Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Indien - Wasserkrise 3
3. Die staatliche Wasserpolitik in der Krise 5
4. Vom „Water Mining“ zum „Waterharvesting - Wasserernte“ 6
4.2 Rooftop Waterharvesting. 8
4.3 Microcatchments. 9
4.4 Macrocatchments. 9
4.5 Floodwater Harvesting 10
4.6 Positive und Negative Aspekte des „Water Harvesting“ 10
5. Formen der Wasserernte in Indien 11
6. Das Fallbeispiel Thar Wüste 11
7. Die Zukunft des Water Harvestings in Indien. 12
8. FAZIT 13
8. 13
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Niederschlagsverfügbarkeit in Indien (Diercke Drei: Universalatlas, 2009, S.143) 5
Abbildung 2:Staatliche Investitionen in Bewässerung (Büttner, 1997, 79) 6
Abbildung 3: Prinzip des Waterhavestings (Quelle: Prinz 1998:424) 8
Abbildung 4: Roofttopharvesting (Quelle:
http ://www.rotary.org/SiteCollectionImages/News/081120 iye1.jpg) 9
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Niederschlagszonen und dürregefährdete Flächen in Indien 4
Tabelle 1: 4
Tabelle 1: 4
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1 Einleitung
Indien, als eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, ist geprägt durch seine klimatischen Verhältnisse. Große Teile des Landes leiden an Wasserknappheit, bei der die Verdunstungsrate die Niederschlagsrate übersteigt. Für eines der größten Hydro‐Kulturen und deren Bewässerungsfeldbau kommt der aktuelle Wassermangel einer Krise gleich. Die Landwirtschaft bietet der ansässigen Bevölkerung eine Lebensgrundlage. Diese konnte aber auf Grund der Problematik regional nicht mehr gesichert werden. Als Alternative zu den bis dato vorherrschenden kolonialzeitlich geprägten Strukturen wurde indigene Bewässerungsmethoden, die traditionell regional verankert sind, wiederbelebt. Können diese alten Bewässerungsmethoden Indien wirklich aus der Wasserkrise helfen? Letztendlich werden Bauern wieder selbständiger und müssen mit dem Lokal vorhandenen Wasser wirtschaften. Mit der Methode des Water Harvestings wird es Bauern ermöglicht auch in ariden Gebieten, in denen der jährliche Niederschlag nicht mehr als 200mm beträgt, Kulturpflanzen anzubauen. Bei der Methode wird Niederschlag auf kleinen (Dächern) und auf großen (Hängen) Flächen akkumuliert und als Brauch‐ und Trinkwasser verwendet. Könnte damit das Überleben in einigen Regionen Indien gesichert werden? Und in wie weit wirkt sich die Methode auf den landwirtschaftlichen Ertrag aus?
Die folgende Arbeit soll Aufschluss darüber bringen, welchen Stellenwert die Methode des „Water Harvestings“ in Indien heute einnimmt.
2 Indien - Wasserkrise
Indien als eines der größten asiatischen Länder ist durch mehrere Klimazonen gekennzeichnet. Im Nordwesten (Rajasthan) ist das subkontinentale Land durch Wüstenregionen geprägt. Im Norden hingegen grenzt der Himalaya mit seinen Hochgebirgsklima das Land ab. Niederschlagsreiche Gebiete liegen vorwiegend im Nordosten, sowie an der Westküste(Wamser, 2005). Nach Wamser [2005] hat die Anzahl der Dürreereignisse in Indien zugenommen. Außerdem ist Indien durch Monsumklima geprägt (Wamser, 2005). Das heißt, dass große Teile des Landes durch jahreszeitliche Niederschlags‐ und Windrichtungswechsel gekennzeichnet sind. Im Sommer kommt es bedingt durch den Südwestmonsum zu hohen Niederschlägen in ganz Indien. Im Winter und Frühjahr hingegen ist das Land von einem trockenen, kühlen Nordostmonsum geprägt. Dieses Monsumklima wirkt sich extrem auf die jährliche Niederschlagsverteilung auf. So fallen in einigen Regionen, wie im Westen Indiens darunter auch Mumbai 90% des jährlichen Gesamtniederschlags in der Zeit von Mai bis September (vgl. Wamser,2005). Aber nicht nur die jährliche Niederschlagsverteilung, sondern auch die Dürreereignisse und der steigende Bevölkerungsdruck, einhergehend mit dem höheren Bedarf an landwirtschaftlichen Gütern führen zu Wassermangel in einigen Regionen. So traten im 3
Zeitraum von 1876 bis 1987 insgesamt 39 Dürreereignisse in Indien auf. Drei von den Dürren hatten ein Ausmaß von 60% der Landesfläche eingenommen. Zwei weiteren Dürren hatten ein Flächenausmaß von 45%. In Tabelle 1 ist die stochastische Verteilung der Niederschlagzonen zu erkennen. Insgesamt verfügt Indien über 92 Mio. ha. Landesfläche, die dürregefährdet ist. 52 % der Landesfläche gelten als humide Zone. Auffällig ist die Verteilung der Nettoanbaufläche. So haben die Dürrezonen den größten relativen Flächenanteil an landwirtschaftlich genutzter Fläche. Tabelle 1: Niederschlagszonen und dürregefährdete Flächen in Indien (Büttner, 2001, S.69)
Die räumliche Verteilung der Niederschlagverhältnisse ist in Abbildung 1 dargestellt. Die regionale Disparität der Niederschlagsmengen und Verteilung ist klar im Nordwest‐ Südostgefälle erkennbar. Nahezu 28% der Landesfläche wird mit weniger als 750mm Jahresniederschlag klassifiziert und gilt somit als dürregefährdete Fläche (Büttner, 2001). Das Indian Meteorological Department definiert Dürregebiete, als Gebiete in denen in 20% des Untersuchungszeitraums die Jahresniederschläge unter 75% der durchschnittlichen Jahresniederschlagssumme liegen. Neben den rein klimatisch bedingten Dürrefaktoren, gibt es noch hydrologische Dürren, unter denen Oberflächen‐, Boden‐ und Grundwasserdürren fallen(Büttner, 2001).Vor allem aber die klimatischen Gegebenheiten führten in den letzten Jahrtausenden dazu, dass sich die Bevölkerung Indien zu eines der größten Wasserkulturen der Welt entwickelte (AGARWAL, 2005).
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Abbildung 1: Niederschlagsverfügbarkeit in Indien (Diercke Drei: Universalatlas, 2009, S.143)
3 Die staatliche Wasserpolitik in der Krise
Während der Kolonialzeit in Indien setze die britische Krone überwiegend auf große Wasserprojekte, die durch britische Ingenieure realisiert worden sind. Diese großen Wasserbauten, wie Kanalsysteme und Staudämme wurden zur landwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung eingesetzt. Jedoch führte die fortschrittliche britische Ingenieursleistung zu einer gewissen Arroganz, so dass jegliche indigenen Bewässerungsmethoden degradiert wurden und die britische Großbewässerung a priori wurde (Büttner, 2001). Auch nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 setzte der erste Premierminister, Jawahrlal Nehru, weiterhin auf große Staudammprojekte, die aber nicht allein der Bewässerung, sondern auch der hydro‐elektrischen Stromerzeugung dienen sollten. Ganz im Gegensatz dazu betrachtet Mahatma Ghandi die Potenziale Indien im ländlichen Raum und deren unabhängige Entwicklung (BRAßEL, 1994). In Abbildung 2 werden Entwicklungen der Bewässerungssysteme im Zeitraum von 1951 bis 1997 gegenübergestellt. Im rot eingerahmten Kasten sind die Investitionen der indischen Regierung dargestellt, die für große und mittlere Wasserprojekte eingesetzt worden sind. Mit Beginn der 5 Jahrespläne wuchsen auch die Investitionen. Im Jahresplan von 1951 bis 1956 beliefen sich die Kosten auf 376 Mio. Rs 1 und stiegen kontinuierlich auf bis zu 21.483 Mio. Rs (1992 bis 1997), wobei der Grenzzuwachs der Potenziale für
1 1Rs = 0,016 EUR (Stand 29.Februar 2010) (Quelle : Bundesverband deutscher Banken)
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Arbeit zitieren:
Alexander Winz, 2009, Waterharvesting am Fallbeispiel Indien, München, GRIN Verlag GmbH
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