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1 Einleitung
Meine Ausarbeitung stellt die Einleitung zu dem Referatsthema „Der Valenzbegriff“ dar. Ich beginne mit der Erarbeitung einer Definition von Valenz mit Hilfe des Vergleichs von einem Verb mit einem Atom von dem Sprachwissenschaftler Lucien Tesniére. Hierzu erkläre ich auch die Begriffe Aktanten und Leerstellen. Zur genaueren Bestimmung der Valenz, stelle ich den Zusammenhang zwischen der Rektion und der Valenz her. Dann werde ich die verschiedenen Stelligkeiten eines Verbs näher erläutern und dazu Beispiele aufführen. Hierzu habe ich als Fachliteratur den ‚Grundriß der deutschen Grammatik’ von Peter Eisenberg (Eisenberg 2004) herangezogen. Zum Schluss werde ich zu der Problematik der vierstelligen Verben persönlich Stellung beziehen und an einem Beispiel die unterschiedlichen Formen von Ergänzungen erläutern. Abschließend fasse ich in einem Fazit die Ergebnisse meine Arbeit kurz zusammen.
2 Der Valenzbegriff 2.1 Definition der Valenz
Der französische Sprachwissenschaftler Lucien Tesniére führt den Begriff der Valenz aus der Chemie ein, indem er das Verb mit einem Atom vergleicht (s. Dürscheid 2005:109). Ein Atom bindet verschiedene Elemente an sich, so besteht das Molekül des Wassers aus einem Sauerstoffatom, das zwei Wasserstoffatome an sich bindet. In Anbetracht dessen lässt sich sagen, dass ein Verb eine bestimmte Anzahl von Aktante, auch Komplemente genannt, an sich bindet. Je nachdem wie viele Aktanten das Verb an sich bindet, ergibt sich daraus ihre bestimmte Valenz. Diese wird auch als Wertigkeit oder Stelligkeit bezeichnet (s. Dürscheid 2005: 109).
Tesniére bezeichnet die Aktante als „Wesen oder Dinge, die auf irgendeine Art am Geschehen teilhaben“ (Dürscheid 2005:109, zit. nach Tesnière 1959:93). In diesem Zusammenhang wird in der Sprachwissenschaft u. a. unterschieden zwischen dem Patiens und dem Agens. Den Unterschied versuche ich an folgendem Beispiel zu erläutern:
(1) Zweistelliges Verb: Ich lerne Mathe. Agens Patiens
Das Patiens Mathe ist das Objekt, mit dem etwas passiert und das Agens ich ist das, was aktiv handelt.
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Die von den Aktanten gefüllten Stellen bezeichnet Karl Bühler als „Leerstellen“ (Dürscheid 2005:109, zit. nach Bühler 1934:173). Jedoch eröffnen nicht nur Verben Leerstellen, sondern auch relationale Adjektive wie in Beispiel (2) und relationale Substantive wie in Beispiel (3) (s. Dürscheid 2005:109). (2) gespannt auf etwas sein (3) Erinnerungen an/von etwas haben
2.2 Valenz und Rektion
Wichtig ist, dass man die Valenz von den “syntagmatischen Bezeichnungen Rektion und Kongruenz“ (Dürscheid 2005:109) nicht gleichsetzt. Die Valenz beschäftigt sich mit folgenden Fragen (s. Dürscheid 2005:109): • Welche Verbindungsfähigkeit hat ein Wort in einem Satz? • Wie wird diese Verbindungsfähigkeit im Satz umgesetzt?
Das bedeutet, dass sie sich sowohl mit der Anzahl und Form der ‚Aktanten’ beschäftigt, als auch zum Teil mit ihrer Funktion z. B. Subjekt in einem Satz. Der Begriff Rektion bezeichnet die Forderung eines bestimmten Kasus oder einer bestimmten Präposition. (4) Er wollte jemandem helfen. Das Verb helfen regiert den Dativ. (5) Sie ging ohne ihren Bruder. Das Wort ohne regiert den Akkusativ.
Die Rektion stellt in dieser Hinsicht einen Teilbereich der Valenz dar, weil sie eine Antwort darauf gibt, wie die Verbindungsfähigkeit in einem Satz umgesetzt wird.
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3 Verschiedene Stelligkeiten eines Verbs
Die Stelligkeit eines Verbs bezeichnet die Zahl seiner gleichzeitig möglichen Ergänzungen bzw. Komplemente. Diese sind entweder Subjekte, Objekte oder Prädikative (s. Eisenberg 1999:58).
3.1 Einstellige Verben
Einstellige Verben haben im Normalfall das Subjekt als Komplement. (s. Eisenberg 1999:58) (7) Sie niest. Er friert.
Es gibt jedoch auch einstellige Verben, die als nullstellig bezeichnet werden (s. Eisenberg 1999:58, zit. nach Heringer 1967; Horlitz 1975). Bei den so genannten nullstelligen Verben ist die Subjektstelle mit einem unpersönlichen Pronomen besetzt. In der Regel handelt es sich bei diesen Verben um Wetterverben. (8) Es blitzt.
Die Bezeichnung als nullstelliges Verb ist eine semantische und keine syntaktische Bezeichnung, da das es semantisch leer ist (s. Eisenberg 1999:59). Ich denke jedoch, dass man die nullstelligen Verben mit zu den einstelligen Verben zusammenfassen sollte, da es für mich eine Leerstelle füllt und es meiner Meinung nach weniger wichtig ist, ob es semantisch leer ist und deshalb in dem Sinne nicht zählt.
3.2 Zweistellige Verben
Bei den meisten Verben der deutschen Sprache handelt es sich um zweistellige Verben. Sie bezeichnen die Relation zwischen einem Subjekt und einem Objekt, selten zwischen zwei Objekten. Am häufigsten sind in diesem Fall die transitiven Verben wie vermissen, lieben, bauen und befreien (s. ebd). (9) Er sieht ein Bild.
In diesem Beispiel ist er das Subjekt und Bild das Objekt.
Arbeit zitieren:
Petra Richter, 2006, Verbvalenz, München, GRIN Verlag GmbH
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