im literarischen Kontext ein Begriff ist, bekannt geworden durch seine Prägung der Erzähltechnik des „Stream of Consciousness“, nahm an, dass jeder Mensch einen „blind impulse“ innehat, seinen Körper zu beobachten. James ging also von einer Art Instinkt aus, der dazu führt, dass Menschen ihrer selbst aufmerksam sind. Obwohl sich James in „The Principles of Psychology“ bereits 1890 mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat, werden heute eher andere Autoren mit der Theorie in Verbindung gebracht. Ganz oben zu nennen sind Duval und Wicklund, die 1972 mit der Entwicklung der Theorie zur objektiven Selbstaufmerksamkeit, den Anstoß gaben zu vielen weiteren Experimenten und Weiterentwicklungen auf diesem Gebiet. Eine soll auch in dieser Arbeit leicht angerissen werden, nämlich die von Fenigstein, Scheier und Buss (1975).
Ursprüngliches Anliegen der Theorie war zu verstehen, warum Individuation zu konformen Verhalten führt. Die Theorie basiert auf der Annahme Dichotomie unserer Aufmerksamkeit aus: Menschen können ihre Aufmerksamkeit sowohl nach außen richten, auf die Umwelt, auf alles jenseits der eigenen Person - als auch auf sich selbst, also auf den eigenen Körper, unsere Gefühle, Einstellungen usw. Den ersten Bewusststeinszustand bezeichnen Duval und Wicklund als subjektive, den zweiten als objektive Selbstaufmerksamkeit. Die Begriffswahl ist so zu verstehen, dass wir im Stadium der SSA selbst Subjekt sind, dass aufmerksam auf etwas anderes ist; im Stadium der OSA, sind wir das Objekt unserer eigenen Aufmerksamkeit. Die Unterscheidung dieser beiden Bewusstseinszustände legt die Überzeugung der beiden Autoren nahe, dass bewusste Aufmerksamkeit niemals gleichzeitig auf einen Aspekt des Selbst und auf die Umwelt gelenkt sein können. Deshalb oszilliert unsere Aufmerksamkeit zwischen OSA SSA hin und her. SSA bezeichnen die Autoren als Normalzustand, in dem wir uns die meiste Zeit befinden. Ob unsere Aufmerksamkeit nach innen oder außen gerichtet ist, ist komplett determiniert von äußeren Stimuli: Jeder Stimulus, der unsere Aufmerksamkeit nach außen richtet, führt zu SSA. Bei einem Konzertbesuch z. B. ist in der Regel unsere Aufmerksamkeit auf die Sängerin und die Bühnenshow gerichtet, nicht aber auf uns. Dementsprechend führen solche Reize, die uns an unseren Status als von anderen deutlich verschiedenes Objekt in der Welt erinnern zu osa. Duval und W sprechen hierbei von einer Externalisierung; d.h. wir sehen Aspekte unseres Selbst aus einer fremden Perspektive. Die klassischen Experimente benutzen Spiegel, Bilder oder Tonbänder mit der eigenen Stimme als Reize, um osa auszulösen und anschließend Verhaltensänderungen unter dieser Bedingung erfassen zu können. Ebenso hat das Auftreten in einer Gruppe Auswirkung darauf, wie selbstaufmerksam wir sind. Dies zeigt das Experiment von Diener (1980): An Halloween
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wurde Kindern während eines Süßigkeitensammelzuges gesagt, sie dürften selber ein Bonbon nehmen, wenn sie gesungen haben. Waren die Kinder alleine, so hielten sie sich an die Regel, waren sie in einer Gruppe,
Im folgenden sollen die Effekte von OSA betrachtet werden: Duval und Wicklund nehmen an, dass OSA Personen nicht einfach neutral auf sich als Objekt reagieren, sondern sie sich unmittelbar, nachdem der objektive Zustand auftaucht, evaluieren. Dass aber überhaupt Evaluation stattfinden kann, setzt natürlich voraus, dass wir Zugriff auf ein internalisiertes System von Richtigkeits-Standards haben, anhand derer das eigene Verhalten abgeglichen werden kann. Die Summe dieser Standards könnte definiert werden als das, was für uns eine korrekte/perfekte Person darstellt. Je nach Situation oder Vorerfahrung der Person ist ein bestimmter Aspekt dieses Systems zugänglich. Dass Verhaltensstandards situationsabhängig sind, soll das folgende Beispiel zeigen: Nehmen wir den Verhaltensstandard - im Imperativ ausgedrückt „Du sollst lustig sein und Deine Mitmenschen durch Witze erheitern!“ Mit diesem Verhaltenskriterium fährt man beim ersten Date mit seinem Schwarm mit Sicherheit richtig (wenn die Witze lustig sind). Bezieht man den selben Standard auf eine andere Situation wie z.B. wenn jemand eine Rede auf einer Beerdigung hält, kommt man nicht gut an und wird viele böse Blicke ernten oder sogar gebeten zu gehen.
Der erste Effekt von OSA ist also nach D+W, dass wir uns der in der Situation aktivierten Norm bewusst werden und anschließend ein Abgleich zwischen dieser Norm und unseres Selbst (also zwischen Ist und Soll) stattfindet. In der Realität fallen die Diskrepanzen zwischen Korrektheitsanspruch und Selbst meist negativ aus. Dies kann sich als Frustration oder Angst ausdrücken. An dieser Stelle soll ein Beispiel aus der Schule helfen, um das bisher Gesagte zu veranschaulichen: Stephan wird von seinem Deutschlehrer nach vorne gebeten, ein Referat, dass alle zu heute vorbereiten sollten, vorzutragen. Allein die Situation, dass Stephan allein vor der ganzen Klasse steht und sein Wissen vor Publikum unter Beweis stellen muss, wird OSA induzieren. Dieser Zustand kann noch verstärkt werden, wenn z.B. Mitschüler tuscheln während sie ihn ansehen. Die Norm: „Ich sollte jetzt keinen Fehler machen und flüssig reden“ wird aktiviert. Schon bald merkt Stephan, dass er nicht so gut ist, wie die Norm es verlangt. Er wurde schon dreimal verbessert und verhaspelt sich immer öfter. Die Diskrepanz zwischen ist und soll zustand wird immer größer. Stephan fühlt sich schlecht, er bekommt vielleicht Herzrasen und ein glühendes Gesicht und hat Sorge, dass er eine schlechte Note bekommen wird. In dieser Situation hat Stephan verschiedene Möglichkeiten, um die wahrgenommen Diskrepanzen zu reduzieren:
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Arbeit zitieren:
Margaretha Armbrüster, 2008, Objektive Selbstaufmerksamkeit und institutionalisiertes Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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