Deutsch und Englisch. An den LSE nehmen alle SuS der Jahrgangsstufe 9 aller Schultypen teil, sofern sie nicht attestierten sonderpädagogischen Förderbedarf erhalten oder erst seit 6 Monaten oder weniger in Deutschland die Schule besuchen. Die Aufgaben werden zentral vom Ministerium für Schule und Weiterbildung vorgegeben und orientieren sich an den in den Bildungsstandards der KMK des jeweiligen Faches vorgegebene Kompetenzbereichen. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt von den Lehrkräften der Schulen selbst. Dabei werden Muster und Auswertungsbögen der Landesregierung zur Verfügung gestellt. Die Lehrkräfte nutzen dann eine vorgegebene Software-Datenverarbeitungsmaske der Landesregierung zur Eingabe und leiten die Schuldaten anschließend an einen Internetserver des Ministeriums für Schule und Weiterbildung weiter. Dies soll eine objektive Auswertung gewährleisten. Neben dem Vergleich mit den Ergebnissen aller Schulen der Schulform wird den Schulen ein weiterer Referenzwert im Sinne eines ‚fairen Vergleiches’ gegeben; d.h. Schulen werden in Kontext durch Zuordnung zu s.g. Standorttypen gesetzt. So werden Schulen, die unter ähnlichen Bedingungen und mit vergleichbaren Ausgangslagen arbeiten miteinander verglichen). Neben der Überprüfung der Einhaltung der Bildungsstandards in vergleichbarer Perspektive, ist das Ziel der gewonnenen Ergebnisse, so das Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, einer Schule Rückmeldung über die eigene Wirksamkeit zu geben. Dadurch wird auf Schulen mit möglicherweise unbefriedigender Wirksamkeit aufmerksam gemacht und es kann auf Unterstützungsnotwendigkeiten aufmerksam gemacht werden. Auf Schülerebene steht die Feststellung von Lern- und Förderbedarf im Mittelpunkt. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Lernstandserhebungen diagnostische, qualitätsverbessernde und
transparenzschaffende Eigenschaften anstreben.
Dies klingt zunächst vielversprechend. Einleuchtend ist auch, dass klare Ziele die Motivation erhöhen und die Aufmerksamkeit auf bestehende Diskrepanzen lenken kann. Andererseits führt die alleinige Definition von Zielen noch nicht zum Erfolg, mit anderen Worten: Die Transparenz von Lernergebnissen ist zwar notwendig und hilfreich, aber dies ist noch kein Garant für die Verbesserung von Unterrichtsqualität. Das große Problem an dieser Stelle ist meines Erachtens, dass an dieser Stellen offenbar die Komplexität von Unterricht missachtet wird, dessen Qualität maßgeblich beeinflusst ist von der Zeit, Intensität und dem didaktischen Vorgehen des Lehrers.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Auswahl der Fächer, die in den Kanon der Bildungsstandards aufgenommen sind: Die Bildungsstandards legen explizit den Schwerpunkt auf die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik. Diese Auswahlstellt die als“ Nebenfächer“ gekennzeichneten Fächer weiter in den Schatten und reduziert das Interesse von Bildung auf die Kernfächer gelenkt.
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Weiterhin sieht HEYMANN für die LSE die Gefahr des „Teaching to the test“. Die Lehrkräfte unterrichten zielorientiert die Aufgaben und Aufgabentypen, welche in den LSE vorkommen könnten, um so sich selbst, den Schülern und der Schule ein positives Ergebnis zu liefern. Dies hat die Verengung von Unterrichtsinhalten und freien, kreativen Lernformen zur Folge. HEYMANN kritisiert zudem, dass kaum die Möglichkeit gegeben ist den individuellen Leistungszuwachs zu erfassen. Viele Lehrkräfte zweifeln zusätzlich, ob an den Schulen genügend Personal vorhanden ist, um die zeitaufwendigen LSE optimal auszuwerten und zu organisieren. Zudem ist das Lehrpersonal ungeschult in der Durchführung objektiver Testsituationen, der Diagnostik von Kompetenzen und dem Umgang mit
Qualitätsentwicklungssystem. Für den Erfolg von LSE ist demnach bereits in der Lehrerausbildung anzusetzen. Eine große und nicht unberechtigte Sorge ist das Aufkommen eines Schulrankingsystems. Auch wenn dieses explizit vermieden werden soll, gelangten Ergebnisse der ersten Durchführungen bereits an die Öffentlichkeit. Dies hätte fatale Folgen auf die Schulen, welche die SUS nicht mehr Schulbezirksgebunden aufnehmen müssen. Gute Schulen würden dadurch noch besseres Ansehen erlangen, schlechte Schulen hingegen noch schlechteres.
Auch wenn Eltern und Lehrkräfte eine individualdiagnostische Nutzung der Ergebnisse der LSE verlangen, erlauben diese nur sehr eingeschränkt Aussagen bezüglich des einzelnen Schülers. Grund ist, dass diese noch zu breit angelegt sind, um reliable Einschätzungen individueller Kompetenzausprägungen machen zu können. Der Gewinn für den einzelnen Schüler ist also fragwürdig.
Neben den LSE, stellt das Zentralabitur ein weiteres neu eingeführtes
Outputsteuerungsinstrument im deutschen Bildungswesen dar: In Nordrhein-Westfalen finden die Abschlussprüfungen für die Sekundarstufe II mit zentralen schriftlichen Prüfungsaufgaben statt. Sie werden in allen schriftlichen Prüfungsfächern durchgeführt und knüpfen an die verbindlichen Vorgaben der aktuellen Lehrpläne für die gymnasiale Oberstufe an. Inhaltlich und thematisch beziehen sich die Prüfungsaufgaben auf den Rahmen der jetzt gültigen Lehrpläne. Die Aufgaben können erst unmittelbar vor der Prüfung heruntergeladen und vervielfältigt werden.
Grund für die Einführung des Zentralabiturs ist, dass durch die steigende Eigenverantwortlichkeit der Schulen in Nordrhein-Westfalen die Gestaltungsspielräume immer größer werden. Schulen entwickeln zunehmend eigene Profile und setzen Schwerpunkte, die ihren Rahmenbedingungen entsprechen. Um trotzdem dabei gleiche Anforderungen für die Vergabe der Hochschulreife zu stellen, wird diese in Nordrhein-Westfalen mit zentral gestellten Prüfungsaufgaben vergeben. Kernelement des ZA ist demnach die Einheitlichkeit der
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Arbeit zitieren:
Margaretha Armbrüster, 2008, Kritische Betrachtung der Lernstandserhebungen und des Zentralabiturs in NRW, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Die Identitätsproblematik in Azouz Begags „Le Gone du Chaâba“
Romanistik - Französisch - Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Schulentwicklung durch »Zentrale Abschlussprüfungen«
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik: neuer Titel erschienen: Kritische Betrachtung der Lernstandserhebungen und des Zentralabiturs in NRW
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