches Wirtschaftsrecht, Stuttgart 2008, S. 12-26.
Janz, Norbert
Rechtsfragen der Vermittlung von Oddset-Wetten in Deutschland, NJW 2003, S. 1694-1701.
X
Kazemi, Robert/Leopold, Andreas
Internetglücksspiel ohne Grenzen, MMR 2004, S. 649-653.
Kment, Martin
Ein Monopol gerät unter Druck - Das „Sportwetten-Urteil“ des BVerfG, NVwZ 2006, S. 617-623.
Koenig, Christian
Das Urteil Liga Portuguesa - nicht nur deutsche Glücksspieler warten weiter!, EuZW 2009, S. 673-674.
Koenig, Christian/Ciszewski, Simon
Texas Hold’em Poker - Glücksspiel oder Geschicklichkeitsspiel?, GewArch 2007, S. 402-404.
Korte, Stefan
Glücksspiel im und über Internet, in: Gebhardt/Grüsser-Sinopoli (Hrsg.), Glücksspiel in Deutschland, Berlin 2008, S. 359 -393.
Korte, Stefan
Die Veranstaltung und Vermittlung von Glücksspielen im Internet - zwei Seiten einer verbotenen Medaille? Zugleich Besprechung der Nichtannahmebeschlüsse des BVerfG vom 14.10 und 17.12.2008, NVwZ 2009, S. 283-286.
Kunzmann, Manuel
Wege zu einem einheitlichen Binnenmarkt für Dienstleistungen - Eine methodische Untersuchung am Beispiel der EU-Dienstleistungsrichtlinie, Hamburg 2008.
XI
Liesching, Marc
Anmerkung zu EuGH, U.v. 9.9.2009, Rs. C-42/07 - Liga Portuguesa, MMR 2009, S. 826-827.
Lemor, Florian
Auswirkungen der Dienstleistungsrichtlinie auf ausgesuchte reglementierte Berufe, EuZW 2007, S. 135-139.
Ludwig, Udo/Röbel, Sven/Schmitt, Jörg/Wulzinger, Michael
Comeback der Zockerbande, Der Spiegel Nr. 48/2009, S. 174-178.
McDonald, Kevin
Der Begriff der Dienstleistung im europäischen Binnenmarkt und WTO-System GATS), Frankfurt am Main u.a. 2001.
Meyer, Gerhard/Bachmann, Meinolf
Spielsucht - Ursachen und Therapie, 2. Auflage, Heidelberg 2005.
Mosbacher, Andreas
Ist das ungenehmigte Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten noch strafbar?, NJW 2006, S. 3529-3533.
Noll-Ehlers, Magnus
Kohärente und systematische Beschränkung der Grundfreiheiten - Ausgehend von der Entwicklung des Gemeinschaftsrechts im Glücksspielbereich, EuZW 2008, S. 522-525.
Oppermann, Thomas/Classen, Claus Dieter/Nettesheim, Martin
Europarecht, 4. Auflage, München 2009.
XII
Pache, Eckhard
§ 11 Dienstleistungsfreiheit, in: Ehlers (Hrsg.) Europäische Grundrechte und Grundfreiheiten, 3. Auflage, Berlin 2009, S. 365-401.
Pache, Eckhard
§ 6 Dienstleistungsfreiheit, in: ders./Knauff, Fallhandbuch Europäisches Wirtschaftsrecht, Stuttgart 2008.
Pache, Eckhard
§ 10 Grundfreiheiten, in: Schulze/Zuleeg (Hrsg.), Europarecht - Handbuch für die deutsche Rechtspraxis, Baden-Baden 2006, S. 322-382.
Palandt, Otto (Hrsg.)
Bürgerliches Gesetzbuch, 69. Auflage, München 2010.
Postel, Dirk
Glücksspiel im europäischen Binnenmarkt nach „Gambelli“ und „Placanica“ und vor „Winner Wetten“, EuR 2007, S. 317-348.
Reichert, Ronald/Winkelmüller, Michael
Anmerkung zu EuGH, U.v. 6.3.2007, verb. Rs. C-338/04, C-359/04 und C-360/04, Placanica, EuZW 2007, S. 214-215.
Rolshofen, Michael
„Beschränkungen“ des freien Dienstleistungsverkehrs, Berlin 2002.
Ruttig, Markus
Auf Gambelli folgt Placanica - und keine Liberalisierung der Glücksspielmärkte in Europa, WRP 6/2007, S. 621-626.
XIII
Schwarze, Jürgen
EU-Kommentar, 2. Auflage, Baden-Baden 2009.
Stein, Torsten
Anmerkung zu EuGH, U.v. 24.03.1994, Rs. C-275/92, Schindler, EuZW 2000, S. 153-155.
Stein, Torsten
Bemerkungen zu der Urteilsanmerkung von R. Reichert und M. Winkelmüller in EuZW 2007, 214, EuZW 2007, S. 230-231.
Streinz, Rudolf
Europarecht, 8. Auflage, Heidelberg u.a. 2008.
Streinz, Rudolf
EUV/EGV Vertrag über die Europäische Union und Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, München 2003.
Tettinger, Peter
Grenzüberschreitende Glücksspiel-Internetangebote und europäischer Binnenmarkt, GewArch 2005, S. 49-56.
Voßkuhle, Andreas
Glücksspiel ohne Grenzen - Zur rechtlichen Zulässigkeit der grenzüberschreitenden Vermittlung von Pferderennwetten, GewArch 2001, S. 177-184.
Walz, Simone
Gambling um Gambelli? - Rechtsfolgen der Entscheidung Gambelli für das staatliche Sportwettenmonopol, EuZW 2004, S. 523-526.
XIV
A. Einleitung
Das Glücksspielrecht ist seit jeher ein äußerst konfliktbeladenes Rechtsgebiet. Obwohl Glücks- und Geldspiele im Laufe der Geschichte immer wieder aus Gründen der Moral, der Religion oder des Schutzes der öffentlichen Ordnung verurteilt wurden 1 , setzten sie sich als ein gesellschaftliches Faktum durch und bescherten dem Staat hohe Einkünfte und eine nicht unerhebliche Zahl an Arbeitsplätzen 2 . Schon seit Jahrhunderten wird daher über das Spannungsfeld zwischen dem fiskalischen Interesse des Staates an den Gewinnen der Glücksspielbranche auf der einen und seinen ordnungspolitischen Zielsetzungen wie der Suchtbekämpfung und der Betrugsvorbeugung auf der anderen Seite gestritten 3 . Wegen des enormen Gefahren- sowie Wirtschaftspotentials des Glücksspielwesens sah sich der Staat traditionell veranlasst, das Glücksspielwesen streng zu reglementieren und nach Möglichkeit staatliche Monopole zu bilden. Hierbei schwankte die Politik zwischen einem völligen Verbot, einer engen Umrahmung durch Vorschriften, die eine Verwendung der Einnahmen aus Glücksspielen ausschließlich zur Finanzierung öffentlicher Anliegen vorsahen, bis hin zu einer expansiven Förderung des Glücksspielwesens zur Verbesserung der allgemeinen staatlichen Haushaltslage 4 .
Diese etablierte und lange unangetastet gebliebene Monopolstellung des staatlichen Glücksspiels wird seit dem Aufkommen moderner Telekommunikati-onsformen wie der Mobiltelefonie, des interaktiven Fernsehens und vor allem des Internets sowohl rechtlich als auch faktisch immer mehr in Frage gestellt.
1 So erklärt etwa der Koran verschiedene altarabische Glücksspiele, insbesondere das Ziehen von Lospfeilen (arab. maisir), zur Sünde (Suren 2:219 und 5:90). Die Bibel verurteilt nicht direkt Spielen um Geld, Wetten oder die Lotterie, warnt aber vor Geldgier (1.Timotheus 6,10; Hebräer 13,5) und empfiehlt, den schnellen Geldgewinn zu meiden (Sprüche 13,11; 23,5; Prediger 5,10).
2 Nach einer Studie des Schweizerischen Instituts für Rechtsvergleichung, die im Auftrag der EU-Kommission erstellt wurde, wurden in der EU im Jahr 2004 im Glücksspielsektor nach Abzug der Gewinnauszahlungen Bruttoeinkünfte in Höhe von 51 Milliarden Euro erzielt, vgl. http://ec.europa.eu/internal_market/services/gambling_en.htm (Stand: 16.02.2010). Das größte Wachstum kommt hierbei laut einem Bericht der EU-Abgeordneten Christel Schaldemose vom 17.02.2009 dem europäischen Markt für Online-Glücksspiele zu, dessen Zuwachsraten auf jährlich zwischen 8,4 (Ungarn) und 17,6 Prozent (Italien) geschätzt werden, vgl. http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=//EP//TEXT+REPORT +A6-2009-0064+0+DOC+XML+V0//DE (Stand: 16.02.2010).
3 Vgl. hierzu ausführlich und mwN Fischer, S. 37 f.
4 Vgl. Schlussanträge des Generalanwalts Bot vom 14.10.2008, Rs. C-42/07 - Liga Portuguesa, BeckRS 2008, 71061, Rn. 35.
1
Konnten noch vor zwanzig Jahren Glücksspiele nur an bestimmten Orten wie Wettbüros, Pferderennbahnen und Kasinos gespielt werden, hat sich der Glücksspielmarkt aufgrund des technischen und kommunikativen Fortschritts mittlerweile stark internationalisiert. Auffälligstes Beispiel ist die rasante Entwicklung des Internets seit Mitte der neunziger Jahre, die mit immer noch anhaltender erheblicher Veränderungsdynamik einen grenzüberschreitenden Glücksspielmarkt innerhalb der EU ermöglicht 5 . Zunehmend dehnen private Glücksspielanbieter ihr Vertriebsgebiet mittels Internet und anderer Kommunikationsmittel über die Grenzen ihres Heimatstaates hinweg aus und bieten fortwährend neue Spielmöglichkeiten, zum Beispiel Sportwetten, zu festen Gewinnquoten oder Onlinecasinos an 6 . Eine rechtliche Kontrolle und Eindämmung des immer stärker umkämpften und zunehmend unübersichtlich werdenden Glücksspielmarktes wird damit immer schwieriger. Dies zeigt unter anderem die Diskussion um den jüngsten deutschen Sportwettenskandal vom November 2009 7 .
Aufgrund der dynamischen Entwicklung des Glücksspielwesens ist auch das Glücksspielrecht erheblich in Bewegung geraten. Das rechtliche Konfliktpotential liegt zum einen darin begründet, dass die staatlichen Stellen mit den verschiedensten Mitteln versuchen, private Glücksspielanbieter vom Markt zu drängen, um damit ihre eigenen Glücksspielangebote zu stärken 8 . Zum anderen ist das Glücksspielrecht in der EU bisher noch nicht harmonisiert worden, obwohl die meisten Anbieter ihre Glücksspiele mittels Internet und anderer Vertriebswege europaweit anpreisen 9 . Daher suchen sich viele Anbieter für ihren Firmensitz den Mitgliedstaat aus, in dem die für ihr Vorhaben günstigsten, das heißt möglichst liberalen Rechtsvorschriften bestehen und bieten von
5 Albers, in: Gebhardt/Grüsser-Sinopoli (Hrsg.), Glücksspiel in Deutschland, S. 61.
6 Hierzu näher Grünwald/Koch, MMR 2008, S. 711.
7 Vgl. Ludwig/Röbel/Schmitt/Wulzinger, Der Spiegel Nr. 48/2009, S. 174.
8 Geiger, EuZW 2008, S. 289.
9 Zuletzt wurde eine Harmonisierung des europäischen Glücksspielrechts im Rahmen der Einführung der Dientsleistungsrichtlinie 2006/123/EG diskutiert. Der Vorschlag, auch den Glücksspielbereich in den gemeinsamen Markt zu überführen und dabei auf das Herkunfts-land-Prinzip abzustellen, wurde aber verworfen, vgl. Postel, EuR 2007, S. 324. Die letztlich verabschiedete Fassung schließt vielmehr ausdrücklich in Art. 2 der Richtlinie den Glücks-spielsektor von deren Anwendungsbereich aus.
2
Arbeit zitieren:
Johannes Krause, 2010, Binnenmarktrechtliche Grenzen der Einschränkung privater Glücksspielangebote, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht: Binnenmarktrechtliche Grenzen der Einschränkung privater Glücksspielangebote ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht: neuer Titel erschienen: Binnenmarktrechtliche Grenzen der Einschränkung privater Glücksspielangebote
Johannes Krause hat einen neuen Text hochgeladen
Sigrid Baringhorst, Sabine Berghahn, Andreas Busch, Paula Diehl, Michael Greven, Veronika Kneip, Sandra Seubert, Peter Niesen
DE LEEK IN DE KERK MOGELIJKHED
H Warnink
Grenzen des Täufertums / Boundaries of Anabaptism
Neue Forschungen
Anselm Schubert, Michael Driedger, Astrid von Schlachta
Mode, Fotografie, Underground ...
Elke Giese, Max Dehmel, Karsten Konstantin, Alexander Kühne, Michael Boehlke, Henryk Gericke, Grit Seymour, Frieda von Wild
An den Grenzen der Sucht / On the edge of ddiction / Aux confins de l...
Christian Hoffstadt, Remo Bernasconi
Glücksspielstaatsvertrag - §§ ...
Dieter Birk, Jörg Ennuschat, Ulrich Haltern, Felix B. Hüsken, Georg Nagel, Dirk Postel, Johannes Dietlein, Manfred Hecker, Markus Ruttig
Prozeduralisierung im europäischen Binnenmarktrecht.
Die Verfahrensdimension der Gr...
Sebastian Hirschberger
0 Kommentare