Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis i
Abbildungsverzeichnis v
Tabellenverzeichnis vi
1 Einleitung 7
1.1 Problemstellung 10
1.2 Aufbau der Arbeit 11
2 Fußball in Deutschland - Institutioneller Rahmen und seine Akteure 12
2.1 Begriffsabgrenzungen und Definitionen 12
2.1.1 Wirtschaftsunternehmen 12
2.1.1.1 Erfolg und Misserfolg 13
2.1.1.2 Unternehmensgrößen 14
2.1.2 Fußballvereine 14
2.1.2.1 Gründung eines Vereins 14
2.1.2.2 Abgrenzung zwischen Profisport und Amateursport 15
2.1.2.3 Vereinsnamen 16
2.2 Die Fußballorganisatoren 16
2.2.1 Fédération Internationale de Football Association (FIFA) 16
2.2.2 Union des Associations Européennes de Football (UEFA) 17
2.2.3 Deutsche Fußball-Bund (DFB) 17
2.2.4 Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) 17
2.3 Zusammenfassung 18
3 Von den Gründerjahren bis zur Gegenwart 19
3.1 Ursprung des Fußballs 19
3.2 Fußball in Deutschland von den Gründerjahren bis 1900 19
3.2.1 Ursprung des Fußballs in Deutschland 19
3.2.2 Die Vereinsgründer 20
3.2.3 Gesellschaftliche Wahrnehmung und Beginn der Vermarktung 20
3.3 Fußball in Deutschland von 1900 bis 1933 21
3.3.1 Eingeschränkte Partizipation 21
3.3.2 Wandel der Medienlandschaft 21
3.3.3 Internationale Wettkämpfe 22
3.3.4 Festlegung auf Amateurfußball 22
3.3.5 Politisierung des Sports 22
i
Inhaltsverzeichnis
3.3.6 Arbeitszeitregelungen ermöglichen Zuwachs der Fußballbegeisterung 23
3.3.7 Infrastruktur 23
3.3.8 Kostenwachstum 23
3.3.9 Verfehlung des Amateurfußballs 24
3.3.10 Medienwachstum und Sponsoring 24
3.4 Fußball in Deutschland von 1933 bis 1963 25
3.4.1 Fußball während der Diktaturzeit 25
3.4.2 Fußball nach dem Zweiten Weltkrieg 25
3.4.3 Profilierungsmöglichkeiten 25
3.4.4 Grundlegende Entwicklungsfaktoren 26
3.5 Fußball in Deutschland von 1963 bis 2010 26
3.5.1 Grundlagen für den Profisport 26
3.5.2 Kostenprobleme und Reformen 26
3.5.3 Neue Sponsoringform 27
3.5.4 Liberalisierung des Rundfunks 27
3.5.5 Geänderte Rahmenbedingungen 28
3.5.5.1 Punkteschema 28
3.5.5.2 Bosman-Urteil 28
3.5.5.3 Rechtliche Begründung der Fußballunternehmen 28
3.5.6 Popularität 29
3.5.7 Die „Kirch-Krise“ 29
3.5.8 Ligaverband und DFL 29
3.5.9 „Initiative Profisport“ 30
3.6 Zusammenfassung 30
4 Ökonomische Betrachtung der Fußballvereine 32
4.1 Fußballvereine als Dienstleistungsunternehmen 32
4.2 Produktionsfaktoren des Fußballs 32
4.3 Das Produkt des Guts „Ligaspiel“ und „Meisterschaft“ 34
4.4 Fußball als positionales Gut im Zusammenhang mit der Medienübertragung 35
4.5 Zusammenhang zwischen finanziellen und sportlichen Erfolg 36
4.6 Lizenzierungsverfahren 37
4.7 Organisationsstruktur 39
4.7.1 Teilbereiche des Managements 41
4.7.1.1 Sportlicher Bereich 41
ii
Inhaltsverzeichnis
4.7.1.2 Kaufmännischer Bereich 42
4.8 Bereich Markenbildung und Öffentlichkeitsarbeit 42
4.9 Customer Relationship Management 44
4.9.1 Kundenwertsteigerung 46
4.9.2 Neukundengewinnung 47
4.10 Controlling-Instrument Balanced-Scorecard 47
4.11 Weitere Betrachtungsmerkmale der Fußballvereine 49
4.11.1 Gemeinnützigkeit 49
4.11.2 Zielsysteme 49
4.11.3 Professionalisierung 50
4.11.4 Fußballunternehmen als soziale Gebilde 50
4.11.5 Crowding out-Effekt 50
4.11.6 Mitgliedschaftsrechte 51
4.11.7 Das Produkt „Fußball“ als „privates“ Gut 51
4.11.8 Grenzkosten des Produktes „Fußball“ 52
4.11.9 Konkurrenzsituation von Fußballunternehmen 52
4.12 Zusammenfassung 52
5 Umsatzerlöse im Profifußball-Geschäft 54
5.1 Vermarktungsagenturen 55
5.2 Transfers und Spielerbindung 55
5.2.1 Das Bosman-Urteil als Grundlage gegenwärtiger Transfergeschäfte 55
5.2.2 Der Transfermarkt 56
5.2.3 Spielergehälter 56
5.2.4 Ökonomische Betrachtung von Spielertransfers 58
5.3 Medieneinnahmen 59
5.3.1 Zentralvermarktung 60
5.4 Merchandising 61
5.4.1 Internationalisierung der Merchandisingaktivitäten 64
5.5 Ticketing und Stadien 64
5.5.1 Namensrechte an Sportarenen 66
5.5.2 „Erlebniswelt Stadion“ 66
5.5.3 Öffentliche/private Investitionen und deren Folgen 67
5.6 Sponsoring 68
5.6.1 Trikotsponsoring 70
iii
Inhaltsverzeichnis
5.6.2 Ausrüstersponsoring 70
5.6.3 Spielersponsoring 71
5.6.4 Bandenwerbung 71
5.7 Zusammenfassung 72
6 „Alternative“ Finanzierungsmöglichkeiten für Profifußballvereine 73
6.1 Kreditfinanzierung 73
6.2 „Alternative“ Finanzierungsmöglichkeiten 74
6.2.1 Finanzinvestoren 74
6.2.2 Strategische Investoren 75
6.2.3 Der Börsengang 75
6.2.3.1 Chancen und Risiken des Börsengangs 79
6.2.4 Asset Backed Securities 81
6.3 Zusammenfassung 81
7 Schlussbetrachtung und Ausblick 83
Literaturverzeichnis 87
iv
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Interne und externe Beziehungen des Betriebs S. 13
Abbildung 2 Fußball-Wettspiel zwischen dem Berliner und dem Dresdner Fußballclub
Abbildung 3 Rechtsformen des Lizenzspielerbetriebs der Vereine in der Bundesliga, Saison 2009/2010 S. 31
Abbildung 4 Inelastisches Angebot bei positionalen Gütern S. 35
Abbildung 5 Entwicklung der Verbindlichkeiten bei Bundesligavereinen S. 38
Abbildung 6 Organisation einer Fußballkapitalgesellschaft S. 40
Abbildung 7 Anteil der Erlöse, Saison 2007/2008 S. 54
Abbildung 8 Transfereinnahmen und -ausgaben der Bundesligavereine, 1998/1999-2008/2009 S. 56
Abbildung 9 Ausprägungen des Merchandisings S. 62
Abbildung 10 Entwicklung der Stadionbesucher, 1963/1964-2008/2009 S. 65
Abbildung 11 Bekanntheit ausgewählter Fußballvereine, 2008-2009 S. 69
Abbildung 12 Kursverlauf der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA Inhaber-
Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Rechtsformen des Lizenzspielerbetriebs der Vereine in der Bundesliga, Saison 2009/2010 S. 31 Tabelle 2 Merkmale von Dienstleistungsunternehmen S. 32 Tabelle 3 Typen von Kundenwertsteigerungsmaßnahmen S. 46 Tabelle 4 BSC-Verfahren S. 48 Tabelle 5 „Finanzausgleichsystem“ der Medieneinnahmen, Bundesliga, Saison 2008/2009 S. 61 Tabelle 6 Namensponsoren von Stadien in der 1. Bundesliga, Saison 2009/2010 S. 66 Tabelle 7 Börsennotierte Fußballunternehmen, 27.08.2004 S. 80
vi
Einleitung
1 Einleitung
„Schalke 04 hat in den vergangenen Jahren mehr den Eindruck
vermittelt, ein Verein zu sein als ein Wirtschafts-Unternehmen“
Einleitung
Das sportliche Ziel von Fußballvereinen im modernen Profifußball ist es, am Ende einer Saison einen Tabellenplatz zu erreichen, der in erster Linie zum Verbleib in der Liga berechtigt. Setzen Fußballvereine ihre sportlichen Ziele höher, streben sie die Qualifikation zu einem internationalen Wettbewerb, oder gar dem Gewinn der deutschen Meisterschaft an. Die internationalen Wettbewerbe, die jährlich ausgespielt werden, sind die UEFA Europa League und die UEFA Champions League. Diese Wettbewerbe sind besonders in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für die Teilnehmer interessant, da sie zusätzliche Einnahmen generieren, die wiederum in die Mannschaften reinvestiert werden können.
In Deutschland und in Europas Topligen erwirtschaften die Fußballvereine regelmäßig Umsätze, die mit mittelständischen Unternehmen vergleichbar sind. Die ehemals auf den Sport fokussierten Vereine ähneln in ihren Kommerzialisierungsaktivitäten den Entertainment-Anbietern. Von Kreuzfahrten und Bettwäsche über Kreditkarten werden selbst die kleinsten Produktideen mit dem Vereinslogo vermarktet. Das Privatleben der Fußballspieler wird in den Medien gespannt verfolgt und die Spieler selbst präsentieren die Vielfalt von Konsumprodukten auf dem Bildschirm und in Annoncen.
Die Fußballvereine in der Bundesliga sind allesamt eingetragene Vereine. Doch um den Verein herum wurden Tochtergesellschaften gegründet und Ausgliederungen von Lizenzspielabteilungen vorgenommen. Die als „gemeinnützig“ gegründeten Vereine, die ausschließlich der sportlichen Betätigung dienen sollten, entwickelten sich zu Vereinen mit unternehmensähnlichen Strukturen. Die seit ihrer Gründung jahrzehntelang ehrenamtlich geführten Fußballvereine sind heutzutage Arbeitgeber von hunderten Mitarbeitern. Der Entlohnung steht die Leistungserbringung der Fußballspieler gegenüber, die nach objektiven Kriterien bewertet werden können. Felix Magath, derzeitiger Trainer des FC Schalke 04, kritisierte öffentlich die Einstellung seiner Spieler und gibt somit eine offenkundige Erwartungshaltung an den modernen Fußball preis:
„In der Vergangenheit wurde auf Schalke alles getan, damit sich die Spieler in dieser Wellness-Oase wohl fühlen. Doch das führte nicht dazu, dass sie Leistung brachten. Jetzt tue ich alles dafür, dass sie sich auf ihren Job konzentrieren. Und dieser Job ist, mit Fußball Geld einzuspielen.“ 1
1 Vgl. Wenzel (WWW) / Magath mistet Schalke aus
- 8 -
Einleitung
Aus Sicht von Fußball-Interessierten ist die Grenze zwischen Geschäft und Sport nur vage feststellbar. Eine Befragung ergab, dass 40% der Fußball-Interessierten den Fußball als „reines Geschäft“ auffassen, der nichts mehr mit dem Sport zu tun hat. 2
Der These, dass die Vereine sich nur noch um die wirtschaftlichen Belange kümmern und damit ihre Vereinskonten füllen, steht die keineswegs unplausible Einschätzung gegenüber, dass die Vereine gewisse wirtschaftliche Ziele erfüllen müssen, damit die sportlichen Ziele erreicht werden können.
2 Vgl. Zeltinger (2004), S. 20.
- 9 -
Einleitung
1.1 Problemstellung
Der Profifußball in Deutschland hat im historischen Verlauf eine gewaltige Entwicklung genommen. Aus den Amateurvereinen zur Gründerzeit entwickelten sich der Profisport und der Amateursport. Dabei ist der Profifußball in den Lizenzligen beheimatet. Die Bundesliga, die Zweite Bundesliga und die Dritte Liga werden als Lizenzligen bezeichnet. Die Fußballvereine dieser Ligen müssen jährlich die Lizenz zur Spielberechtigung beantragen. 3 Die wirtschaftlich und sportlich bedeutendste Liga in Deutschland ist die Bundesliga. Sie wurde 1963 gegründet und lockt Millionen Zuschauer vor den Fernseher und in die Stadien. Der Profifußball hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftssektor entwickelt, in dem über 37.000 Menschen beschäftigt sind. Sie zahlten 2008 über 665 Millionen Euro an Steuern und Abgaben an den Staat und investierten im gleichen Zeitraum über 69 Millionen Euro in den Nachwuchsbereich. 4
Die Sportökonomie ist noch ein „junger“ Forschungsbereich innerhalb der Ökonomie. Das beweisen auch die Anzahl und die Veröffentlichungszeiträume von wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Forschungsgebiet. 5 In dieser Arbeit werden einzelne Vereine vermehrt für die zu untersuchende Fragestellung aufgeführt, da sie für die Untersuchungsbereiche als Beispiel dienen.
Der vorliegenden Arbeit liegt die Fragestellung zugrunde, ob Fußballvereine als Wirtschaftsunternehmen charakterisiert werden können. Zur Ergebnisfindung hinsichtlich dieser Fragestellung findet eine Gegenüberstellung von Profifußballvereinen und „klassischen“ Unternehmen 6 im Hinblick auf deren Hauptfunktionen und weitere charakteristische Komponenten statt. Darüber hinaus soll die historische Entwicklung der Fußball-Rahmenbedingungen einer ökonomischen Betrachtung unterzogen werden, um zu beleuchten, inwiefern sich die wirtschaftliche Bedeutung der Vereine und des ordnungspolitischen Rahmen entwickelt hat.
3 Siehe Abschnitt 4.5.5
4 Vgl. Bundesliga.de / o.A. (WWW) / Bundesliga Report 2009
5 Vgl. Kohl (2001), S. 8ff.
6 Siehe Abschnitt 2.1.1
- 10 -
Einleitung
1.2 Aufbau der Arbeit
Diese Arbeit lässt sich in folgende Bearbeitungsschritte untergliedern: Nach einer einführenden Definition der grundlegenden Begriffe werden im zweiten Kapitel spezifische Charakteristika der Fußballvereine untersucht und die Organisatoren des Fußballsports aufgeführt. Der Fokus dieses Kapitels richtet sich auf den rechtlichen und organisatorischen Rahmen des Profifußballs.
Im dritten Kapitel soll die historische Entwicklung unter Betrachtung der ökonomisch bedeutsamen Faktoren aufgezeigt werden. Der Betrachtungszeitraum reicht von den Gründerjahren der Fußballvereine bis hin zur Gegenwart. Die im Laufe der Zeit veränderten rechtlichen und finanzwirtschaftlichen Komponenten liefern einen Überblick über die Entwicklungen.
Das vierte Kapitel veranschaulicht die wirtschaftlichen Komponenten innerhalb der Fußballvereine. Dabei werden die Eigenschaften des Fußballsports untersucht und die Anforderungen an die Verantwortlichen bestimmt.
Im fünften Kapitel werden die Bereiche aufgeführt, aus denen die Fußballvereine ihre Einnahmen erzielen. Dabei bilden die quantitativen und qualitativen Komponenten das Hauptaugenmerk.
Im sechsten Kapitel werden die Finanzierungsmöglichkeiten für die Vereine betrachtet. Dabei werden „klassische“ und „neuartige“ Modelle vorgestellt.
Zum Abschluss dieser Arbeit werden in Kapitel sieben die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassend reflektiert und anhand dieser ein möglicher Ausblick für die zukünftigen Entwicklungen gegeben.
- 11 -
Fußball in Deutschland - Institutioneller Rahmen und seine Akteure
2 Fußball in Deutschland -
Institutioneller Rahmen und seine Akteure
2.1 Begriffsabgrenzungen und Definitionen
Die Union des Associations Européennes de Football (UEFA) hat 1993 den Zusammenhang zwischen Fußball und Ökonomie folgendermaßen definiert:
„Die UEFA ist der Ansicht, dass die Spieler, ob nun bezahlt oder nicht, vor allem Sportler sind und daher nicht mit anderen Arbeitnehmern verglichen werden können. Ihre Verträge `sui generis´ müssen im Lichte der besonderen Strukturen und Gebote des Spiels geprüft werden. Übersehen werden darf nicht der emotionale, ja leidenschaftliche Aspekt des Fußballs, der jede Gleichstellung mit einem von der berechnenden Wirtschaftslogik beherrschten gewerblichen Unternehmen ausschließt.“ 7
Fußballvereine sollen wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden. Diese Forderung stößt auf Zustimmung von Verantwortlichen. Wenn dies aber dadurch begründet wird, dass Fußballvereine auch Wirtschaftsunternehmen seien, dann beginnt die Auseinandersetzung um die Abgrenzung beider Akteure. 8
2.1.1 Wirtschaftsunternehmen
Ein Wirtschaftsunternehmen ist nach Wöhe ein Betrieb in einem marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem. Demnach ist ein Betrieb eine planvoll organisierte Wirtschaftseinheit, in der Sachgüter und Dienstleistungen erstellt und abgesetzt werden. Damit ein Unternehmen langfristig existieren kann, muss das „finanzielle Gleichgewicht“ gewahrt werden, d.h. dass der Betrieb seinen Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachkommen muss. Ein anderes Prinzip innerhalb eines Unternehmens ist das „erwerbswirtschaftliche Prinzip“. Diesem zufolge wird versucht bei der Leistungserstellung und - verwertung das Gewinnmaximum zu erreichen. 9
7 Vgl. Franck (1995), S. VII.
8 Vgl. Sigloch / Klimmer (2001), S.3.
9 Vgl. Wöhe (2002), S. 5ff.
- 12 -
Fußball in Deutschland - Institutioneller Rahmen und seine Akteure
2.1.1.1 Erfolg und Misserfolg
In der betriebswirtschaftlichen Literatur gibt es unterschiedliche Definitionen für unternehmensspezifischen Erfolg. Wöhe definiert den Erfolg als: „die Differenz zwischen bewertetem Ertrag und bewertetem Einsatz der Produktionsfaktoren“. 11
In dieser Untersuchung wird unter Erfolg das Erreichen eines zuvor definierten Ziels verstanden. 12
Übertragen auf die Fußballbranche sind die Produktionsfaktoren eingeschränkt einsetzbar und bei den erzielbaren Erträgen stehen vorrangig sportliche und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Erfolge im Mittelpunkt.
Das Gegenteil von Erfolg ist der Misserfolg, der durch die Verfehlung des definierten Ziels charakterisiert ist.
10 Vgl. Wöhe (2002), S. 11.
11 Ebenda (2002), S. 46.
12 Siehe Abschnitt 4.5.1
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Fußball in Deutschland - Institutioneller Rahmen und seine Akteure
2.1.1.2 Unternehmensgrößen
Um die Unternehmensgrößen voneinander abzugrenzen, hat die Europäische Union folgende Einteilung vorgenommen. Ein kleines Unternehmen beschäftigt weniger als 50 Mitarbeiter und überschreitet nicht einen Umsatz / eine Jahresbilanz von max. 50 Millionen Euro. Ein mittleres Unternehmen beschäftigt max. 250 Mitarbeiter und hat einen maximalen Umsatz von 50 Millionen Euro, oder eine Jahresbilanz von max. 43 Millionen Euro. Große Unternehmen überschreiten die quantitativen Grenzen für mittlere Unternehmen. 13
2.1.2 Fußballvereine
Nach Artikel 9 Absatz 1 GG haben alle Deutschen „das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.“ 14 Thyll definiert dabei einen Verein als eine dauernde Verbindung einer größeren Anzahl von Personen, die einen gemeinsamen Zweck erfüllt und auf einen wechselnden Mitgliedsbestand angelegt ist. 15
Sportvereine sind Zweckgebilde, die ihren Mitgliedern die aktive Sportausübung in ihren Sportstätten und mit ihren Sportgeräten ermöglichen. Das ausschließliche Ziel eines Vereins ist die Konsumerfüllung ihrer Mitglieder. 16 Somit können sie als abgeschlossene Konsumgemeinschaften betitelt werden. 17 Das „erwerbswirtschaftliche Prinzip“ findet in einem Sportverein keine Berücksichtigung. Das „finanzielle Gleichgewicht“ zu wahren, ist hingegen ein Prinzip, um den Bestand des Vereins langfristig zu erhalten.
2.1.2.1 Gründung eines Vereins
Voraussetzung zur Gründung eines Sportvereins ist die Einberufung einer Gründerversammlung, die Anmeldung zur Eintragung und die Prüfung durch das Registergericht. 18
Ein Fußballverein ist ein Sportverein. Die Gründung eines eingetragenen Vereins hat Vorteile aufgrund der geringen Regulierung und der steuerlichen Förderung. Zur Gründung wird eine Rechtsformeignung vollzogen. Wurde diese nachgewiesen, wird sie zukünftig nicht mehr überprüft, auch wenn die tatsächlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt werden.
13 Vgl. Europa.eu / o.A. (WWW) / Definition kleiner und mittlerer Unternehmen
14 Vgl. Gesetze-im-internet.de / o.A. (WWW) / Artikel 9
15 Vgl. Hammann et. al. (2004), S. 165.
16 Vgl. Sigloch / Klimmer (2001), S. 4ff.
17 Vgl. ebenda (2001), S. 9.
18 Vgl. Lsb-Brandenburg.de / o.A. (WWW) / Merkblatt zur Gründung
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Fußball in Deutschland - Institutioneller Rahmen und seine Akteure
Unter dem Vereinsdach können „wirtschaftliche Geschäftsbetriebe“ entstehen, wie sie in Profifußballvereinen vorkommen. 19 Dem Betreiben eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs in Unternehmensdimensionen fehlt rechtlich gesehen die Grundlage, da diese die Wirtschaftlichkeit nur als Nebenzweck sieht und die Gemeinnützigkeit fordert. Diese „Rechtsformverfehlung“ wurde bisher aus sportpolitischen Gründen toleriert. Politische Entscheidungsträger scheuen sich davor Verfehlungen der Gemeinnützigkeit zu sanktionieren. 20
Fußballvereine besaßen vor den Ausgliederungsmöglichkeiten in Kapitalgesellschaften allesamt den Status eines „Nichtwirtschaftlichen Vereins“. Die Rechtsgrundlage stellte der
§ 21 BGB dar. Dieser Paragraph definiert den so genannten „Idealverein“. Wirtschaftliche Tätigkeiten werden zwar nicht ausgeschlossen, aber sie sind als Nebenzweck zu charakterisieren. 21
2.1.2.2 Abgrenzung zwischen Profisport und Amateursport
Die Spielordnung des DFB regelt die Abgrenzung zwischen dem Amateurstatus und dem Profistatus. Danach gelten Spieler nach § 8 der DFB-Spielordnung als Profis, wenn sie für ihre sportlichen Aktivitäten ein Gesamteinkommen erzielen, welches mindestens der Existenzsicherung dient. Amateurspieler hingegen erhalten kein Entgelt, oder eines, welches maximal die nachgewiesenen Auslagen und eine Aufwandentschädigung von maximal 149,99 Euro umfasst. 22 Als Profisport wird damit der Sport bezeichnet, bei dem die Spieler entgeltlich einen Sport betreiben, der mindestens das Existenzminimum dieser deckt.
19 Vgl. Sigloch / Klimmer (2001), S.11.
20 Vgl. Hammann et. al. (2004), S. 165ff.
21 Vgl. Sigloch / Klimmer (2001), S. 62.
22 Vgl. DFB.de / o.A. (WWW) / Spielordnung
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Fußball in Deutschland - Institutioneller Rahmen und seine Akteure
2.1.2.3 Vereinsnamen
Die Vereinsnamen der aktuell achtzehn Bundesligisten geben Aufschluss über die Vereinsmotive und den Amateurgedanken zur Gründerzeit. Die Vereinsnamen mit dem Kürzel „VfL“, wie beim VfL Bochum oder VfL Wolfsburg, werden als „Verein für Leibesübungen“ benannt, die Bezeichnung „VfB“, wie beim VfB Stuttgart, bezeichnet einen „Verein für Bewegungsspiele“ und „TSG“, für die TSG Hoffenheim, bezeichnet die „Turn-und Sportgemeinschaft“. Andere Vereine verwenden den Ortsnamen oder Bundesländer (FC Bayern München), lateinische Bestandteile (Borussia für Preußen, Eintracht für Zusammenhalt), den Unternehmensnamen (Bayer 04 Leverkusen) sowie ihr Gründungsjahr (Hannover 96, BVB 09, 1. FSV Mainz 05). 23 Die jahrhundertlange Geschichte eines Vereins drückt gesellschaftliche und sportliche Akzeptanz und eine „Fankultur“ aus. Daher wird dieses geschichtsträchtige Image besonders im Marketing-Bereich eines Vereins verwendet.
2.2 Die Fußballorganisatoren
Die Fußballvereine verpflichten sich mit der Teilnahme am Profisport, den nationalen und internationalen Anforderungen (FIFA, UEFA, DFB, DFL) zu entsprechen. 24
2.2.1 Fédération Internationale de Football Association (FIFA)
Die 1904 gegründete FIFA 25 entwickelte sich zu dem internationalen Fußballverband, der aktuell 207 Mitgliedsländer aufweist und damit mehr Mitglieder hat als die Vereinten Nationen. Selbst politisch bedeutende Länder mussten schon „erfahren“, dass der Verband die politische Neutralität wahrt. China machte beispielsweise seinen Beitritt zu den Vereinten Nationen davon abhängig, dass Taiwan ausgeschlossen wurde. Hingegen gab China 1979 bei der FIFA nach, da der Verband Taiwan nicht ausschloss. 26 Die FIFA ist Organisator der Weltmeisterschaften der nationalen Auswahlmannschaften und organisiert durch Satzungen, Vorschriften und Entscheidungen den Fußballsport.
23 Vgl. Vereinsnamen.de / o.A. (WWW)
24 Vgl. Uefa.com / o.A. (WWW) / UEFA-Klublizenzierungsreglement
25 Vgl. FIFA.com / o.A. (WWW) / Geschichte der FIFA
26 Vgl. Brüggemmeier (2006), S. 5.
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Fußball in Deutschland - Institutioneller Rahmen und seine Akteure
2.2.2 Union des Associations Européennes de Football (UEFA)
Die UEFA wurde 1954 gegründet und ist der europäische Kontinentalverband des Fußballsports. Sie zählt 53 nationale Fußballsverbände als ihre Mitglieder und organisiert die Europameisterschaft und internationale Klubwettbewerbe (Champions League, Europa League). Des Weiteren entwickelt die UEFA mit Hilfe der Nationalverbände das Schiedrichter- und Trainerwesen. 27
2.2.3 Deutsche Fußball-Bund (DFB)
Am 28. Januar 1900 gründeten 36 Vertreter aus 86 Vereinen den Deutschen Fußball-Bund. 28 Der DFB organisiert den Fußballsport in Deutschland. Er ist ein eingetragener Verein, der nach § 5 seiner Satzung ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt. Zu den grundlegenden Aufgaben gehören die Entwicklung und Förderung des Fußballsports und die Organisation der Bundesliga, der Zweiten Bundesliga, der Dritten Liga und der Regionalliga. Dazu verantwortet sie die Bildung von nationalen Auswahlmannschaften und deren Teilnahme an internationalen Wettbewerben. 29 Er ist der weltgrößte Sportfachverband mit aktuell 6, 684 Millionen Mitgliedern. 30
2.2.4 Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL)
Die DFL organisiert das operative Geschäft des Vereins „Die Liga - Fußballverband e.V.“. Der Ligaverband ist Vertreter der lizenzierten Fußballvereine und Kapitalgesellschaften der Bundesliga und der Zweiten Bundesliga. Die DFL vermarktet die Medienrechte und lizenziert jährlich die Fußballvereine zur Teilnahme am Liga-Spielbetrieb durch eine Analyse der wirtschaftlichen Situation betreffender Fußballvereine mit Hilfe eines
Lizenzierungsverfahrens. Der Ligaverband ist einziger Gesellschafter der DFL. 31 Innerhalb des Ligaverbandes und der DFL versuchen die Fußballvereine individuelle Interessen durchzusetzen. Dabei können größere und erfolgreiche Vereine durch ihre informale Macht versuchen, durch öffentliche Akzeptanz und ökonomische Relevanz, ihren besonderen Einfluss versuchen geltend zu machen. 32
27 Vgl. Uefa.com / o.A. (WWW) / Übersicht
28 Vgl. DFB.de / o.A. (WWW) / Die DFB-Geschichte
29 Vgl. DFB.de / o.A. (WWW) / Satzung
30 Vgl. DFB.de / o.A. (WWW) / Mitglieder 2009: Mitglieder-Boom im DFB hält an
31 Vgl. Bundesliga.de / o.A. (WWW) / Satzung
32 Vgl. Berens /Schewe (2003), S. 76.
- 17 -
Fußball in Deutschland - Institutioneller Rahmen und seine Akteure
2.3 Zusammenfassung
Die rechtliche Grundlage eines Vereins stellt §21 BGB dar. In der Gesetzesgrundlage wird vorausgesetzt, dass der Zweck des Vereins nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet ist. Diese Grundlage steht im Gegensatz zur Definition eines Wirtschaftsunternehmens. Der Zweck eines Wirtschaftsunternehmens ist die Ausrichtung auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Damit sind beide Akteure grundsätzlich getrennt voneinander zu betrachten.
Die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen regeln in Deutschland auf nationaler Ebene der DFB und die DFL. Als internationale Fußballverbände sind die FIFA als Weltverband und die UEFA als europäischer Kontinentalverband die Organisatoren des Fußballsports.
- 18 -
Von den Gründerjahren bis zur Gegenwart
3 Von den Gründerjahren bis zur Gegenwart
3.1 Ursprung des Fußballs
Das Mutterland des Fußballs war England. Schon 1863 wurde die Football Association (FA) in London gegründet. Der Fußball entstand aus der Modifizierung des Rugbysports. Die neue Spielvariante wurde von der Football Assoziation übernommen und verbreitet. 34
Wegweisend für die Entwicklung des Profisports war, dass 1885 der englische Verband die Bezahlung von Fußballspielern erlaubte. 35 Zuvor fanden in England aber intensiv geführte Auseinandersetzungen über die Entlohnung statt. Die FA wollte den Berufsfußball unterbinden, bis 28 englische Vereine damit drohten, einen eigenen Verband zu gründen, die British Football Assoziation. Charles Alcock, der Generalsekretär der FA, entschärfte die Situation, indem er die Entlohnung von Fußballspielern erlaubt. 36
3.2 Fußball in Deutschland von den Gründerjahren bis 1900
3.2.1 Ursprung des Fußballs in Deutschland
Die Ursprünge in Deutschland gehen auf 1874 zurück. Der Braunschweiger Turnlehrer Konrad Koch bot Fußball als Alternative zum Turnsport an und gründete den ersten Fußball-Schülerverein. Der Fußball blieb in den folgenden Jahren ein „Schulspiel“.
33 Vgl. DFB.de / o.A. (WWW) / Die Gründerjahre
34 Vgl. Fanizadeh et. al. (2002), S. 39.
35 Vgl. Schulze-Marmeling (2005), S. 16.
36 Vgl. Mrazek (2005), S. 12ff.
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David Nix, 2010, Fußballvereine als Wirtschaftsunternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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