Titelbild
Detail von der Darstellung auf der Frontseite des Sockel des Statue 5 im Totentempel Amenophis III. in Kom el-Hattan (Abb. 9). Dargestellt sind zwei mit Papyruspflanzen gefesselte ausländische Gefangene, kenntlich an dem Vollbart und den mit einer Stirnbinde versehenen Frisuren. Über ihnen erhebt sich die Doppelkartusche mit den Königsnamen „Nebmaatre“ und „Amenophis, Herrscher von Theben“. Zu beiden Seiten werden die Kartuschen von Was-Zeptern eingefasst, während sich unter ihnen das VP
Zeichen befindet.
An den Seiten befinden sich weitere Gefangendarstellungen, deren Unterkörper von Schilden ersetzt werden, womit die Darstellungen als Toponyme identifiziert werden können. Die linke Darstellung benennt die Keftiu (Kreta/ Minoer), währen die rechte die Bewohner von Amnisos benennt.
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Inhalt
Einleitung S. 4
Die Zeit Amenophis III. 7
Die verstärkten Beziehungen zur Ägäis unter Amenophis III. 26
Die Ägäische Liste im Totentempel Amenophis III. 29
Wie gelangten die Objekte in die Ägäis? 34
Objekte in Mykene gefunden 35
Die Funde 35
Mykenische Objekte in Ägypten 38
Verzeichnis der Namen aus der ägäischen Liste 40
Verzeichnis der Abbildungen 44
Chronologie S. 53
Literatur S. 57
Bildnachweis S. 62
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Einleitung
Internationale Beziehungen sind nicht nur ein Phänomen der Neuzeit, sondern waren schon im Altertum keine Seltenheit. So war auch das ägyptische Großreich, das im Neuen Reich unter Amenophis III. seine Blütephase erlebte in vielschichtige diplomatische Verbindungen mit seinen Nachbarreichen und Vasallen eingebunden. Naben den syrischen Fürstentümern, den Königreichen Mitanni und Babylon unterhielt man dabei auch Beziehungen zum ägäischen Raum, wo sich seinerzeit die Reiche der Minoer und Mykener befanden.
Dies stellt einen sehr interessanten Befund dar, denn bisweilen ist man in vielen Bereichen immer noch geneigt, die großen Kulturen des Altertums, sei es die des alten Ägyptens, die Mesopotamiens oder die der Ägäis, zumeist nur für sich zu betrachten. Dabei bekunden die anhand von zahlreichen Funden nachweisbaren Beziehungen einen regen Austausch, der sich neben dem reinen Güterverkehr auch in dem Transport von kulturellen Eigenarten manifestiert, wie etwa von stilistischen Einflüssen in der Kunst. So lassen sich minoische oder mykenische Stilelemente im ägyptischen Auaris, dem Palast Amenophis III. in Malkatta oder auch im syrischen Qatna nachweisen. Auch finden sich ägyptische bzw. ägyptisierende Gegenstände auf in der Ägäis oder sogar auf Zypern. Zu den kostbarsten verhandelten Materialien gehörten zum einen die kissenförmigen Rohkupferstücke, die als so genannte „Keftiubarren“ bekannt sind. Diese durchschnittlich 29 kg schweren Barren sind neben den minoischen Palästen von Kato Zarko und Hagia Triada auch aus Darstellungen im Grab des Rechmire in Theben-West, sowie anhand von Funden auf den Inseln Zypern und Sardinien, als auch aus Syrien und Hattusa, der Hauptstadt des Hethiterreichs, nachweisbar. Weitere wichtige Handelsgüter waren zumeist Luxusgüter, wie Elfenbein, edle Schmucksteine, Duftstoffe für Parfüm oder Räucherwerk, sowie auch Farbpigmente (etwa für
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„Ägyptisch Blau“). Zugleich weisen einander sehr ähnliche Funde von Waagschalen und Gewichten an unterschiedlichen Orten auf Kreta und Zypern oder im nordsyrischen Ugarit (Ras Schamra) darauf hin, dass es ein festgesetztes Maßsystem zum Wiegen solcher Waren gab. Eben dies legt einen international strukturierten Handel nahe, der den gesamten Raum des östlichen Mittelmeers umfasste.
Der vorliegende Text soll nun einen Blick auf die einzig in der Zeit von Amenophis III. nachweisbare verstärkte Beziehung Ägyptens zum ägäischen Raum werfen. Dabei wird zum einen auf die Regierungszeit Amenophis III. eingegangen, die auch einen Höhepunkt des diplomatischen Austauschs darstellt. Weiter wird auf die Belege eingegangen, die mit der Ägäis in Verbindung stehen und so möglicherweise Auskunft zu einer Beziehung geben, die bis in die Amarnazeit einen florierenden Handelsverkehr ermöglichte.
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Abbildung 1
Relief mit Darstellung Amenophis III. mit Blauer Krone
Berlin , Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Inv.-Nr. 14442
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Die Zeit Amenophis III. 1
Unter Pharao Amenophis III. 2 (Abb. 1) blühte das altägyptische Reich auf,
das durch seine Vorfahren zu einem Großreich geworden war. Allem voran die Feldzüge seines Urgroßvaters Thutmosis III. 3 nach Nubien, Libyen und
Syrien schufen die Grundlage dafür, dass Amenophis über ein Gebiet herrschte, das sich von el-Kurru (nahe dem vierten Nil-Katarakt) im Süden bis zur Grenze des Mitannireichs im Norden erstreckte. Vermutlich wurde Amenophis III. am Ende der Regierungszeit seines Großvaters Amenophis II. geboren und erhielt den Beinamen Merichepesch„Der die Stärke liebt“. Über die Kindheit und Erziehung des jungen Prinzen lassen sich allenfalls Spekulationen anstellen, doch wird er spätestens mit dem Tod seines älteren Bruders Amenemhet eine entsprechende Vorbereitung auf seine Rolle als König erfahren haben 4 . Nach der nur zehnjährigen Herrschaft seines Vaters Thutmosis IV. 5 kam er dann allerdings noch im Kindesalter ca. zehn- bis zwölfjährig auf den Thron 6 , sodass zunächst seine
Mutter, Königin Mutemwia als Regentin für ihn fungierte. Amenophis III. nahm die folgende Titulatur an:
Horusname: Starker Stier, der in/als Maat erscheint
1 Vgl. Cabrol, 2000; Clayton 1995, S. 115-119; Fletcher 2000; Kozloff/ Bryan/ Berman 1992; O’Connor/ Cline 2001; Schneider 1996, S. 87-95; Wilkinson 2008, S. 173-178 (Nr. 52).
2 Auch als Amenhotep oder Imen-hetep III. bekannt.
3 Vgl. Clayton 1995, S. 108-111; Schneider 1996, S. 456-464; Desweiteren sei auf die umfassenden Monographien von E. H. Cline/ D. O’Connor (Hrsg.): Thutmose III. A New Biography, Michigan 2006, und A. Tulhoff: Thutmosis III. Das ägyptische Weltreich auf dem Höhepunkt der Macht, München 1984, verwiesen.
4 Vgl. Fletcher 2000, S. 28-29. Nach Wilkinson 2008, S. 175, nahm Thutmosis IV. seinen jungen Sohn auch auf einen Nubienfeldzug, wofür er aber keine Belege anführt.
5 Grundlegend sei zu diesem Herrscher auf B. M. Bryan: The Reign of Thutmose IV, Baltimore/ London 1991, verwiesen. Desweiteren auch auf die Kurzdarstellungen bei Clayton 1995, S. 113.114, und Schneider 1996, S. 464-466
6 Dies ergibt sich aus der Untersuchung seiner Mumie, nach der der König im alter von ca. 50 Jahren verstarb. Die teilweise vermutete Zuschreibung der Mumie an Eje konnte jüngst durch eine genetische Untersuchung ausgeschlossen werden.
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Nebtiname: Der den Gesetzen Bestand gibt, der die Beiden Länder beruhigt
Goldhorusname: Mit großer Schlagkraft, der die Asiaten schlägt Thronname: Herr der Maat, ein Re (Nebmaatre) Eigenname: Amun ist zufrieden, Herrscher von Theben (Amenophis, Heqa Waset)
Diese Namen können allerdings in verschiedenen Varianten erscheinen, zudem wurde Amenophis mit zahlreichen Epitheta versehen, wie etwa „Glänzende Sonnenscheibe (Aton) aller Länder“. Nicht ganz klar ist, wann der König seine Hauptgemahlin Teje (Abb. 2) heiratete 7 . Die mitunter vorgebrachte Annahme, Amenophis habe sie „lange vor der Thronbesteigung geheiratet“ 8 , kann aufgrund des jugendlichen Alters
des Königs bezweifelt werden, zumal die Ehe mit der aus nichtköniglichen Verhältnissen stammenden Teje nicht aus Gründen der Staatsraison geschlossen wurde. Dennoch scheint die Hochzeit in den ersten Jahren des Königs stattgefunden zu haben, so wird Teje bereits auf einer Serie von Gedenkskarabäen aus dem Jahr 2 des Königs erwähnt 9 . Der ungewöhnliche
Entschluss eine Frau zu seiner Königin zu machen, die weder die Tochter eines ausländischen Königs noch eines Fürsten war, würde auch zu den sonstigen Aktionen des Königs in seinen ersten Jahren passen 10 . So erscheint
er als junger und agiler König, der sein Können bei inszenierten Stierjagten zur Schau stellte. Eine ganze Serie von Gedenkskarabäen aus seinem 2.
7 Zu Teje allgemein siehe Tyldesley 2008, S. 115-123; Wilkinson 2008, S. 178-181(Nr. 53).
8 So Clayton 1995, S. 115.
9 Tyldesley 2008, S. 115, geht anhand dieser Datierung davon aus, dass die Hochzeit mit Teje im Jahr 2 erfolgte.
10 Über die wichtigsten Ereignisse aus dieser Zeit wird man dabei durch eine außergewöhnliche Quellengruppe informiert, die so genannten Gedenkskarabäen. Sie lassen sich in fünf Serien unterteilen, die über unterschiedliche Ereignisse berichten: 1) Hochzeit von Amenophis und Teje („Heiratsskarabäus“, undatiert); 2) Wildstierjagd (Jahr 2); 3) 102 erlegte Löwen in 10 Jahren; 4) Hochzeit mit Mitanni-Prinzessin Giluchepa, und 5) Einweihung eines Lustsees für Teje (Jahr 11).
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Regierungsjahr überliefert etwa, dass der junge König 56 der insgesamt 170 erlegten Stiere selbst erlegt habe. Vier Tage danach habe er nochmals 40 Tiere getötet.
Aus seinem 10. Regierungsjahr stammt zudem eine weitere Serie von Gedenkskarabäen, die propagieren, dass der König insgesamt 102 Löwen zur Strecke gebracht habe. Anders als seine berühmten Vorfahren war er selbst jedoch kein kriegerischer Herrscher, weshalb es unter ihm auch zu keinen nennenswerten militärischen Aktionen kam. Einzig ein Feldzug nach Nubien im Jahr 5 des Königs ist durch drei Stelen bei Assuan und auf der Nilinsel Sai bekannt. Zudem wird auf der in Semna gefundenen Stele (London, British Museum, EA 657) von einem Aufstand in Ibhet (südöstlich des 2. Nilkatarakts) berichtet, der von Merimose, dem Vizekönig von Kusch, niedergeschlagen wurde 11 . Ob sich die undatierte Inschrift auf ein Ereignis
während des Feldzugs bezieht, oder von einer anderen vergleichbaren Aktion berichtet ist nicht sicher. Zwar wird von insgesamt 740 Gefangenen (150 nubischen Männern, 250 Frauen, 175 Kinder, 110 Bogenschützen und 55 Sklaven) und 312 Händen von getöteten Feinden berichtet, doch scheint Amenophis III. selbst nicht zugegen gewesen zu sein 12 . Daher wirken die
Beinamen des Königs, die ihn als „Plünderer von Schinar“ oder „Der die Asiaten schlägt“ betiteln, mehr wie propagandistische Eigenglorifizierung, als wie die Schilderung von Tatsachen.
Der König band seine Vasallen und Bündnisreiche durch großzügige Geschenke und Heiratspolitik an sich 13 . Eben das hat zu unterschiedlichen
Ansichten über die Regierungszeit Amenophis III. geführt. Mitunter wurde
11 Vgl. Strudwick 2006, S. 164-165.
12 Vgl. Clayton 1995, S. 116.
13 Eben dies vermittelt auch der sich auf die Zeit Amenophis III. beziehende Teil der Amarna-Korrespondenz. Diese gibt zumindest einen Eindruck von dem diplomatischen Briefverkehr zwischen Ägypten und den Königreichen Mitanni und Babylon, der bis in die Jahre 31/32 oder für Babylon sogar bis ins Jahr 25 zurückreicht (so C. Kühne: Die Chronologie der internationalen Korrespondenz von El-Amarna, Kevelaer/Neukirchen-Vluyn 1973). Es handelt sich dabei zumeist um Freundschaftsbeteuerungen, Geschenklisten oder Heiratsverhandlungen.
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ihm machtpolitische Tatenlosigkeit in den syrischen Gebieten vorgeworfen, was später zum Verlust dieser Territorien führte. Oft wurde er zudem als ein träger und apathischer Mann beschrieben, der „mehr repräsentierte als regierte“ 14 , einzig der Selbstverherrlichung und dem Vergnügen anhing 15 und der „ganz und gar kein Weltpolitiker“ 16 war. Eindeutig dagegen spricht
jedoch, dass der Außenhandel wie nie zuvor blühte, man Beziehungen nach Babylon, Mitanni, den syrischen Fürstentümern, sowie bis zur Ägäis unterhielt, und Amenophis III. es schaffte eine Politik des Machtgleichgewichts zu erhalten, die es über Bündnisse und den Güteraustausch erlaubte, dass alle vom herrschenden Frieden profitierten 17 .
Doch unabhängig davon, ob man den König nun als „Meisterdipolmaten“ ansehen möchte oder nicht, so kann man nicht abstreiten dass seine Herrschaft den Höhepunkt des ägyptischen Großreichs markierte. Daher waren große militärische Unternehmungen einfach nicht notwendig, zumal alle umliegenden Königreiche den freundschaftlichen Umgang mit dem Reich am Nil suchten. Amenophis III. konnte sich daher zu Recht als „glänzende Sonnenscheibe aller Länder“ betiteln und seine Herrschaft wurde zu einer Blütezeit von Kunst, Architektur und Handwerk. Exotische Kostbarkeiten und nicht zuletzt eine Unmenge nubischen Goldes flossen nach Ägypten. Wie der Wohlstand und der Hang zur luxuriösem Ausstattung auch bei Privatpersonen Einzug hielt, verraten die Wandbilder aus den Gräbern seiner Regierungszeit, sowie die gemachten Funde von Statuetten und Gebrauchsgegenständen. Was den Harem des Königs betrifft, so verfügte dieser über eine unbekannte Anzahl von ägyptischen Schönheiten, sowie über zahlreiche ausländische Prinzessinnen. Wie eine weitere Reihe von Skarabäen berichtet, war eine von
14 Schlögl 1989, S. 2. Dieses Bild des Herrschers revidierte er aber selbst in der Neuauflage von 1993, S. 2 zu „ein(em) Mann der Diplomatie und Repräsentation“.
15 Vgl. Hayes 1948, S. 272.
16 Vgl. M. Höveler-Müller: Am Anfang war Ägypten. Die Geschichte der Pharaonischen Hochkultur von der Frühzeit bis zum ende des Neuen Reichs ca. 4000 - 1070 v. Chr. (Kulturgeschichte der antiken Welt Bd. 101), Mainz 2005, S. 210.
17 Vgl. Berman 1992, S. 59.
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ihnen Giluchepa, die Tochter des Mitanni-Königs Schuttarna II., die mit 318 Gefolgsfrauen in den Harem des Königs einzog. Daneben beherbergte der Harem noch drei namentlich nicht bekannten babylonischen Prinzessinnen, die Tochter des Königs von Arsawa und Taduchepa, die Enkelin von Schuttarna und Tochter des Tuschratta von Mitanni 18 .
18 Vgl. Schneider 1996, S. 91.
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Doch trotz all dieser aus würdigen Verhältnissen stammenden Damen, bliebt Teje stetig die Hauptfrau an Amenophis Seite, was sich auch darin ausdrückt, dass der König einen „Lustsee“ für sie in Djarucha (was möglicherweise Tejes Geburtsstadt Achmim meint) schaffen ließ. Das künstliche Gewässer mit Ausmaßen von 3700 x 700 Ellen (ca. 1950 x 370 m) wurde vom Königspaar mit der Barke „Die Stahlen des Aton“ befahren. Welchen außergewöhnlich hohen Rang Teje am Königshof besaß wird vor allem an dem an ihren Sohn Amenophis IV./ Echnaton gerichteten Brief EA 28 aus der sog. „Amarna-Korrespondenz“ deutlich 19 . In dem Schreiben des
Mitanni-Königs Tuschratta lässt er Echnaton folgendes wissen:
„Alle Worte, die ich zu deinem Vater sprach sind deiner Mutter bekannt. Niemand sonst kennt sie, aber du kannst deine Mutter Teje nach ihnen fragen“,
Dies zeigt deutlich, wie stark die Einbindung Tejes in den diplomatischen Verkehr war. Dies bekundet einen Status, der vielleicht nur noch von ihrer Schwiegertochter Königin Nofretete übertroffen wurde, denn Teje erscheint sehr oft im Beisein ihres Gemahls bei Staatsakten (so etwa bei einer Opferszene im Grab des Userhet, dem „Vorsteher der königlichen Gemächer, in Theben 20 ) genauso wie beim rituellen Opfer (München, Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst, Gl. WAF 28 21 ). Sogar als gleichgroße Kolossalfigur (Kairo, Ägyptisches Museum, JE 33906) 22 thront sie neben Amenophis und auch Sphinxdarstellungen von ihr sind bekannt 23 . In Sedeinga
19 Vgl. Aldred 1968, S. 244. Zu der Korrespondenz sei auf Moran 1992 verwiesen.
20 H. Carter: Report of Work Done in Upper Egypt (1902-1903), in: ASAE 4 (1903), S. 177, Taf. II.
21 Vgl. S. Schoske: Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst München, Mainz 1995, S. 128, Abb. Vorsatz hinten.
22 Vgl. Müller 1988, Teil IV, S. 21-22, Taf. 5.
23 Etwa auf einer Gürtelschnalle (New York, Metropolitan Museum of Art, Inv.-Nr. 26.7.1342). Vgl. Kozloff/ Bryan 1992, S. 442-447 (Kat. 123).
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(Nubien) besaß Teje sogar einen eigenen Tempel, wo man sie als Erscheinungsform der Göttin Hathor verehrte. Somit lässt sich durchaus annehmen, dass die fast schon dem König gleichgestellt wirkende Position der Königin Nofretete erst durch die von Teje geschaffene Rolle der Königin möglich wurde.
Teje gebar sechs oder mehr Kinder. Darunter Thutmosis (V.), Amenophis (IV.), Isis und Satamun. Prinz Thutmosis, der wohl zunächst Kronprinz war, starb noch während der Regierung seines Vaters. So wurde Amenophis (IV., der spätere Echnaton) der Anwärter auf den Pharaonenthron 24 .
Amenophis III. verfolgte ein monumentales Bauprogramm, das ohne eine funktionierende Verwaltung und eine florierende Wirtschaft nicht möglich gewesen wäre. Tempel des Königs finden sich vom östlichen Nildelta bis zum nubischen Soleb (nördlich des 3. Nilkatarakts).
In Karnak ließ der König den 3. und 10. (erst unter Haremhab vollendeten) Pylon errichten, womit er die West- und Südachse des Karnak-Tempels verlängerte. Zahlreiche kleine Vorgängerbauten mussten dafür weichen und wurden als Füllmaterial verbaut. Vermutlich wurden unter dem König auch die Prozessionswege zum Mut-Tempel und zum Luxortempel erneuert. Zudem könnte eine später überbaute Anlage des Chons-Tempels in die Zeit des Königs datieren.
In Theben-West ließt er einen gewaltigen Totentempel für sich errichten, der allerdings durch ein Erdbeben zerstört und von nachfolgenden Herrschern als Steinbruch benutzt wurde. Daher blieben neben diversen Fragmenten von Statuen und Stelen nur noch die beiden Kolossalstatuen, die so genannten „Memnonkolosse“ erhalten. Die Bezeichnung „Memnonkolosse“ ist dabei irreführend und geht auf die antike Gleichsetzung der Kolossalbildnisse mit dem äthiopischen Prinzen Memnon, der in Troja gekämpft haben soll, zurück. Sie zeigen Amenophis III. auf einem Blockthron mit kurzer Lehne sitzend,
24 Vgl. Schneider 1996, S. 89.
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Patrick Farsen, 2010, Die verstärkten Beziehungen zwischen Ägypten und der Ägäis unter Amenophis III., München, GRIN Verlag GmbH
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Ernst Cassirer - Mythos und mythisches Denken in der antiken Philosoph...
Philosophie - Philosophie der Antike
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