Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Genese des Basketballspiels im Bezug zu seinen Spielregeln 5
3. Der Entwicklungsprozess eines Spielanfängers 9
4. Extraktion relevanter Regelentwicklungen und Spielformen
f ür die Anfängervermittlung 12
5. Fazit 15
6. Literaturverzeichnis 16
Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Leitgedanken und -fragen der Arbeit 4
1. Einleitung
Die Geschichte des Basketballspiels ist in gewisser Weise auch die Geschichte seines Regelwerks. Was erlaubt ist und was nicht, was mit dem Ball, dem Gegner, dem Spielfeld, dem Korb, etc. getan werden darf und ab wann ein Regelverstoß vorliegt, beeinflusst wesentlich, was auf dem Spielfeld an Aktionen stattfindet und nicht zuletzt, was die außenstehenden Beobachter zu sehen bekommen. Seit dem Jahr 1891, in dem der Lehrer James Naismith das Spiel an einer Schule in Springfield, (Massachusetts/ USA) als Ausgleichssportart für das sonst dominierende, im Winter aber nicht spielbare, American Football erfand, hat das Basketballspiel und damit auch sein Regelwerk offensichtlich eine erhebliche Entwicklung durchgemacht. Die ursprünglichen 13 Regeln, die Naismith am Entstehungstag des Spiels binnen einer Stunde auf einem Notizblock festhielt (vgl. Ströher 1991, S.6), haben sich bis zum heutigen Tag in ein 81 Seiten umfassendes, diffiziles Regelwerk ausdifferenziert, das darüber hinaus noch durch eine Vielzahl weiterer Dokumente und Erläuterungen ergänzt wird (vgl. http://www.fiba.com) .
In der Tat findet sich im Bereich der großen Sportspiele wohl kaum eine derart ausgiebige und komplexe Fixierung zu beachtender Bestimmungen für die Durchführung des formal korrekten Spielbetriebes.
Nun kann es nicht Aufgabe dieser Arbeit sein, die Spielregeln in Gänze aufzuarbeiten und alle Veränderungen, die sich in mehr als 110 Jahren zugetragen haben, im Folgenden darzustellen. Das würde den begrenzten umfänglichen Rahmen deutlich sprengen und erscheint auch im Hinblick auf ein notwendigerweise zu verfolgendes Zeigeinteresse wenig sinnvoll. Denn sollte sich jemand für einen solchen Gesamtüberblick interessieren, kann er 1 dies ja schließlich in der einschlägigen Literatur oder dem Internet recht einfach in Erfahrung bringen.
Vielmehr soll das Regelwerk des Basketballspiels und seine historische Entwicklung im Sinne des Seminarrahmens, mit dem sich diese Arbeit verwoben sieht (siehe Titelblatt), und des angestrebten schulischen Berufsziels des Verfassers, mit einer pädagogischen Ausrichtung verbunden werden, bzw. auf Implikationen für den Anfängerbereich des Spiels sondiert werden.
Welche Schritte in der Genese des Regelwerks, welche vorgenommenen Änderungen, können auch heute noch fruchtbar genutzt werden, um Anfängern den Einstieg in dieses scheinbar so komplexe Spiel zu ermöglichen?
1 Im Sinne einer leserfreundlichen Gestaltung der Arbeit, werden Personengruppen nur mit dem allgemeingültigen, maskulinen Begriff benannt, wobei jedoch stets sowohl weibliche als auch männliche Vertreter dieser Gruppen gedanklich einbezogen sind.
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Die Parallele zwischen der Entwicklung vom Basketball-Novizen bis zum Basketball-Spieler und der Genese des originären Spiels von James Naismith zum ausdifferenzierten Basketball, wie er gegenwärtig in Erscheinung tritt, kennzeichnet somit den entscheidenden gedanklichen Unterbau der nachfolgenden Ausführungen. Abbildung 1 illustriert diese Leitgedanken der Arbeit.
Um die in der Abbildung festgehaltenen Fragen zu beantworten, sollen die folgenden Schritte getätigt werden: Zunächst muss logischerweise die Geschichte des Spiels bzw. seines Regelwerks in bezugsrelevanten Punkten nachgezeichnet werden. Analog dazu muss ein solcher Entwicklungsprozess auch für den Ausübenden, den Basketballspieler, bzw. die Person, die sich anschickt, ein solcher zu werden, skizziert werden.
In einem weiterführenden Schritt müssen dann die Fakten und Elemente aus der Basketballhistorie extrahiert werden, die Anknüpfungspunkte für die Thematisierung der Sportart im Anfängerbereich bieten und dementsprechend mit dem Entwicklungsstrang des Lerners verbunden werden.
Abschließend können dann die hilfreichen und nutzbaren Implikationen, die die Entwicklung des Regelwerks des Basketballspiels für eine Anfängervermittlung bieten, zusammengefasst dargestellt werden und damit der Lerneffekt aus der Geschichte verdeutlich werden.
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2. Die Genese des Basketballspiels im Bezug zu seinen Spielregeln
Der Ursprung des Spiels als Alternativsportart für den Winter in einer Halle und die ersten 13 Regeln, die das neue Spiel definierten, wurden bereits im vorangegangenen Punkt kurz erwähnt. Für eine Auflistung dieser Regeln bietet sich z.B. ein Blick in Hagedorn, Niedlich und Schmidt (1996, S.21) an. An dieser Stelle sollen aber lediglich ihre charakteristischen Merkmale hervorgehoben werden, die sich in 5 Grundprinzipien widerspiegeln, die ebenfalls von Naismith formuliert wurden (vgl. ebd. S.20).
Diese umfassen das Spielen mit den Händen; das Verbot, mit dem Ball in den Händen zu laufen; die Vermeidung von Körperkontakt zwischen den Spielern; die beliebige Positionseinnahme auf dem Spielfeld während des Spiels; sowie die vertikale Erhöhung des Ziels, dem Korb, über dem Spielfeld.
Das Spiel sollte nicht die gängigen, kampfbetonten Sportarten widerspiegeln, sondern durch die Taktik und Intelligenz der Spieler geprägt sein. Fair und körperlos, mit der, für die damalige Zeit, grundlegend neuen Vorstellung der Eroberung des Raumes, ohne den Gegner direkt zu attackieren oder mit dem Spielgerät in der Hand zu laufen. Bei allen Veränderungen, die sich im Laufe der Jahre Einzug gehalten haben, sind diese Grundgedanken immer berücksichtigt worden (vgl. Ströher, S.6). Zu Beginn spielten neun Spieler in einem Team, die in jeweils drei Hinter-, Mittel- und Vorderspieler eingeteilt waren. Das heute übliche Brett war noch nicht vorhanden, so dass die Zuschauer auf den Tribünen den Ball in den Korb lenken konnten und so das Spiel beeinflussten.
Nun war Basketball in dieser ersten Form recht unspektakulär. Es bestand im Wesentlichen daraus, dass die Spieler häufig auf einer Stelle standen, sich den Ball zupassten und schließlich auf den Korb warfen. Überraschende Ereignisse oder spektakuläre Einzelaktionen waren damit so gut wie ausgeschlossen. Das Spiel verlangte also nach mehr Freiräumen und Möglichkeiten für die aktiven Spieler sowie nach einem attraktiveren Erscheinungsbild für die Zuschauer. Und so wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Regeln eingeführt, die auf diese beiden Forderungen zurückzuführen sind und die gleichzeitig natürlich auch eine Erhöhung des Schwierigkeitsgrades des technischen, koordinativen und taktischen Anforderungsniveaus für den einzelnen Spieler bedeuteten, „denn die Regeln des Spiels schreiben die Schwierigkeit der Techniken fest“ (Loibl 2001, S.43).
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Arbeit zitieren:
Master of Education (Gymnasium) Ingo Westermann, 2010, Das Regelwerk des Basketballspiels, München, GRIN Verlag GmbH
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