Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.0. Freiheit und Determinismus - Begriffserläuterungen
2.1. Wie definiert sich Freiheit
2.2. Der Libertarianismus
2.3. Der Inkompatibilismus
2.3. Der Kompatibilismus
3.0. Kritiker und Verfechter der Willensfreiheit und ihre Theorien
3.1. Das Libet-Experiment
3.2. Unbewusste Handlungen
3.3. Die Theorie von Laplace
3.4. Die Chaostheorie
3.5. Die Heisenbergsche Unschärferelation
3.6. Kritik am Libertarianismus
4.0. Persönliche Stellungnahme
5.0. Quellenverzeichnis
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„Seit Langem ist über die Bedeutung des Kausalgesetzes in der Natur- und Geisteswelt, über Sinnliches und Übersinnliches, über Willensfreiheit und Willensgebundenheit nicht so heftig gestritten worden, wie in unseren Tagen, und man kann sagen, dass über diese Dinge in weiten Kreisen gegenwärtig eine höchst unerfreuliche Unklarheit besteht.“ (Max Planck, 1923)
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1. Einleitung
Ende der 1970er in Posen (Polen): Witek Dlugosz ist auf dem Weg zum Bahnhof. Er hat sein Studium auf Eis gelegt, will nach Warschau fahren… Die beschriebene Situation ist die Schlüsselszene des polnischen Films „Der Zufall möglicherweise“ aus dem Jahr 1981. Regisseur Krzysztof Kieslowski setzt sich darin mit der Rolle des Zufalls und des Determinismus als Elemente des menschlichen Daseins auseinander. In drei Episoden mit gleicher Ausgangshandlung, wird das Leben des Protagonisten beleuchtet. In der ersten Episode springt Witek auf den bereits fahrenden Zug und beginnt in Warschau eine Karriere als kommunistischer Politiker. In der zweiten Episode verpasst er den Zug, gerät mit einem Bahnpolizisten aneinander und wird daraufhin zum Oppositionellen. In der dritten Version schließlich, verpasst er den Zug, trifft am Bahnhof eine Studienkollegin, verliebt sich in sie, heiratet und lebt ein Leben fernab jeder Politik. (Vgl.: Wikipedia.de, Der Zufall möglicherweise) Die großen Fragen des Films: Gibt es eine schicksalhafte Fügung oder wird das Leben letztendlich von Zufällen geprägt? Wie viel Einfluss haben wir selbst auf unser Leben und wie viel liegt außerhalb unseres Entscheidungsspielraums, weil es von äußeren Kräften bestimmt wird? Haben wir die Möglichkeit zwischen Alternativen zu entscheiden und wenn ja: Was bedeutet moralisch gerechtfertigtes Handeln? Die Frage nach der Willensfreiheit, nach Determinismus und Zufall, nach Ursache und Wirkung, beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrhunderten. Philosophen wie Immanuel Kant, Physiker wie Max Planck, Biologen wie Gerhard Roth oder Psychologen wie Wolfgang Prinz haben zum Thema Stellung genommen. Eine klare Antwort scheint es nicht zu geben. Zu viele unterschiedliche Auffassungen kursieren, jeder will auf seine Art beweisen ob und wenn ja wie und warum es Willensfreiheit geben muss oder nicht. Folgende Hausarbeit soll die unterschiedlichen Standpunkte zur Willensfreiheit - wie den Libertarianismus, den Inkompatibilismus und den Kompatibilismus - beleuchten, sie auf philosophische Weise hinterfragen und letztendlich dazu Stellung beziehen.
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2.0 Freiheit und Determinismus - Begriffserläuterungen
Die Freiheit des Menschen wird im Volksmund als „wertvollstes Gut“ bezeichnet. Doch mit Freiheit ist nicht nur äußere Freiheit - sozial, politisch und rechtlich - gemeint, sondern auch die so genannte innere Freiheit: Die Möglichkeit, individuelle Fähigkeiten zu nutzen und zu erweitern. Zusätzlich wird im Bezug auf Freiheit der Anspruch erhoben, zwischen gebotenen Alternativen abwägen und letztendlich auf rationaler Grundlage Entscheidungen treffen zu können. Innere Freiheit und Entscheidungsfreiheit sind maßgebliche Elemente der Willensfreiheit - der Freiheit des Menschen, willentlich zu handeln. Ein freier Wille ermöglicht ein selbst bestimmtes und auf eigene Verantwortung aufbauendes Leben. (Vgl.: Wikipedia.de, Freiheit)
Doch was, wenn die Freiheit des Willens eine Wunschvorstellung ist? Wenn letztendlich vorherbestimmt ist, wie wir uns entscheiden? Wenn feste Naturgesetze unser Handeln bestimmen? Philosophen sprechen dabei vom „Determinismus“ (lat.: determinare = „abgrenzen“, „bestimmen“). Der Determinismus sagt, dass alle Ereignisse, die eintreten, bereits im Vorfeld festgelegt sind. Die Welt funktioniert, laut dem Determinismus, allein auf der Grundlage von Ursachen und ihren Folgen. Alles was geschehen ist, musste exakt so geschehen, weil bereits im Vorfeld die Weichen dazu gestellt wurden. (Vgl.: Philosophieverstaendlich.de, Determinismus)
Wenn die Freiheit des Willens also wirklich nicht existiert, kann man dann noch von Schuld sprechen oder von moralischem Handeln auf Grund eigener ethischer Richtlinien? Trägt nur der Verantwortung, der einen freien Willen hat und entlässt der Determinismus den Menschen deshalb von jeglicher Schuldfähigkeit? Wer nicht frei ist, handelt wie er handelt, weil er so handeln muss. Darf er dann bestraft werden? Ist unser modernes Rechtssystem dann noch gültig? (Vgl.: nicolasschuengel.net, Determinismus und Willensfreiheit)
2.1. Wie definiert sich Freiheit?
Dass sich Freiheit in äußere und innere Freiheit gliedert, wurde bereits angesprochen. Ein freier Mensch bestimmt autonom über sein Handeln. Generell müssen für die Freiheit drei wesentliche Voraussetzungen erfüllt sein: 1. Eine Person hat die Wahl zwischen Alternativen. 2. Welche Wahl getroffen wird, hängt von der Person selbst ab.
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Arbeit zitieren:
Julia Lesch, 2010, Diskussion zur Willensfreiheit, München, GRIN Verlag GmbH
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