1 Einführung
Bei dem vorliegenden Projekt handelt es sich um ein Teilgebiet zum Thema „Ätherische Öle in der Altenpflege“, das sich mit der Einführung von aromapflegerischen Maßnahmen in einer Einrichtung der stationären Altenpflege beschäftigt.
Bei der Einrichtung handelt es sich um ein Pflegeheim mit 80 Betten verteilt auf drei Wohnbereiche. Auf allen Wohnbereichen wohnen ältere und pflegebedürftige Menschen aller Pflegestufen. Einer der Wohnbereich wurde in jüngerer Zeit baulich und organisatorisch speziell auf die Bedürfnisse dementiell veränderter Menschen umstrukturiert.
Die Idee gezielt Aromapflege anzuwenden, entstand aus der Tatsache, dass ätherische Öle bereits im Rahmen von Raumbeduftung und Bädern Beachtung in der Einrichtung fanden, was von Bewohnern und Angehörigen durchweg positiv angenommen wurde.
Zur Genehmigung des Projektes wurde eine Projektbeschreibung entwickelt, die folgende Punkte enthielt:
• Projektbezeichnung
• Projektziele
• Budgetplanung
• Zeitlicher Ablauf
• Festlegung der Projektgruppenmitarbeiter
Die weitere Vorarbeit bestand in der Erstellung eines Handbuches, das alle wichtigen Informationen zum Thema „Ätherische Öle in der Altenpflege“ enthält und jedem Wohnbereich als Informationsquelle zur Verfügung gestellt wurde.
2 Projektbeschreibung
2.1 Ziele des Projektes
Im Mittelpunkt des Projektes standen drei Ziele, die im Folgenden beschrieben werden:
2.1.1 Möglichkeiten und Gefahren von ätherischen Ölen im Pflegealltag aufzeigen Hierbei ging es darum, den Beteiligten aufzuzeigen, wie ätherische Öle im Pflegealltag angewendet werden können und welche Gefahren ihre Anwendung mit sich bringen kann. Als Anwendungsmöglichkeiten kommen für die Einrichtung folgende Bereiche in Betracht:
• Hautpflege: Unter Hautpflege fallen alle Möglichkeiten der Anwendung von
Basisölen mit oder ohne Zusatz von Düften als Alternative zu herkömmlichen Lotionen und Cremes.
• Körperpflege: Hierbei werden ätherische Öle als Wasch- oder Badezusätze verwendet.
• Raumbeduftung: Dies ist die wohl weitverbreitetste Anwendung ätherischer Öle, bei
der mit Hilfe eines Duftsteins oder einer Duftlampe die Raumluft beduftet wird.
In besonderem Maße müssen bei der Wahl des ätherischen Öles die möglichen Gefahren berücksichtigt werden. Den Projektmitarbeitern musste somit verdeutlicht werden, dass jedes ätherische Öl ungeachtet seiner gewollten positiven Wirkung durchaus nichterwünschte Nebenwirkungen entfalten kann.
Diese sind insbesondere durch richtige Dosierung und indikationsgerechte Auswahl zu vermeiden.
2.1.2 Korrekter Umgang mit ätherischen Ölen
Hierunter fällt die Notwendigkeit, den Projektmitarbeitern aufzuzeigen, wie ätherische Öle anzuwenden sind. Dies beinhaltet im Wesentlichen die korrekte Auswahl des Öls, die Planung der Durchführung sowie die Lagerung der Öle.
• Auswahl des Öls: Das zu verwendende Öl soll für jeden Bewohner individuell und
indikationsspezifisch gewählt werden. Hierzu soll zunächst bestimmt werden, welche aromapflegerische Maßnahme am Bewohner angewendet werden soll. Weiter wird überlegt, welche Öle in Frage kommen. Die in Betracht kommenden Öle werden auf Kontraindikationen überprüft, kontraindizierte Öle werden ausgeschlossen. Durch Vergleich der verbleibenden Öle wird im Ausschlussverfahren das geeignete ätherische Öl ermittelt. Hierzu können auch die Angehörigen mit einbezogen werden, um das Öl mit Rücksicht auf den biographischen Hintergrund des Bewohners
auszuwählen. Bei der Durchführung von Aromapflege in Form von Hautpflege ist auch das Basisöl indikationsspezifisch mit Berücksichtigung des Hautzustandes zu wählen.
• Planung: Ist die Auswahl getroffen, wird die Durchführung anhand des durch die
Gruppe erstellten Formulars „Durchführungsplanung“ geplant. Hier wird festgelegt, wie oft und wann die Maßnahme durchgeführt werden soll und in welcher Dosierung das ätherische Öl verwendet wird. Anhand dieser Planung können auch die voraussichtlichen Kosten berechnet werden, da die täglich benötigte Menge des ätherischen Öles somit ermittelt werden kann. Liegt die Planung vor, muss im letzten Schritt das schriftliche Einverständnis des Bewohners oder Betreuers eingeholt werden.
• Lagerung: Die Öle müssen lichtgeschützt, stehend und bewohnerbezogen gelagert
werden.
2.1.3 Praktische Anwendung von ätherischen Ölen in der Einrichtung
Dies war das Hauptziel des gesamten Projektes, mit dem Inhalt, dass aromapflegerische Maßnahmen in allen drei behandelten Formen langfristig in der Einrichtung durchgeführt werden.
2.2 Zielgruppen
Zielgruppen des Projektes sind prinzipiell alle in der Einrichtung lebenden Menschen. Besonderes Gewicht wurde im Projektverlauf auf zwei Bewohnergruppen gelegt:
• Bettlägerige Bewohner: Diese Zielgruppen ist von besonderer Bedeutung, da bei
verstärkt pflegebedürftigen Bewohnern alle Möglichkeiten der Aromapflege angewendet werden können. Insbesondere bei bettlägerigen Bewohnern hat die Anwendung als Raumbeduftung zur Steigerung des Wohlbefindens seinen Schwerpunkt.
• Dementiell veränderte Menschen: Ätherische Öle können bei Demenzerkrankungen in
zweierlei Hinsicht angewendet werden. Zum einen durch die Wirkungen auf das seelische Befinden insbesondere bei stark unruhigen oder schläfrigen Demenzkranken zur Beruhigung oder Anregung. Desweiteren können ätherische Öle in diesem Kontext als Orientierungshilfe verwendet werden; durch Verwendung von ätherischen Ölen mit Berücksichtigung des biographischen Hintergrundes vertraute Düfte geben Sicherheit.
2.3 Zusammensetzung der Projektgruppe
Für die erfolgreiche Einführung der Aromapflege stellte die Auswahl der Projektgruppenmitarbeiter einen entscheidenden Faktor dar. Um alle Ziele des Projektes zu erreichen, ergaben sich folgende Kriterien zur Auswahl:
• Mindestens ein Mitarbeiter je Wohnbereich muss teilnehmen, um eine Anwendung
auf allen Wohnbereichen zu ermöglichen
• Alle Projektgruppenmitarbeiter müssen Fachkräfte sein, da sie die
Durchführungsplanung der Maßnahmen mit Rücksicht auf Indikationen und Kontraindikationen übernehmen sollen
• Einbeziehung der sozialen Betreuung, da durch die Betreuung regelmäßig
Wohlfühlbäder durchgeführt werden und sie die Planung der Tagesstruktur übernimmt in beiden Bereichen können ätherische Öle sehr gut angewendet werden Unter Berücksichtigung dieser Kriterien ergab sich folgende Projektgruppenzusammensetzung:
• Projektleitung
• 4 Pflegefachkräfte
• Leitung der Betreuung
2.4 Ablauf des Projektes
1. Schritt: Vorarbeit
• Erstellung einer detaillierten Projektbeschreibung
• Genehmigung durch Einrichtungsleitung
• Erstellung des Handbuches „Ätherische Öle in der Altenpflege“
2. Schritt: 1. Qualitätszirkel Aromatherapie
• Information der Projektgruppenmitarbeiter über Gestaltung und Ablauf des Projektes
• Verteilen des Handbuches
• Vorstellung des Themengebietes Aromatherapie
3. Schritt: 2. Qualitätszirkel Aromatherapie
• Erstellung der benötigten Formulare in der Gruppe („Durchführungsplanung“,
„Einverständniserklärung“, „Durchführungsnachweis“)
• Erläuterung der Voraussetzungen der Anwendung, Festlegung der Probephase
• Auswahl der Bewohner zur Durchführung der Probephase
• Konkrete Planung der Anwendungsdurchführung für die Bewohner der Probephase
4. Schritt: Information der nichtbeteiligten Mitarbeiter auf den Wohnbereichen Die Pflegekräfte der einzelnen Wohnbereiche wurden im Rahmen der Dienstbesprechung über das Projekt informiert. Im Weiteren wurde ihnen erläutert, wie aromapflegerische Maßnahmen durchzuführen sind.
5. Schritt: Probephase
Auf jedem Wohnbereich wurde an dem gewählten Bewohner Aromapflege durchgeführt. Anschließend erfolgte eine Befragung der Projektgruppenmitglieder sowie der Betreuer der entsprechenden Bewohner.
6. Schritt: 3. Qualitätszirkel Aromatherapie
• Besprechung der Anwendung in der Praxis, Problemanalyse
• Vorbereitung der Informationsveranstaltung für Angehörige
7. Schritt: Informationsveranstaltung für Angehörige
• Information über Aromatherapie und Aromapflege
• Möglichkeiten der Anwendung
• Darstellung der Kosten
8. Schritt: 4. Qualitätszirkel Aromatherapie
• Besprechung der Ergebnisse der Anwendung
• Überlegungen zur erweiterten Anwendung ätherischer Öle in der Einrichtung
Arbeit zitieren:
Katharina Forster, 2009, Aromapflege in der stationären Altenpflege, München, GRIN Verlag GmbH
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