Inhalt
1. Einleitung 3
2. Demographische Entwicklung 3
3. Mobilität im Alter 4
3.1. Automobile Gesellschaft. 6
3.2. Führerscheinausstattung 7
4. Verkehrsaufkommen allgemein 8
5. Der öffentliche Nahverkehr 10
5.1. Rahmenbedingungen des öffentlichen Personen- Nahverkehrs (ÖPNV) 10
5.1.1. Rahmenbedingungen allgemein 10
5.1.2. Planung und Finanzierung des ÖPNV 11
5.2. Differenzierte Bedienung im ÖPNV 12
5.3. Das Patenticket der KVB (Kölner Verkehrsbetriebe AG) 13
5.3.1. Das Konzept 13
5.4. Kommunales Mobilitätsmanagement für Senioren 15
5.5. Konzept aus der Schweiz - Poschti- Tour 16
6. Fazit 17
7. Literaturangabe 19
8. Anhang 21
Anhang I 21
Gesetz zur Regionalisierung des öffentlichen
Personennahverkehrs (Regionalisierungsgesetz - RegG) 21
Anhang II 23
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) 23
2
1. Einleitung
Der demographische Wandel wird sich in Zukunft auf alle vorhandenen Lebensbereiche auswirken. Daher erscheint es notwendig sich mit diesem Thema auf verschiedenen Ebenen auseinanderzusetzen. Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen wie sich das Mobilitätsverhalten der älteren Generation und die Angebote des öffentlichen Verkehrs, besonders des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) verbinden lassen.
2. Demographische Entwicklung
Die Abnahme der Geburtenrate und die erhöhte Lebenserwartung der Menschen führen zu einer deutlichen Zunahme des Anteils der älteren Personen in der Gesellschaft. Dieser Anteil wird sich in den nächsten 50 Jahren weltweit verdoppeln. 1
Gerade die Altersgruppe der 65- Jährigen und Älteren wird um rund 40% von knapp 16 Millionen im Jahr 2005 auf über 22 Millionen Personen im Jahr 2030 in Deutschland ansteigen. 2
Die Zunahme der „Alten“ hat damit zur Folge, dass für den öffentlichen Nahverkehr ein „Ausfall“ einer wesentlichen Nachfragegruppe (z.B. Schüler) zu erwarten ist.
Die Auswirkungen dieser demographischen Entwicklung auf den Verkehr im Allgemeinen sind vielfältig und sollten daher in der Verkehrs- und Städteplanung frühzeitig bedacht werden. 3 Sie wirkt sich ebenfalls auf die Verkehrsmittelwahl aus.
1 Vgl. Echterhoff. W. (Hrsg.): Mobilität und Alter. Strategien zur Sicherung der Mobilität älterer Menschen. Köln: TÜV- Verlag GmbH 2005, S. 19.
2 Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Demografischer Wandel in Deutschland. Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung im Bund und in den Ländern. Heft 1. Ausgabe 2007, S.8.
3 Echterhoff. W. (Hrsg.): Mobilität und Alter, S.43.
3
3. Mobilität im Alter
Die Aufrechterhaltung der eigenen Mobilität im Alter nimmt zunehmend eine grössere Rolle ein, da sich die Lebens- und Freizeitstile verändert haben und damit auch das Mobilitätsverhalten. Bewegte man sich früher in einem relativ kleinen räumlichen Radius sind die Strecken, die heute zurückgelegt werden deutlich grösser und vielfältiger geworden. Das hat Auswirkungen auf die Mobilitätsbedürfnisse der älteren Generation.
Hinzu kommt dass Mobilität auch als Voraussetzung für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gilt und damit einen erheblichen Faktor für Lebensqualität darstellt. „Der Schlüssel für eine aktive Lebensführung und damit verbunden die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen,[…], ist die Mobilität. Sie gewährleistet ein notwendiges Mass an Unabhängigkeit und ermöglicht das Aufbauen und Pflegen sozialer Kontakte“ 4 Mobilität im Alter kann vielfältig aussehen. Die Überwindung von Distanzen erfolgt: • zu Fuss. • mit dem Fahrrad. • als Beifahrer im PKW. • mit dem eigenen PKW. • unter Nutzung des ÖPNV. • unter Nutzung des Eisenbahnverkehrs. • Zur Bewältigung grosser Strecken das Flugzeug.
Dabei ist Mobilität in der Regel Mittel zum Zweck. 5 Es soll eine Distanz überwunden werden um ein bestimmtes Bedürfnis zu befriedigen.
4 Jansen, Elke: Mobilität und Sicherheit älterer Menschen. Standortbestimmung und Perspektiven. Band 1. Bonn und Berlin: PACE GmbH 2001, S.7.
5 Altenburg, S.; Gaffron, Ph.; Gretz, C.: Teilhabe zu ermöglichen bedeutet Mobilität zu ermöglichen. Diskussionspapier des Arbeitskreises Innovative Verkehrspolitik der Friedrich- Ebert- Stiftung. In: Wiso Diskurs. Expertisen und Dokumentationen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik. Juni 2009, S.10.
4
Bedürfnisse an Mobilität:
Quelle: modifizierte Darstellung nach Altenburg, Gaffron, Gertz (2009: 10)
Mobilität bedeutet Bedürfnisse nach Freizeitaktivitäten, Teilhabe an der Natur und am Leben in der Gemeinschaft zu verwirklichen. Sie ist mit vielen positiven Werten wie Freiheit, Autonomie und Flexibilität verbunden. „Mobilität wird somit als zentrale Aktivität zur Realisierung von Lebensqualität und Lebenszufriedenheit über alle Altersgruppen hinweg betrachtet. Im Alter verändern sich jedoch einzelne Lebensbedingungen, die Einfluss auf das Mobilitätsverhalten haben.“ 6
Hinzu kommt die zeitliche Flexibilität, die im Alter (nach Beendung der aktiven Berufstätigkeit) wieder an Bedeutung gewinnt und damit andere Mobilitätsansprüche hervorruft.
6 Vgl. Schlag, Bernhard (Hrsg.): Mobilität und Alter. Leistungsfähigkeit und Mobilität im Alter. Band 3. Köln: TÜV Media GmbH 2008, S. 246 f.
5
3.1. Automobile Gesellschaft
Bei der Betrachtung des Faktors Mobilität im Alter darf nicht vergessen werden, dass wir uns in einer Gesellschaft bewegen, in der der Stellenwert des eigenen PKW in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter zu genommen hat. Trotz Erhöhung der Benzinpreise und Zunahme des ökologischen Bewusstseins. Dies führte dazu dass Mobilität in der Regel gleichgesetzt wird mit der Nutzung des eigenen PKW. Was in der Folge dazu geführt hat den Gebrauch der öffentlichen Verkehrsmittel besonders in ländlichen Gebieten auf ein Minimum zu reduzieren. Das heisst Autofahren wird als Voraussetzung für Mobilität angesehen. Deshalb glauben wenige ältere Menschen ohne Auto auskommen zu können. 7 Dies bringt eine mangelnde Kompetenz im Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit sich und hat damit Auswirkungen auf deren Nutzung im Alter.
Neue Studien (z.B. durch nextpractice) kommen jedoch mittlerweile zu dem Ergebnis, dass es in der Einstellung zum Automobil zu einer Veränderung kommen wird, die zu einem Wertewandel führt.
„An die Stelle der Begeisterung für das Produkt Auto tritt zunehmend der Wunsch nach persönlich sinnvollen Mobilitätskonzepten.“ 8 Das Auto hat damit zunehmend als Statussymbol ausgedient.
Dies hat Konsequenzen für die Automobilindustrie und bietet Chancen für neue Mobilitätskonzepte, die Verkehrsdienstleister entwickeln und anbieten können.
Quelle: Wiso Diskurs Juni 2009
7 Vgl. Jansen, Elke: Mobilität und Sicherheit älterer Menschen, S.47.
8 Vgl. Kruse, Peter: Der letzte Tanz ums Goldene Kalb. Das Auto als Kultobjekt hat ausgedient. Gedanken zur künftigen Mobilität (4). In: Die Süddeutsche Zeitung. Nr.124. 2 Juni 2009, S.33.
6
Arbeit zitieren:
Andréa Kaib, 2009, Mobilität im Alter , München, GRIN Verlag GmbH
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