Inhalt
Einleitung 4
1 Jugend als eine spezifische Phase menschlicher Entwicklung 4
1.1 Jugend: der Versuch einer Begriffsbestimmung 4
1.2 Definition nach der Wissenschaft 5
1.3 Körperliche Entwicklung im Jugendalter 6
1.3.1 Pubertät und Veränderungen im Körperbau 6
1.3.2 Geschlechtsreifung 7
1.3.2 7
1.4 Kognitive Entwicklung 8
1.4.1 Nach Piaget 8
Nach Keating 1.4.2 9
Nach 9
1.5 Theoretische Konzepte für Entwicklung nach Havighurst und
Erikson 9
1.5.1 Psychosoziale Stadien nach E. H. Erikson 9
1.5.2 Identität nach Erikson 11
1.5.3 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter nach R. Havighurst 12
1.5.4 Die Aktualität der Entwicklungsaufgaben von Havighurst 14
1.5.4 14
1.6 Zusammenfassende Reflektion 15
1.6 15
2 Berufliche Identität im Jugendalter 16
2.1 Vorbetrachtungen 16
2.1.1 Ziele 16
2.1.2 Die hierarchische Organisation von Zielen 17
2.1.3 Werte und Lebensziele 17
2.1.4 Gesellschaftliche Werte 19
2.1.5 Berufliche Identität 20
2.2 Entwicklung beruflicher Ziele 21
2.2.1 Die Schule als Entwicklungsumwelt 21
2.2.2 Zukunftsorientierung 22
2.2.3 Der Berufswunsch als Entwicklungsaufgabe 23
5
5
2.3 Von der Schule in den Beruf 25
2.3.1 Berufliche Orientierung als wichtige Aufgabe 25
3.3.2 Individuelle Bewältigung der Übergangsphase 27
2.3.3 Arbeitslosigkeit (misslungene Ausbildungsplatzsuche) als negatives
30
Lebensziel
32 2.4 Zusammenfassende Reflektion 3 Fallbeispiele 33
3.1 Vorbetrachtungen 33
3.2 Beschreibung der Fälle 35
3.2.1 Beschreibung Fall A (Sebastian) 35
3.2.2 Beschreibung Fall B (Martin) 36
3.3 Interpretation unter Beachtung von Erikson‐ ein Versuch 36
3.3.1 Interpretation Fall A (Sebastian) 36
3.3.2 Interpretation Fall B (Martin) 39
3.4 Zusammenfassung der Fallbeispiele 40
Zusammenfassung/Resümee 41
Anhang 43
Bildquellenverzeichnis 59
Literaturverzeichnis 60
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Einleitung
Unsere Arbeit trägt den Namen „ Berufliche Identität im Jugendalter“. Im Interesse der Arbeit liegt es dem Leser dieses komplexe Thema näher zu bringen. Wir möchten uns im ersten Kapitel der Jugendphase widmen. Es soll untersucht werden wodurch sich diese Phase der menschlichen Entwicklung kennzeichnet und was sie ausmacht. Dabei sollen unterschiedliche wissenschaftliche Ansichten gedeutet werden. Dies ist die Grundlage, um zu klären was berufliche Identität ist. Das zweite Kapitel soll dem entsprechend das für uns relevante Kapitel werden. Hier möchten wir die berufliche Identität in ihrer Unüberschaubarkeit genau betrachten.
Jede Phase der Entwicklung hat bestimmte Anforderungen an ein Individuum. Der Übergang vom Jugendlichen zu einem Erwachsenen kennzeichnet die primärste Veränderung in unserer Gesellschaft. Der Mensch stellt sich neuen Aufgaben, seine Rechte werden erweitert, aber auch seine Pflichten werden verstärkt. So wirkt sich der Beruf auf das Leben jedes Menschen direkt und aktiv aus. Keine Entwicklungsaufgabe beansprucht uns so, wie der Umbruch in das Erwerbsleben. Es wird näher auf Ziele, Werte und Lebensziele eingegangen. Danach wird die Schulzeit als Grundlage für die Ausbildung von beruflichen Zielen betrachtet.Es wird geklärt, wie diese Zielverfolgung abläuft und wie wichtig die Zielausbildung in der Schulzeit ist.Um diese Fragen zu klären, möchten wir dann im dritten Abschnitt unter Verwendung von 2 Fallbeispielen die berufliche Orientierung von Jugendlichen beschreiben und deuten.Damit wollen wir herausfinden wie Jugendliche einen Zukunftswunsch in Bezug auf den Beruf ausprägen und mit welchen Problemen sie sich eventuell dabei konfrontiert sehen. Inhalt der Arbeit ist damit die Beschreibung der beruflichen Orientierung in der Jugendphase mit alle ihren Einflüssen und Problemen als Teil der menschlichen Entwicklung. Am Ende der Arbeit wird ein Resümee gezogen und eine Zusammenfassung über die Arbeit gebracht.
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1.Jugend als eine spezifische Phase menschlicher Entwicklung
1.1 Jugend der Versuch einer Begriffsbestimmung
Wenn man von Jugendlichen spricht, kann jeder etwas damit anfangen. Man stellt sich beispielsweise Zwölfjährige oder auch Sechzehnjährige vor. Man assoziiert damit die erste Liebe, Disco, Alkoholkonsum, Berufsausbildung, hippe Frisuren, auffällige Kleidung und Kinder, die nicht mehr Kinder sind, beziehungsweise Erwachsene, die noch nicht erwachsen sind. Nun stellt sich die Frage, ab wann ein Jugendlicher noch jugendlich ist und ab wann er nicht mehr der Jugendphase angehört? Befindet sich ein Zwölfjähriger schon im Jugendalter oder ist ein Einundzwanzigjähriger noch jugendlich?
Das Jugendalter wird von Entwicklungspsychologen und Sozialwissenschaftlern oft als Übergangsphase oder auch als Entwicklungsabschnitt der Konflikte und Krisen bezeichnet (vgl. August Flammer et al., 2002, S. 24). Jugend, oder auch Adoleszenz, ist eine Phase im Lebenslauf, die vor allem durch Veränderung gekennzeichnet ist, zum einen im Übergang vom Kind über den Jugendlichen zum Erwachsenen. Der Jugendliche verändert sich sowohl biologisch als auch in seiner Persönlichkeit. In der Übergangsphase des Jugendalters ergeben sich neue Handlungsanforderungen und Handlungsmöglichkeiten und damit gleichzeitig auch neue Gefahren, die eine scheiternde Entwicklung herbeiführen können.
1.2 Definition nach der Wissenschaft
In der Wissenschaft stehen keine konkreten Altersbeschränkungen für die Adoleszenz fest. Nur wenige Autoren legen sich auf Alterszahlen fest. In der Entwicklungspsychologie wird die Adoleszenz weniger durch das Lebensalter bestimmt, sondern sie bezieht sich mehr auf die tatsächliche Lebenssituation und individuelle Kompetenzen (vgl. August Flammer, 2002, S. 20). Dabei werden die verschiedenen Lebenssituationen durch die Schulstrukturen bestimmt. Diese variieren innerhalb und außerhalb der Länder. Mit dem Übertritt in die Sekundarschule in die Berufsschule oder in das Gymnasium erfolgt eine Veränderung der Lebenssituation, der Selbstdefinition und der Fremddefinition.
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Die Untergrenze der Adoleszenz bei Mädchen ist der Zeitpunkt der ersten Monatsblutung (Menarche). Bei Jungen ist diese Untergrenze schwieriger festzustellen, da der erste Samenerguss (Spermarche) schlecht belegbar ist. Auch am Stimmbruch kann der Zeitpunkt nicht bestimmt werden, da dieser meist nicht ausreichend abrupt einsetzt. Deshalb betrachtet man in der psychologischen Forschung die sekundären Geschlechtsmerkmale, z.B. Körperformen oder Schamhaarentwicklung. Den Abschluss der Adoleszenz kann man nicht an biologischen Faktoren festmachen. Hierbei achtet man eher auf soziale Kriterien wie zum Beispiel Abschluss der Erstberufsausbildung oder soziale und materielle Unabhängigkeit von den Eltern.
Immer häufiger werden älteren Jugendlichen erwachsene Tätigkeiten zugeschrieben (sexuelles, politisches, konsumatorisches Verhalten). Daraus entstand die Stufe der Postadoleszenz. Auf dieser Stufe sind die Menschen psychologisch, sozial und politisch erwachsen, aber ökonomisch von den Eltern abhängig (vgl. August Flammer, 2002, S. 21). Häufig wird ein und derselbe Jugendliche (junge Mensch) in gewissen Lebenssituationen als Jugendlicher und in anderen Situationen als Erwachsener gesehen. Daraus resultieren zwei Möglichkeiten. Der Jugendliche kann sozial- emotional von den Eltern unabhängig sein, jedoch ökonomisch, also was die finanzielle Unterstützung betrifft, abhängig sein. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich. Das heißt der junge Mensch hat ökonomische Unabhängigkeit durch Berufstätigkeit erlangt, ist dennoch abhängig von der elterlichen Nähe. Abschließend lässt sich sagen dass das Jugendalter bis zum Erreichen des Erwachsenenstatus in vielen Fällen ein ganzes Jahrzehnt, oder mehr dauert. Eine konkrete zeitliche Festlegung ist nur schwer möglich.
1.3 Körperliche Entwicklung im Jugendalter
1.3.1 Pubertät und Veränderungen im Körperbau
Der Begriff Pubertät kommt von dem lateinischen Wort „pubers“ und bedeutet „erwachsen“. Sie beinhaltet alle körperlichen Veränderungen von Jungen und Mädchen im Übergang vom Kind zum Jugendlichen. Die bedeutsamsten Veränderungen während Pubertät sind: Veränderungen der Statur, Wachstumsschub mit Zunahme von Größe und Gewicht, Veränderungen im Herz-Kreislauf- sowie Atmungssystem, Entwicklung der primären Geschlechtsorgane (Hoden, Ovarien) und die Entwicklung der sekundären Geschlechtsorgane
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(Brust, Schambehaarung, Gesichts- und Körperbehaarung) (vgl. Grob, Jaschinski, 2003, S. 33 - 34). Die Pubertät ist vor allem gekennzeichnet durch einen starken Wachstumsschub, also eine Zunahme der Wachstumsgeschwindigkeit. Die Wachstumshormone beschleunigen das Längenwachstum und die Gewichtszunahme. Die Gewichtszunahme beruht auf dasWachstum der Muskeln und auf der Zunahme des Körperfettanteils. Das Muskelwachstum dauert bei den Jungen länger an, bei den Mädchen ist es umgekehrt. Somit haben die Jungen am Ende des Jugendalters etwa dreimal soviel Muskelmasse, bei den Mädchen ist diese Verteilung ausgeglichen, sie haben fast genauso viel Muskelmasse wie Fett. Vor diesem Wachstumsschub sind Jungen und Mädchen etwa gleich groß. Bei den Mädchen tritt dieser durchschnittlich zwei Jahre früher ein, als bei Jungen (Anhang 1). Das Wachstum bei den Mädchen ist jedoch nicht so stark wie bei den Jungen, daher sind die Mädchen am Ende der Pubertät durchschnittlich 12 cm kleiner (Anhang 1). Der Beginn des verstärkten Wachstums stellt sich bei Mädchen mit 12 Jahren ein und bei Jungen mit 14 Jahren(vgl. Peter Rossmann, 1996, S. 135).
Die körperliche Reifung entsteht aus den veränderten Prozessen des hormonellen und zentralen Nervensystems. Bei beiden Geschlechtern werden in dieser Zeit unterschiedliche Mengen von Androgenen und Östrogenen ausgeschüttet, ebenso steigt der Anteil von Testosteron bei Jungen um das 18-fache und bei Mädchen der Anteil des Estradiol um das 8fache.Die meisten hormonellen Veränderungen stellen sich aber nicht erst mit dem Beginn der Pubertät ein, sondern können schon viel früher eintreten. Es ist belegt, dass sich diese Veränderung schon im 7. Lebensjahr einstellen kann. (vgl. Grob, Jaschinski, 2003, S.34) Die Veränderungen der Körperproportionen in der Pubertät erfolgt nach allgemeinen Gesetzmäßigkeiten. Als erstes beginnt das Wachstum von Händen und Füßen, von Armen und Beinen, dann von Hüften und Schultern und zuletzt wird der Rumpf vom Wachstumsschub erfasst. Fast ausgeschlossen vom Wachstum ist der Kopf, da Schädel- und Gehirnwachstum schon im Kindesalter fast abgeschlossen sind.
1.3.2 Geschlechtsreifung
Wie schon erwähnt, setzt die Pubertät mit körperlichen Veränderungen ein. Damit verbunden ist auch die Geschlechtsreifung. Bei Jungen verläuft diese relativ einheitlich, bei den Mädchen treten jedoch größere individuelle Unterschiede auf. Bei Jungen beginnt die Geschlechtsreifung mit dem Wachstum von Hoden, Hodensack und ersten Schamhaaren,
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danach stellt sich das Peniswachstum ein und damit verbunden ist auch der erste Samenerguss. Als letztes beginnen die Achselhaare zu wachsen und die Haut rauer zu werden. Bei den Mädchen wachsen zu erst die Brüste und Schamhaare, dann verändern sich die Genitalien (Vergrößerung von Vagina, Schamlippen und Klitoris). Die Menarche (erste Blutung) tritt erst später ein.
Hauptverantwortlich für die Geschlechtsreifung ist die Veränderung des Hormonhaushaltes. Es werden vor allem Androgene, Östrogene und bei Mädchen Gestagene ausgeschüttet. Diese bewirken in Wechselwirkung mit dem Hypophysenhormonen und anderen Hormonen die Geschlechtsreifung. (vgl. Grob, Jaschinski, 2003, S. 34-36)
Das Jugendalter ist aber nicht nur durch die körperlichen Veränderungen gekennzeichnet. Zu äußeren, sichtbaren, Veränderungen kommen auch noch die inneren, nicht sichtbaren hinzu. Kommen wir also zu der Entwicklung des Denkens.
1.4 Kognitive Entwicklung
1.4.1 Nach Piaget
Jean Piaget beschrieb als einer der Ersten die kognitive Entwicklung im Kindes- und Jugendalter. Kognitiv beschreibt alle Prozesse des Denkens.Piaget unterscheidet vier Entwicklungsstufen:
1. sensu-motorisches Denken (Säuglings- und Kleinkindalter), 2. präoperationales Denken (Vorschulalter), 3. konkret-operationales Denken (Grundschulalter), 4. formal-operationales Denken (ab dem 10 Lebensjahr). (vgl. Grob, Jaschinski, 2003, S. 88)
Die Adoleszenz steht somit auch für das Erreichen einer höheren Stufe des Denkens. Das Jugendalter steht nach Piaget auf der Stufe des formal-operationalen Denkens. Doch bevor das Kind dieses Stadium erreicht, durchläuft es die sensumotorische Periode (vgl. Peter Rossmann, 1996, S. 143). In dieser hat das Kind ein gewisses praktisches Verhältnis an Erfahrungen entwickelt. Dennoch kann es in dieser Phase nicht als Denker bezeichnet werden. Erst im Stadium der konkreten Operationen hat das Kind Fähigkeiten entwickelt, die
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für das Denken notwendig, aber noch stark von der konkreten Erfahrung abhängig sind. Daher auch die Bezeichnung „konkrete“ Operationen. Erst mit dem Stadium der formalen Operationen, hat das Kind die Fähigkeiten zum völlig abstrakten Denken erreicht. Dabei kann es sowohl induktiv (vom Einzelfall zum allgemeinen Fall (Gesetzmäßigkeit)) als auch deduktiv (vom allgemeinen Fall zum Einzelfall) schlussfolgern, das inhaltliche Zutreffen der Sätze und Aussagen wird dabei weniger relevant, denn das Kind konzentriert sich vielmehr auf ihr Formen und ihren Wahrheitsgehalt. Weiterhin lernt es die Dinge kritisch zu betrachten, es kommt zu der Erkenntnis, dass das tatsächliche Vorhandene nur eine eingeschränkte Teilmenge des möglichen Denkbaren ist (vgl. Peter Rossmann, 1996, S. 143) 1.4.2 Nach Keating
Keating schreibt den Jugendlichen weitere kognitive Fähigkeiten zu:
1. Nachdenken über den Denkprozess (Metakognition), 2. Mehrdimensionales Denken, 3. Erkennen von Relativität.
1. Ältere Jugendliche nutzen in einem viel stärkeren Maße die Metakognition als jüngere. Zwar denken auch jüngere Kinder nach, aber wenn sie sich in einer Frage getäuscht haben, ändern sie einfach ihre Überzeugung. Im Gegensatz dazu sind ältere Jugendliche zusätzlich in der Lage über ihren Denkprozess nachzudenken. Sie überlegen sich wie und warum sie zu der falschen Annahme gekommen sind.
2. Des Weiteren denken Jugendliche nicht mehr nur ein- sondern auch mehr- dimensional. Sie beziehen daher mehrere Aspekte gleichzeitig in ihre Überlegungen mit ein und wägen diese gegeneinander ab.
3. Jugendliche sind fähig die Relativität von bestimmten Situationen, Regeln und Gesetzten zu erkennen, indem sie mehrere Dimensionen gleichzeitig betrachten. Dies ermöglicht es ihnen bestimmte Unterschiede zu erkennen und diese zu relativieren.
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1.5 Theoretische Entwicklungskonzepte nach Erikson und Havighurst
Es gibt eine Vielzahl von Modellen menschlicher Entwicklung. Wir wollen uns auf die Modelle von Erikson und Havighurst beziehen, da diese einen hohen Bekanntheitsgrad haben und sich sehr gut für die weitere Arbeit eignen.
1.5.1 Psychosoziale Stadien nach E. H. Erikson
Das Modell von Erikson eignet sich sehr gut, um die menschliche Entwicklung besser nachvollziehen zu können. Jedes Individuum muss dabei psychosoziale Stadien durchlaufen. Nach Erikson muss der Mensch acht Entwicklungsstadien absolvieren. Jedes dieser Stadien enthält einen bestimmten Konflikt, dieser muss in dem jeweiligen Stadium hinreichend bewältigt werden, so dass die nächste Stufe mit ihrem Konflikt erfolgreich überstanden wird. Im ersten Stadium muss der Säugling Vertrauen zu seiner Bezugsperson aufbauen, er sollte ein grundlegendes Gefühl von Sicherheit empfinden, Wärme und Nähe durch die Nahrungsaufnahme lassen solch ein Vertrauen entstehen. Bekommt das Kind diese Wärme und Nähe nicht, dann kann dies zu einem tiefliegenden Gefühl von Misstrauen führen. In der zweiten Stufe soll das Kind ein rechtes Gefühl von Autonomie entwickeln. In dieser Stufe lernt das Kind laufen und entwickelt langsam eine Sprache, es erkundet stärker seine Umwelt und trifft dabei auf Objekte und Menschen. Hier ist es wichtig, dass das Kind ein Selbstwertgefühl entwickelt, jedoch kann durch ständiges Einschränken und ständige Kritik dieses Selbstwertgefühl negativ beeinflusst werden und zu Selbstzweifel führen. Im Vorschulalter entwickelt das Kind Vertrauen in seine Umgebung und in sich selbst, es kann sowohl geistige als auch körperliche Aktivität veranlassen. Je nachdem wie die Eltern auf diese initiierten Aktivitäten reagieren, entwickelt sich das Gefühl von Freiheit und Selbstvertrauen oder das Gefühl von Schuldbewusstsein.
Nachdem das Kind dieses Stadium erfolgreich bewältigt hat, ist es bereit eigene Kompetenzen zu entwickeln. Die Grundschuljahre sind dafür bestens geeignet. Durch Fächer wie Sport, Werken und Zeichnen etc. kann das Kind geistige und motorische Fertigkeiten entwickeln. Soziale Kompetenzen entwickelt es durch die Interaktion mit Gleichaltrigen. Das Kind spürt ein Kompetenzgefühl, wenn es durch Anstrengung und Bemühung erfolgreich ist. Durch ständige Misserfolge kann das Kind Minderwertigkeitsgefühle bekommen, es fühlt sich ausgegrenzt und unfähig und kann somit nicht den Anforderungen der nächsten Stufe gerecht werden.
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Eine weitere wichtige Phase stellt die Adoleszenz dar, hier entdeckt der junge Mensch seine wahre und eigene Identität. Findet er sie nicht, da er durch das unterschiedliche Publikum auch unterschiedliche Rollen übernimmt und somit verwirrt ist, hat das schwere Konsequenzen für das nächste Stadium, denn er baut kein stabiles Selbstbild auf. Im frühen Erwachsenenalter steht dann der Konflikt zwischen Intimität und Isolation an. Hierbei ist es wichtig, dass der Mensch sich gegenüber anderen (nahestehenden) Personen öffnet, tiefe emotionale und sexuelle Bindungen eingehen kann. Dazu ist es nötig ein Teil seiner Privatsphäre aufzugeben und auch eine stabile Identität in der vorherigen Phase gefunden zu haben. Hat der Mensch diese stabile Identität nicht oder ist er nicht in der Lage sich zu öffnen, dann führt das zu Isolation.
Das mittlere Erwachsenenalter ist durch Generativität und Stagnation gekennzeichnet. In dieser Phase ist man weniger auf sich selbst bedacht, sondern beschäftigt sich mehr mit der Familie, Arbeit und der zukünftigen Generation. Wurden die früheren Phasen nicht erfolgreich bewältigt, bewegt man sich immer noch auf dem Gebiet der Selbstfindung und stellt zurückliegende Entscheidungen in Frage.
Das letzte Stadium, das hohe Erwachsenenalter, hat zum Ziel, dass der alte Mensch ohne Bedauern zurückblickt. Wurden in den vorangehenden Stadien Krisen nicht bewältigt, so stellt sich beim alten Mensch ein Gefühl von Verzweiflung ein.
Das Modell von Erikson eignet sich sehr gut, wenn man die Fortschritte eines Menschen im Laufe seines Lebens verfolgen möchte. Da die Entwicklung der Identität im Jugendalter eine wichtige Aufgabe darstellt, möchten wir uns im Folgenden näher mit dem Stadium der Adoleszenz und die Findung der Identität befassen. (vgl. Zimbardo, 2004, S. 470-472)
1.5.2 Identität nach Erikson
In der fünfen Entwicklungsetappe, welche das Jugendendalter ist, tritt die Krise Identität vs. Rollendiffusion auf. Schon in den vorherigen Etappen treten Vorformen der Identität auf, jedoch verlaufen diese unbewusst ab (vgl. Grob, Jaschinski, 2003, S. 43). Selbst nach der Pubertät bleibt die Wichtigkeit der Identität bestehen.
In der fünften Phase ist das Zusammenwirken von positiver und negativer Identität wichtig, der Jugendliche fragt sich: Wer bin ich und was will ich nicht sein? Alle Identifizierungen auf die man sich vorher verlassen konnte, werden nun in Frage gestellt. Der sich entwickelnde und wachsende Jugendliche sucht seine Rolle in der Gesellschaft und versucht diese zu
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festigen (vgl. Bubolz, 2000, S. 30). Die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ erlangt der junge Mensch durch eine realistische Einschätzung seiner eigenen Persönlichkeit. Zur Bestimmung des Selbst werden vergangene und gegenwärtige Erfahrungen und Zukunftserwartungen in Betracht gezogen, sie vermitteln die Erfahrung von Kontinuität des eigenen Selbst (vgl. Grob, Jaschinski, 2003, S. 43). Der Jugendliche setzt sich mit Themen wie Beruf, Politik, Religion etc. auseinander. Sie entwickeln in bestimmten Bereichen eine persönliche Haltung und identifizieren sich damit. So ist auch eine Integration in die Gesellschaft gewährleistet. Die jungen Menschen finden einen Platz in der Gesellschaft und Gefühle wie Treue, Loyalität, Wohlbefinden und Selbstachtung kommen auf. Verläuft diese Integration nicht erfolgreich kommt es laut Erikson zur Identitätsdiffusion. Der Jugendliche schafft es nicht seine bisherige Geschichte mit der Zukunftserwartung zu vereinen. Ist der Ausgang der Krise positiv, so besitzt der Jugendliche am Ende dieser Phase eine realistische Selbstkenntnis, überwindet er diese Krise nicht, stagniert er in einem Zustand von Verwirrung (vgl. Grob, Jaschinski, 2003, S. 44).
Die Identitätskrise im Jugendalter ist nach Erikson eine ernst zu nehmende Phase, denn nur hier hat der Mensch die Chance seine Wesenseinheit zu stabilisieren. Im weiteren Entwicklungsverlauf kommt es vor, dass der Mensch auf Grund von Veränderungen seine Identität anpassen muss, es kommen neue Rollen auf die Person zu, z. B. die Rolle als Elternteil, Ehepartner, Arbeitnehmer und vieles mehr.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Identität durch die gesamte Entwicklung zieht und auch nach der Adoleszenz noch nicht endgültig feststeht. Wenn sich der Mensch im eigenen Körper wohlfühlt, wenn er weiß, wo er steht und weiß wo er hin will und sich darüber im Klaren ist, dass er dafür Akzeptanz und Anerkennung bekommt, dann hat er das optimale Gefühl von Identität erlangt. „Identität impliziert ein Gefühl der Einigkeit mit sich selbst und der Kontinuität über die Zeit“ (Flammer 2002, S. 160).
1.5.3 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter nach R. Havighurst
Wie schon erwähnt verändert sich der Mensch im Laufe des Lebens, damit ist nicht nur das Aussehen gemeint, er ändert auch seine Ansichten, Interessen und Lebensgewohnheiten. Sicherlich hängt das damit zusammen, dass sich stetig die Lebensumstände verändern und somit auch die Entwicklungsaufgaben. Nach der Schulzeit beginnt das Berufsleben, meistens folgt darauf die Gründung einer Familie. Während des Lebens muss sich der Mensch immer
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Arbeit zitieren:
MA Sebastian Müller, 2007, Berufliche Identität im Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
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