2
Inhaltsverzeichnis
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis. 3
0 Einleitung. 4
1 Die Grundbegriffe. 6
2 Die möglichen Verfahren der Stichprobenziehung. 7
2.1 Die Wahrscheinlichkeits- / Zufallsauswahl. 8
2.1.1Die einfache Zufallsauswahl. 9
2.1.2 Die mehrstufige Zufallsauswahl 10
2.2 Stichprobenarten der bewussten Auswahl. 12
2.3 Die willkürliche Auswahl. 14
2.4 Repräsentativitätszusammenfassung der Stichprobenverfahren. 15
3 Die Fehlerquellen in Stichprobenziehungen. 15
3.1 Der Coverage-Fehler. 15
3.2 Verzerrungen durch Non-Response (Ausfallquote) 16
3.3 Die Gewichtung. 17
4 Einige bekannte Zufallsstichproben aus der Praxis. 18
5 Fazit. 22
5.1 über die Repräsentativität in Studien. 22
5.2 über die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. 23
6 Literatur- und Quellenverzeichnis 26
3
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Übersicht der Auswahlverfahren. 8
Tabelle 1: Repräsentativität der Auswahlverfahren 15
4
0 Einleitung
Laut der Studienordnung (StO) des Studiengangs Master für angewandte Forschung in der Sozialen Arbeit in München ist für das Seminar Forschungsstrategien I eine Prüfungsleistung abzulegen, die sich mit einer Thematik aus der Forschung beschäftigt. Gleichzeitig ist hier eine Kopplung des Themas mit der Erarbeitung von Teilbereichen der Forschung für die Master-Thesis möglich, die den Abschluss des Studiums darstellt.
Der Zusammenhang zwischen der Master-Thesis und den Stichprobenverfahren ist die Ausei-nandersetzung mit dem Bereich der empirischen Grundlagen. Die Erstellung eines Forschungsdesigns bis hin zur Forschung mit Hilfe eines entwickelten Forschungsinstrumentes ist mit ein Bestandteil der Master-Thesis. Da bei jeder Forschung auf irgendeine Weise eine Stichprobenziehung oder auch eine Vollerhebung durchgeführt wird, ist ein Grundwissen dazu unumgänglich. Die Entscheidung über die Wahl eines jeweiligen Verfahrens zur Stichprobenziehung muss auch in der Masterarbeit anhand von Grundwissen wissenschaftlich und angemessen begründet werden.
Da die Verfahren der Stichprobenziehungen im Bereich der empirischen Sozialforschung Relevanz besitzen, soll kurz erklärt werden, was eigentlich empirische Sozialforschung bedeutet. Sozialforschung wird von verschiedenen Menschen an unterschiedlichen Orten über eigene Beobachtungen innerhalb Untersuchungen betrieben, wobei die Forscher sich im nachhinein gegenseitig mit dem herausgefundenen Wissen bereichern. Das Wissen, also Theorien, Daten, Fakten, usw. betrifft die umgebende Welt und bildet somit in der Gesamtheit einen enormen Wissensbestand, auf das wiederum zugegriffen werden kann um z. B. Lösungen auf spezielle Forschungsfragen oder bestehende Forschungsprobleme heraus zu finden, da die Ergebnisse publiziert werden. Die qualitative und die quantitative Sozialforschung sind die beiden Teilbereiche der empirischen Sozialforschung. In der quantitativen Forschung werden mit Hilfe von Zahlen und Grafiken Interpretationen zu bestimmten Hypothesen und/oder Forschungsgegenständen abgeleitet, die meist die Häufigkeit bzw. das Aufkommen von etwas darstellen, sowie u.a. Bezüge herstellen. Im qualitativen Bereich dagegen wird stärker auf den zu untersuchenden Fall, die Situation, das Individuum als Subjekt, usw. eingegangen, wobei trotz anfänglicher Hypothese eine Offenheit im Forschungsprozess und Ergebnis zugelassen wird. Allerdings ist es ratsam innerhalb von Forschungsprozessen Methoden beider Bereiche einzusetzen, um somit allgemeingültige und perspektivreiche Ergebnisse zu erreichen. 1 In den folgenden Seiten wird die Vermittlung von Grundlagenwissen zu den Verfahren der Stichprobenziehungen angestrebt. Um mich mit den Grundlagen vertraut zu machen habe ich
1 Vgl. Gläser, J. und Laudel, G. (2004): 21 ff.
5
mich mit Literatur aus unterschiedlichen Jahrzehnten und aus verschiedenen Disziplinen im Hintergrund beschäftigt. Zu den Autoren gehören mitunter Personen wie Diekmann, Raithel und Häder, welche an den Hochschulen in Forschungsseminaren oft benannt werden und an deren Literatur sich in der Lehre meist orientiert wird. Die Autoren verteilen sich je nach Kapitelinhalt, doch Diekmann und Ludwig-Mayerhofer sind in der gesamten Arbeit präsent. Die Informationen durch Ludwig-Mayerhofers Internet-Lexikon dienen in den Kapiteln oftmals als thematische Ergänzungen und Unterstützungen. Zu Diekmann und Ludwig-Mayerhofer kommen im ersten Kapitel zur Klärung der forschungsbezogenen Grundbegriffe die Autoren Raithel und Häder, sowie Prein. Danach werden die verschiedenen Verfahrensarten in deren Technik und Umsetzung erklärt, sowie dazugehörige Subarten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen von Diekmann und Ludwig-Mayerhofer aufgezeigt, wobei sich hier auch wieder vereinzelt auf Raithel und Häder bezogen wurde. Da es bei Verfahren auch zu Fehlerquellen kommen kann, sollen diese anschließend dargestellt und einhergehende Lösungsmöglichkeiten angegeben werden. Das geschieht besonders durch die Literatur von Häder. Zu guter Letzt werden im Bereich der Grundlagen noch Beispiele vorgestellt, die zeigen, wie die Verfahren in der Praxis eingesetzt werden und wie sie zu bewerten sind. Auch dieser Bereich wird größtenteils durch Häder gestützt. Im Bereich des Fazits wurde bewusst eine Unterteilung eingeführt, die zunächst die Autorenmeinungen zur Repräsentativität der Verfahren und dann die eigene Meinung dazu zeigt. Der zweite Unterpunkt dient dem Fazit über die persönliche Aus-einandersetzung mit dem gesamten Thema der Stichprobenverfahren. Der Großteil der nicht genannten Autoren sind über Zitierungen mit in die Ausarbeitung eingeflossen und wurden nur teilweise gesichtet. Als zusätzlicher Hinweis soll an dieser Stelle gesagt werden, dass in der Ausarbeitung keine geschlechtliche Unterscheidung gemacht wurde und bei der verwendeten Form immer beide Geschlechter gemeint sind.
An dieser Stelle soll zuletzt noch der kurze geschichtliche Aspekt eingeblendet werden. Die Einführung und Entwicklung von Stichprobeneinsätze in der Forschung geschah durch eine Wahlprognose, die anhand einer Stichprobe aufgestellt wurde, und der später eingetroffenen Übereinstimmung mit den Wahlergebnissen in den Vereinigten Staaten während der 1930er Jahre. 2 Für eine Vertiefung in die geschichtliche Entwicklung bitte ich eigene Sorge zu tragen, da an dieser Ausarbeitung bewusst kein zusätzliches Kapitel aus Platzgründen entwickelt wurde.
2 Diekmann (2009): 373
6
1 Die Grundbegriffe
Um die Verfahren der Stichprobenziehungen erklären und verstehen zu können, müssen in diesem Kapitel zuerst einige Grundbegriffe verdeutlicht werden. Hierzu gehört auch der Begriff der Repräsentativität, da er in der Wissenschaft und in Bezug auf Stichprobenverfahren eine spezielle Rolle spielt.
Grundgesamtheit: (engl.: Population)
Die Grundgesamtheit meint und bezieht sich auf alle potenziellen Objekte, die über gemeinsame und für die Forschung relevante Merkmale oder Merkmalkombinationen verfügen und für die herausgefundenen Ergebnisse Aussagen tätigen. Da sich die Untersuchung auf alle möglichen Objekte bezieht, wird die Untersuchung der Grundgesamtheit auch Vollerhebung genannt. In der empirischen Sozialforschung werden beim Begriff „Objekte“ Personen einer Zielgruppe betrachtet. 3
Vollerhebung: (oder auch Totalerhebung)
In einer Vollerhebung wird jedes Objekt der Grundgesamtheit auf ein forschungsrelevantes Merkmal hin untersucht. Das hat Vor- und Nachteile. Vorteile sind, dass mögliche Fehlerintervalle, die bei Stichprobenziehungen auftreten können, vermieden werden, sowie, dass die Ergebnisse genauer und fundierter sein werden. Nachteile sind die Aufwandsdimension, da die Größenordnung der Befragten immens sein kann. Zudem ist der hohe Kostenfaktor zu beachten. Weiterhin sei erwähnt, dass bei einigen Untersuchungen eine Vollerhebung unsinnig wäre und die Grundgesamtheit zerstören würde, bspw. bei der Weinprobe. 4
Stichprobe: (engl.: Sample = dt.: Auswahl)
Die Stichprobe ist eine Auswahl an sogenannten Erhebungseinheiten (auch Objekte genannt), die sich zu einer Teilmenge der Grundgesamtheit zusammenschließen. Diese Teilmenge wird vertretend anstelle der Grundgesamtheit wird. Bei der Stichprobe sind die Merkmale somit gleichermaßen wie bei der Grundgesamtheit gegeben und bilden diese möglichst genau nach. Ob es allerdings eine wissenschaftlich korrekte und somit anerkennbare Stichprobe darstellt, ist von den Verfahren der Stichprobenfindung bzw. -ziehung abhängig. 5 Diese Ausführung erfolgt aber nicht an dieser Stelle, sondern in den folgenden Kapiteln.
3 Vgl. Ludwig-Mayerhofer (2009) und Raithel (2008): 54
4 Vgl. Häder (2010): 139
5 Vgl. Ludwig-Mayerhofer (2009), Diekmann (2009): 376 und Raithel (2008): 54 Zit. nach Bortz (1993): 84
7
Repräsentativität:
Der Repräsentativitätsbegriff wird unter dem wissenschaftlichen Aspekt hervor gehoben, da er die Möglichkeit einer Ergebnisgeneralisierung für die Grundgesamtheit bedeutet. Es kann zwischen verschiedenen Ebenen der Repräsentativität unterschieden werden. Einmal geht es um die Repräsentativität der Stichprobe und deren Verfahren, also ob unter Berücksichtigung der gängigen Gütekriterien (hauptsächlich sind hier die Objektivität, Reliabilität und Validität gemeint) die Stichprobe methodisch wissenschaftlich aufgebaut ist. Wissenschaftlich wird nur das Verfahren der Zufallsstichprobe allgemeingültig als repräsentativ anerkannt. Zum anderen geht es um die Repräsentativität der Merkmale, die untersucht werden sollen und ob diese Relevanz in Hinsicht der Forschungsfrage besitzen. 6
„Die Bezeichnung einer Stichprobe als `repräsentativ´ ist somit nur im Sinne des Prinzips der Zufallsauswahl zu verstehen: beide Begriffe sind im obigen Sinne synonym.“ 7
2 Die möglichen Verfahren der Stichprobenziehung
Wie bereits im Kapitel vorher angedeutet, können Stichproben nach verschiedenen Verfahren und den dazugehörigen festgelegten Regeln ausgewählt werden. Von der Art des Verfahrens hängt der Grad der Wissenschaftlichkeit, also mitunter auch die Möglichkeit zur Einbehaltung der Gütekriterien und weiteren wissenschaftlichen Standards, ab.
In den wissenschaftlichen Kreisen werden die Stichprobenverfahren in drei Hauptgruppen unterschieden: die Wahrscheinlichkeitsauswahl oder auch Zufallsauswahl genannt, die bewusste Auswahl und zuletzt die willkürliche Auswahl. 8 In den folgenden Seiten werden diese drei Verfahrensarten, sowie deren Verfahrensmethoden genauer und ausführlicher beschrieben. Als Vorschau und Überblick der folgenden Kapitel soll die folgende Darstellung (Abb.1) dienen:
6 Vgl. Prein, G., Kluge, S. und Kelle, U. (1994): 5/6 Zit. nach Schnell u.a. (1989): 281, Kriz / Lisch (1988): 220
7 Zit. Prein, G., Kluge, S. und Kelle, U. (1994): 11 Zit. nach Schnell u.a. (1989): 280
8 Vgl. Diekmann (2009): 378 Zit. nach: Böltken 1976
Arbeit zitieren:
BA Soziale Arbeit Mia Forster, 2010, Verfahren der Stichprobenziehung, München, GRIN Verlag GmbH
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