Inhaltsverzeichnis :
1. Einleitung 01
2. Albert Camus: „Der Mythos des Sisyphos“ 02
2.1 Die Philosophie des Absurden 02
2.2 Die Definitionen des Helden und des Antihelden 03
3. Fazit: Sisyphos - absurder Held oder Antiheld? 06
4. Literatur- und Quellenverzeichnis 10
5. Abbildungsverzeichnis 11
1. Einleitung
Der französische Schriftsteller Albert Camus Abb,1 , der am siebten November 1913 in Algerien geboren wurde und am vierten Januar 1960 in Frankreich verstarb 1 , schrieb im Jahre 1942 2 die Essaysammlung ‚Der Mythos des Sisyphos‘, in der das Zentrum der philosophischen Schrift aus dem Absurden und dem Mythos des Sisyphos Abb.2 , der laut Camus eine Metapher für die aussichtslose Situation der modernen Menschen ist, besteht. In seiner Essaysammlung, im Kapitel, das sich mit dem Mythos selbst beschäftigt, schrieb Camus: „Es ist nicht schwer zu verstehen: Sisyphos ist der absurde Held.“ 3 Die These, dass Sisyphos ein absurder Held sei, wird der Mittelpunkt der nun folgenden Hausarbeit sein. Sisyphos wird häufig als Held bezeichnet, doch nun stellt sich die Frage, warum er nicht nur als Held, sondern auch als absurder Held charakterisiert wird. Um diese Frage beantworten zu können, werde ich zunächst die Begriffe des Absurden und des Helden definieren. Was ist demzufolge ein Held? Was macht ihn aus? Was ist das Absurde und wie kann es bewältigt werden?
Vergleicht man den Mythos des Sisyphos mit den Assoziationen, die man zum Begriff des Helden hat 4 , wird, wie in meinem Falle, deutlich, dass die augenscheinlichen Merkmale eines Helden nicht vollständig auf Sisyphos anzuwenden sind. Doch wie ist es mit den Definitionen des Begriffs in einem Lexikon? Besitzt Sisyphos die Eigenschaften, die ein Held in einem Lexikon zugeschrieben bekommt? Ist es möglich, dass Sisyphos nicht als Held bezeichnet werden sollte, sondern stattdessen im Mythos die Rolles eines Antihelden übernimmt?
Um diese wesentliche Frage beantworten zu können, ob Sisyphos ein absurder Held oder ein absurder Antiheld ist, werde ich herausarbeiten, was sich hinter der Bezeichnung eines Antihelden verbirgt, und worin die signifikanten Unterschiede zwischen einem Helden und einem Antihelden bestehen.
1 Vgl. Neues großes Lexikon in Farbe (1996:138).
2 Vgl. Camus (2008:4).
3 Ebd., 156.
4 Meine Assoziationen eines ‚Helden‘ sind die folgenden: Unerschrockener Mut, Kämpfe gegen einen Widersacher / gegen das Böse, Herstellung des Gleichgewichts von Gut und Böse.
1
2. Albert Camus: „Der Mythos des Sisyphos“
2.1 Die Philosophie des Absurden
In Albert Camus‘ Essaysammlung „Der Mythos des Sisyphos“ befasst sich dieser mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und ob das Leben es tatsächlich wert ist, gelebt zu werden oder ob der Selbstmord stattdessen in Betracht gezogen werden sollte, der laut Camus das Zugeständnis ist, dass das Leben nicht lebenswert ist. Welches Gefühl treibt einen Menschen dazu, sich in den Selbstmord zu stürzen? Diese Frage beantwortet Camus mit der folgenden Aussage:
„Was für ein unberechenbares Gefühl raubt denn dem Geist den lebensnotwendigen Schlaf? Eine Welt, die man - selbst mit schlechten Gründen - erklären kann, ist eine vertraute Welt. Aber in einem Universum, das plötzlich der Illusionen und des Lichts beraubt ist, fühlt der Mensch sich fremd. Aus diesem Exil gibt es keine Rückkehr, da es der Erinnerungen an eine verlorene Heimat oder der Hoffnung auf ein gelobtes Land beraubt ist. Diese Entzweiung zwischen dem Menschen und seinem Leben, zwischen dem Handelnden und seinem Rahmen, genau das ist das Gefühl der Absurdität.“ 5
Der Mensch hat, so scheint es, zwei Möglichkeiten, wie er dem Absurden entgehen kann. Zum Einen durch die Hoffnung und zum Anderen durch den Selbstmord. Um sicher zu stellen, dass diese beiden Möglichkeiten angemessen sind, betrachtet Albert das Absurde detaillierter. Das Absurde resultiert aus einer Entzweiung, die entsteht, wenn der Mensch Klarheit über etwas möchte, die auf Irrationalität stößt. Es entsteht demzufolge aus dem Ausruf des Menschen, der auf die Schweigsamkeit der Welt stößt. Das Absurde im Leben der Menschen ist, dass sie nach dem Sinn ihres Lebens in einer Welt suchen, die selbst sinnwidrig ist.
Für das Absurde ist das Bestehen der Welt und des Menschen unverzichtbar. Wenn sich demzufolge der Mensch dazu entscheidet, Selbstmord zu begehen, geht das Absurde mit ihm ins Grab.
5 Camus (2008:14).
2
Arbeit zitieren:
Susanne Hahn, 2009, Der Mythos des Sisyphos, München, GRIN Verlag GmbH
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