Gliederung
1. Einleitung
2. Roberto Assagioli - Lebenslauf
3. Die Psychosynthese
- 3.1. Das Modell der Psyche nach Roberto Assagioli
- 3.2. Störungen und Heilungsprozess
- 3.2.1. Störungen
- 3.2.2. Heilungsprozess
4. Nachwort
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1. Einleitung
Die Psychosynthese ist eine Psychotherapieform aus dem Bereich der transpersonalen Ansätze. In deren Mittelpunkt stehen Meditation und andere spirituelle Methoden. Das Wort Synthese meint die Vereinigung von Erkenntnis und Wahrnehmung zu einem Ganzen. Sie grenzt sich damit zur Analyse ab, die allein auf dem bewussten Erkennen fußt. Synthese meint sowohl den Prozess, als auch das Ergebnis. Für Roberto Assagioli ist der Mensch mehr als ein Wesen, dass allein in seiner Vergangenheit konditioniert oder von unbewussten Kräften getrieben wird. Assagioli meint, der Mensch ist Seele und hat Persönlichkeit. Ihm ist die ganzheitliche Betrachtung wichtig, denn der Mensch ist ein spirituelles Wesen mit einem Überbewusstsein, das ein höheres transpersonales Selbst beinhaltet. Für ihn strebt der Mensch immer nach der Synthese seiner vielen psychologischen Teilfunktionen. Allerdings ist der Weg der Synthese nicht ohne Schwierigkeiten für das Individuum. Einerseits besteht die Möglichkeit, dass das Ich das transpersonale Selbst ablehnt und verleugnet, andererseits kann es auf dem Weg der Synthese zu verschiedenen spirituellen Krisen kommen. Hier setzt die Psychosynthese an. Sie will den Menschen auf seinem Weg begleiten und bietet die Möglichkeit, durch Bearbeitung der Krisen den Weg der Synthese fortzusetzen und seelische Störungen abzuwenden.
2. Roberto Assagioli - Lebenslauf
Roberto Assagioli wurde 1888 in Venedig geboren. Er entstammt einem jüdischen Elternhaus der höheren Mittelschicht. Die Familie Assagiolis war hoch gebildet. Er wuchs dreisprachig auf (italienisch, englisch, französisch). Im Laufe seines Lebens lernte er fünf weitere Sprachen hinzu. In seiner Jugend wurde er privat unterrichtet. Durch die gute finanzielle Situation seines Elternhauses war es R. Assagioli möglich, schon in jungen Jahren
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zahlreiche Länder Europas und somit auch verschiedene Kulturen kennen zu lernen. Seine Mutter wurde Theosophin. Somit stand auch ihm die Möglichkeit zur Verfügung, umfangreiches esoterisches und spirituelles Wissen anzusammeln. Mit 15 Jahren publizierte er bereits erste Artikel über psychologische Disziplinen und Therapien in verschiedenen Zeitschriften Venedigs und studierte die umfangreichen mystischen und theosophischen Schriften von Max Muller (englischer Religionswissenschaftler).
Mit 18 Jahren veröffentlichte Assagioli seinen viel beachteten Artikel „Vom Effekt des Lachens und seiner Bedeutung in der Pädagogik“, der später auch unter dem Titel „Smiling wisdom“ (Lächelnde Weisheit) bekannt wurde. Im selben Jahr begann er sein Studium der Medizin in Florenz. Um dem Sohn eine möglichst gute Ausbildung zukommen zu lassen, war die Familie dahin umgezogen. Während seines Studiums setzte er sich besonders mit den Grenzen von Medi zin, Religion und Erziehung auseinander. Diese Schwerpunkte sind später auch in der von ihm entwickelten Psychosynthese wiederzufinden. 1909 gründete Roberto Assagioli einen Arbeitskreis zur damals noch neuen Psychoanalyse an seiner Universität. In seiner Doktorarbeit von 1910 setzte er sich kritisch mit der psychoanalytischen Theorie auseinander. Ihm erschien die Vorstellung einer Konditionierung des Menschen allein in seiner Vergangenheit als nicht ausreichend. Assagiolis Idee war eine wissenschaftliche Psychologie des „ganzen Menschen“. Hierzu gehörten für ihn Kreativität, Wille, Freude und Weisheit genauso wie Impulse und Triebe in der Psychoanalyse. Nach seiner Dissertation ging er als Assistenzarzt in die Psychiatrie Burghölzi bei Zürich. Hier arbeitete er unter dem Psychiater Eugen Bleuler, der auch ein Kritiker der psychoanalytischen Theorie war. Interessanterweise hatte auch schon C.G.Jung hier unter Bleuler gearbeitet. Jungs Modell der Seele war für Assagioli Ausgangspunkt seines eigenen Modells der menschlichen Psyche in der Psychosynthese.
1912 kehrte R.Assagioli nach Italien zurück und praktizierte als Psychiater. Hier widmete er sich verstärkt der Entwicklung seiner eigenen Psychotherapieform. Im I. Weltkrieg dient er als Arzt im Rang eines Leutnants in der italienischen Armee.
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Arbeit zitieren:
Marcus Voigt, 2002, Roberto Assagioli und die Psychosynthese, München, GRIN Verlag GmbH
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