Inhaltsverzeichnis
1. Vergnügungs- und Freizeitparks. 3
1.1 Definitionen. 3
1.2 Entstehung. 3
1.3 Entwicklung seit den 60er Jahren. 4
1.4 Kritikpunkte. 5
1.5 Disneyland Paris. 6
2. Center Parcs. 8
2.1. Idee und Geschichte. 8
2.2. Zahlen und Fakten. 10
2.3. Die Standortfaktoren. 11
2.4. Planungs- und Realisierungskonflikte
(Bsp. Bispinger Heide) 13
2.5 Kritik. 14
3. Der Freizeitpark der Zukunft? 15
2
„Ich möchte nicht, daß die Besucher die wirkliche Welt, in der wir leben, sehen, während sie im Park sind. Ich will, daß sie sich in eine andere Welt versetzt fühlen.“ (WALT DISNEY)
1. Vergnügungs- und Freizeitparks
1.1 Definitionen
Freizeitparks sind „Einrichtungen auf einer räumlich eng abgegrenzten Fläche mit besonderen Attraktionen für eine Freizeitgestaltung.“ (GEIS, H. 1976)
Ein Freizeitpark ist eine „Anhäufung verschiedenartiger, durchweg künstlich geschaffener und auf ein breites Publikum zugeschnittene Vergnügungseinrichtung." ( VÖLKSEN, G. 1981)
1.2 Entstehung
Die Geschichte großflächiger Vergnügungseinrichtungen geht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Die ersten städtischen und regionalen Anlagen hatten ihren Platz zunächst in historischen Stadtzentren, fürstlichen Parkanlagen oder aber auch vor den Stadttoren. 1 Der Jahrmarkt diente damals hauptsächlich der Wissensvermittlung, Bildung und (natürlich) dem Vergnügen. Viele der zu der Zeit entstandenen Parks halten sich sogar noch heute aufgrund ihrer Tradition und des Zuspruchs der Bevölkerung, wie z.B. der Send in Münster (vgl. EBERT 1998).
Zur Jahrhundertwende verlagerten sie sich durch die neuen technischen Möglichkeiten und dem rasanten Bevölkerungswachstum
1 aus steuerlichen Gründen, wie z.B. auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg
3
der Städte häufig an den fußläufig erreichbaren Stadtrand. Vorgestellt wurden u.a. Tiere und Menschen aus den Kolonien, was größere Flächen notwendig machte. Allerdings gab es vereinzelt diverse lokalpolitische Konflikte, da Arbeiter am nächsten Tag unpünktlich oder überhaupt nicht zur Arbeit erschienen.
Doch die eigentliche Geburtsstunde des Vergnügungsparks wird den sog. „Lunaparks“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts zugeschrieben 2 . Die Lunaparks boten ein erweitertes stationäres und dauerhaftes Angebot 3 an und siedelten an den Rings der frühen Stadterweiterungsgebiete. Jedoch erwies sich der Typ des Lunaparks nicht von langer Dauer. Gerieten sie durch verbotene Glücksspiele, Prostitution oder Alkoholismus sowieso schon in Verruf, sorgte nicht zuletzt auch der Erste Weltkrieg für ihren Niedergang. In den 30er Jahren wurde der Abschwung durch gleich mehrere Faktoren unterstützt: die hohe Arbeitslosigkeit minderte die Kaufkraft der Bevölkerung,
Konkurrenzangebote (z.B. Kinos, Theater) entstanden, höhere Schichten leisteten sich teilweise ihren eigenen kleinen
Vergnügungspark und die Kriegszerstörungen beschleunigten diesen Prozess noch. Zudem stießen die Einrichtungen auf die Ablehnung der Nationalsozialisten 4 und der Zweite Weltkrieg vernichtete dann auch die übrigen Reststände (vgl. EBERT 1998).
1.3 Entwicklung seit den 60er Jahren
Nachdem im Jahre 1955 in den USA Disneyland gegründet wurde, erwies sich das Konzept auch als eine Alternative für den deutschen Freizeitmarkt. Das Phantasialand eröffnete 1967 in Brühl und war damit Ausgangspunkt einer neuen Entwicklung der Freizeit- und Vergnügungsparks in Deutschland. Sie zeichneten sich durch ein enormes Wachstum an Fläche und Anzahl aus und mittlerweile gibt es
2 der erste Lunapark wurde in Berlin im Jahr 1904 eröffnet
3 Achterbahn, Wasserrutsche, Festsäle, Messen/Ausstellungen, Hallenbad, Sporthalle etc.
4 der einsetzende Nationalsozialismus lehnte den nicht kontrollierbaren Vergnügungsrummel aufgrund
seiner langen Tradition der anti-urbanen Stadtvorstellungen und einer vergnügungsfeindlichen Ideologie ab
4
etwa 45 große und ca. 60 kleinere Parks bundesweit. Genaue Besucherzahlen sind nicht bekannt, doch ging man z. B. für das Jahr 1993 von rund 21 Millionen Besuchern aus. Als Gründe der enormen Nachfrage werden u.a.
- der Wandel von einer reinen Erholungszeit zur aktiven Freizeit,
- die Zunahme der realen Kaufkraft,
- der Wunsch nach einer sicheren und gefahrlosen Erlebniswelt,
- die gestiegene Mobilität,
- das Fehlen stationärer Vergnügungsparks in den Großstädten,
- günstige Bodenpreise an den Ballungsrändern,
- ein zunehmender unternehmerischer Innovationsreichtum
- und die planerische Abneigung städtischer Vergnügungsviertel mit Elementen des halbkriminellen „Rotlicht-Milieus“ angesehen. In den Jahren von 1967 bis 1976 sind dabei die meisten Freizeitparks eröffnet worden. Einer steten Zunahme in den 70er Jahren 5 folgte aufgrund eines Konzentrationsprozesses in den 80er Jahren eine leichte zahlenmäßige Abnahme. Mittlerweile erheben die vier größten Anlagen 6 rund ein Drittel des gesamten Besucheraufkommens auf sich. Regional gesehen, konzentrieren sich die Vergnügungs- und Freizeitparks hauptsächlich auf das westdeutsche Gebiet. In den neuen Bundesländern sind dagegen nur sehr geringe Bestrebungen zu erkennen, diese Einrichtungen zu etablieren.
1.4 Kritikpunkte
Freizeit- und Vergnügungsparks stoßen häufig auf negative Kritik seitens der deutschen Presse. Bevorzugte Kritikpunkte sind dabei
- die finanziellen Kosten eines Besuches,
- die Ausstattung und Aufmachung der Anlagen,
- die vorgespielte „heile Welt“,
5 aufgrund wachsender Freizeit, steigender Einkommen und verstärkter Motorisierung
6 Holiday-, Europa-, Heidepark und Phantasialand
5
Arbeit zitieren:
Markus Langguth, 2002, Landschaftsparks - Designerlandschaften für die Freizeitgesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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