Gliederung:
1. Einleitung 2
2. Grundlagen des Redaktionsmanagements 3
3. Redaktionsorganisation 4
3.1 Grundlagen der Redaktionsorganisation 4
3.2 Aufbauorganisationen einer Redaktion 4
3.2.1 Einlinienorganisation 5
3.2.2 Stablinienorganisation 6
3.2.3 Mehrlinienorganisation 6
3.2.4 Matrixorganisation 7
3.3 Entwicklung der Redaktionsstrukturen 8
3.4 Moderne Formen der Redaktionsstrukturen 9
3.4.1 Newsroom, Newsdesk 9
3.4.2 Die Rolle der Journalisten 11
3.4.3 Die Rolle der Chefredakteure 12
4. Fazit: Qualitätssteigerung oder Sparmodell? 13
5. Literaturverzeichnis 15
6. Online-Quellen 15
7. Abbildungsverzeichnis 16
1. Einleitung
Redaktion und Management - zwei scheinbar gegensätzliche Welten treffen aufeinander. Auf der einen Seite der Journalismus: Ungebunden, kreativ, womöglich investigativ. Auf der anderen Seite die eher starre, hierarchische aufgebaute Organisationsstruktur des Managements.
So ungleich die beiden Bereiche erscheinen, in einem modernen Medienunternehmen müssen sie vereint werden. Spätestens seit der ersten großen Medienkrise ab 2001 und den daraus resultierenden Anzeigen- und Umsatzrückgängen scheint das Redaktionsmanagement unzweifelhaft notwendig.
Nun scheint der Begriff „Redaktionsmanagement“ zunächst aber recht undefiniert. Was bedeutet er? Was für Folgen hat er für die Arbeitsweisen der Belegschaft? Was ist daran so innovativ?
Tatsächlich hat das Redaktionsmanagement viele Facetten. Alle Bereiche detailliert aufzuzeigen, ist in diesem Rahmen nicht möglich. Daher konzentriere ich mich im Folgenden auf den besonderen Teilaspekt der Redaktionsorganisation und die daraus resultierenden ökonomischen Folgen. Als besondere Form der Redaktionsorganisation soll das „Newsroom-Modell“ auf seine ökonomischen Wurzeln und Folgen beleuchtet werden. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen sprechen bei den Anglizismen „Newsroom“ und „Newsdesk“ von innovativen Strukturen, durch die die Qualität des Medienprodukts steigt: Durch ressort-übergreifendes und multimediales Handeln könnten komplexe Themen vielfältig und crossmedial aufbereitet werden - was die Verkaufszahlen wieder in die Höhe schießen lasse. Skeptiker hingegen sprechen einfach nur von einem Sparmodell, das Journalisten den Job koste und dadurch einen erhöhten ökonomischen und zeitlichen Druck auf Redaktionen ausübe. Auch die Rolle des Journalisten scheint sich dabei zu verändern. Die Redaktionsleiter erwartet ebenfalls ein anderes Aufgabengebiet als in der Vergangenheit. Werden Chefredakteure nun zu Managern, fernab vom journalistischen Handwerk? Die Arbeitsweise der gesamten schreibenden Zunft ist dabei, sich zu verändern. Was für Vor- und Nachteile die moderne Redaktionsorganisation tatsächlich mit sich bringt und was das für die Verlagshäuser aus ökonomischer Sicht bedeutet, soll in dieser Arbeit erörtert werden.
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2. Grundlagen des Redaktionsmanagements
Um den Begriff der „Redaktionsorganisation“ korrekt einordnen zu können, sollen zunächst die Grundzüge des Redaktionsmanagements dargestellt werden. Nach Miriam Meckel handelt es sich beim Redaktionsmanagement um „die strategische Implementierung, Steuerung und Sicherung publizistischer Qualität in Verbindung mit Markterfolg, auf dem Wege des konzeptionellen, organisatorischen Personal- und Kostenmanagements“ (Meckel 1999: 22). Kurt Weichler sieht es pragmatischer: „Redaktionelles Management holt das Beste aus bestehenden Medienprodukten zu vertretbaren Kosten heraus“ (Weichler 2003: 20). Dabei hängt der Erfolg eines Medienproduktes nach Meckel ganz wesentlich von den fünf Faktoren Qualität, Marketing, Personal, Kosten und Organisation ab. Ein funktionierendes Redaktionsmanagement kümmert sich daher innerhalb der Redaktion um die Schaffung und Bearbeitung dieser fünf Erfolgskriterien. Deshalb ist Redaktionsmanagement ein Sammelbegriff für eine Managementstrategie, die auf mehreren Voraussetzungen basiert. Alle fünf Faktoren sind mehr oder weniger voneinander abhängig. Aus Kurt Weichlers Definition zum Redaktionsmanagement wird bereits ersichtlich, dass beispielsweise Kosten- und Qualitätsmanagement Hand in Hand gehen.
Wie bereits angekündigt, soll in dieser Arbeit der Aspekt der „Redaktionsorganisation“ genauer beleuchtet werden. Dennoch soll kurz umrissen werden, was die fünf Erfolgs-faktoren beinhalten.
Unter dem Faktor Qualität ist die ständige Kontrolle der redaktionellen Qualitätsstandards und die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zur Qualitätssicherung zusammengefasst. Marketing bedeutet hier redaktionelles Marketing. Das publizistische Produkt und das Publikumsinteresse soll durch Beobachtung von und Kontakt zu den Rezipienten kontinuierlich abgestimmt werden. Mit Personal ist die Einstellung und Weiterbildung von angemessen qualifiziertem Personal gemeint. Der Faktor Kosten beinhaltet die Entwicklung, Einhaltung und Überprüfung finanzieller Rahmenbedingungen wie dem Redaktionsetat (vgl. Meckel 1999: 21 f.). Zuletzt ist die Redaktionsorganisation genannt. Diese soll im Folgenden genauer beleuchtet werden.
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3. Redaktionsorganisation
3.1 Grundlagen der Redaktionsorganisation
Miriam Meckel liefert in ihrem Werk zum Redaktionsmanagement eine Definition, was redaktionelle Organisation bedeuten kann:
„Mit der Redaktionsorganisation ist die Entwicklung und Implementierung redaktioneller Strukturen gemeint, die Arbeitsabläufe in hinreichendem, aber nicht mehr als notwendigem Maße komplex halten, um das gemeinsame Endprodukt zu gewährleisten.“ (Meckel 1999: 22).
Diese Definition enthält die wesentlichen Elemente der Redaktionsorganisation. Die „Entwicklung und Implementierung redaktioneller Strukturen“ beschreibt die grundlegende Aufbauorganisation einer Redaktion. Diese soll „die Arbeitsabläufe in hinreichendem, aber nicht mehr als notwendigem Maße komplex halten“, also bis zu einem gewissen Grad ausdifferenzieren. Am Ende soll das „gemeinsame Endprodukt“ stehen. Das entscheidende Wort hierbei ist „gemeinsam“. Zum einen beschreibt es den Zusammenhang von Führungs- und Funktionsebene, aber es kann auch als Hinweis auf redaktionelle Teamarbeit dienen. Dieser Aspekt wird unter 3.3 genauer beschrieben.
3.2 Aufbauorganisationen einer Redaktion
Redaktionen verhalten sich betriebswirtschaftlich gesehen ähnlich wie Firmen. Es gibt vertikale Strukturierungen, die eng mit horizontalen Differenzierungen von Arbeitsprozessen verbunden sind. Durch vertikale Differenzierung wird eine Hierarchiestruktur implementiert, die horizontale Ebene stellt die Arbeitsteilung einer Ebene dar. Die Hierarchiebildung hat zwei Funktionen: Zum einen sollen arbeitsteilige Stellen und horizontal differenzierte Arbeitsprozesse auf diese Weise koordiniert werden, zum anderen sollen so Unternehmensziele und Entscheidungen durch die gesamte Organisation kommuniziert werden (vgl. Meckel 1999: 75 ff.). Je nach Größe der Unternehmen bieten sich dabei unterschiedliche Organisationsformen an. Im Folgenden werden die aus der Betriebswirtschaft gängigsten Aufbauorganisationen vorgestellt. Die verschiedenen Modelle verbinden die vertikale und horizontale Differenzierung miteinander. Alle vier Organisationsmodelle existieren in der Realität selten in ihrer Reinform. Oft sind Mischformen zu beobachten.
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Arbeit zitieren:
Julian Hoffmann, 2010, Redaktionsmanagement:, München, GRIN Verlag GmbH
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