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leicht zu erkennen an den unterschiedlichen Bezeichnungen in verschiedenen Sprachen. Apfel im Deutschen und apple im Englischen gehen zwar auf einen gemeinsamen Ursprung zurück, zu pommes im Französischen hingegen kann auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeit erkannt werden und doch bezeichnet jedes dieser Wörter dieselbe Frucht. Wird nun etwas Neues entdeckt oder erfunden, muss dieses wie oben bereits erwähnt mit einem Wort versehen werden. Aber wozu nächtelanges Kopfzerbrechen bei der Suche nach einer willkürlichen Wortneuschöpfung? Einfacher ist es, eine Parallele zu bereits Existierendem zu ziehen. Das Wort mouse bzw. im Deutschen neben der englischen Bezeichnung auch Maus, hat sich im modernen Sprachgebrauch als Computerhardware zur Steuerung am Bildschirm etabliert. Aufgrund der äußerlichen Eigenschaften, welche Ähnlichkeit zu dem kleinen Nagetier aufweisen, wählte man die metaphorische Ebene, um dem Computerzubehör einen Namen zu geben. Wie aber vollzieht sich ein Wandel der Bedeutung eines Wortes?
2. Voraussetzung für den
Bedeutungswandel
In jedem Fall beruht der Bedeutungswandel auf der Voraussetzung, dass Sprache wandelbar ist, dass sie lebt. Und was lebt, verändert sich. Die Veränderung ist also eine Eigenschaft des Lebenden oder wie Cherubim es ausdrückt: Der Wandel von Sprache ist „konstitutiver Bestandteil ihrer Existenzweise“ 2 . Eine Dauer von Bedeutungen ist also nicht vorhanden, da die Sprache einem ständigen Wandel ausgesetzt ist und wie bereits erwähnt kein direkt-kausales Verhältnis zwischen Wort und Gegenstand besteht. Die Gegenwärtige Bedeutung ist laut Keller 3 eine Funktion vergangener kommunikativer Handlungen, da es keine festen Regeln zur Verwendung von Wörtern gebe, sondern diskursive Ereignisse für die Sprachgemeinschaft im Ganzen wie auch für den einzelnen Sprecher innerhalb dieser Gemeinschaft 4 . All jene Ereignisse und Erfahrungen lassen Sprachwandelprozesse entstehen und treiben sie voran. Laut El Bitawy sind diese Prozesse ein „ständiges Sein und Werden, ein Nebeneinander von Gebrauchstradition einerseits und Innovation andererseits“. Die Voraussetzung seien genaue Sprachbeobachtung, ein
2 Vgl. Cherubim 1979: 325
3 Vgl. Keller 1992: 348
4 Vgl. El Bitawy 2004: 53
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sensibles Sprachbewusstsein und reflexives Sprach- und Weltwissen. 5
Häufig sind es Kinder und vor allem Jugendliche, die experimentierfreudig mit der Sprache umgehen. Der Drang, sich von den Erwachsenen abzugrenzen, spiegelt sich nicht nur in Kleidung und Verhalten sondern auch im Sprachgebrauch wider. Statt der normalen „Erwachsenensprache“ (welche natürlich auch nicht beständig ist, sich aber meiner Einschätzung nach langsamer wandelt als die Jugendsprache), wird eine eigene Varietät gesprochen. Manchmal weichen die Begriffe der Jugendsprache so sehr von der Standardsprache ab, dass Erwachsene sie nicht zuordnen können. Aber auch Jugendliche untereinander können Verständigungsprobleme haben, wenn sie aus verschiedenen Umfeldern stammen, da es auch cliqueninterne „Insider“-Sprachen gibt.
3. Ursachen des Bedeutungswandels
Die Ursachen des Wandels von Bedeutungen aufzuspüren und die verschiedenen Arten des Wandels zu kategorisieren machte sich die Semasiologie zur Aufgabe. Die Veränderung der außersprachlichen Wirklichkeit ist dabei der leitende Aspekt bei der Frage, was zum Bedeutungswandel führt. Steht der Mensch vor einer Innovation, muss er sich auch Gedanken über eine passende Bezeichnung dafür machen. Der Gebrauch von bestehenden Begriffen ist dabei ein beliebter Weg. Chatten als schriftliche Kommunikationsform in Echtzeit via Internet ist inzwischen weit verbreitet. Diese Bezeichnung ist im Deutschen einfach aus dem Englischen übernommen worden, sie wurde lediglich an das deutschen Konjugationssystem angepasst. Vermutlich einerseits aus Bequemlichkeit und andererseits aufgrund der Beliebtheit von Anglizismen im Gegenwartsdeutschen. Eigentlich bedeutet to chat in etwa plaudern, also sich von Angesicht zu Angesicht miteinander zu unterhalten. Diese neuere Form der modernen Kommunikation weist Ähnlichkeit zum normalen quatschen auf, bei vielen jungen Menschen hat das Chatten die Telefonate zur Kontakthaltung mit Freunden weitgehend ersetzt. To chat im ursprünglichen Sinn ist (jedenfalls bis zum jetzigen Zeitpunkt) parallel zur zweiten, neuen Bedeutung existent, sie wurde also nicht durch die neue verdrängt.
Auch Modeerscheinungen spielen in der Sprache eine Rolle. Dieses Phänomen ist nicht
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erst seit der Anhäufung von Anglizismen, wie es momentan lebende Sprecher der deutschen Sprache wahrnehmen, existent. Im 17. Jahrhundert galt Französisch als sehr vornehm und wer gebildet wirken wollte, verwendete möglichst viele französische Begriffe beim Sprechen. Aus dieser Zeit sind bis ins Gegenwartsdeutsche zahlreiche Wörter übernommen worden, z.B. chic, das inzwischen sogar in der deutschen Schreibweise schick akzeptiert wird.
Bisweilen kommt das Bedürfnis nach beschönigenden Ausdrücken auf. Greis als Bezeichnung für einen alte männliche Person ist inzwischen sehr negativ konnotiert und wurde hauptsächlich durch Senior ersetzt, was eine politisch korrekte Variante darstellt 6 . Auch das Verschwinden von Alltagsgegenständen oder Handlungen durch den Ersatz neuer Formen kann zum Wandel führen, wenn die Bezeichnung schon auf andere Dinge übertragen worden ist. Oft ist dem Menschen nicht bewusst, was das Wort, das er benutzt, ursprünglich bezeichnete. Durch die Weiterentwicklung der Technik etc. wird z.B. der Gegenstand verändert, die Bezeichnung bleibt jedoch dieselbe. Bleistift ist so ein Fall. Die Mine wird schon lange nicht mehr aus giftigem Blei, sondern aus Graphit hergestellt und trotzdem spricht man weiterhin vom Bleistift. Unter Strohhalm kann man einerseits den Halm aus Stroh, der auf dem Feld wächst, verstehen, andererseits eine Trinkhilfe, die meist aus Kunststoff hergestellt wird. Da vor vielen Jahren zu diesem Zweck wirkliche Halme aus Stroh verwendet wurden und die heutzutage üblichen Plastiktrinkhalme den gleichen Sinn erfüllen, wurde die Bezeichnung Strohhalm übertragen.
Das Phänomen der Jugendsprache kann hier noch einmal aufgegriffen werden. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass neue Bedeutungen nach Kellers Beobachtung häufig zunächst innerhalb einer bestimmten Sprachgemeinschaft auftreten. Unter Umständen verbreiten sie sich und finden sich im allgemeinen Sprachgebrauch ein, wenn auch lediglich in der Umgangssprache. Ehemalige Bedeutungen werden oftmals durch die neuen verdrängt, manchmal bleiben sie jedoch neben der neuen erhalten. Andererseits sind sind Jugendliche in ihrem Wortschatz oft so kreativ, dass sie ständig neue Bezeichnungen verwenden. Diese halten sich meist selbst innerhalb deren Freundeskreise nicht lange, sodass sie wieder aus dem Sprachgebrauch verschwinden.
4. Bedeutungswandelarten
Es existieren vielfältige Formen des Bedeutungswandels. Das intentionale, gezielte
6 Vgl. Susanne Germann
Arbeit zitieren:
Annika Berressem, 2010, Bedeutungswandel: Voraussetzungen, Ursachen und Verlauf, München, GRIN Verlag GmbH
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