Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Allgemeine Bemerkungen zur afrikanischen Musik
3 Zum Begriff der Tonsprache
3.1 Zum Verhältnis von Tonsprache und Musik
4 Silbenerweckung durch Melodiestrukturen
5 Sprache und Rhythmus
6 Resümee
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1 Einleitung
Zu Beginn werde ich allgemein etwas zum Wesen der afrikanischen Musik schreiben, um zumindest ansatzweise aufzuzeigen, wie diese sich von der uns vertrauten europäischen Musik unterscheidet. Dies erscheint mir sinnvoll, um zumindest eine leise Vorstellung von der Andersartigkeit der afrikanischen Musik zu vermitteln, bevor ich dann zu dem eigentlichen Thema komme.
Von grundlegender Bedeutung ist hier der Begriff der Tonsprache, den ich anschließend näher erläutern möchte, um dann konkret auf die Beziehungen dieser Tonsprachen und der Musik zu sprechen zu kommen.
2 Allgemeine Bemerkungen zur afrikanischen Musik
Zwischen der uns vertrauten abendländischen Musik und der afrikanischen Musik bestehen grundlegende qualitative Unterschiede. Mir persönlich scheint, der wesentlichste Unterschied besteht darin, daß es in der abendländischen Musik in großem Maße um die Erfüllung bestimmter Standards geht, die als Ideal gelten. Innerhalb der Erfüllung dieser Ideale gibt es dann künstlerische Freiheiten, die jedoch , an afrikanischen Maßstäben gemessen, relativ beschränkt bzw. standardisiert erscheinen. In der afrikanischen Musik herrscht in dieser Hinsicht größere Freiheit. Dem Musiker sind hier wesentlich weniger Schranken in Hinsicht auf seine Ausdrucksmöglichkeiten auferlegt. Ich denke, es geht den afrikanischen Musikern weniger um die glanzvolle Erfüllung bestimmter Idealvorstellungen, wie z.B. das technisch einwandfreie Beherrschen eines Instruments oder auch das Interpretieren eines Stückes unter Berücksichtigung überlieferter, festgelegter Standards, z.B. in Hinsicht auf Tempo, Dynamik usw. , sondern vielmehr um das Erreichen einer möglichst intensiven, persönlichen, emotionalen Äußerung, in dieser Hinsicht vielleicht vergleichbar mit der abendländischen Rockmusik, die ihre Wurzeln ja auch in Afrika hat. Es gibt kein einheitliches afrikanisches Tonsystem. Viele unterschiedliche Tonsysteme sind in den unterschiedlichen Musikarten zu finden. Das einzelne Tonsystem ist nicht statisch, so wie es uns vertraut ist, sondern
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verfügt über eine gewisse Flexibilität. So kann z.B. ein Musiker sein Instrument an verschiedenen Tagen unterschiedlich stimmen und dennoch sagen, es handele sich um dieselbe Stimmung. Eurozentristisch geprägte Menschen werden hierüber vermutlich lächeln und sagen, dieser Musiker verstehe es halt nicht besser oder wisse vielleicht gar nicht, was eine Stimmung ist. Ich denke, hier zeigt sich der oben erwähnte Unterschied in der Auffassung von Musik sehr deutlich. Für den afrikanischen Musiker ist es durchaus dieselbe Stimmung. Sicherlich weiß er, daß er nicht exakt die Tonhöhen des anderen Tages reproduziert hat, aber darauf kommt es ihm auch gar nicht an. Ein bestimmtes Musikstück muß eben nicht unbedingt jedes Mal nahezu identisch klingen. Es kommt mehr auf den Charakter des Stückes an, auf die Melodien, die Rhythmen, die Dynamik, die das Stück ausmachen und dieses auch bei kleinen Veränderungen, z.B. eben bezüglich der Stimmung, dennoch dasselbe Stück sein lassen.
Ein afrikanisches Tonsystem kann fünf, sechs, sieben oder mehr Töne enthalten. Diese stimmen teilweise mit der abendländischen Tonleiter überein, teilweise liegen sie auch zwischen den uns bekannten Intervallen. In der Vokalmusik findet man im Gegensatz zu den temperierten instrumentalen Tonsystemen meist reine Skalen aus Naturtönen. Bei Instrumental-grundlage passen sich die Sänger automatisch dem temperierten Tonsystem an.
Ein weiteres Merkmal afrikanischer Musik ist die andersartige Tongebung und -gestaltung. Im Gegensatz zu dem bei uns vorherrschenden Ideal des reinen, vibratolosen Tons, legen afrikanische Musiker Wert auf einen charakteristischen Ton. Dazu schreibt Kubik :
Während in der abendländischen Musik eine Art der Tongebung zum Standard wird, bestehen in der afrikanischen Musik viele Abstufungen, die als Ausdrucksmittel eingesetzt werden. Die Stimm e eines Sängers wirkt oft belegt und verhangen, manchmal aber auch seltsam klar und leuchtend. Die Intonation, die Tonschattierungen und die Gleittöne afrikanischer Sänger lassen sich in Noten kaum aus-
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Auch hier also wieder größere Flexibilität.
1 In : Gerhard Kubik, „Musikgestaltung in Afrika“, S. 29.
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Arbeit zitieren:
Florian Görner, 1999, Einführung: Über das Verhältnis von Sprache und Musik in afrikanischen Ländern mit Tonsprache, München, GRIN Verlag GmbH
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Giovanni Lorenzo Bernini: Daniel und Habakuk
Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
Seminararbeit, 21 Seiten
Zu: Joseph Beuys - Komposition für zwei Musikanten (1963)
Kunst - Installationen, Aktionskunst, 'moderne' Kunst
Seminararbeit, 14 Seiten
Nam June Paik - Video / Zwischen Kritik und Kooperation
Kunst - Computerkunst, Medienkunst
Hausarbeit, 56 Seiten
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