Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 01
2. Interpretation der späteren Version „Willkommen und Abschied“ aus
dem Jahr 1785 02
2.1 Inhaltszusammenfassung 02
2.2 Die Bedeutung des Titels 02
2.3 Struktur und Form 02
2.4 Die Sprechsituation im Gedicht 03
2.5 Interpretation 04
2.6 Goethe- der heroische Reiter ? 09
3. Vergleich der beiden Fassungen 11
3.1 Datierung der Fassungen 11
3.2 Die Unterschiede und deren Interpretation. 11
4. Fazit 15
5. Abbildungs- und Literaturverzeichnis 16
1.Einleitung
„Alle meine Gedichte sind Gelegenheitsgedichte, sie sind durch die Wirklichkeit angeregt und
haben darin Grund und Boden“ 1 , sprach Goethe einst und mit einem dieser Gelegenheitsgedichten werde ich mich in dieser Hausarbeit auseinandersetzen. Der am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geborene und am 22. März 1832 in Weimar gestorbene
Johann Wolfgang von Goethe Abb.01 ist als Dichter, Theaterleiter, Naturwissenschaftler, Dramatiker und Kunsttheoretiker einer der bekanntesten Vertreter der Weimarer Klassik. Er
schrieb Gedichte, Dramen, Prosa- Literatur und naturwissenschaftliche Abhandlungen 2 und gilt als bedeutendster deutscher Dichter und herausragende Persönlichkeit der Weltliteratur 3 . Im Jahre 1771 verfasste Goethe das Liebesgedicht „Willkommen und Abschied“, das der Literaturepoche Sturm und Drang zuzuordnen ist, was sich an den für diese Epoche typischen Merkmalen der betonten Darstellungen von Emotionen, Gedanken und der Naturverbundenheit erkennen lässt.
Ich habe mir dieses Gedicht für diese Hausarbeit, aufgrund seiner Emotionalität und den Parallelen meiner eigenen Erfahrung, ausgesucht. Ich werde die spätere Version des Gedichts aus dem Jahre 1785 interpretieren, da ich die überarbeitete Version interessanter finde, und dabei ebenfalls auf die formalen Auffälligkeiten und den historischen Kontext eingehen. Als zweiten Schritt werde ich diese Version mit der ersten aus dem Jahr 1771 vergleichen und herausfinden, worin die Unterschiede zwischen den beiden Gedichten liegen und aus welchen Gründen Goethe sein Werk überarbeitete. Um die Übersichtlichkeit meiner Arbeit zu gewährleisten, habe ich diese in Abschnitte gegliedert, die jeweils durch Überschriften gekennzeichnet sind. Die Sekundär- und Primärliteratur, die ich konsultiert habe, sowie das Abbildungsverzeichnis und die Fußnoten, befinden sich am Schluss der Arbeit.
1 Drux (2004:350ff).
2 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe#.C3.9Cbersichten.2FBibliographien (02.07.2008).
3 Ebd. (03.07.2008).
2. Interpretation der späteren Version „Willkommen und Abschied“ aus dem
Jahr 1785
2.1 Inhaltszusammenfassung
Bei dem hier vorliegenden Gedicht handelt es sich um ein Liebesgedicht. Das lyrische Ich reitet in der Nacht durch die Natur, um zu seiner Geliebten zu kommen, die er deshalb nur nachts sehen darf, weil diese Treffen im Geheimen ablaufen müssen. Zu Beginn der Dichtung schildert das lyrische Ich dem Leser seine Gedanken, Empfindungen während des Ritts und seinem Kampf gegen die Furcht vor den „Ungeheuern“ der Nacht. In der dritten Strophe begegnen die beiden Liebenden sich und müssen sich aus unbekannten Gründen bereits in Strophe vier, beim Morgengrauen, voneinander trennen.
2.2 Die Bedeutung des Titels
Der Titel „Willkommen und Abschied“ gibt dem Leser bereits vor dem Lesen einen Eindruck darüber, worum es in diesem Gedicht geht: Um eine Zusammenkunft und dem darauf folgendem Abschied. Diese beiden Situationen vom „Willkommen“ und „Abschied“ werden aber erst in den letzten beiden Strophen verdeutlicht: In der dritten Strophe findet das („Willkommen“) Treffen statt und in der vierten Strophe nehmen die beiden Abschied voneinander. Die Wörter „Willkommen“ und „Abschied“ sind ein Symbol für Emotionen, da ein Wiedersehen eines geliebten Menschen Glück empfinden lässt und der Abschied tiefen Schmerz verursachen kann. So wie diese beiden Wörter in dem Titel einen Gegensatz darstellen, gibt es im Gedicht noch weitere Gegensätze: Mann & Frau, Freude & Trauer und Glück & Schmerz. Der Titel hat die Funktion preiszugeben, worum es in diesem Gedicht gehen wird.
2.3 Struktur und Form
Johann Wolfgang von Goethe verfasste sein Gedicht in einer durchdachten und strengen Struktur. Trotz seiner überaus leidenschaftlichen Formulierungen wirkt das Gedicht dennoch unbeschwert und zugänglich für den Leser.
Die Dichtung besteht aus vier Strophen, von denen jede jeweils aus acht Versen besteht, in denen durchgehend Kreuzreime (abab/ cdcd/ efef / ghgh) vorkommen und infolgedessen das Werk einen symmetrischen Aufbau aufweist. Allerdings lockern unreine Reime, die sich jedoch nicht in allen Strophen befinden, die strenge Form ein wenig auf. Bei unreinen Reimen stimmen die hörbaren Lautfolgen der Reimsilben beinahe überein, während nur
Abweichungen in Betonung und Klangfärbung auftreten 4 .
In den Versen vier und sechs, der ersten Strophe, steht der erste unreine Reim: „Schon stand im Nebelkleid die Eiche / Wo Finsternis aus dem Gesträuche“. Die dritte Strophe besitzt neben dem emotionalen Höhepunkt des Gedichtes auch die meisten unreinen Reime: In den Versen siebzehn und neunzehn („Dich sah ich, und die milde Freude / Ganz war mein Herz auf deiner Seite“) und in den Versen einundzwanzig und dreiundzwanzig („Ein rosenfarbnes Frühlingswetter / Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter!) befinden sich diese. Der letzte unreine Reim befindet sich in der vierten Strophe in den Versen dreißig und zweiunddreißig: „Und sahst mir nach mit nassen Blick: / Und lieben, Götter, welch ein Glück!“. An dieser Stelle wird das Thema des Gedichts verdeutlicht, denn zur Liebe gehört das Glück ebenso, wie der Schmerz bei einem Abschied und dem damit verbundenen „nassen Blick“ (V. 30). Glück und Schmerz, Trauer und Liebe und vor allem „Willkommen und Abschied“ gehören unweigerlich zusammen. Jeder einzelne Vers beginnt großgeschrieben, obgleich ein neuer Satz beginnt oder der bestehende Satz in einem weiteren Vers fortgeführt wird, wie es beispielsweise hier in den Versen drei und vier verdeutlicht wird: „Der Abend wiegte schon die Erde, / Und an den Bergen hing die Nacht“.
Alle Strophen des Gedichtes sind metrisch in vier-hebigen Jamben verfasst, welche bei den a und c Versen unbetont enden, und somit weibliche Kadenzen bilden, während die Verse b und d männliche Kadenzen bilden und folglich unbetont sind. Das Metrum ist stets auftaktig und beharrlich jambisch. „Willkommen und Abschied“ ist vollständig im Präteritum gehalten, ist durchgehend rhythmisch und wurde linksbündig veröffentlicht.
2.4 Die Sprechsituation im Gedicht
Zunächst einmal wird die Sprechsituation im Text betrachtet. In dem Gedicht kommen zwei Personen vor: Auf der einen Seite ist das lyrische Ich und auf der anderen das lyrische Du. Das lyrische Ich wird bereits im ersten Vers „Es schlug mein Herz“ erwähnt, während das
4 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Reim. (07.07.2008).
Arbeit zitieren:
Susanne Hahn, 2008, Interpretation von Goethes überarbeiteter Version "Willkommen und Abschied" von 1785 im Vergleich zu der früheren Version von 1771, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Erlebnis und Lyrik: Goethes "Willkommen und Abschied"
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