Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Forschungsstand. 4
3. DDR-Außenpolitik: eine Einführung 5
3.1. Von der Staatsgründung bis zum Wechsel an der Spitze. 5
3.2. Die Ära Honecker in den 1970er Jahren 7
4. Die DDR und die Dritte Welt 10
5. Die Lateinamerikapolitik der DDR 13
5.1. Die politischen Beziehungen mit Lateinamerika 13
5.2. Die wirtschaftlichen Beziehungen mit Lateinamerika 17
6. Zusammenfassung. 19
7. Literaturverzeichnis. 21
8. Abkürzungsverzeichnis. 24
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1. Einleitung
Die DDR Außenpolitik, war ein Jahrzehnte andauernder Kampf um internationale Anerkennung. Sie verstand sich seit ihrer Gründung am 7. Oktober 1949 als politische und soziale Alternative zur Bundesrepublik Deutschland. Die DDR sah es „als ihre historische Aufgabe an, durch eine grundlegende Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse dem Wiedererstehen des deutschen Imperialismus und seinem Drang nach Eroberung auf dem Territorium der DDR jegliche Grundlage zu nehmen sowie seine Restaurierung in Westdeutschland zu begrenzen und letztlich zu verhindern.“ 1 Diesem Grundverständnis
entsprechend orientierte dich die DDR-Außenpolitik an den staatstragenden Prinzipien Antiimperialismus, Antifaschismus, Friedensbewahrung und gleichberechtigte internationale Zusammenarbeit. 2 Dabei wurden alle außenpolitischen Entscheidungen, wie in einem Staat mit zentralistischer Struktur üblich, vom Politbüro der SED, dem eigentlichen Machtzentrum der DDR, getroffen. Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten war dabei nur ein ausführendes Organ und stand unterstand dem jeweiligen ZK-Sekretär für Außenpolitik im Politbüro.
Diese Arbeit soll einen Überblick über die Außenpolitik der DDR geben und auf die Lateinamerikapolitik des Staates eingehen. Es soll dabei ein Überblick über verschiedene Epochen der DDR-Geschichte gegeben werden, die Unterschiede zwischen der Außenpolitik unter Walther Ulbricht und Erich Honecker herausgearbeitet sowie die Ziele und Ergebnisse der Lateinamerikapolitik der DDR verdeutlicht werden.
Im ersten Teil der Arbeit wird die allgemeine außenpolitische Situation der DDR, zuerst unter Ulbricht, dann unter Honecker beschrieben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung der Außenpolitik seit der Gründung der DDR 1949 sein. Die Fragen welche Ziele die Außenpolitik dabei verfolgte und welche Schwierigkeiten, gerade durch die Hallstein-Doktrin, auftraten sollen dabei beantwortet werden. Weiterhin wird versucht Auswirkungen durch die innenpolitische Entwicklung der DDR, die spätestens seit den 1980er Jahren durch wirtschaftliche Schwierigkeiten geprägt wurde, auf die Entwicklung der außenpolitischen Bemühungen und Ziele darzustellen.
Das daran anschließende Kapitel widmet sich dem Thema der allgemeinen Dritten Welt Politik der DDR. Dabei wird der Hauptschwerpunkt der Bearbeitung liegen, welche Bedeutung die Dritte Welt Länder für die DDR, aber auch für das gesamte Kommunistische
1 Bock, Siegfried; Muth, Ingrid; Schwiesau, Hermann (Hrsg.): Alternative deutsche Außenpolitik? DDR-Außenpolitik im Rückspiegel (II), Berlin 2006, S. 7.
2 Vgl. Kleines politisches Wörterbuch. Berlin 1988, S. 104 ff.
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Lager während des Ost-West Konflikts hatten. Gab es in der kommunistischen Sprache überhaupt eine Dritte Welt? Und welche Rolle spielten sie ideologisch, wirtschaftlich und politisch. Hiermit soll ein Eindruck vermittelt werden, welchen Platz Dritte Welt Länder im außenpolitischen Gesamtdenken einnahmen.
Der letzte Teil der Arbeit geht ausführlich auf die Lateinamerikapolitik der DDR ein. Dabei werden die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen betrachtet. Hierbei werden zunächst die Umstände der Entstehungen von Beziehungen mit verschiedenen Staaten erläutert, dabei sind drei Schwerpunktländer zu nennen, die dann auch im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen. Diese Länder sind Kuba, Chile und Nicaragua. Bei der Betrachtung der Wirtschaftsbeziehungen steht das Land Kuba im Focus. Das Land war wichtigster Partner der DDR in Lateinamerika und machte allein fast die Hälfte des Wirtschaftsvolumens in der Region aus.
Den Abschluss der Arbeit bildet eine Zusammenfassung in der noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse zum tragenden kommen. Damit soll ein abgerundeter Gesamteindruck für den Leser entstehen.
2. Forschungsstand
Die Forschung zur DDR Außenpolitik ist sehr beschränkt. Findet man zum Thema MfS oder zu innerpolitischen Ereignissen in der DDR, wie den 17. Juni 1953 oder den Mauerbau 1961, sehr viel Literatur, ist diese zum Thema DDR Außenpolitik doch sehr begrenzt. Hierbei müssen Themenfelder nochmals unterschieden werden. So gibt es zu den deutsch-deutschen Beziehungen eine Vielzahl an Literatur. Zum Thema der Beziehungen der DDR zu Lateinamerika jedoch wiederum nicht. Dies liegt zum einen daran, dass einfach noch nicht genug geforscht wurde, zum anderen einfach daran, dass die Lateinamerikapolitik der DDR weit im Hintergrund im Vergleich zu den Beziehungen zu anderen Ländern stand. Bei einem Thema zur DDR-Geschichte ist immer zwischen Literatur vor 1989 aus West-, sowie aus Ostdeutschland und Literatur die nach 1989 erschienen ist, zu unterscheiden. Die Literatur aus der DDR stammend, ist zumeist mit ideologisch durchsetzt. Die Literatur die vor 1989 im Westen erschienene Literatur hatte dagegen einfach nicht die Quellen und das Wissen über außenpolitische Ziele und das außenpolitische Wirken der DDR, um wirklich brauchbare Werke verfassen zu können
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Die nach 1989 erschienen Publikationen sind als Standardwerke bezeichnen. So ist das Werk von Ingrid Muth, welches die DDR Außenpolitik von 1949-1972 3 beschreibt und das Werk von Benno-Eide Siebs zur Außenpolitik der DDR von 1976-1989 4 , in besonderem Maße hervorzuheben.
Für die außenpolitischen Beziehungen der DDR zu Lateinamerika gibt es noch keine Publikation, welche als Standardwerk anzusehen ist. Hierbei ist es empfehlenswert sich an allgemeine Werke zu halten und sich Informationen aus einzelnen Kapiteln zu entnehmen. Nennenswert ist hier das bereits 1987 erschienene Werk. „Die beiden deutschen Staaten in der 5 an dessen Erscheinungsjahr Dritten Welt“ von Hans-Joachim Spanger und Lothar Brock
deutlich zu erkennen ist wie wenig die Forschung zu diesem Thema vorangeschritten ist. Außerdem sind die Publikationen von Raimund Krämer in „Deutschland-Lateinamerika“ herausgegeben von Manfred Mols und Christoph Wagner 6 und der Aufsatz von Joachim
Naumann, einem ehemaligen Diplomaten, in dem Buch „DDR-Außenpolitik im Rückspiegel“ 7 sehr empfehlenswert. Ergänzend zu nutzen sind einzelne Artikel aus DDR-Publikationen. Hierbei ist jedoch genau zu prüfen, was nutzbar ist und sinnvoll erscheint und was nicht.
3. DDR-Außenpolitik: eine Einführung
3.1. Von der Staatsgründung bis zum Wechsel an der Spitze
Die Deutsche Demokratische Republik betrat im Oktober 1949 die internationale Arena im Nachkriegseuropa als ein Staat, der ebenso wie die im Mai desselben Jahres gegründeten Bundesrepublik Deutschland, ein Produkt des Zerfalls der Antihitlerkoalition und deren gemeinsamer Deutschlandpolitik, der Spaltung Europas und des Übergangs zum Kalten Krieg war. Jeder der beiden deutschen Staaten nahm jedoch für sich in Anspruch im „Namen des
3 Muth, Ingrid: Die DDR Außenpolitik 1949-1972. Inhalte, Strukturen, Mechanismen, Berlin 2000
4 Siebs, Benno-Eide: Die Außenpolitik der DDR 1976-1989. Strategien und Grenzen, Paderborn; München; Wien; Zürich 1999.
5 Spanger, Hans-Joachim; Brock, Lothar: Die beiden deutschen Staaten in der Dritten Welt. Opladen 1987.
6 Krämer, Raimund: Archäologische Grabungen in einer verschwundenen Diplomatie. Zu den Beziehungen der DDR mit Lateinamerika, In: Mols, Manfred; Wagner, Christoph (Hrsg.): Deutschland-Lateinamerika. Geschichte, Gegenwart und Perspektiven, Frankfurt am Main 1994, S. 79-99.
7 Naumann, Joachim: Die DDR und Lateinamerika (Mitte der fünfziger Jahre bis 1990). In: Bock, Siegfried; Muth, Ingrid; Schwiesau, Hermann (Hrsg.): DDR-Außenpolitik im Rückspiegel. Diplomaten im Gespräch, Münster 2004, S. 307-323..
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ganzen deutschen Volkes“ zu sprechen und zu handeln. 8 Beide Staaten bemühten sich darum, den Friedenswillen und den Willen nach nationaler Einheit zu bekunden. 9 So heißt es in den
Grundsätzen der DDR Außenpolitik, dargelegt in der ersten außenpolitischen Erklärung der DDR vom 24.10.1949, die sich an alle Regierungen wandte:
„Wiederherstellung der Einheit Deutschlands und Abschluss eines Friedensvertrages; Erfüllung der Abkommen von Jalta und Potsdam; Verhinderung der Wiederherstellung des deutschen Imperialismus; friedliche und freundschaftliche Beziehungen des deutschen Volkes zu allen anderen Völkern.“ Weiter heißt es: „In dem Bestreben, die dem deutschen Volk im Potsdamer Abkommen zugesicherte Möglichkeit, wieder einen Platz unter den freien und friedlichen Völkern einzunehmen, zu verwirklichen, den Frieden zu festigen und freundschaftliche Beziehungen mit und unter allen Nationen zu pflegen und zu fördern, erachtet die Provisorische Regierung der DDR die Herstellung normaler diplomatischer, wirtschaftlicher und sonstiger Beziehungen zwischen der Provisorischen Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und jeder Regierung, die bereit ist, mit der Deutschen Demokratischen Republik auf dem Boden der gegenseitigen Achtung und Gleichberechtigung solche Beziehungen aufzunehmen, im Interesse beider Seiten für wünschenswert und 10 notwendig.“
Dies jedoch war anfangs ein Problem der DDR. Sah man den jungen Staat doch gerade in der westlichen Welt, als „Satellitenstaat“ der Sowjetunion. Versuchte sich die DDR formell von dieser Sicht abzulösen, sah die Realität während des gesamten Bestehens der DDR anders aus. „Der große Bruder“, die Sowjetunion, war die Hegemonial- und Führungsmacht im so genannten Ostblock und übte somit großen Einfluss auf die Außenpolitik der DDR aus. Die DDR versuchte aber, sich als eigenständiger, souveräner Staat der Welt zu präsentieren. 11
Bis zur Mitte der 1950er Jahre war die Deutschlandpolitik, der Gestaltung von Außenbeziehungen aus prinzipiellen und alltagspolitischen Gründen übergeordnet. Gleichzeitig trat die DDR den Bündnissen des Ostblocks bei. 1950 wurde sie Mitglied im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, und 1955 im Warschauer Pakt, nachdem die BRD ein Jahr zuvor der Westeuropäischen Union beigetreten ist. Hierbei zeigt sich, dass viele außenpolitische Handlungen der SED, als Reaktionen auf außenpolitische Handlungen der BRD verstanden und sich somit auch, zumindest indirekt, auf die deutsche Frage bezogen. 12
8 Vgl. Judt, Matthias (Hrsg.): DDR-Geschichte in Dokumenten. Bonn 1998
9 Vgl. Muth, S. 14 f., und S. 47 f. 10 Ebenda, S. 7f.
11 Vgl. Pfeil, Ulrich(Hrsg.): Die DDR und der Westen. Transnationale Beziehungen 1949-1989, Berlin 2001, S. 65.
12 Vgl. Pfeil, S. 65f. und Judt, S. 499.
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Arbeit zitieren:
René Ide, 2009, Die Außenpolitik der DDR unter besonderer Betrachtung der Beziehungen zu Lateinamerika, München, GRIN Verlag GmbH
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