Abstract
Das Ziel dieser Bachelorthesis ist es, durch die schriftliche Befragung von 137 Personen (Fragebogen mit 26 Fragen zu den Themen „allgemeine Interessen“, „Reise- und Buchungsverhalten“ und „Internetnutzung“) sowie mit Hilfe der während des Studiums gewonnen theoretischen Grundlagen herauszufinden, wie es sich mit den Interessen und Gewohnheiten der sogenannten „Babyboomer“ verhält. Durch die Auswertung des Fragebogens soll ermittelt werden, ob sich die Altersgruppe der 40 - 55-jährigen für Studienreisen interessiert. Ein Fokus soll auf der Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für Veranstalter von Studienreisen liegen. Die Ergebnisse der Befragung werden mit aktuellen Trends im Tourismus sowie in den Bereichen Internet und Web 2.0 belegt oder widerlegt.
II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1. Erkenntnisinteresse 2
2. Methode. 4
3. Begriffsdefinitionen 5
3.1 Definition „Generation“ 5
3.2 Definition „Kohorte“ 5
3.3 Geschichte / Entstehung der Studienreisen 5
3.4 Zielgruppen von Studienreisen 6
3.5 Die Zukunft der Studienreise 8
3.6 Definition Gruppenreisen 8
4. Die Altersgruppe „40 - 55 Jahre“ - Ein Porträt 9
4.1 Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2060 9
4.2 Familiensituation der Altersgruppe 40 - 55 14
4.3 Die Reisegewohnheiten der Altersgruppe 40 - 55 14
4.4 Soziale Netzwerke der 40 - 55-jährigen 15
5. Auswertung des Fragebogens 17
6. Handlungsempfehlungen für die via cultus GmbH 32
6.1 Allgemeine Handlungsempfehlungen 32
6.2 Perspektiven im Marketing und die Nutzungsmöglichkeiten für via
cultus 38
7. Die aktuelle Lage auf dem Reisemarkt und Reisetrends 40
7.1 Reisetrends / Tourismusanalyse 2010 der Stiftung für
Zukunftsfragen 41
7.1.1 Reiseziele Inland und Ausland 42
III
7.1.2 Reisedauer und Urlaubsbudget 42
7.1.3 Anreiseform und Buchungsverhalten 43
7.1.4 Trend Internet 43
7.1.5 Urlaubsaktivitäten 46
7.1.6 Zukunftstrends laut Tourismusanalyse 2010 47
8. Megatrends und die Auswirkungen auf die Tourismusindustrie 49
8.1 Individualisierung 49
8.2 „Neo-Tribalisierung“ 50
8.3 „Ökonomisierung“ 50
9. Porträt der via cultus Internationale Gruppen- und Studienreise GmbH 51
10. Fazit 53
Literaturverzeichnis 54
Verzeichnis von Internet-Quellen 55
IV
Abkürzungsverzeichnis
F.U.R. Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen SWOT Strength, Weakness, Opportunity, Threat ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil-Club ITB Internationale Tourismus Börse
V
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Bevölkerungsvorausberechnung BRD
Abbildung 2: Bevölkerungspyramide BRD 2010
Abbildung 3: Bevölkerungspyramide BRD 2060
Abbildung 4: Geschätzte Bevölkerungsentwicklung 1950 - 2060
Abbildung 5: Anteil der Online-Bucher nach Altersklassen
Abbildung 6: Interessensgebiete
Abbildung 7: Ausgaben Freizeit
Abbildung 8: Regelmäßige Lektüre
Abbildung 9: Bevorzugte Urlaubsform
Abbildung 10: Bevorzugte Anreiseform
Abbildung 11: Bevorzugte Urlaubsaktivitäten
Abbildung 12: Informationsbeschaffung
Abbildung 13: Ort der Reisebuchung
Abbildung 14: Reiseveranstalter
Abbildung 15: Studienreise ja oder nein?
Abbildung 16: Studienreise wann?
Abbildung 17: Mögliche Studienreiseziele
Abbildung 18: Kriterien der Reiseentscheidung
Abbildung 19: Internetnutzungsverhalten
Abbildung 20: Häufigkeit Internetnutzung
Abbildung 21: Internetaktivitäten
Abbildung 22: Soziale Netzwerke im Internet
Abbildung 23: Soziale Netzwerke Internet
Abbildung 24: Bevorzugte Werbemittel
Abbildung 25: Reisebudget
Abbildung 26: Alter der befragten Personen
Abbildung 27: Schulbildung
Abbildung 28: Anteil der Urlaubsaktivitäten der Generation 50
Abbildung 29: Internet als wichtigste Informationsquelle
VI
1. Erkenntnisinteresse
Viele Studien, wie unter anderem die F.U.R. Reiseanalyse, zeigten schon in der Vergangenheit, dass das Durchschnittsalter der Kunden von Studienreisen bei 50+ liegt. Tatsächlich liegt das Durchschnittsalter vieler Studienreisenden oft höher, nämlich eher bei 60+. Mit dem Ende der Berufstätigkeit und der daraus resultierenden neu gewonnen Freizeit verfügen viele Menschen wieder über mehr Zeit, um Reisen zu unternehmen, die nicht (nur) der Erholung, sondern eher der Bildung oder den persönlichen Interessensgebieten entsprechen. Wie müssen also die Veranstalter von Studienreisen reagieren und agieren, um eine jüngere Zielgruppe zu erreichen und die geburtenstarken Jahrgänge, die heute zwischen 40 und 55 Jahren alt sind, für ihre Produkte und Reisen zu begeistern?
Die Hauptaufgabe dieser Arbeit ist es, herauszufinden wie die Altersgruppe der 40 - 55-jährigen als potentielle Zielgruppe für Studienreiseveranstalter allgemein zu erreichen ist. Welche Bedürfnisse möchten befriedigt werden, welche Themen interessieren und welche Art des Marketings bevorzugt diese Kundengruppe? Die verwendete Methode, auf die diese Arbeit aufbaut, ist die schriftliche Befragung.
Die Teilnehmer von Studienreisen sind sehr anspruchsvolle Kunden, die bereit sind, für gute Qualität und ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis mehr Geld auszugeben als Pauschalreisende oder Individualreisende. Besonders interessant war es daher herauszufinden, wonach die sogenannten „Babyboomer“ suchen und ob sich ein moderner Studienreiseveranstalter mit klassischen Themenreisen auf dem richtigen Weg befindet, um die zahlungskräftige und reisewillige Zielgruppe der 40 - 55-jährigen zu erreichen. Die letzten Generationen der sogenannten „Babyboomer“ (bis Jahrgang 1965), die in den kommenden Jahren als Studienreisezielgruppe interessant werden könnten, suchen unter Umständen nach anderen neuen Reiseformen, -zielen und -themen als die heutigen älteren Teilnehmer von Studienreisen. In der vorliegenden Arbeit gilt es herauszufinden, wie sich Veranstalter von Studienreisen mit den richtigen Vertriebs- und Marketingkanälen optimal
2
aufstellen können. Die praktische Relevanz ist insofern gegeben, als nicht nur die Theorie erforscht werden soll, sondern konkrete Vorschläge für Veranstalter von Studienreisen erarbeitet werden. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen können allgemein für Veranstalter von Studienreisen als Grundlage für mögliche Veränderungen herangezogen werden. Außerdem sollen diese Vorschläge und Empfehlungen konkret auf die via cultus GmbH angewendet werden, da die Thematik dieser Bachelorthesis in Zusammenarbeit mit den Inhabern und zugleich Geschäftsführern des Unternehmens erarbeitet wurde.
3
2. Methode
Die empirische Sozialforschung in Form einer Befragung einer ausgewählten Zielgruppe stellt die Grundlage dieser Arbeit dar. „Die Befragung gilt nach wie vor als das Standardinstrument empirischer Sozialforschung bei der Ermittlung von Fakten, Wissen, Meinungen, Einstellungen oder Bewertungen… .“ 1 Befragt wurden 137 Personen zwischen 40 und 55 Jahren. Bildung, Beruf, Einkommen, soziale Schicht, Herkunft, Religion oder Lebensform spielten bei der Auswahl der Personen keine Rolle. Folgende Themen bilden die Schwerpunkte des Fragebogens: „Allgemeine Interessensgebiete“, „Reisegewohnheiten“,
„Buchungsverhalten“ und „Internetnutzungsverhalten“. Vor der Verteilung des Fragebogens an die 137 Personen durchlief er einen Pretest, bei dem Stimmigkeit der Inhalte, roter Faden, Befragungsdauer, Verständnis der Fragen, die Rechtschreibung und die Logik überprüft wurden. 2 Es wurden ausschließlich geschlossene Fragen verwendet. Die häufigste Frageform war die sogenannte Verhaltensfrage. Hierbei sollen die Befragten darlegen, was sie „in der Vergangenheit getan haben, in der Gegenwart tun bzw. für die Zukunft zu tun beabsichtigen.“ 3 Die Auswahl der befragten Personen (quantitative Befragung) erfolgte aufgrund von bestehenden Kontakten in diversen Bereichen. Fragebögen wurden im Bekanntenkreis, sowie über Freunde an deren Kollegen, über Eltern und Verwandte an deren Bekannte, Kollegen, Familien und Freunde verteilt. Die Schlüsse, die aus der Beantwortung der Fragen gezogen werden können, sollen dazu dienen, bestehende Marketing- und Vertriebsaktivitäten des Gruppen- und Studienreiseveranstalters via cultus GmbH als Beispiel für einen Veranstalter von Studienreisen auf den Prüfstand zu stellen. Die gewonnen Erkenntnisse werden dabei nicht nur für diesen, sondern ggf. auch für andere Veranstalter von Bedeutung sein. Nach der Auswertung der Fragen müssen gegebenenfalls neue Konzepte und Reisethemen entwickelt und bestehende Aktivitäten in den Bereichen Marketing und Vertrieb überprüft werden.
1 Schnell / Hill / Esser: Empirische Sozialforschung, S. 321.
2 Vgl. Schnell / Hill / Esser: Empirische Sozialforschung, S. 347.
3 Schnell / Hill / Esser: Empirische Sozialforschung, S. 328.
4
3. Begriffsdefinitionen
Zunächst sollen die wichtigsten Begrifflichkeiten geklärt werden, die in der vorliegenden Arbeit die Hauptrolle spielen. Die Begriffe „Generation“, „Kohorte“, „Studienreise“ und „Gruppenreise“ sollen zunächst definiert werden:
3.1 Definition „Generation“
Der Begriff „Generation“ stammt aus dem Lateinischen und verfügt über unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen bezeichnet man mit diesem Begriff „die Gesamtheit aller annähernd gleichaltrigen Individuen einer Art“ 4 . Zum anderen wird so auch „die Gesamtheit der Altersgruppen, die ähnliche kulturelle und soziale Orientierungen, Einstellungen und Verhaltensmuster aufweisen und sich dadurch von anderen Altersgruppen unterscheiden“ 5 , bezeichnet.
3.2 Definition „Kohorte“
„Geburtskohorten sind einzelne Geburtsjahrgänge bzw. Gruppen von Geburtsjahrgängen. Die Mitglieder einer Kohorte wachsen aufgrund ihres gemeinsamen Geburtszeitraums unter den gleichen historischen Bedingungen auf und erleben bestimmte gesellschaftliche Ereignisse und Perioden im gleichen Altersabschnitt ihres Lebens.“ 6
3.3 Geschichte / Entstehung der Studienreisen
Die Studienreise soll bei dieser Arbeit im Vordergrund stehen, daher wird als nächstes etwas genauer auf die Entstehung und die Definition eingegangen. Es folgt eine kurze Abgrenzung zur Gruppenreise, um den Unterschied zwischen diesen beiden Reiseformen darzustellen.
Studienreisen gab es schon zu Zeiten der alten Ägypter, „in der Neuzeit darf man wohl Thomas Cook als den ersten Studienreiseveranstalter bezeichnen, denn seine Unternehmungen führten nahezu ausschließlich zu den damals bekannten Kunstwerken der Antike […]. In Deutschland gebührt die Ehre, der
4 F.A. Brockhaus GmbH (Hrsg.): Brockhaus von A-Z, S. 540.
5 F.A. Brockhaus GmbH (Hrsg.): Brockhaus von A-Z, S. 540.
6 Menning / Hoffmann: Altersdaten, S. 4.
5
Erste gewesen zu sein, Dr. Hubert Tigges, dem Gründer der Dr. Tigges Reisen. 1928 führte eine organisierte Wanderung von Elberfeld in die Eifel und bald danach kamen Reisen nach Frankreich, in die Schweiz und nach Italien dazu.“ 7 Die meisten der heute noch operierenden Studienreiseveranstalter (Studiosus, Marco Polo u.a.) wurden in den 1950er und 1960er Jahren gegründet. Eine genaue Definition der Studienreise gab es zu dieser Zeit in der Fachliteratur noch nicht, dies ist der Grund für folgenden Entschluss: „Mitte der 1970er Jahre hat deshalb die `Arbeitsgemeinschaft Studienreisen`, der damals namhafte Studienreiseveranstalter angehörten, versucht, eine eindeutige und praktikable Definition der Studienreise zu finden, die im folgenden zitiert und erläutert wird: Definition: Eine Studienreise ist eine Reise mit begrenzter Teilnehmerzahl (in der Regel 10-30 Teilnehmer), festgelegtem Reisethema und Reiseverlauf und deutschsprachiger, fachlich qualifizierter Reiseleitung. Das Reisethema kann schwerpunktmäßig historisch, kunstgeschichtlich, archäologisch, religionsgeschichtlich […] sein. Der Reiseverlauf orientiert sich am Reisethema.“ 8
3.4 Zielgruppen von Studienreisen
„Die Zielgruppen richtig zu erkennen, ist wesentlich für die Produktkonzeption und für die Werbung und Verkaufsförderung eines Reiseveranstalters. Dabei wäre es falsch anzunehmen, dass die Kunden von Studienreisen ausschließlich im akademischen Berufsbereich zu finden wären, aber es liegt natürlich in der Natur der Sache, dass die akademischen Berufe bei den Teilnehmern überwiegen…Das Interesse an fernen Ländern und Kulturen und das Interesse an der Studienreise hat damit nicht nachgelassen, sondern andere Bevölkerungsgruppen erreicht. Vom Altphilologen zum Informatiker: Auf diese kurze Formel könnte man den strukturellen Wandel des Publikums für Studienreisen bringen.“ 9
Die Kunden kommen also aus unterschiedlichsten Berufsgruppen, aber wer stellt nun aber den größten Anteil dar? „Auch heute noch wird vielfach der Lehrer als der typische Studienreisende angesehen […]. Zwar gehört die Lehrerschaft in den Ferienzeiten zu einer sehr begehrten Kundengruppe der
7 Mundt: Reiseveranstaltung, S. 317.
8 Mundt: Reiseveranstaltung, S. 320.
9 Mundt: Reiseveranstaltung, S. 325.
6
Studienreise-Veranstalter, weil sie nicht nur interessiert und aufgeschlossen sind, sondern auch über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen. Andere Berufsgruppen wie Ärzte und Apotheker, alle medizinisch-technischen Berufe und das gesamte untere und mittlere Management mit ganz unterschiedlichen Ausbildungshintergründen haben den Lehrern hier aber längst den Rang abgelaufen.“ 10 Neben der Tatsache, dass es sich bei Studienreisen um ein hochpreisiges Produkt handelt, ist besonders der hohe Altersdurchschnitt nicht wegzudiskutieren. Diverse Veranstalter versuchen sich durch „junge Programme“ an eine jüngere Zielgruppe zu wenden. „Das klassische Alter für den Einstieg in die Veranstalterstudienreise beträgt rund fünfzig Jahre, wenn die Kinder aus dem Haus und versorgt sind und die wirtschaftliche Lage solche Reisen erlaubt.“ 11 Um konkurrenzfähig zu bleiben und sich vom gängigen Studienreiseprogramm abzuheben ist es entscheidend, kontinuierlich zu überprüfen, ob die angebotenen Reisen, Programme und Themen nach wie vor den hohen Ansprüchen der Kunden gerecht werden. Zusätzlich muss überprüft werden, ob neue Themen recherchiert und dazu passende Studienreisen entwickelt werden müssen und ob sich auf der Studienreise-Weltkarte neue Regionen und Länder als Destination anbieten. All dies erfordert von Mitarbeitern und Geschäftsführern von Studienreiseveranstaltern eine kontinuierliche Weiterbildung, um Trends zu erkennen und sich an veränderte Bedürfnisse schnell anpassen zu können. Die häufigsten Vertriebswege für Studienreisen sind der Reisebürovertrieb, der Direktvertrieb und der Internetvertrieb. Auch Kooperationen mit anderen Reiseveranstaltern, Gruppen, Vereinen, Institutionen oder Bildungseinrichtungen sind gängige Methoden, um Reisen und Produkte an die Kunden heranzutragen. Betrachtet man Werbe-und Marketingmaßnahmen, so lässt sich festzustellen, dass Kataloge, Flyer und Newsletter sowie die Mund-zu-Mund-Propaganda die gängigsten und effektivsten Wege darstellen.
10 Mundt: Reiseveranstaltung, S. 326f.
11 Mundt: Reiseveranstaltung, S. 327.
7
Arbeit zitieren:
Caroline Folger, 2010, Die Altersgruppe 40 - 55 als potentielle Zielgruppe für Studien- und Gruppenreiseveranstalter am Beispiel der via cultus Internationale Gruppen- und Studienreisen GmbH , München, GRIN Verlag GmbH
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