INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung. 6
2. Auswahl der untersuchten Städte. 9
3. Beschreibung historischer Hintergründe der Untersuchungsstädte 12
3.1 Beschreibung der Stadt Münster. 12
3.2 Beschreibung der Stadt Kiel 13
3.3 Beschreibung der Stadt Chemnitz 14
3.4 Beschreibung der Stadt Augsburg 14
4. Auswahl und Beschreibung der Hilfsmittel für eine Untersuchung der
Apothekennamen 16
4.1 Kategorisierung der Apothekennamen nach Hellfritzsch. 16
4.2 Modifizierte Kategorisierung 20
5. Benennungsmotive 28
5.1 Geographische Namen. 28
5.2 Namen aus der Natur 30
5.3 Personennamen. 32
5.4 Namen aus Mythologie und Religion sowie Fabelwesen. 34
5.5 Namen, die aus anderen Sprachen entlehnt sind sowie Wortneuschöpfungen
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5.6 Objektnamen und Himmelskörper. 36
5.7 Sonstige Namen. 38
6. Auswertung der Statistischen Daten 40
6.1 Auswertung nach der Reihenfolge der Gesamtplatzierung 40
6.2 Auswertung nach einzelnen Gruppen. 45
6.3 Auswertung nach einzelnen Städten. 52
6.3.1 Münster. 52
6.3.2 Kiel 58
6.3.3 Chemnitz 62
6.3.4 Augsburg 66
7. Zusammenfassung der Ergebnisse. 71
8. Ausblick. 73
LITERATURVERZEICHNIS 75
ANHANG 82
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Abbildung A: Kleinräumige Gebietsgliederung. 45 Stadtteile mit wohnberechtigter
Bevölkerung pro Hektar......................................................................................... 83 Abbildung B: Kleinräumige Gebietsgliederung. 174 Stadtzellen. ........................ 84 Abbildung C: Ortsbeiratsbezirke von Kiel ............................................................ 85 Abbildung D: Die 39 Stadtteile der Stadt Chemnitz.............................................. 86 Abbildung E: Stadtbezirke und Planungsräume von Augsburg ............................ 87
Tabelle A: Auflistung der Apothekennamen nach Gruppen: MÜNSTER ............ 88 Tabelle B: Auflistung der Apothekennamen nach Gruppen: KIEL....................... 93 Tabelle C: Auflistung der Apothekennamen nach Gruppen: CHEMNITZ ........... 97 Tabelle D: Auflistung der Apothekennamen nach Gruppen AUGSBURG......... 100
TABELLENVERZEICHNIS
Tab. 1: Bevölkerungsverteilung und Gesamtflächen der Untersuchungsstädte .... 11
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1: Teilgruppen der „Benennungen ohne eigene onymische Konstituente“ .. 17 Abb. 2: Ober- und Untergruppen der Benennungen mit onymischer Konstituente.
............................................................................................................................... 19 Abb. 3: Modifizierte Gruppen ............................................................................... 27
DIAGRAMMVERZEICHNIS
Diagramm 1: Verteilung nach Obergruppen: Insgesamt (absolute Zahlen) .......... 42 Diagramm 2: Prozentuale Verteilung der Obergruppen: Insgesamt (relative
Zahlen)................................................................................................................... 42 Diagramm 3: Untergruppen nach Häufigkeit: Insgesamt ...................................... 43 Diagramm 4: Prozentuale Verteilung der Obergruppen: Münster, Augsburg, Kiel,
Chemnitz................................................................................................................ 45 Diagramm 5: Prozentuale Verteilung der Untergruppen des Bereichs
„Geographische Namen“ ....................................................................................... 46 Diagramm 6: Prozentuale Verteilung der Untergruppen des Bereichs
„Personennamen“ .................................................................................................. 47 Diagramm 7: Prozentuale Verteilung der Untergruppen des Bereichs „Namen aus
der Natur“ .............................................................................................................. 48
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Diagramm 8: Prozentuale Verteilung der Untergruppen des Bereichs
„Obergruppen ohne Untergruppen“....................................................................... 49 Diagramm 9: Untergruppenverteilung der einzelnen Städte (relative Zahlen)...... 51 Diagramm 10: Verteilung der Untergruppen: Münster (relative Zahlen).............. 52 Diagramm 11: Häufigkeitswerte der Untergruppen im Vergleich zum Durchschnitt
(relative Zahlen)..................................................................................................... 54 Diagramm 12: Verteilung der Untergruppen: Kiel (relative Zahlen) .................... 58 Diagramm 13: Verteilung der Untergruppen: Chemnitz (relative Zahlen) ........... 62 Diagramm 14: Verteilung der Untergruppen: Augsburg (relative Zahlen) ........... 66
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1. Einleitung
Der Begriff Apotheke entstand aus dem Griechisch-Lateinischen (Schmitz 1980:794). Er wurde im Allgemeinen als Begriff für Speicher, Behälter und Vorratskammern aber auch spezieller für Bücher, Handschriften, Reliquien, Wein, Kräuter, Gewürze und für Arzneien verwendet (vgl. ebd.). Die Idee der Apotheke entstand im arabischen Raum im Kontext des Drogen-, Gewürz- und Spezereihandels und als Arzneidepot des Arztes (vgl. ebd.:795).
Im deutschsprachigen Raum bildete sich das pharmazeutische Arzneiwesen zunächst in Form des Krämerhandwerks aus (vgl. Hellfritzsch 1996b:1590). Es ist nicht sicher, ob es sich bei den ältesten bezeugten „apothecae“ schon um medizinische Einrichtungen handelte (vgl. ebd.). Wahrscheinlich bestanden diese Einrichtungen zunächst aus Verkaufsständen, die von Kräuterhändlern geführt wurden (vgl. Gaude 1979:14). Untersuchungen aus den 1980er Jahren ergaben, dass die ersten Apotheken im deutschsprachigen Raum bereits vor 1300 entstanden sind, sie jedoch zunächst nur in wenigen Städten ansässig waren (vgl. Schmitz 1980:795). Eine Apotheke konnte zu dieser Zeit von jedem gegründet werden. Mit der Zeit wurde diese sogenannte Niederlassungsfreiheit dadurch beschränkt, dass eine Ausübung des Berufs von der Zunftzugehörigkeit und von der Ratsverfassung abhängig war (vgl. ebd.:796). Während zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine geringe Verbreitung von Apotheken vorkam, gab es Ende des 13. Jahrhunderts im deutschen Raum vermutlich keine größere Stadt mehr, in der ein Apotheker fehlte (vgl. Gaude 1979:14). Erklärbar ist dies durch das vermehrte Auftreten von Seuchen.
Um 1300 begannen die ersten Apothekereide und -ordnungen in den deutschsprachigen Städten aufzukommen. Die erste Apothekerordnung in diesem Gebiet wurde 1280 in Basel verfasst (vgl. ebd.:21). Die bis zum 16. Jahrhundert verzeichneten Ordnungen entsprachen zum größten Teil den Grundsätzen der Medizinal-ordnung Friedrichs II. (vgl. ebd.). Durch Missstände, Notstände, Naturkatastrophen und Epidemien wurde es notwendig, Änderungen und Erweiterungen der Ordnungen vorzunehmen (vgl. ebd.:22). Privilegien konnten die Interessen der Apotheker regeln, indem ihnen wirtschaftliche Vorrechte zugestanden wurden (vgl. ebd.). Ein solches Privileg konnte sich darauf beziehen, dass der Apotheker
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die Rechte für den alleinigen Verkauf in einem Gebiet erhalten konnte (vgl. ebd.), was ihm schnell eine gehobene gesellschaftliche Stellung einbringen konnte. Auch heute noch benötigt ein Apotheker eine rechtliche Erlaubnis, um eine Apotheke eröffnen und leiten zu dürfen. Diese berechtigt ihn jedoch nicht dazu, ein Gebiet zu beanspruchen, welches er konkurrenzlos mit Medikamenten ver-sorgt. Jedoch ist es dem Apotheker gestattet, neben einer Hauptfiliale bis zu drei Filialapotheken zu führen (vgl. ApoG § 1 Abs. 2). Dazu muss dieser approbierter Apotheker und zuverlässig sein (vgl. ApoG § 1 Abs. 3 und 4). Somit werden Apothekenketten mit mehr als insgesamt vier Filialen und einem Eigentümer, der kein approbierter Apotheker ist, als nicht rechtens angesehen und in Deutschland verboten. Die genannten Gesetze führten auch zu dem in der Presse vielfach diskutierten Fall um die Apothekenkette „Doc Morris“. Das Unternehmen hatte zum Ziel, in Deutschland mehrere Apotheken zu eröffnen. Da die Apotheken jedoch nicht durch den Inhaber, sondern durch einen angestellten Apotheker geleitet worden wären, kam es zu gerichtlichen Verhandlungen. Das Ergebnis der Verhandlungen lautete, dass „Doc Morris“ in Deutschland keine Apothekenkette aufbauen darf. Das sogenannte „Franchising“ ist hierzulande jedoch weiterhin erlaubt, sodass einige Apotheken bereits den Namen „Doc Morris“ tragen, jedoch nicht dem Unternehmen angeschlossen sind (vgl. Plass 2009). Um die ursprünglichen und regionaltypischen Apothekennamen auswerten zu können, ist es erforderlich die Apothekenketten unberücksichtigt zu lassen. Der Titel der vorliegenden Examensarbeit lautet „Apothekennamen im Regionalvergleich“. „Doc Morris“-Apotheken kommen in großer Zahl vor und sind deutschlandweit vertreten. Die regionalen Schwankungen der „Doc Morris“-Apothekenbestände sagen jedoch nichts über sprachwissenschaftlich interessante Entwicklungen aus, sondern haben eher einen Bezug zu wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen. In der vorliegenden Untersuchung soll vor allem eine exemplarische Verortung von Apothekennamen stattfinden. Eine großräumige und intensive Untersuchung der Apothekennamen Deutschlands wäre zwar höchst interessant, würde jedoch den Rahmen einer Examensarbeit sprengen. Aus diesem Grund kann nur ein erster Einblick in die Verteilung der Apothekennamen gegeben werden.
Die vorliegende Examensarbeit wird folgenden Aufbau haben: Zunächst soll begründet werden, nach welchen Kriterien eine Auswahl der untersuchten Städte stattgefunden hat. Es folgen Zusammenfassungen historischer Hintergründe der einzelnen Städte, um einen Überblick über regional bedeutsame Ereignisse und
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Persönlichkeiten zu geben. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass diese Hintergründe Erklärungen für einige regional vorkommende Apothekennamen liefern. Um die entsprechenden Namen auswerten zu können, wird in einem nächsten Schritt eine Übersicht über die Hilfsmittel gegeben, die für eine Untersuchung der Apothekennamen notwendig waren. Dazu gehört neben einem Medium zur Erschließung der Apothekennamen der entsprechenden Gebiete auch die Beschreibung der Hilfsmittel, mit dem eine Einteilung der einzelnen Namen vorgenommen werden kann. Bevor letztendlich eine Auswertung der statistischen Daten erfolgt, werden die Benennungsmotive untersucht. Diese geben Rückschluss auf die Hintergründe der Namenswahl durch die Apothekengründer. Dadurch können erneut regionale Vorkommnisse erschlossen werden. Des Weiteren können Informationen über das Bestehen überregional existierender Apothekennamen ermittelt werden. Zuletzt werden die erhobenen Daten gegenüber gestellt und ausgewertet. Dies geschieht nach den verschiedenen Gesichtspunkten Platzierungsreihenfolge, Gruppenstärke sowie lokale Verteilungen.
Da die Forschung im Bereich der Apothekennamenverteilung sehr spärlich ist, muss vielfach auf ältere Literatur zurückgegriffen werden. Dies gilt besonders für das Kapitel 5. Hier wird hauptsächlich auf das „Lexikon des Mittelalters“ zurückgegriffen, deren erster Band 1980 erschien. Zudem wird das frühchristliche Werk „Physiologus“ genutzt, in dem Tiere und mythologische Figuren in ihrer Bedeutung im Bezug auf das Göttliche beschrieben werden. Auch das 1979 erschienene Werk „Die alte Apotheke“ ist für die Erfassung von Benennungsmotiven hilfreich. Für die Entwicklung eines Instruments zur Auswertung der Apothekennamen wird eine von Volkmar Hellfritzsch durchgeführte Untersuchung herangezogen, die 1996 in dem Artikel „Zur Benennung von Apotheken und Drogerien“ veröffentlicht wurde. Da die ausgewählte Literatur für eine Themenbearbeitung größtenteils ausreichend ist, stellt das Alter dieser kein größeres Problem dar.
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2. Auswahl der untersuchten Städte
In der vorliegenden Arbeit wird Münster als Vergleichsstadt herangezogen. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen ist ein regionaler Vergleich von Apothekennamen unter Berücksichtigung der Stadt Münster noch nicht vorgenommen worden. Zwar gibt es einige Dissertationen und Artikel zur Geschichte des Apothekenwesens in der Stadt Münster (u. a. die Dissertation von Ursula Vierkotten mit dem Titel „Zur Geschichte des Apothekenwesens von Stadt und Fürstbistum Münster i. W.“), diese beschäftigen sich jedoch im Wesentlichen mit der Entstehungsgeschichte der Apotheken und nicht mit der Apothekenbenennung oder der regionalen Apothekenverbreitung. Zum anderen ist Münster die Stadt, in der die Examensarbeit eingereicht wird und zu der von Seiten der Autorin der vorliegenden Arbeit, ein besonderer Bezug besteht. Ein weiterer Grund ist die geographische Lage Münsters. Eine genauere Begründung für das letztgenannte Argument, wird zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Kapitel vorgenommen.
Der erste Gedanke bei der Auswahl der untersuchten Städte bezieht sich darauf, Orte auszuwählen, die in Bezug auf Fläche und Einwohnerzahlen eine möglichst große Übereinstimmung mit Münster aufweisen. Münster umfasst durch Eingemeindung vieler kleinerer Siedlungsbereiche in der unmittelbaren Umgebung eine sehr große Fläche. Das 302,9 km² (Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster 2008a) große Areal ist jedoch hauptsächlich in Zentrumsnähe stark besiedelt. Die grenznahen Stadtteile sind hingegen nahezu unbewohnt (vgl. Anhang, Abbildung A).
Als Kriterien für eine Auswahl der Untersuchungsstädte werden die Einwohnerzahl sowie die geographische Lage der Städte gewählt. Im Folgenden wird dies näher erläutert.
Pro km² leben in Münster durchschnittlich 895 Menschen. 1 Betrachtet man im Vergleich hierzu eine Stadt mit ähnlich großer Fläche, wie z.B. München mit einer Gesamtfläche von 310,43 km² (vgl. Statistisches Amt der Landeshauptstadt München 2009:190) und einer Bevölkerungsdichte von 4.405 Einwohnern pro km² (vgl. ebd.) oder Leipzig mit einer Fläche von 297,4 km² (Amt für Statistik und
1 Errechnet aus den Daten der Stadt Münster. Einwohner mit Hauptwohnsitz: 271.006,
Gesamtfläche der Stadt: 30292,515 ha/ 302,92515 km² (Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 2008, „SMS“)
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Wahlen der Stadt Leipzig 2009:2) und einer Bevölkerungsdichte von 1.720 Einwohnern pro km², fällt auf, dass Münster eine verhältnismäßig geringe Bevölkerungsdichte aufweist. Da Münster eine relativ große Fläche, jedoch eine im Verhältnis zu anderen Städten dieser Größenordnung geringe Einwohnerzahl aufweist, findet man keine deutsche Stadt, die Münster in Bezug auf die genannten Faktoren annähernd entspricht. Aus diesem Grund müssen bei der Auswahl Kompromisse gemacht werden. Diese beziehen sich im Wesentlichen auf die Fläche der ausgewählten Städte. Da die Anzahl der Apotheken weniger auf die Fläche der Stadt als auf die Einwohnerzahl ausgerichtet ist, wurde als wichtigstes Kriterium die Einwohnerzahl festgelegt.
Neben der Einwohnerzahl spielt auch die geographische Lage der Städte eine bedeutende Rolle, da dadurch regionale Besonderheiten im Bezug auf die Apothekennamenvergabe sichtbar werden können. Um eine möglichst große stichprobenartige Abdeckung der regionalen Phänomene in der Bundesrepublik Deutschland zu erreichen, ist es möglich, sich an Himmelsrichtungen, Ballungsräumen, Bundesländern etc. zu orientieren. Für die vorliegende Untersuchung wird die Orientierung an Himmelsrichtungen gewählt, um so eine vertretbare Anzahl an Städten untersuchen zu können. Da die Examensarbeit eine Seitenbeschränkung hat, besteht bei einer größeren Anzahl an Untersuchungsstädten die Gefahr, diese nicht ausreichend prüfen zu können. Würde eine geringere Anzahl an Städten ausgewählt würden die verschiedenen Regionen zu spärlich vertreten sein. Münster deckt bereits den Westen Deutschlands ab, weshalb nur noch Städte aus dem Norden, Süden und Osten festzulegen sind. In Norddeutschland kommt Kiel der Einwohnerzahl von Münster am nächsten. 234.267 Einwohner mit Hauptwohnsitz leben in Kiel (vgl. Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit -Online-Redaktion Landeshauptstadt Kiel 2008a). Bei 271.006 Einwohnern in Münster ergibt sich eine Differenz von 36.739 Einwohnern, jedoch ist Kiel die einzige norddeutsche Stadt, die annähernd an die Einwohnerzahl von Münster heranreicht. Chemnitz ist mit 240.661 Einwohnern (vgl. Stadtverwaltung Chemnitz 2009) die ostdeutsche Stadt, die am ehesten an Münsters Bevölkerungszahlen heranreicht. Bei der Auswahl der süddeutschen Stadt kommen zwei Städte in Frage. Karlsruhe mit 278.116 Einwohnern (vgl. Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe 2008:27) und Augsburg mit 263.835 Einwohnern (vgl. Amt für Statistik der Stadt Augsburg 2008a), die hier jeweils ihren Hauptwohnsitz haben. Da Augsburg jedoch eine größere räumliche Distanz zu Münster aufweist und zentraler in Süddeutschland liegt als Karlsruhe, wurde Augsburg als weitere zu
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untersuchende Stadt für die vorliegende Arbeit ausgewählt. Somit sind die zu evaluierenden Städte Münster, Kiel, Chemnitz und Augsburg.
Tab. 1: Bevölkerungsverteilung und Gesamtflächen der Untersuchungsstädte
In den untersuchten Städten findet man Apothekennamen, die regionalgeschichtlich bedingt sind. Um einen Überblick über die Hintergründe dieser Benennungsmotive zu geben, werden im Folgenden einige historische Ereignisse näher erläutert. Informationen zu Apothekenzahlen und zur Größe der Stadt runden das Gesamtbild ab.
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3. Beschreibung historischer Hintergründe der
Untersuchungsstädte
3.1 Beschreibung der Stadt Münster
Münster leitet sich von dem lateinischen Namen „Monasterium“ (Kloster) ab. Nachdem die Stadt zunächst als „Munstre“ bezeichnet wurde, entwickelte sich ihr Name mit der Zeit zum heutigen „Münster“ (vgl. Stadtmuseum Münster o.J.). 805 n. Chr. wurde der erste Bischof von Münster, der heilige Liudger, geweiht und Münster zum Bistum erhoben (vgl. Münster Marketing o.J.). 1933 wurde Clemens August von Galen Bischof von Münster (vgl. Stiftung Deutsches Historisches Museum o.J.). Er verurteilte den damals aufkommenden Nationalsozialismus und hielt drei Predigten, in denen er die Euthanasie und das Beschlagnahmen von Kirchengut durch die Nationalsozialisten kritisierte und angriff (vgl. ebd.). Bis zum heutigen Tag entstanden in Münster 31 katholische (Der Bischof von Münster o.J.) sowie 15 evangelische Kirchengemeinden (vgl. Ev. Kirchenkreis Münster o.J.). Davon ist vor allem die Lambertikirchgemeinde mit ihrer gleichnamigen Kirche überregional bekannt. Sie erlangte vor allem durch die sogenannte Wiedertäuferbewegung Berühmtheit. 1797 wurde Annette von Droste-Hülshoff geboren, Münsters wohl bekannteste Dichterin. Von 1826 - 1846 wohnte sie in dem von Johann Conrad Schlaun erbauten Altersruhesitz, dem Haus Rüschhaus (vgl. Münster Marketing o.J.a.). 1815 wurde Westfalen dem Königreich Preußen zugesprochen und Münster wurde die Hauptstadt der neuen Provinz (vgl. Münster Marketing o.J.b).
Münster ist heute in neun Stadtbezirke aufgeteilt Die Stadtbezirke und Teilbereiche sind in 45 Stadtteile unterteilt (vgl. Anhang, Abbildung A) und diese wiederum in 174 Stadtzellen (vgl. Anhang, Abbildung B). In der Apothekennamengebung spielen sie insofern eine Rolle, als dass in jeder Untersuchungsstadt Stadtteile oder Stadtzellen als Benennungsmotiv herangezogen werden. Münster erstreckt sich inzwischen auf einer Fläche von rund 300 km² (vgl. Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster 2008a). Am 01.09.2009 waren 98 Apotheken für das westfälische Münster auf der Internetseite „www.aponet.de“ verzeichnet.
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3.2 Beschreibung der Stadt Kiel
Der Name Kiel bezieht sich auf die Lage des Ortes und weist auf die Kieler Förde hin, die erst 1416 nach der Stadt Kiel als „Kylre vorde“ benannt wurde (vgl. Berger 1993:150). Bereits für das Jahr 1232 gab es Belege für eine Benennung der Stadt als „to dem Kyle“ (vgl. ebd.). „kl“ ist das mittelniederdeutsche Wort für „Keil“ und weist auf eine lange schmale Seebucht hin und sollte im speziellen Fall Kiels das Ende der Förde bezeichnen (vgl. ebd.).
Kiel ist eine an der Ostsee gelegene Hafenstadt, die Ende des 11. Jahrhunderts Hansestadt wurde (vgl. Berger 1993:150). Zwar ist die Hanse heute nicht mehr von Bedeutung, trotzdem ist Kiel immer noch Teil eines überregionalen Netzwerks. Die Stadt ist Mitglied in der „Union of the Baltic Cities“, einem internationalen Städte-Netzwerk der Ostseeanrainerstaaten (vgl. Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Online-Redaktion Landeshauptstadt Kiel (o.J.a)). 1865 wurde Kiel ein Marinestandort und 1871 Reichskriegshafen, weshalb auch bald einige Werften gebaut wurden (vgl. Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit -Online-Redaktion Landeshauptstadt Kiel o.J.a.). Eine der bekanntesten ist die „Germania Werft“, die heute jedoch nicht mehr existiert. Noch heute ist Kiel einer der größten Standorte für Marinestreitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland und daher wundert es auch nicht, dass das berühmte Segelschulschiff „Gorch Fock“ hier seinen Heimathafen hat (vgl. ebd.).
Kiel ist in 30 Stadtteile gegliedert, die teilweise durch die Kieler Förde, den Nord-Ostsee-Kanal und den Fluss Schwentine unterbrochen oder begrenzt werden (vgl. Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Online-Redaktion Landeshauptstadt Kiel 2008b). Die 30 Stadtteile sind in 18 Ortsbeiratsbezirke zusammengefasst (vgl. Anhang, Abbildung C).
Kiel ist die nördlichste Stadt der ausgewählten Untersuchungsgebiete. Das Stadtgebiet von Kiel erstreckt sich dabei auf einer Fläche von 114 km² (vgl. Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Online-Redaktion Landeshauptstadt Kiel 2008b). Durch die dazugehörige Hafenfläche dehnt sich das Gebiet zusätzlich um 4,6 km² aus. Dadurch hat Kiel eine Gesamtfläche von 118.6 km². Am 01.09.2009 verzeichnete der Internetdienst „www.aponet.de“ 79 Apotheken für die norddeutsche Stadt.
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3.3 Beschreibung der Stadt Chemnitz
Die Stadt Chemnitz wurde nach einem um 1136 gegründeten Mönchskloster benannt, dessen Namen auf den Fluss „Caminizi Fluvium“ zurückgeht. Diese Bezeichnung leitet sich vom altsorbischen „Kamenica“ ab, was soviel wie „steiniger Bach“ bedeutet (vgl. Berger 1993:72). Ende des 12. Jahrhunderts wurde der sogenannte „Rote Turm“ gebaut, das älteste Wahrzeichen der Stadt. Ab 1531 arbeitete der berühmte Arzt Georgius Agricola nicht nur als Mediziner sondern auch als Bürgermeister in der Stadt Chemnitz (vgl. Stadtverwaltung Chemnitz o.J.a).
Chemnitz ist heute die drittgrößte Stadt Sachsens (vgl. Stadtverwaltung Chemnitz o.J.a). Sie ist in 39 Stadtteile eingeteilt (vgl. Anhang, Abbildung D) und steht in der vorliegenden Arbeit stellvertretend für die ostdeutschen Städte. Die knapp 241.000 Einwohner leben auf einer Fläche von fast 221 km² (vgl. Stadtverwaltung Chemnitz 2006).
Am 01.09.2009 verzeichnete Chemnitz 66 Apotheken auf der Internetseite des Anbieters „www.aponet.de“.
3.4 Beschreibung der Stadt Augsburg
Ca. 30 n. Chr. wurde die ehemalige Römerstadt, die aus einem Legionslager erwuchs, gegründet (vgl. Berger 1993:43). Im zweiten Jh. n. Chr. wurde sie zu Ehren des Kaisers Augustus und nach dem keltischen Stamm der Vindeliker, der hier sein einstiges Siedlungsgebiet hatte, benannt (vgl. ebd.). Augsburg entwickelte sich im Mittelalter entlang der ehemaligen Römerstraße „Via Claudia Augusta“, die eine Verbindung mit Italien darstellte (vgl. ebd.). Die Domburg des Bischofs und der Benediktinerstift St. Ulrich und St. Afra lagen im Zentrum der Entstehung (vgl. ebd.). Seit über 1.250 Jahren ist Augsburg bereits Bischofssitz (vgl. Amt für Statistik der Stadt Augsburg 2008b:7). Seit dem 9. Jahrhundert wurde an das lateinische „Augusta“ das althochdeutsche „burg“/„purch“ angehängt, was in der Bedeutung so viel wie „Stadt“ meinte (vgl. Berger 1993:43). Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich dadurch der Name der Stadt zu Augsburg (vgl. ebd.:44). 1897 entwickelte Rudolf Diesel in Augsburg den ersten funktionsfähigen und nach ihm benannten Dieselmotor (vgl. Stadt Augsburg 1999 - 2009a). Als 1972 die olympischen Spiele in München ausgerichtet wurden, war auch Augsburg Austragungsstätte. Hier wurde das erste Kanu-Slalomstadion der Welt gebaut (vgl.
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Stadt Augsburg 1999 - 2009b). Weitere geschichtlich interessante Orte sind z.B. der Herkulesbrunnen, die Residenz am Fronhof und die Kirche St. Anna (vgl. Amt für Statistik der Stadt Augsburg 2008b:10f.). Seit 1817 ist Augsburg Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben (vgl. Berger 1993:43) Die Regierung hat ihren Sitz in der Residenz am Fronhof (vgl. Amt für Statistik der Stadt Augsburg 2008b:10f.). Die Kirche St. Anna wurde 1321 von Karmelitermönchen gegründet und ist die erste evangelische Kirche Augsburgs (vgl. ebd.). Die Stadt Augsburg unterteilt sich in 42 Stadtbezirke, die wiederum in 17 sogenannten Planungsräumen zusammengefasst werden (vgl. Stadt Augsburg 2008:13). Insgesamt erstreckt sie sich auf einer Gesamtfläche von fast 147 km² (vgl. Stadt Augsburg 2008a:16).
Die Internetseite „www.aponet.de“ verzeichnete am 01.09.2009 84 Apotheken für Augsburg.
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4. Auswahl und Beschreibung der Hilfsmittel für eine
Untersuchung der Apothekennamen
Im Anschluss an die Auswahl der zu untersuchenden Städte folgt in diesem Kapitel die Beschreibung der Hilfsmittel, anhand derer die Apotheken in den entsprechenden Gebieten ermittelt und später kategorisiert werden sollen. Es stehen verschiedene Suchmaschinen zur Wahl. Neben Online-Telefonbüchern wie „www.gelbeseiten.de“ oder „www.dasoertliche.de“ stehen auch spezielle Apothekenseiten mit Apothekensuchfunktionen wie z.B.
„www.apotheken.de oder „www.vitanet.de“ zur Auswahl. Die Entscheidung fällt auf die Internetseite „www.aponet.de“. Das hat mehrere Gründe. „’www.aponet.de’ ist ein von der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erstellter Online-Dienst.“ (ABDA 2007). „Mitgliedsorganisationen der ABDA sind die 17 Apothekerkammern und 17 Apothekervereine/-verbände.“ (ABDA 2004 - 2008). Über die Suchfunktion der Seite kann man sich sowohl alle verzeichneten Apotheken zu einem Ort anzeigen lassen, als auch konkret nach einem bestimmten Apothekennamen suchen. Letzteres wird für die vorliegende Examensarbeit von Bedeutung werden, da so die einzelnen Apothekennamen deutschlandweit untersucht werden können, und dadurch feststellbar wird, wie sich die Verteilung von lediglich regional vorkommenden Apothekennamen bundesweit darstellt. Hierdurch kann zudem festgestellt werden, wie viele Apothekennamen ein größeres Verbreitungsgebiet haben. Zusätzlich wird bei dieser Internetseite im Gegensatz zu den anderen betrachteten Internet-Suchmaschinen die größte Anzahl von Apotheken angezeigt.
4.1 Kategorisierung der Apothekennamen nach Hellfritzsch
Nachdem das entsprechende Hilfsmittel zur Ermittlung der Apotheken ausgewählt ist, muss ein Instrument gefunden werden, mit dem eine Kategorisierung der Apothekennamen vorgenommen werden kann. Als Grundlage hierfür dient der Artikel „Zur Benennung von Apotheken und Drogerien“ von Volkmar Hellfritzsch, der 1987 herausgebracht und 1996 überarbeitet und erweitert wurde. Hellfritzsch untersucht in diesem Artikel die in der DDR von 1979 - 1983 vorhandenen Apothekennamen (vgl. Hellfritzsch 1996a:384). Hellfritzsch unterteilt in diesem Artikel in zwei übergeordnete Bereiche:
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Zum einen die „Benennungen ohne eigene onymische Konstituente“ und zum
anderen die „Benennungen mit onymischer Konstituente“ (vgl. Hellfritzsch
„Onymische Konstituente“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine Apotheke in ihrer Benennung einen „Eigennamen mit individualisierendem Objektbezug“ (ebd.) aufweist. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass ein Apothekenname in Hellfritzschs Kategorisierung zusätzlich zu der Bezeichnung „Apotheke“ entweder einen Eigennamen aufweist, der ihn genauer bestimmt oder nicht. Eine genauere Bestimmung kann beispielsweise ein Begriff aus der Natur (z.B. „Rosen Apotheke“) oder ein Personenname (z.B. „Hubertus Apotheke“) sein. Die „Benennungen ohne eigene onymische Konstituente“ unterteilt der Au-tor in „(Staatliche) Apotheken (+ Ortsnamen)“ und „(Staatliche) Apotheken + spezifizierende Bestimmung, die den juristischen Status der jeweiligen Einrichtung angibt“ (vgl. ebd.).
Abb. 1: Teilgruppen der „Benennungen ohne eigene onymische Konstituente“ Quelle: Eigene Darstellung nach Hellfritzsch 1996a:384f.
In die erste Gruppe „(Staatliche) Apotheken (+ Ortsnamen)“ sortiert Hellfritzsch die Apotheken, die lediglich als „Apotheke“ benannt werden oder zusätzlich mit einem Ortsnamen benannt werden (vgl. ebd.). Als Beispiel hierfür nennt er die „Apotheke Franzburg“, die „Dorotheenstädtische Apotheke“ usw. (vgl. ebd.), die jeweils zusätzlich zur Bezeichnung „Apotheke“ durch einen Ortsnamen ergänzt werden.
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In die Gruppe der „(Staatlichen) Apotheken mit spezifizierender Bestimmung des juristischen Status der jeweiligen Einrichtung“ werden von Hellfritzsch solche Apotheken sortiert, die durch den Namen einen Hinweis auf Etappen der Apothekengeschichte geben wie beispielsweise „Stadt- bzw. Städtische Apotheke“, „Rats Apotheke“ oder „Waisenhausapotheke“ (vgl. ebd.). Apothekenbenennungen wie „Waisenhausapotheke“ geben also einen Hinweis darauf, dass die benannte Apotheke ursprünglich dem Waisenhaus zugehörig war, wodurch Entstehungshintergründe deutlich werden.
Die „Benennungen mit onymischer Konstituente“ splittet Hellfritzsch in fünf Teilgruppen. Die ersten drei Gruppen erhalten jeweils mehrere Untergruppen. Die letzten zwei Teilgruppen stehen für sich und werden nicht weiter untergliedert:
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4.2 Modifizierte Kategorisierung
Die ausgewählten Städte Münster, Kiel, Chemnitz und Augsburg weisen nur wenige Apothekennamen auf, die in die von Hellfritzsch aufgeführte Gruppe der „Benennungen ohne eigene onymische Konstituente“ eingeteilt werden können. Lediglich eine „Alte Rats Apotheke“ in Kiel, eine „Rats Apotheke“ in Chemnitz und eine „Stadt Apotheke Lechhausen“ in Augsburg können über die Internetseite „www.aponet.de“ gefunden werden. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass es keine „staatlichen Apotheken mit spezifizierenden Bestimmungen des juristischen Status der jeweiligen Einrichtung“ gibt. Allerdings spielen sie in der vorliegenden Untersuchung keine nennenswerte Rolle. Die Apotheken, die mit „Rats Apotheke“ oder ähnlichen Namen benannt werden, können problemlos in andere Gruppen einsortiert werden. Die einzelne Verteilungsweise wird im Folgenden erläutert. Da die „Benennungen ohne eigene onymische Konstituente“ von Hellfritzsch also nicht auf die Städte Kiel, Chemnitz, Augsburg, oder Münster angewendet werden müssen, entfallen sie in der modifizierten Kategorisierung ersatzlos.
Die Gruppeneinteilung, die Hellfritzsch im Bereich der „Benennungen mit onymischer Konstituente“ vornimmt, beinhaltet sehr viele Anteile, die gut auf die Datenbasis der vorliegenden Untersuchung anwendbar sind. Trotzdem werden einige Änderungen vorgenommen, um die entsprechenden Gruppen an die berücksichtigten Apothekennamen anzupassen. Im Folgenden werden die Modifizierungen und ihre Begründungen erläutert.
1. Geographische Namen: Die Untergruppen der von Hellfritzsch eingeteilten Gruppe der „Örtlichkeitsnamen“ sind größtenteils auf die Städte Münster, Kiel, Chemnitz und Augsburg anwendbar. Daher werden einige Aspekte der Kategorisierung übernommen, aber auch einzelne Untergruppen zusammengefasst.
Die übergeordnete Gruppenbezeichnung für die von Hellfritzsch benannten „Örtlichkeitsnamen“ wird in „Geographische Namen“ umbenannt. In diese Teilgruppe sollen Apothekennamen fallen, die durch physisch-geographische oder anthropo-geographische Vorkommnisse geprägt sind.
Die Obergruppe der „Geographischen Namen“ gliedert sich in sechs Untergruppen:
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1.1. Namen von Stadtgebietseinteilungen: Hellfritzschs Gruppe der „Stadtteilnamen“ wird in die Gruppe „Namen von Stadtgebietseinteilungen“ umbenannt. Stadtteile sind nicht-administrative Bereiche, die meist nach historisch-genetischen Kriterien abgegrenzt werden (vgl. Leser 2005:882). Durch den allgemein gehaltenen Begriff „Stadtgebietseinteilungen“ können auch Einteilungen nach Stadtbezirken, Stadtzellen und Planungsräumen etc. in dieser Gruppe berücksichtigt werden. 1.2. Namen nach Straßen oder Hausnummern: Die von Hellfritzsch vorgenommene Einteilung der „Straßennamen“ ist nicht eindeutig. Es stellt sich hier die Frage, ob ausschließlich Apothekennamen aufgenommen werden, die direkt an der namengebenden Straße liegen. In der vorliegenden Arbeit soll nicht nur der Name der Strasse, an der die Apotheke direkt liegt, sondern auch Namen von Quer- und Parallelstrassen berücksichtigt werden. Zur Adresse eines Hauses gehört heutzutage neben dem Straßennamen eine Hausnummer. In seltenen Fällen werden Apotheken nach diesen getauft. Da Hausnummer und Straßenname miteinander ver-bunden sind, werden sie in dieser Untergruppe gemeinsam erfasst. 1.3. Namen von Gebäuden, technischen Anlagen und Plätzen: Eine weitere Untergruppe im Teilbereich „Örtlichkeitsnamen“ von Hellfritzsch ist die Gruppe der „Bauwerke, technische Anlagen u.ä.“. Hellfritzschs Gruppenbezeichnung wird um die „Namen von Plätzen“ erweitert, die bei dem Autor in der Gruppe der „Straßennamen“ untergebracht waren. Dieses Vorgehen ist sinnvoll, da Plätze einen ähnlichen Bekanntheitsgrad haben wie Gebäude und technische Anlagen, wodurch sie einander ebenbürtig sind.
1.4. Namen von natürlichen Räumen: In dieser Gruppe werden alle Apotheken erfasst, deren Namen, durch belebte und unbelebte, großflächige Naturräume geprägt sind. Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen, ob diese Gebiete durch die Natur oder durch Menschenhand geformt wurden. Hellfritzschs Untergruppen „Landschaftsnamen“, „Gewässernamen“, „Berg- oder Gebirgsnamen“ und „Flurnamen“ können aufgrund ihrer jeweiligen Zugehörigkeit unter diesem Gruppennamen zusammengefasst werden. Einzeln betrachtet würden sie in zu geringem Maße vorkommen, um sie sinnvoll untersuchen zu können.
1.5. Namen von Himmelsrichtungen: In diese Gruppe werden Apotheken eingeteilt, in deren Namen eine Himmelsrichtung erscheint. Die von
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Arbeit zitieren:
Nadine Wrocklage, 2009, Deutsche Apothekennamen im Regionalvergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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