Inhaltsverzeichnis:
1) EINLEITUNG 2
2) DER BEGRIFF ESCHATOLOGIE 2
3) SYSTEMATISCHE REFLEXION
3.1 Entwicklung des Todesverständnisses 3
3.2 Hingabe durch Liebe 4
3.3 Auferstehung 5
3.4 Vom Tod bis zur Auferstehung 6
3.5 Gericht 7
3.6 Läuterung 7
3.7 Ewige Verdammnis 8
3.8 Vollendung 9
3.9 Vereinigung der Individuellen und der Allgemeinen Eschatologie 9
4) ESCHATOLOGIE IM UNTERRICHT 10
4.1 Problematik und Ziele 10
4.2 Bilder als Medium 10
4.3 Entwurf einer Unterrichtsstunde 11
4.3.1 Motivationsphase 12
4.3.2 Hinführungsphase 12
4.3.3 Präsentationsphase 13
4.3.4 Erarbeitungsphase 13
4.3.5 Fixierungsphase 13
5) SCHLUSS 14
ANHANG
LITERATURVERZEICHNIS
2
1) EINLEITUNG
Die Frage nach dem Jenseits und einem Leben nach dem Tod beschäftigt die Menschheit schon seit Jahrtausenden. Immer wieder wurde diese existentielle Frage durch verschiedenste Vorstellungen und Glaubensansätze zu bewältigen versucht, wobei hierin vor allem die Religionen genauere Hoffnungsansätze darlegen. Besonders die abrahamitischen Religionen zeigen hier klare Parallelen und Gemeinsamkeiten in der Todes- und Jenseitsvorstellung, sind schon ihre Schriften von Hoffnungen und Warnungen davon gespickt. Heutzutage wird das Thema Sterben und Tod aber mehr und mehr verdrängt und sich nicht genügend damit auseinandergesetzt, obgleich es doch von großer Wichtigkeit ist, verschiedene Hoffnungsansätzen oder Vorstellungsmodelle kennen zu lernen, um sich über seinen eigenen Standpunkt und seinen eigenen Glauben klar zu werden und letztendlich dadurch auch ein Stück zu sich selbst zu finden. In diesem Zusammenhang werden oftmals Begriffe gebraucht, die uns in ihrer wirklichen Bedeutung gänzlich unbekannt sind. Hier tun sich besonders Jugendliche schwer, die eine oft noch verräumlichte oder verdinglichte Vorstellung in ihrem Glauben haben; dies trägt schnell bei, den Glauben an ein ewiges Leben als realitätsfern und unsinnig zu empfinden.
Himmel, Hölle, Fegefeuer, Gericht - was man sich unter diesen Begrifflichkeiten vorstellen darf, wo man sie letztendlich anzusiedeln sind und wie die Botschaft vom ewigen Leben im Religionsunterricht an Jugendliche herangetragen werden kann wird im Folgenden erläutert.
2) DER BEGRIFF ESCHATOLOGIE
Die Eschatologie ist die Lehre über die letzten Dinge, also die Lehre über das, was nach christlichem Glauben im und nach dem Tod eines Menschen geschieht. Die Eschatologie lässt sich in zwei Gebiete teilen: so gibt es die Allgemeine (Kollektive, Universale) und die Individuelle Eschatologie. Die allgemeine Eschatologie behandelt die Vollendung der Menschheit und der Welt, die individuelle Eschatologie handelt von der Vollendung des Einzelnen. Beide durchdringen sich jedoch gegenseitig und vereinen sich am Ende notwendigerweise ganz, da der Mensch „einzelner und Glied einer Gemeinschaft ist“ 1 . Der Mensch erfährt also nach seinem Tod die individuelle Vollendung, dem Ende der
1 Kasper, Walter (Hg.): Eschatologie, in: LThK 3 ( 3 1995), 875.
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Menschheit folgt dann die universale Vollendung. So ist es ausreichend hier nur auf eine der beiden, die individuelle Eschatologie, näher einzugehen.
3) SYSTEMATISCHE REFLEXION
Die individuelle Eschatologie zeichnet dem Menschen Bilder und Vorstellungen von der Zukunft in und besonders nach seinem Tod, die den Menschen für das, was ihn nach dem Tod erwartet, sensibilisieren sollen. Diese Bilder zeigen sich als verschiedene Stationen: Tod, Gericht, Läuterung, Auferstehung und Vollendung. Der vorrangig bildhaft Charakter muss in den einzelnen Stationen und Vorstellungen aber stets bewusst wahrgenommen und bewahrt werden, denn sie fungieren nicht als feste Reihe von Ereignissen die zwingend eintreten. Sie können stets ausgetauscht und ergänzt werden. 2
3.1 Der Tod
In der Neuscholastik wurde besonders die Station des Todes näher definiert: Dass das Sterben für den Menschen unumgänglich ist, weiß man auch ohne einen Glauben zu haben. Der Mensch ist ein determiniertes Geschöpf und sein Dasein auf der Welt läuft gezwungenermaßen früher oder später auf den Tod hinaus. Alles Reden über den Menschen beinhaltet somit auch gleichzeitig schon seinen Tod. Dieser Punkt darf allerdings nicht negativ bewertet werden, denn durch den Tod wird schließlich erst die erlösende Botschaft Gottes verkündet. Er bildet die Grundlage dafür. Somit ist der Mensch dazu aufgefordert, seinem Leben einen positiven Sinn zu geben und auch für seine Mitmenschen das Leben aktiv zu verbringen.
Da die Zeitspanne zwischen Geburt und Tod einem rastlosen Dasein gleicht, wird das Leben von der Neuscholastik auch als eine Art Pilgerschaft bezeichnet. Der Mensch legt seinen Lebensweg zurück. Während er unterwegs ist, muss er aber auch immer wieder den richtigen Weg finden und Entscheidungen treffen. Der Tod als Endpunkt des Lebens stellt deshalb auch gleichzeitig das Ende des Pilgerstandes dar: Die Entscheidungen im Leben werden durch den Tod endgültig und unumkehrbar. Da das Leben einmalig ist, müssen Entscheidungen entschlossen gefasst werden, da sie nicht beliebig oft wiederkehren. Mit dem Tod kann der Wert, den man seinem Leben verliehen hat, nicht mehr erhöht werden. Er besiegelt sozusagen
2 vgl. Schneider, Theodor: Handbuch der Dogmatik Band 2, Düsseldorf 3 2006, 450.
4
das Leben eines Menschen. Es finden sich auch in der Bibel genügend Stellen, die den Menschen ermahnen und ihn aufrufen, den Weg des Lebens wachsam zu beschreiten. Sie führen dem Menschen vor Augen, dass Entscheidungen durch den Tod endgültig werden, wie zum Beispiel in Mt 25, 13:
„Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder Zeit noch Stunde.“ Mt 25, 13 Auch in ihrer Begründung, warum der Tod für Menschen existiert, beruft sich die kirchliche Lehrtradition immer wieder auf den Römerbrief:
„Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten“ Röm 5, 12 So war die traditionelle Interpretation, dass der Tod erst durch die Sünde den Menschen aufgebürdet wurde. Der paradiesische Mensch war nämlich ein unsterbliches Geschöpf Gottes, der aufgrund der Sünde von Gott bestraft wurde. Seine Unsterblichkeit wurde ihm genommen und er erhielt dafür den Tod. Die Vorstellung, dass der Mensch einst vom Tod verschont wurde, bereitet heute aber schon allein durch die Naturwissenschaft Schwierigkeiten, denn jedes Lebewesen ist in den Kreislauf von Werden und Vergehen eingegliedert. Paulus verkündet aber im ersten Korintherbrief den Sieg über den Tod: „Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod“ 1Kor 15, 26
„Seht, ich enthülle euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden -“ 1 Kor 15, 51
Dadurch wird deutlich, dass nach Paulus der Sieg über den Tod nicht auf die Vernichtung dessen abzielt, sondern auf die Verwandlung. Hierauf bezieht sich auch die Interpretation der neueren Theologie: Der paradiesische Mensch war nicht unsterblich, sondern er konnte den Tod als „Geburt zu einem neuen Leben“ 3 annehmen. Somit ist nicht der Tod an sich die Folge der Sünde, sondern die negative Erfahrung des Todes. Er hat den Tod nicht als etwas Schlechtes gesehen, sondern als Vollendung erfahren, weil er imstande war zu vertrauen und zu lieben. Darum sind die Menschen dazu aufgerufen, die Situation umzukehren, indem sie sich in ihrem Leben an die Glaubensbotschaft halten. 4
3.2 Liebende Hingabe
Obgleich der Tod ja schon jedes Menschenleben begleitet, kann dieser aber auch als Tun des Menschen selbst gesehen werden und schon während des Lebens vollzogen werden. Schon im Leben selbst kann der Mensch durch Hingabe im Sinne von Nächstenliebe den Tod
3 Schneider, Theodor: Handbuch der Dogmatik Band 2, Düsseldorf 3 2006, 453.
4 vgl. Schneider, Theodor: Handbuch der Dogmatik Band 2, Düsseldorf 3 2006, 450f.
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Arbeit zitieren:
Barbara Bauer, 2009, Was dürfen wir hoffen?, München, GRIN Verlag GmbH
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