Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Aktuelle Tendenzen im amerikanischen Sport 3
3. Differenzierte Betrachtungen auf die Religion 4
4. Ein Spiel mit besonderem Stellenwert für die USA 7
5. Der Aufstieg zum nationalen Symbol 8
6. Der amerikanische Geist findet sich im Baseball wieder 9
7. Ein Spiel mit erzieherischem Charakter 10
8. Formen privater Verehrung 11
9. Die Entwicklung und Probleme des Spiels 11
10. Zusammenfassung 13
11. Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Wer zu Gast in den Vereinigten Staaten von Amerika war, der weiß bestimmt, dass Baseball eine besondere Stellung besitzt. Es ist für die Amerikaner mehr als ein Spiel, weil es ein Ideal verkörpert, welches den „American Way of Life“ charakterisiert. In den USA begegnet Baseball den Menschen überall auf den Straßen in Form von Werbebannern, Werbespots und Fans auf dem Weg ins Stadion. Diese treffen sich auf den Parkplätzen zum Barbecue um später gemeinsam im Stadion dem Spiel drei Stunden Aufmerksamkeit zu schenken. Und das mehrmals wöchentlich von Frühjahr bis Herbst. Den Zahlen zufolge ist Baseball innerhalb der amerikanischen Sportlandschaft ein Nationalsport. Glaubt man den offiziellen Statistikangaben (www.mlb.mlb.com, 2007) der Major League Baseball (MLB) besuchen jährlich über siebzig Millionen Zuschauer die Spiele. Mehr als 30000 Fans pro Spiel bei 162 regulären Vergleichen. Die höchste amerikanische Spielklasse umfasst dreißig Teams und im Herbst beginnen die Play-Offs mit den Viertelfinalspielen, wo die besten Teams die Meisterschaft ausspielen.
Weit wichtiger als die Statistik sei der Blick auf die kulturelle und institutionelle Sonderstellung zu richten, die sich das Sportspiel in einem langem Prozess seit Mitte des 19. Jahrhunderts sichern konnte. Seit der Entwicklung des Spiels hat sich eine Kultur neben dem Spiel entwickelt. Es fällt dabei auf, dass sich immer weitere Teile der amerikanischen Gesellschaft Baseball als ihr Spiel zu eigen machen und dem Spiel eine religiöse Bedeutung zuschreiben. Ob man das Spiel zur Religion erheben kann, diesem Thema stellt sich diese Seminararbeit und versucht Antworten zugeben, indem zuerst geklärt wird, was Religion ist und wie die Entwicklungen der Gesellschaft, insbesondere der Medien und Kommerzialisierung dazu beigetragen haben. Als Grundlage dient Dewalds Fachartikel „Baseball in den USA: Nationalsport mit religiöser Bedeutung“, welcher in Sport und Gesellschaft 6, (2009), Heft 3: S. 234-258 erschienen ist.
2. Aktuelle Tendenzen in amerikanischen Sport
Das Spiel erfreut sich laut Umfragen von Corso (2008) großer Beliebtheit und ist nach dem professionellem American Football mit dreißig Prozent die beliebteste amerikanische Sportart. Mit fünfzehn Prozent liegt Baseball an zweiter Stelle gefolgt von College Football, Hockey und Men´s Basketball. Allerdings zeigen die aktuellen Entwicklungen nach unten. Denn im Zeitraum von 1985 bis 2006 hat der Baseball acht Prozent seiner Popularität bei den Amerikanern eingebüßt. Woran liegt das?
Die Zuschauerzahlen aus dem Jahr 2009 sind laut MLB press release (www.mlb.mlb.com, 2010) mit 73,4 Millionen sehr hoch. Dennoch waren es im Jahr 2006 über 76 Millionen Zuschauer in den Stadion in der regulären Saison gezählt. Allerdings ist ein Abwärtstrend zu erkennen. Bei den fünf beliebtesten Sportarten vermelden alle Zuwächse außer Baseball. Welche Ursachen dem zugrunde liegen ist sicherlich ein interessantes Thema aber nicht Inhalt dieser Seminararbeit.
Abbildung 1: vgl. Corso (2008)
3. Differenzierte Betrachtungen auf die Religion
Zuerst müssen wir klären, was Religion ist und dabei sind verschiedene Positionen zu betrachten. Ein Theologe versteht unter Religion etwas anderes als ein Philosoph oder Wissenschaftler. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff der Religion recht genau verwendet. Jedoch fällt es den Theologen nicht leicht die Merkmale von Religion genau zu definieren, weil sich durch die Vielzahl der Religionen und die Reduzierung auf ein Wesen zur Bildung von Konstrukten führen muss, welche durch unterschiedliche religiöse und philosophische Positionen beeinflusst werden. Etymologisch könne man die Bedeutung nicht ausmachen, sondern höchstens assoziativ nutzen. In der Antike setzte man auf das Wort relegere (sorgfältig wahrnehmen) und religiare (zurückbinden). Ebenso sehen Religionswissenschaftler Probleme bei der speziellen kulturellen Verwurzelung des Wortes und das Problem seiner äquivalenten Übertragung in andere Sprachen und religiöse Kontexte. Im reinen sprachlichen Gebrauch könne man alle Orientierungssysteme und Gemeinschaften als Religionen bezeichnen oder als solche benennen. Dies will man jedoch nicht von vornherein als inhaltslos und unkritischer Sprachgebrauch verstanden wissen, sondern man setze eine kritische Vorprüfung voraus. Inhaltlich lassen sich Gemeinsamkeiten der Religionen herausarbeiten. Sie vermitteln alle in irgendeiner Weise Orientierung über das Ganze der Lebenswelt und wollen Belastungen tragbar machen, Werte sichern, Verpflichtungen sowie Hoffnungs- und Handlungsperspektiven bekräftigen, wobei dies nicht nur die Religionen leisten (Zirker, 2006, S. 1034 ff.). Anhand dieser Definition wird deutlich, dass es nicht eindeutig geklärt ist. Lediglich als Versuch, welcher die kritische Auseinandersetzung zur Folge hat, die einem solch tiefem Thema gerecht wird. Schließlich geht es um die letzte Wahrheit und ein nicht lösbares Geheimnis im irdischen Leben.
Durkheim charakterisiert heilig als etwas Besonderes, Außeralltägliches, Machterfülltes und Würdiges zugleich. Im Gegenzug sei das Profane als alltäglich und gewöhnlich klassifiziert. Diese Klassifikation vollzieht sich laut Durkheim in erster Linie durch starke Emotionen wie Ehrfurcht, Respekt, Hochachtung und Identifikation (Dewalt, 2009, S. 237). Inwiefern lässt sich dies auf Baseball übertragen? Sicherlich identifizieren sich Spieler und Fans mit dem Spiel und haben Respekt sowohl als auch Achtung.
Dilthey (2008, S. 28) bezeichnet Religion als nicht nur allgemeinen Tatbestand sondern es handelt sich zugleich um einen inneren Zusammenhang, eine lebendige Beziehung des seelischen Zusammenhangs auf unsichtbare Kräfte. Zudem sei ein gemeindlicher Zusammenhang in welchem sie eine differenzierte Stellung zu den religiösen Leistungen
Arbeit zitieren:
Kornelius Kraus, 2010, Baseball in den USA: Religion oder Sinngebung durch Inszenierung und Kommerzialisierung?, München, GRIN Verlag GmbH
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