Inhalt
Einleitung 3
Der Film
1. Zusammenfassung Plot 4
2. Filmanalyse
2.1 Fiktion und Geschichte 7
2.2 Narrative Struktur 10
2.3 Mis-en-scene 11
( Schauplätze, Ausstattung, Farben, Intermedialität Malerei-Film,
Animationen , Clips, Collagen)
3. Zusammenfassung und Stellungnahme 15
4. Kurzbiographie Frida Kahlo 17
Anhang
1. Literatur 21
2. Filmdetails 22
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Einleitung
Als ich mich daran machte, diese Hausarbeit über den Film Frida von der Regisseurin Julie Taymor aus dem Jahr 2002 zu schreiben, stellte ich fest, dass es gar nicht so einfach sein würde, das eigentliche Thema dieser Arbeit (die Filmanalyse des Künstler-Biopics) im Auge zu behalten. Dies liegt wohl daran, dass sich dieses Filmgenre mit Menschen beschäftigt, die durch ihre künstlerische Ausdruckskraft und bisweilen exzentrische Persönlichkeit ihre Umgebung in einen unwiderstehlichen Bann ziehen. Die Versuchung ist dann groß, sich auf die Person und ihre Kunst zu konzentrieren. Schließlich ist der Film in diesen Fällen vorrangig ein Transportmittel. Er transportiert die Künstlerin und ihr Werk aus der Vergangenheit, der Erinnerung, der Perzeption des Biographen und aus der Galerie in die Gegenwart, auf die Leinwand, ins Bewusstsein des Zuschauers. Hier stellt sich unweigerlich die Frage, ob der Film der Künstlerin gerecht werden kann. Und wenn ja, ist er dann selber als Kunstwerk zu betrachten?
Nachdem ich mich ausführlich mit Frida Kahlos Biographie und ihren Bildern beschäftigt habe, möchte ich nun versuchen, diese Fragen mittels der Filmanalyse zu beantworten.
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Der Film
1. Zusammenfassung Plot
Der Film Frida von der Regisseurin Julie Taymor aus dem Jahr 2002 schildert das Leben und Werk der mexikanischen Malerin Frida Kahlo. Als Vorlage diente hier die Biographie Frida Kahlo von Hayden Herrera aus dem Jahr 1983. Dieses mit 507 Seiten recht umfangreiche Werk schildert auf beeindruckend detaillierte Weise Herkunft und Werdegang der Kahlo und versteht es, auch den dramatischen Leidensweg der Künstlerin bis zu ihrem Tod darzustellen, ohne zu sentimentalisieren. Desweiteren wurden die Tagebücher der Malerin zu Rate gezogen. Der Film beginnt am Tag der Eröffnung ihrer ersten Soloausstellung in Mexiko Stadt im Jahr 1953. Recht schnell taucht der Film in eine ausgedehnte Rückblende ein. Frida denkt an ihre Jugend und nimmt den Zuschauer mit auf die Reise in ihre Vergangenheit. Wir begegnen der jungen Schülerin Frida, die voller Lebenslust und Kraft mitten im Leben steht. Es ist 1922 und Frida begegnet zum ersten Mal dem bekannten Künstler und Kommunisten Diego Rivera, während er an einem Fresko in der Aula der Schule arbeitet, die Frida besucht. Es handelt sich um die renommierte Preparatoria, die Frida auf ein Medizinstudium vorbereiten soll. Sie engagiert sich zu dieser Zeit in einem Schülerclub (Las Cachucas), dessen Mitglieder politisches Bewusstsein auf ihre Fahne schreiben, die aber doch vor allem viel Unfug im Kopf haben und ihre Eltern sowie Lehrer bis aufs Äußerste provozieren. Sie hat eine Beziehung zu ihrem Mitschüler Alejandro und wächst mehr oder weniger unbeschwert mit ihren drei Schwestern in ihrem Elternhaus, der Casa Azul (Blaues Haus) in Coyoacán, einem Vorort von Mexikostadt auf. Diese Situation verändert sich schlagartig als sie am 17.September 1925 einen schweren Unfall erleidet, der ihr gesamtes weiteres Leben bestimmen und beeinträchtigen wird. Als der Bus, indem sie und Alejandro sitzen, schwer verunglückt, wird sie lebensgefährlich verletzt und muss längere Zeit im Krankenhaus und zu Hause im Bett verbringen. Auf die Folgen des Unfalls werde ich später noch genauer eingehen.
Ab diesem Zeitpunkt beginnt Frida zu malen. Zunächst ans Bett gefesselt auf ihrem Gips, dann auf einer speziell für sie angefertigten Bett-Staffelei. Überraschenderweise
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kann sie innerhalb kurzer Zeit wieder laufen. Sie beschließt, mit ihrer Malerei zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen und wendet sich mit ihren Bildern an Diego Rivera um professionellen Rat. Er erkennt ihr Talent und wird ihr Mentor. Die beiden werden ein Liebespaar, das viel Aufsehen im Bekanntenkreis und in Fridas Elternhaus erregt. Diego führt Frida in der Künstlerszene von Mexiko Stadt ein und bindet sie fester an den Kommunismus. Am 21. August 1929 heiraten sie. Was folgt sind dramatische Jahre voller privater und politischer Unruhe. Die Ehe von Frida und Diego wird immer wieder zum Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen. Vor allem hat Frida unter Diegos Untreue und emotionaler Unzuverlässigkeit zu leiden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie sich in eine Opferrolle fügt. Im Gegenteil: sie hat selber eine ganze Reihe Affären und außerehelicher Beziehungen zu Männern und Frauen und entwickelt sich sehr autonom in ihrer Kunst. Dabei spielen ihre Krankheit und ihre stürmische Ehe mit Diego eine herausragende Rolle. 1930 ziehen Diego und Frida nach New York. Sie schafft es, ihre Kunst weiter zu verfolgen und hat schon bald ein eigenes Netzwerk aufgebaut. Nichtsdestotrotz wird sie geplagt von Einsamkeit und Heimweh. 1932 erleidet sie in Detroit eine traumatische Fehlgeburt und erfährt vom nahenden Tod der Mutter 1933. Gedrängt von Fridas Gefühlen und der Eskalation eines politischen Konfliktes Diegos mit seinem Auftraggeber Rockefeller, kehren die beiden 1934 enttäuscht, pleite und ausgelaugt nach Mexiko zurück.
Frida nimmt ihre Schwester Cristina und deren Kinder bei sich auf und lebt und arbeitet in ihrem Haus, das durch eine Brücke mit dem Haus Diegos verbunden ist. Diego ist depressiv und arbeitet wenig. Er beginnt eine heimliche Beziehung zu Cristina. Als Frida hiervon erfährt, verlässt sie Diego und ihr Haus und verfällt in tiefe Depressionen. Sie schneidet sich demonstrativ die Haare ab und beginnt exzessiv zu trinken.
In dieser Zeit wird die Beziehung zu ihrem Vater intensiver. Sie kümmern sich in ihrer Einsamkeit umeinander.
Als Diego Frida 1937 um Hilfe für den russischen Kommunisten Leon Trotzki bittet, stimmt Frida dem zu und nimmt Trotzki und seine Frau in ihrem Elternhaus auf. Trotzki wird schon bald ihr Liebhaber. Dies führt natürlich zu Spannungen, die ein weiteres Zusammenleben aller Beteiligten unmöglich machen. Trotzki und seine Frau ziehen aus.
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1939 reist Frida zu ihrer ersten Einzelausstellung nach Paris, bei der sie viel Anerkennung findet. Die Stadt und die lobende Aufmerksamkeit tun Frida gut, allerdings wird dies von dem Gefühl überschattet, insbesondere von den Surrealisten missbraucht zu werden, die sich die schillernde, exzentrische Frida nur allzu gerne einverleiben wollen.
Es folgt die Rückkehr nach Mexiko und der tödliche Anschlag 1940 auf Trotzki, woraufhin auch Frida verhaftet und verhört wird. Diego hilft Frida zwar in dieser schwierigen Lage, verlangt aber trotzdem die Scheidung von ihr. Er hat inzwischen eine Beziehung mit einer amerikanischen Schauspielerin und will nach Kalifornien auswandern.
Nach der Versöhnung mit ihrer Schwester Cristina werden wir Zeugen ihres physischen Verfalls. Gesundheitlich geht es langsam aber stetig bergab und der jahrelange übermäßige Konsum von Alkohol und verschiedenen starken Medikamenten bleiben nicht ohne Folgen. In dieser Situation sucht Diego erneut Kontakt zu Frida und die beiden heiraten am 8. Dezember 1940 zum zweiten Mal. Ab hier dreht es sich im Film vor allem um ihre miserable Gesundheit, die sich häufig in ihrer Kunst spiegelt. Die Amputation einiger Zehen, ihre starke Morphinsucht, weitere Operationen, Korsette, Depressionen und der hierbei ständig präsente Schmerz gipfeln schließlich in der Amputation des rechten Beines. Entgegen dem Rat ihres Arztes, lässt sie sich dann zu der Eröffnung ihrer ersten Soloausstellung auf mexikanischem Boden bringen. Der Zuschauer ist dann wieder beim Anfang der Rückblende angekommen, der Kreis hat sich geschlossen. Letzte Station des Films ist Fridas Tod. Sie stirbt zu Hause in ihrem Bett. Ob ihr Tod letztendlich frei gewählt war oder nicht, ist bis heute nicht sicher.
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Arbeit zitieren:
Rebecca Tyralla, 2010, Frida - Leben und Werk der Frida Kahlo in Julie Taymors Film, München, GRIN Verlag GmbH
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Leider keine Fußnoten/Quellenanganben im Text! Außerdem fehlt die kritische Perspektive auf die Rezeption Kahlos. Es findet sich hier die immer wieder kehrende Verbindung Kunst-Unfall-Kinderlosigkeit, Kahlo als schillernde Persönlichkeit etc. Dazu hätte die Lektüre Hayden Herreras genügt. Der Punkt, dass Kahlos Schaffen nicht autonom betrachtet, sondern stets biografisch gebunden bleibt, wie übrigens bei vielen weiblichen Künstlern, bleibt unbachtet.Eigenständige Interpretationsansätze oder zumindest ein Infragestellen der Rezeptionmechamnismen, die in dem Film auftreten wären schön gewesen!
am Tuesday, March 22, 2011-