Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Konzepte der Diversität 2
2.1 Biodiversität 2
2.2 Kulturelle Diversität 8
2.3 Zusammenhänge zwischen kultureller und biologischer Vielfalt 10
3. Die Lüneburger Heide 11
3.1 Beschreibung 11
3.2 Lage 12
3.3 Entstehung der natürlichen Landschaft 12
3.4 Entstehung der anthropozoogenen Landschaft 14
3.5 Die Lüneburger Heide und ihre Bedeutung für die Biodiversität 16
3.6 Die Lüneburger Heide und ihre Bedeutung für die Kulturelle Diversität 18
4. Lüneburger Heide im Kontext des Sachunterrichts 20
4.1 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung 22
4.2 Exemplarität 24
4.3 Die Lüneburger Heide im Kontext des Konzepts
Bildung für eine nachhaltige Entwicklung 25
4.4 Lüneburger Heide im Kerncurriculum 27
5. Methodik 29
5.1 Projektarbeit 29
6. Reflexion und Schlusswort 32
7. Literatur
8. Anhang
2
1. Einleitung
Die folgende Arbeit ist ein Resultat des Seminars „Biologische und kulturelle Vielfalt -Zugänge für Kinder“. In diesem Seminar ging es um die Verknüpfung von Biodiversität und kultureller Vielfalt. Zunächst wurde durch theoretische Betrachtung der einzelnen Bereiche eine Wissensgrundlage geschaffen, die dann zusammengesetzt wurde. Die Umsetzung erfolgte anhand von Zeitungsartikeln für eine Seminarzeitung. Die Artikel wurden nach der Struktur des Seminars verfasst. Vorerst wurde so das Thema biologische Diversität beleuchtet und mittels verschiedener praktischer Problemstellung analysiert. Hierbei war es entscheidend, dass die dazugehörigen Artikel eine Kernproblematik ansprachen und über die biologische Vielfalt grundsätzlich Aufschluss gaben. Nachdem dieses auch mit der kulturellen Vielfalt erreicht wurde, standen Artikel an, die beide Bereiche miteinander vernetzen sollten. Dieses stellte sich zwar als Herausforderung, aber auch als sehr lehrreich und interessant heraus.
Aus dieser Idee und des darauffolgenden Artikels, der mit Hilfe eines konkreten Unterrichtsthemas, die bisherigen Gegenstände in die Praxis umsetzen sollten, wurde unsere Idee für diese Arbeit.
Die „Lüneburger Heide“ stellt ein mehrperspektivisches Thema dar, das sich für die Bearbeitung von Diversität, biologischer sowie kultureller, geradezu anbietet. In der folgenden Arbeit soll diese These belegt werden, indem alle Facetten dieser besonderen Landschaft aufgegriffen und beschrieben werden. Zunächst folgt eine erneute Ausei-nandersetzung mit dem Thema des Seminars und es wird eine Grundlage für die Bearbeitung unseres Unterrichtsgegenstandes geschaffen. Danach folgt ein Kapitel über die „Lüneburger Heide“ und ihre Entstehung, um eine Wissensbasis zu schaffen, die die anschließende Aufbereitung für den Unterricht verständlich macht. Im Anschluss wird das Thema in den Kontext des Sachunterrichts gestellt und anhand von Klafkis Bildungstheorie explizit gemacht, dass die „Lüneburger Heide“ für die Bearbeitung in der Grundschule prädestiniert ist. Der letzte inhaltliche Aspekt ist die Methodik, die in der folgenden Arbeit aufgenommen wurde, um ein Beispiel zu bieten, wie die Arbeit mit der „Lüneburger Heide“ praktisch aussehen könnte. Dieses wird anhand der Projektarbeit analysiert. Am Ende folgt eine Reflexion, die gleichzeitig das Schlusswort
3
dieser Arbeit ist, in der erneut auf die bearbeitete These eingegangen und eigene Erfahrungen mit dem Thema präzisiert werden.
2. Die Konzepte der Diversität 2.1 Biodiversität
„Artenvielfalt […] ist Ergebnis und gleichzeitig Voraussetzung für weitere Evolutionen.“ 1 Die Biologische Vielfalt ist Lebensgrundlage für den Menschen und alle Organismen dieser Erde. Unter Biodiversität oder biologischer Vielfalt versteht man die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Sie umfasst drei Bereiche:
• Die Vielfalt der Ökosysteme
• Die Vielfalt der Arten
• Die genetische Vielfalt
Als Ausgangspunkt kann man die Vielfalt der Arten sehen. Innerhalb der Arten ist außerdem die genetische Vielfalt zu betrachten, die als Voraussetzung dafür gilt, dass Arten gegenüber Umweltveränderungen gewappnet sind. Darüber hinaus leben Tiere und Pflanzen in Ökosystemen. Diese sind Bereiche in der Natur, in der die Arten in Zusammenhang untereinander und in Wechselwirkung mit der unbelebten Natur stehen. Genaue Zahlen, wie viele Arten insgesamt auf der Erde existieren, gibt es nicht. Es werden Millionen von Tierarten, Pflanzenarten und Mikroorganismen auf der ganzen Erde sein. In Mitteleuropa sind bisher 30.000 Arten bekannt, die meisten sind aber noch nicht entdeckt bzw. beschrieben und verzeichnet worden. Viele dieser Arten sind inzwischen vom Ausstreben bedroht. Auch hier gibt es keine genauen Zahlen, so dass nur Schätzungen getätigt werden können. Die meisten Wissenschaftler sind sich aber inzwischen einig, dass die Artensterberate alarmierend ist. 2
Seit den 1980er Jahren wird verstärkt ein Rückgang der biologischen Vielfalt beschrieben. Die Ursachen für diesen Verlust sind vielschichtig und meistens ist ein Zusammenhang verschiedener Faktoren ausschlaggebend. Grundsätzlich wird aber deutlich, dass
1 Altner (2004), S. 16
2 Vgl. Streit (2007)
4
der Eingriff des Menschen in die Natur für den Diversitätsverlust verantwortlich ist. Der Mensch fordert immer mehr Raum, bedient sich ohne Unterlass an den natürliche Ressourcen, gestaltet Lebensräume und Lebensgemeinschaften um und verändert letztendlich die evolutiven Rahmenbedingungen des Planeten. Dieses zeigt sich besonders in der Debatte um den Klimawandel. Durch die von König und Linsenmair genannte „Habitatzerstörung“ wird der Diversitätsverlust vorangetrieben und „die große Zahl der Organismenarten können in den anthropogen veränderten Lebensräumen nicht überleben.“ 3 Im Speziellen werden Biotopzerstörung, Waldrodungen, der Anstieg der Weltbevölkerung mit ihrem wachsenden Ressourcenbedarf oder das unkontrollierte Jagen und Fischen als Gründe für das Artensterben genannt.
Zu den weiteren Ursache wird auch die moderne Landwirtschaft gezählt, in der immer weniger Pflanzen angebaut werden. Besonders die Züchtung von Hochleistungssorten, die in Monokulturen angebaut werden, verdrängt alte Arten. Siehe zu diesem Thema auch Kapitel 3.5.
Wichtiger als der natürliche Erhalt und Schutz sind dabei die hohen Erträge einer Sorte geworden. Gleichzeitig soll die Beschaffung und Züchtung preiswert sein. Durch diese Spezialisierung und Vereinheitlichung ist ein deutlicher Verlust der „Agrobiodiversität“ zu verzeichnen. Der Begriff „Agrobiodiversität“ meint die Vielfalt der Pflanzen und Tiere, die in der Landwirtschaft genutzt werden, aber auch die Agrarlandschaften.
Nicht nur bei den Pflanzen, sondern auch bei den Nutztieren ist ein Verlust der Vielfalt deutlich spürbar. „Im letzten Jahrhundert sind weltweit 1.000 der anerkannten 6.400 Nutztierrassen ausgestorben. Heute werden nur noch wenige, genetisch immer homogenere Rassen genutzt.“ 4 Unsere Nahrung besteht heute zu 90 Prozent aus gut 100 Arten. Dieses wird besonders prägnant am Beispiel der Getreideproduktion. Über die Hälfte der Weltgetreideproduktion entfällt dabei nur auf die drei Getreidearten Mais, Reis und Weizen.5 Problematisch wird diese Entwicklung, wenn diese wenigen Arten neuen Umweltbedingungen nicht standhalten können oder von Krankheiten befallen werden.
3 König, Barbara; Linsenmair, K.E. (1996), S. 142
4 Wolff (2004), S. 43
5 Vgl. Streit (2007)
5
Auch in der Pharmaindustrie werden wenige Pflanzen zu Medikamenten verarbeitet, die sehr anfällig sind. Durch Eingriffe in die Natur sind außerdem bestimmte Heilpflanzen nicht mehr oder kaum noch in der Natur zu finden. Wirkstoffe einiger dieser Pflanzen können nicht künstlich hergestellt werden und gehen somit beim Aussterben der Pflanze verloren.
Die „Convention on Biological Diversity“ (kurz CBD) ist ein internationales Übereinkommen, das auf der Konferenz der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung (UN-CED) 1992 in Rio de Janeiro ausgehandelt wurde. 6
Das Übereinkommen beruht auf drei Grundpfeilern, die gleichzeitig die übergeordneten Ziele darstellen. Diese drei Ziele sind Schutz der Artenvielfalt und Lebensräume auf der Erde, Erhalt natürlicher Ressourcen und gerechte Nutzung dieser natürlichen Grundlagen für alle Menschen. Auch der nachhaltige Gedanke an die folgenden Generationen und die gerechte Nutzung der Ressourcen, damit auch sie von ihnen profitieren können, spielt hier eine entscheidende Rolle. Das primär zu erreichende Ziel ist die Reduzierung des Biodiversitätsverlustes auf globaler, regionaler und nationaler Ebene bis 2001. Der zunehmende Verlust an Diversität in der Natur zeigt, dass es notwendig ist, ein Netzwerk über die Staatsgrenzen hinaus aufzubauen, um an der Problematik des Artenrückgangs, der Ressourcennutzung und der gerechten Verteilung der Lebensgrundlagen zu arbeiten. Signifikant wird hier der globale Zusammenhang aller Staaten und Menschen auf der Erde. Die Nutzung der Natur ist kein regionales oder nationales Problem mehr, sondern macht längst einen globalen Handlungsrahmen erforderlich. Das rapide Verschwinden von Tier- und Pflanzenfamilien zwingt uns zum Handeln. Laut Studien sterben täglich 150 Arten aus und 41.415 stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten 2007. 7 Diese erschreckenden Zahlen machen deutlich, warum Vertreter vieler Staaten 1992 zu einem Übereinkommen gelangen mussten und gelangt sind.
Die Vertragsparteien verpflichten sich zur Mitarbeit am Erhalt der biologischen Vielfalt. Des Weiteren richten sich die Staaten nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit aus, so dass Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei umgedacht und ihre Handlungsweisen
6 Vgl. URL http://www.cbd.int/ Stand: 16.06.2008
7 http://www.nabu.de/m05/m05_01/07131.html Stand: 17.06.2008
6
nach diesem Prinzip ausgerichtet werden müssen. 8 Länder, deren Ressourcen genutzt werden, sollen am Gewinn gerecht beteiligt werden. Für die Einhaltung dieser Ziele und um weitere Maßnahmen einzuleiten, müssen Vertreter der beteiligten Staaten regelmäßig zusammentreffen.
Es handelt sich bei der Konvention um einen Vertrag zwischen souveränen Staaten, die sich durch die Unterzeichnung verpflichten, an den festgelegten Zielen zu arbeiten. Als Vertragspartner haben bis jetzt 190 Staaten dieses Übereinkommen anerkannt. Sie arbeiten an Arbeitsprogrammen, um die genannten Ziele umzusetzen und treffen sich alle 2 Jahre zu einer Vertragskonferenz. Dort werden Vorstellungen und Ergebnisse diskutiert und an neuen Plänen und Umsetzungsmöglichkeiten gearbeitet. Außerdem werden kurz- und langfristige Ziele festgelegt, um die weitere Zerstörung der Vielfalt aufzuhalten. Dieses Jahr fand die Konferenz in Bonn statt, bei der sich 5000 Delegierte aus 170 Ländern 2 Wochen lang zusammentrafen und sich über weitere Vorgehensweisen berieten. Die Umsetzung des „Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ liegt in der Hand der Länder selbst und in einem Abstand von zwei Jahren finden Folgekonferenzen statt, die die Umsetzung der Konvention beurteilen und vorantreiben sollen.
Die Bundesregierung Deutschland hat sich verpflichtet, einmal in jeder Legislaturperiode einen Rechenschaftsbericht vorzulegen, damit das Erreichen der Ziele bzw. die Arbeit überprüfbar bleibt.
2003 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit der Erarbeitung einer Nationalen Strategie begonnen, um die Ziele der UN-Dekade zu erreichen. Am 7. November 2007 hat die Bundesregierung die Strategie 9 beschlossen.
Um den Verlust der Biodiversität aufzuhalten sind vielschichtige Maßnahmen erforderlich, die auf allen Ebenen durchgesetzt werden müssen. Die Nationale Strategie enthält 330 Ziele und rund 430 Maßnahmen zu allen biodiversitätsrelevanten Themen. Die Grundlage der Umsetzung ist die dialogische Arbeit mit vielen Akteuren aus Naturschutz, Regierung, Ökonomie, regional sowie national Beteiligten Personen.
8 Vgl.: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/Biodiversitaet/2008-05-16-un-
naturschutzabkommen-bonner-konferenz.html Stand: 17.06.2008
9 http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/biolog_vielfalt_strategie_nov07.pdf
Stand: 12.09.2008
7
Arbeit zitieren:
Anke Fründ, 2008, Der Zusammenhang von Biodiversität und kultureller Vielfalt am Beispiel der Lüneburger Heide, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik): Der Zusammenhang von Biodiversität und kultureller Vielfalt am Beispiel der Lüneburger Heide ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Anke Fründ gefällt Der Zusammenhang von Biodiversität und kultureller Vielfalt am Beispiel der Lüneburger Heide
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik): neuer Titel erschienen: Der Zusammenhang von Biodiversität und kultureller Vielfalt am Beispiel der Lüneburger Heide
So schön ist die Lüneburger Heide
Naturschutzgebiet Lüneburger Heide
Geschichte - Ökologie - Naturs...
Hermann Cordes, Thomas Kaiser, Henning Lancken
Lüneburger Heide - Geschichte & Geschichten
Ein Lexikon, das Geschichten e...
Olaf Irlenkäuser
0 Kommentare