Amateursportler - Gibt es die Persönlichkeit?
1 Einleitung
Seit jeher empfindet der Mensch eine große Begeisterung und Befriedigung in sportlicher Betätigung und trachtet danach sich zu verbessern und sich im Wettkampf mit anderen zu messen. Dabei kann die Motivation eines Sportlers in durchaus sehr verschiedenen Absichten begründet liegen, die nicht zuletzt in hohem Maße von seiner Persönlichkeit und seinem Charakter abhängig ist. Sport kann sowohl auf professionelle als auch auf amateurhafte Weise ausgeübt werden. Die Zugehörigkeit zu der einen oder anderen Gruppe von Sportlern ist dabei maßgeblich von der persönlichen Einstellung und den Prioritäten eines Athleten ab. Im Folgenden soll die Persönlichkeitsstruktur eines Amateursportlers im Vergleich zum Profisportler näher betrachtet und Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden.
2.1 Definition der Begriffe Amateur und Amateursport (nach HAAG 1987, 26-28) Der Begriff Amateur kommt aus dem lateinisch-französischen und bedeutet eigentlich „Liebhaber“. Es sind Personen, die eine Tätigkeit aus Liebhaberei an der Sache ausüben, ohne einen Beruf daraus zu machen. Der Begriff findet hauptsächlich Anwendung im Sport. Er bezeichnet diejenigen, die einen Sport zwar in organisierter Form, aber nebenberuflich betreiben, also ohne durch die Ausübung des Sports ihren Lebensunterhalt zu sichern. Besondere Bedeutung erhielt der Begriff im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen. Der Grundidee zu folge durften nur Amateure teilnehmen. Im Laufe der Entwicklung des Sports zeigte sich jedoch, dass es dem Sportler, auf Grund der hohen zeitlichen und materiellen Aufwendungen, nicht mehr möglich war, auf nicht-sportlichem Wege beruflich seine Existenz zu sichern. Er war weitgehend auf finanzielle Einkünfte aus dem Sport angewiesen. Dies führte zu Konflikten mit der eigentlichen Grundidee des olympischen Ideals. In den Wettkampfbestimmungen des internationalen olympischen Komitees wurden Amateurbestimmungen festgelegt, die bezahlte Trainertätigkeiten, Wettkämpfe gegen Profis, Wettkampfteilnahme gegen Bezahlung und Forderung oder Annahme erhöhter Spesen untersagte. Seit 1971 wird der Begriff Amateur im olympischen Regelwerk nahezu ganz vermieden, um die veränderten Gegebenheiten zu berücksichtigen.
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Der Amateursport bezeichnet allgemein den Sport, der zwar vereinsmäßig organisiert, aber hauptsächlich in der arbeitsfreien Zeit ausgeübt wird. Dies betrifft sowohl die Zeit des Trainings, als auch der Wettkämpfe, und hat nicht das finanzielle Interesse zum Ziel. In vielen Sportarten gibt es neben den Ligen und Verbänden der Berufssportler auch eigene Amateurligen und -verbände.
2.2 Definition der Begriffe Profi und Profisport (nach HAAG 1987, 78-79) Der Begriff Profi bezeichnet jemanden, der die Tätigkeit einer bestimmten Sache hauptsächlich mit dem Ziel der Existenzsicherung ausübt. Im Profisport steht weniger der Spaß an einer Sportart als vielmehr das finanzielle Interesse im Vordergrund. In der Geschichte des Sports ist eine zunehmende Professionalisierung zu beobachten, die allerdings teilweise unter Bezeichnungen wie Halbprofitum verdeckt wird, sodass eine begriffliche Klärung sowohl des Berufssports als auch des Amateursports problematisch ist. Für den Berufssport und seine Problematik sind verschiedene Aspekte charakteristisch: die kurze Karriere der Sportler und die damit verbundene Notwendigkeit, in dieser Zeit möglichst hohe Verdienste zu erwirtschaften um die eigene Existenz zu sichern; die Probleme bei der Suche nach beruflichen Bewährungsfeldern nach Beendigung der Karriere; die Grauzone zwischen Amateursport und Profisport, und die Notwendigkeit des Sportlers, das Publikum als „Einkommensquelle“ zu betrachten und sich somit zunehmend als Teil eines Showbusiness zu entwickeln.
Die Ausübung des Berufssports ist an Lizenzen gebunden, die von den Berufssportverbänden vergeben werden. Die ausgeprägtesten Formen der Professionalisierung sind in Sportarten, wie Fußball, Radsport, Motorsport, Tennis und Basketball zu beobachten.
2.2.1 Amateurismus - Professionalismus (nach EBERSPÄCHER 1987, 21-24) Das heutige Amateurverständnis, also das Verbot für sportliche Erfolge Geld anzunehmen, entwickelte sich in England um 1850 aus der sozialen Ausschlussregel der wahren „sportsmen“, nämlich der gentlemen, die aus Liebhaberei Sport betrieben. Diese Klausel beinhaltete unter anderem, dass bestimmte Sportarten und Wettkämpfe Privilegien der herrschenden Klasse waren. Das übte natürlich eine starke Faszination auf aufsteigende Schichten aus.
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Im Zuge des Industriekapitalismus Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich der Sport zu einem profitablen Geschäft. Regelmäßige organisierte Wettkämpfe und das steigende Zuschauerinteresse führten zu einer stetigen Kommerzialisierung des Sports, was natürlich auch negative Folgen hatte. Die sportlichen Leistungen stellten nun auch einen steigenden finanziellen Wert dar, der auch den Sportlern materielle Vorteile bot. Sie gerieten schnell in Versuchung, durch Manipulation von Sieg und Niederlage zusätzliche Einnahmen zu erzielen und trugen so maßgeblich dazu bei, dass der Professionalismus moralisch in Verruf geriet. Der Berufssport entwickelte sich in den USA sehr schnell, in Europa jedoch verhinderte dies der Widerstand der Sportfunktionäre, die sich auf die Tradition beriefen. Dabei spielte das 1894 gegründete Internationale Olympische Komitee (IOC) eine entscheidende Rolle. Es versuchte stets das Ideal des Amateurismus bei den Olympischen Spielen aufrecht zu erhalten und machte mit spektakulären Disqualifizierungen von Sportlern, wie z. B. Schranz 1972, Schlagzeilen. Auch der Tennissport wurde aus dem Programm der Olympischen Spiele gestrichen, nachdem es in den 20er Jahren einen riesigen Boom und zunehmend Proficharakter erreicht hatte.
Nach der anfänglichen Einnahme von Eintrittsgeldern und der steigenden Finanzierung des Sports durch die Industrie ermöglichten vor allem die Massenmedien eine starke Professionalisierung und damit eine Kommerzialisierung vieler Sportarten. Erfolgreiche Athleten ließen sich gut vermarkten und der Reiz der finanziellen Vorteile führte viele Amateursportler nach und nach in die Abhängigkeit des Profisports. Unvermeidbar war daher auch die erstmalige Vermarktung der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles.
Das von Coubertin propagierte Ideal des Amateurismus der Spiele wich zunehmend einem von finanziellen Interessen geleiteten Scheinamateurismus bzw. Professionalismus.
2.3 Definition des Begriffes Persönlichkeit
Viele Autoren und Psychologen haben ihre eigene Auffassung des Begriffs Persönlichkeit und dementsprechend verschiedene Theorien entwickelt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es derzeit keine eindeutige Definition gibt. An dieser Stelle sollen lediglich die Definitionen von EYSENCK und DITTMANN & STIEGLITZ aufgeführt werden.
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Arbeit zitieren:
Daniel Scheibelhut, 2005, Gibt es die Persönlichkeit des Amateursportlers?, München, GRIN Verlag GmbH
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