II
Gliederung
Abk ürzungsverzeichnis I
1 Einleitung 1
2 Die utilitaristische Ethik 1
2.1 Grundmerkmale des Utilitarismus. 1
2.1.1 Definition des Utilitarismus. 1
2.1.2 Wesentliche Merkmale des Utilitarismus. 2
2.1.3 Richtungen des Utilitarismus. 3
2.2 Der utilitaristische Glücksbegriff nach Jeremy Bentham 5
2.2.1 Kurzbiographie Jeremy Bentham 6
2.2.2 Der quantitative Utilitarismus 6
2.3 Der utilitaristische Glücksbegriff nach John Stuart Mill 8
2.3.1 Kurzbiographie John Stuart Mill 8
2.3.2 Der qualitative Utilitarismus 9
2.4 Kritische Würdigung 11
3 Das Verhältnis von utilitaristischer Ethik und Ökonomie 12
3.1 Nutzenverständnis 13
3.2 Wohlfahrtsökonomie. 14
4 Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 16
I
Abkürzungsverzeichnis bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise d. h. das heißt Dr. Doktor f. folgende ff. fortfolgende Hrsg. Herausgeber http hypertext transfer protocol S. Seite(n) sog. so genannte URL uniform resource locator vgl. vergleiche z. B. zum Beispiel
1 Einleitung
Schon seit jeher wird das Glück als zentraler Gegenstand der Philosophie betrachtet, weshalb diese über Jahrhunderte als Lehre vom und Anweisung zum glücklichen Leben verstanden wurde. Es ist allgemein anerkannt, dass Glück das höchste durch eigenständiges Handeln erreichbare Gut darstellt und deshalb als Endzweck menschlichen Handelns anzusehen ist. 1
Hierauf wurde schon vor gut 2300 Jahren von Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik hingewiesen. Allerdings existierten damals wie heute unterschiedlichste Vorstellungen von der genauen Bedeutung des Glücks. Aristoteles entwickelte den sog. eudämonistischen Glücksbegriff. Seiner Meinung nach steht das Glück in enger Verbindung mit Autarkie. Es besteht in einem genügsamen Leben, das keine Mängel offenbart. Er wendet sich gegen ein Streben nach mehr Gütern beziehungsweise weniger Leid, da das Glück durch das Zuviel oder das Zuwenig zerstört wird. 2
Eine vergleichsweise moderne Interpretation des Glücksbegriffes erfolgte im Rahmen der utilitaristischen Ethik.
Ziel der Arbeit ist es, ausgehend von den Grundlagen des Utilitarismus den utilitaristischen Glücksbegriff im Sinne der beiden Hauptvertreter dieser Ethik, Jeremy Bentham und John Stuart Mill, auszuarbeiten und kritisch zu betrachten. Abschließend werden Gemeinsamkeiten zwischen dem Utilitarismus und der Ökonomie dargestellt.
2 Die utilitaristische Ethik
2.1 Grundmerkmale des Utilitarismus
2.1.1 Definition des Utilitarismus
Der Utilitarismus zählt zu einer der bedeutendsten Positionen der neuzeitlichen Ethik. 3 Begründet wurde diese Denkschule im England des 18. Jahrhunderts von Jeremy Bentham, der in seinem Werk „Einführung in die Prinzipien von Moral und Gesetzgebung“ eine erste zusammenhängende Darstellung des Utilitarismus vornahm. 4 Der Utilitarismus entwickelte sich in der Folgezeit zu einer der einflussreichsten
1 Vgl. Bien, G. (2006), S. 32 f.
2 Siehe Aristoteles (1969), S. 15 f., 36 f., 120 f.
2 Vgl. Beisbart, C. (2006), Seminarmaterialen vom 17.10.2006.
Moralvorstellung in der angloamerikanischen Welt, wie zahlreiche gesellschaftliche Reformen belegen. In Deutschland konnte die Idee des Utilitarismus dagegen kaum Fuß fassen. 5
Der Utilitarismus wird der Klasse der normativen Ethik zugeordnet, welche versucht Antworten auf die Frage „Was soll ich tun?“ zu finden. Hierzu werden konkrete Handlungsanweisungen und Gebote entwickelt. 6 Der Utilitarismus unterscheidet sich somit von den Denkmustern der Metaethik, die sich nicht der moralischen Richtigkeit von Handlungen widmet, sondern die Bedeutung von Begriffen wie „richtig“ und „gut“ erörtert. Vielmehr bietet der Utilitarismus eine Entscheidungshilfe, an dem die moralische Richtigkeit oder Falschheit von Handlungen und Normen gemessen werden kann. 7 Diese utilitaristische Prinzip, auch Prinzip der Nützlichkeit genannt, kann laut Höffe folgendermaßen formuliert werden: „ Diejenige Handlung bzw. Handlungsregel ist moralisch richtig, deren Folgen für das Wohlergehen aller Betroffenen optimal sind.“ 8
2.1.2 Wesentliche Merkmale des Utilitarismus
Aus dem eben formulierten Prinzip der Nützlichkeit sind vier Charakteristika des Utilitarismus erkennbar:
(1) Der Utilitarismus zählt zur Gruppe der teleologischen Ethik, da im Gegensatz zur deontologischen Ethik unbedeutend ist, ob eine Handlung in sich gut ist oder aus gutem Willen erfolgt. Vielmehr werden Handlungen gemäß utilitaristischer Perspektive ausschließlich aufgrund ihrer Folgen und Konsequenzen bewertet. (Konsequenzen-Prinzip)
(2) Der Maßstab für die Bewertung der Folgen ist der Nutzen, den eine Handlung stiftet. (Utilitätsprinzip)
(3) Allerdings wird hierbei nicht auf den Nutzen für subjektive Ziele abgestellt, sondern der Nutzen für das in sich Gute ist entscheidend. Gemäß den klassischen
4 Siehe Höffe, O. (2008), S. 13.
5 Vgl. Höffe, O. (2008), S. 8 f.
6 Siehe Beisbart, C. (2006), Seminarmaterialien vom 17.10.2006.
7 Vgl. Höffe, O. (2008), S. 9 f.
8 Höffe, O. (2008), S. 11.
Utilitaristen Bentham und Mill gilt das Glück des Menschen als höchstes Gut, welches sie in der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und Interessen sehen. Laut utilitaristischer Sichtweise sollten die Menschen nach maximaler Erfüllung ihrer Bedürfnisse bzw. minimaler Frustration streben. In einer
Entscheidungssituation sollte der Utilitarist also das Ausmaß an Lust, das mit einer Handlung verbunden ist, mit dem Ausmaß an Leid, das die gleiche Handlung hervorruft, verrechnen. Die Differenz wird von Höffe als „Gratifikationswert“ 9 bezeichnet und als Beurteilungskriterium für Handlungen angeführt. (Hednonistisches Prinzip)
(4) Der Utilitarist strebt nicht nach maximalem Gesamtnutzen für sich selbst, sondern Ziel ist es, den Gesamtnutzen aller von der Handlung Betroffenen zu maximieren. Dieser Grundsatz wird häufig verkürzt als „das größte Glück der größten Zahl“ formuliert. Dazu muss das Einzelglück und Einzelleid verschiedener Individuen aggregiert werden, wobei jedem Menschen das gleiche Gewicht zugesprochen wird. (Universalistisches Prinzip) 10
2.1.3 Richtungen des Utilitarismus
Im vorausgegangenen Kapitel dargestellte Grundprinzipien des Utilitarismus wurden oftmals abweichend ausgelegt, sodass sich im Zeitablauf unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Insofern stellt der Utilitarismus keine in sich geschlossene Theorie dar, sondern vielmehr eine Familie von verwandten Denkmustern. Im Folgenden werden die bedeutendsten Abwandlungen vom klassischen Utilitarismus dargestellt. 11 12
Der klassische, positive Utilitarismus berücksichtigt bei der Beurteilung einer Entscheidung sowohl das damit verbundene Glück als auch das Leid. Eine Handlung gilt somit als richtig, wenn das Ausmaß an Glück das Ausmaß an Leid überwiegt. Negative Utilitaristen betrachten bei Handlungsalternativen lediglich die Veränderung des Ausmaßes an Unglück oder Leiden. Das Ziel besteht darin, durch Handlungen das Leiden mehr zu verringern als zu verschlimmern. Ob mit Handlungen gleichzeitig auch
9 Höffe, O. (2008), S. 10.
10 Zu diesem Abschnitt siehe Höffe, O. (1977), S. 247; Höffe, O. (2008), S. 10 f. und Nasher, J. (2009),
S. 14 - 30.
11 Dabei sollen nur die beiden Gegenpositionen dargestellt werden, auf eine kritische Beurteilung wird
verzichtet.
12 Siehe Birnbacher, D. (1992), S. 69 und Nasher, J. (2009), S. 13 f.
Arbeit zitieren:
Sebastian Weins, 2010, Hedonistischer Glücksbegriff (Utilitarismus), München, GRIN Verlag GmbH
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