Inhaltsverzeichnis:
1) EINLEITUNG 2
2) NATURWISSENSCHAFTLICHE SICHTWEISE 2
2.1 Der „Urknall“ 2
2.2 Geschichte des Universums 3
2.3 Unbeantwortete Fragen 4
3) DER BEGRIFF SCHÖPFUNG 6
3.1 Schöpfung aus dem Nichts 6
3.2 Schöpfung in der Bibel 6
4) DIE KIRCHLICHE LHRE VON DER CREATIO EX NIHILO 7
4.1 Anfänge der kirchlichen Lehre 7
4.2 Creatio ex nihilo bei Irenäus von Lyon 9
5) ZUR SCHÖPFUNGSTHEOLOGIE DES AUGUSTINUS 10
5.1 Schöpfer und Schöpfung 10
5.2 Creatio ex nihilo 11
5.3 Theorie einer Simultanschöpfung 11
5.4 Zeit und Ewigkeit 12
6) ZUR SCHÖPFUNG BEI THOMAS VON AQUIN 12
6.1 Schöpfung im Werk „Summa Theologica“ 12
6.2 Konkretes zur Creatio ex nihilo 13
7) SCHLUSS 14
LITERATURVERZEICHNIS
2
1) EINLEITUNG
Widersprechen sich Theologie und Naturwissenschaft? Schließen sie sich gegenseitig aus? Oder lassen sie sich miteinander vereinbaren?
In die vergangenen Jahrhunderte zurückblickend sehen wir eine schier unendliche Fülle von immer öfter aufkommenden Infragestellungen, Angriffen und Abwehrhaltungen, sowohl auf Seiten der Kirche als auch auf Seiten der Naturwissenschaft. Eines der nach wie vor aktuellen Themen der Diskussion zwischen Naturwissenschaften und Theologie ist die Entstehung der Welt. Vom Schöpfungsbericht des Alten Testaments hört man nur noch wenig, denn unserer aufgeklärten Gesellschaft wurde er nicht mehr zumutbar und somit ließen sich die ersten Kapitel des Buches Genesis recht rasch in den Hintergrund drängen. 1 Hierfür ist größtenteils die immer mehr vorstoßende und erstarkende Naturwissenschaft verantwortlich. Scheinbar längst überholte Ansichten werden mehr und mehr mit modernen, konkurrierenden Wissenschaftstheorien konfrontiert und zu widerlegen versucht. Die Urknalltheorie, Raum-und Zeitkrümmung sowie auch die Evolutionstheorie vertragen sich ganz offensichtlich nicht mit der Schöpfung durch Gott. Doch wie denkt sich denn die Naturwissenschaft die Entstehung des Universums? Was bedeutet überhaupt Schöpfung und Schöpfung aus dem Nichts und wie hat sich die Lehre darüber entwickelt? Auf diese Fragen möchte ich in meiner Arbeit weiter eingehen.
NATURWISSENSCHAFTLICHE SICHTWEISE
2.1 Der „Urknall“
Die Physik gliedert sich in viele Teilgebiete. Davon ist wohl „das spekulativste“ 2 die Kosmologie, die sich hauptsächlich auf Theorien und Annahmen stützt. Mittlerweile hat man diese aber zureichend untermauern und bestätigen können, sodass heute von einem „kosmologische[n] Standardmodell“ 3 die Rede ist. Hierfür ist wohl als wichtigster Begriff der Urknall hervorzuheben, der nach dem kosmologischen Standardmodell etwa 15 Milliarden Jahre zurück liegen muss. Begonnen mit einem „extrem heißen und dichten Anfangszustand“ 4
1 vgl. Ratzinger, Joseph Cardinal: Im Anfang schuf Gott. Vier Münchener Fastenpredigten über Schöpfung und Fall, in: Konsequenzen des Schöpfungsglaubens. Freiburg i. Brsg. 1996, 19.
2 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 688.
3 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 688.
4 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 688.
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dehnte sich von hier an das Universum explosionsartig konstant aus. Das bedeutet, dass sich die Galaxien immer weiter von unserer Galaxie wegbewegen und das umso schneller, je weiter sie von uns schon entfernt sind. Diese gleichmäßige Expansion der Galaxien kann beobachtet werden und es wurde erstmals 1929 von Edwin Hubble entdeckt. Nur die uns benachbarten Galaxien entfernen sich nicht, da wir durch Gravitationskraft mit ihnen verbunden sind und diese verhindert, dass sich die Galaxien auseinander bewegen können. 1915 veröffentlichte Albert Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie, die als „wichtigste Vorraussetzung der modernen Kosmologie“ 5 gilt. Diese besagt, dass sich das Universum in der Zeit entwickelt. Das heißt, es gibt also zwei vorstellbare Entwicklungstheorien und somit auch zwei vorhersehbare Szenarien: Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Ausdehnung des Universums, die mit dem Urknall begonnen hat, irgendwann stoppt und das Universum nach Milliarden von Jahren wieder in sich zusammenfällt. Andererseits könnte die Ausdehnung des Universums auch nie aufhören. Welche der beiden Annahmen zutreffend ist liege nach Einstein an der „Dichte der Materie“ 6 des Universums. Denn würde diese Materie eine kritische Konstante überschreiten, wäre die Gravitationskraft dieser Massen für eine Umkehrung der Ausdehnung ausreichend.
Die Fragen, wo und wann denn der Urknall geschah, beantwortet Einstein in seiner Relativitätstheorie damit, dass Raum und Zeit erst mit dem Entstehen des Universums im Urknall hervorgebracht wurden. Vorher waren sie nicht existent. Auch den genauen Punkt des Universums, von dem das Wegdriften ausgeht, ist für Einstein weder unsere Galaxie noch irgendeine andere. Er beschreibt es vielmehr mit dem Beispiel eines Luftballons. Denn beobachtet man einen beliebigen Punkt auf dessen Gummidecke, wird ersichtlich, dass sich alle Punkte der Gummihülle gleichmäßig voneinander entfernen, wenn der Innenraum mit Luft gefüllt wird.
2.2 Geschichte des Universums
Gemäß der Relativitätstheorie war das Universum im Urknall auf einen Punkt komprimiert und es herrschte eine extrem hohe Dichte und Temperatur. Die moderne Physik geht jedoch davon aus, dass bei diesen „extrem hohen Energien der Materie“ 7 die allgemeine Relativitätstheorie nicht gelten kann, da es sich hier um unendlich viele physikalische Größen
5 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 689.
6 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 689.
7 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 690.
4
handelt und dies dem Verständnis physikalischer Gesetze widerspricht. Dieses Problem betrifft die ersten 10 -43 Sekunden nach dem Urknall, die auch als so genannte Planckzeit bezeichnet wird. Bis heute sind Aussagen über diese kurze Zeitspanne äußerst spekulativ, denn eine Theorie, die Aufschluss darüber geben kann, wurde bis heute noch nicht gefunden. In der weiteren Entwicklung des Universums haben sich die Elementarteilchen herausgebildet, so wie wir sie auch heute noch kennen. Jedoch gibt es über diese Entstehungsphase nur wage Theorien, wie zum Beispiel, dass es unmittelbar nach dem Urknall zu einer „inflationären Phase“ 8 gekommen ist, in dem sich das Universum um vieles schneller als zuvor und danach ausgedehnt hat. Nachdem die Materie langsam abgekühlt ist, bildeten sich wahrscheinlich Gas und Plasma aus den uns bekannten Teilchen und es setzte der Vorgang der Nukleosynthese ein, der Wasserstoff und Helium im Verhältnis von ungefähr 3:1 hervorbrachte. Dieses Verhältnis ist bis heute bei astronomischen Beobachtungen und Messungen klar zu erkennen und ist so auch eine wichtige Bestätigung für das kosmologische Standardmodell. Erst nach circa 300 000 weiteren Jahren ist unser Kosmos so weit abgekühlt, dass sich Materie bilden konnte, wie sie auch heute noch auf der Erde vorzufinden ist. Des Weiteren bildeten sich Sterne und Galaxien heraus. Je größer die Masse eine Sterns, umso höher ist seine Temperatur und umso schneller verbrennt er. Im äußersten Fall steht am Ende ihres Lebens eine Explosion in einer „Supernova“ 9 , in der letztendlich die schweren Elemente hervorgebracht werden, durch die unter anderem auch unsere Sonne entstanden ist.
2.3. Unbeantwortete Fragen
Da man sich in der Kosmologie zumeist auf Theorien stützt, vor allem auf das Kosmologische Standardmodell, gibt es in vielen Bereichen Fragen, die bis heute nicht geklärt werden.
Im Zusammenhang mit dem kosmologischen Standardmodell drängt sich zunächst die Frage auf, wie denn die „kosmologische Konstante“ 10 zu bewerten und auch zu berechnen sei. Diese Konstante wirkt gegen die Gravitationskraft und bewirkt eine „gleichmäßige Abstoßung im Raum“ 11 . Einstein, der diese gleichmäßige Konstante als erster mit in seine Überlegungen einbezogen hat, hat sie auch genauso schnell wieder verworfen. Spätere Wissenschaftler haben aber eine genau solche Konstante gefunden, berechnen kann man sie allerdings nicht.
8 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 691.
9 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 692.
10 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 692.
11 Bauberger, Stefan: Schöpfung oder Urknall? in: StZ 125 (2000), 692.
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Arbeit zitieren:
Barbara Bauer, 2008, Urknall und Schöpfung: Creatio ex Nihilo, München, GRIN Verlag GmbH
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