Inhalt
Das Linux-Konzept. 1
Der OpenSource-Gedanke. 1
Entwicklungsgeschichte. 1
Die Linux-Architektur. 3
Der Umstieg auf Linux. 4
Die Linux-Distributionen. 7
Suse Linux Enterprise und openSUSE Linux. 10
Ubuntu Linux. 10
Knoppix. 12
Fedora. 12
Mandriva 13
Damn Small (DSL) 14
Puppy Linux. 14
Welche Distribution? 15
Die Desktop-Umgebungen. 16
Linux installieren oder testen - allgemein. 19
Linux testen (Live-Systeme) 19
Linux installieren. 20
Linux in der Praxis 23
Linux -Grundwissen. 24
Hardware -Voraussetzungen. 24
Aufteilung und Bezeichnung der Festplatten. 25
Arten und Aufbau der Partitionen. 27
Partitionierung unter Windows. 27
Partitionierung unter Linux. 29
Bootmanager. 31
Der Windows-Bootmanager. 31
Der Linux-Bootloader GRUB (GRand Unified Bootloader) 32
Linux -Bootsystem. 32
Organisationsstruktur. 33
Die Verzeichnishierarchie. 33
Kurz übersicht über die Linux-Standardverzeichnisse. 34
Dateimanager - Dateicommander. 35
Zugriffsrechte. 37
Software für die tägliche Arbeit (distributionsübergreifend) 39
Textverarbeitung und Officepakete unter Linux. 39
Grafikprogramme 41
Weitere Software. 43
Software -Installation. 45
Linux -Installation. 48
Installationsquellen. 48
Installation als einziges Betriebssystem. 50
Installation einer Linux-Distribution neben Windows. 51
Installation mehrerer Linux-Distributionen parallel. 56
Mit Linux arbeiten. 59
OpenSUSE KDE. 60
Der Desktop - wo finde ich was? 60
Die Menüs. 60
Systemkonfigurationstool YaST. 62
Hardware einrichten. 64
Software einrichten und nutzen. 64
Einrichten einer Internetverbindung. 67
Die Zwischenablage (Klipper KDE) 68
Ubuntu 9.04, Gnome (Jaunty Jackelop) 69
Der Desktop - wo finde ich was ? 69
Die Menüs. 71
Systemtools 73
Dateimanager. 75
Hardware einrichten. 75
Software einrichten und nutzen 78
Einrichten einer Internetverbindung 80
Ubuntu -Zwischenablagen-Verwalter. 80
Weiterf ührende Informationen. 81
Ubuntu für Netbooks 81
Ubuntu 9.10 und 10.04. 82
Weitere Neuerungen 84
openSUSE versus Ubuntu 85
Informationsquellen. 87
Begriffserkl ärungen. 89
Index 91
Das Linux-Konzept
Das Linux-Konzept
Der OpenSource-Gedanke
Wenn von Linux die Rede ist, dann auch von OpenSource. Linux selbst und die unter Linux lauffähige Software wird neben dem kommerziellen Vertrieb (zum Beispiel Suse Linux Enterprise) als sogenannte „freie Software“ (Open Source) angeboten.
Auch Windows-Anwender profitieren vom Open Source-Gedanken. Open Office, die freie Variante von Star Office, gibt es schon einige Jahre für Windows und für Linux. NetScape war der erste freie Internetbrowser. Heute ist unter anderem Firefox, Opera und das E-Mail-Programm Thunderbird frei nutzbare Software. Von Linux haben die beiden Grafikprogramme Gimp (Bitmap) und Inkscape (Vektorgrafik) auch den Weg zu Windows gefunden.
Auf dem Open Source-Gedanken aufbauend wurde Linux entwickelt, nicht mehr nur ein einzelnes Programm sondern ein universelles Betriebssystem, das eine Vielzahl von Projekten und Programmen beinhaltet und ständig weiterentwickelt wird. Innerhalb der OpenSource-Linuxwelt werden aber auch Programme eingesetzt, die nicht frei sind, sogenannte proprietäre Software. Das betrifft überwiegend Hardwaretreiber, aber auch andere Programme.
Entwicklungsgeschichte
Linux ist ein Betriebssystem wie MS Windows, also ein System, das die Kommunikation zwischen Mensch und Computer ermöglicht. Im Unterschied zu Windows gibt es hier viele verschieden zusammengestellte Projekte, die als Distributionen bezeichnet werden. Jede Distribution stellt ein vollständiges System dar, das ohne Zusätze nutzbar ist. Für Windows-Anwender ist diese Vielfalt erst einmal gewöhnungsbedürftig, da ist Umdenken angesagt. Da Linux-Systeme kostenfrei zu haben sind, steht einem Praxistest jedoch nichts im Weg.
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Linux - die clevere Alternative zu Windows
Wie bereits ausgeführt, sieht sich der Linux-Neuling einer Vielzahl verschiedener Distributionen gegenüber. Als Linux-Distribution wird die Zusammenfassung von System- und Anwendersoftware zu einem Projekt bezeichnet. Die einzelnen Distributionen beinhalten also in ihrer Zusammensetzung unterschiedliche System-und Anwendungs-Programme und zeigen verschiedene Arbeitsoberflächen. Für den Windowsnutzer ein ganz neuer Aspekt. Heißt es für Windows-Anwender nur „entweder Windows oder was sonst?“, steht bei Linux die Frage: Welche der vielen verschiedenen Distributionen und Oberflächen ist für mich/uns die richtige? Um diese Tatsache zu verstehen, ist ein kurzer Rückblick auf die Entwicklung von Linux unumgänglich. Die Linux-Distributionen, von denen hier die Rede sein wird, sind freie Systeme auf UNIX-Basis (früher UNICS = Uniplexed Information and Computing Service).
UNIX war das erste Betriebssystem mit dem mehrere Programmierer im Team und im Dialog oder auch prarallel arbeiten konnten (Multitsaking). Die Entsicklung von UNIX begann 1969 und war von Anfang an Programmierern vorbehalten. Für Großrechner gedacht, war es kompliziert und teuer. An die heutigen Desktop-Computer war derzeit noch nicht zu denke.n.
Auf dieser Grundlage begann der finnische Informatik-Student Linus Torvalds im Jahr 1991 mit der Entwicklung eines freien UNIX-Systems, das nicht kommerziell aber anwenderfreundlich sein sollte. Er gab den Quellcode von Anfang an frei, so dass interessierte Softwareentwickler in der Lage waren, Programm dafür zu schreiben und das System weiterzuentwickeln.
Seitdem hat sich viel getan. Weltweit haben Programmierer dazu beigetragen, dass Linux den Kinderschuhen entwachsen ist und Microsoft ernsthaft Konkurrenz machen kann. Da die Linux-Entwickler unterschiedliche Wege gegangen sind, existiert heute eine Reihe verschiedener Linux-Distributionen. Alle basieren aber auf einem einheitlichen Kern, dem Linux-Kernel. Sie werden in unterschiedlichen, teilweise relativ kurzen Abständen aktualisiert. Der Linux-Kern garantiert, dass sich die verschiedenen Distributionen in ihren Grundfunktionen entsprechen.
Das Maskottchen der Linux-Welt bestimmte im Jahr 1996 einen Name setzt sich aus Torvalds Smoking (englisch: tuxedo) dass das Maskottchen ein potentielle TuX, Entenschnabel und zeigt
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Das Linux-Konzept
Die Linux-Architektur
Wer mit Windows arbeitet, braucht sich mit der Architektur des Betriebssystems nicht zu befassen. Zwar ist da noch ein Begriff im Hinterkopf, der DOS heißt und mit der Entwicklung von Windows eng verbunden ist, doch kümmert sich heute in der Regel niemand mehr um diese Geschichte. Das einmal installierte und eingerichtete Windowssystem lässt keine Auswahl verschiedener Systemvarianten zu und die (un)regelmäßigen Service-Packs und Updates beheben in der Regel nur Sicherheitslücken und Fehler des Systems.
Abbildung 1: Die Linuxarchitektur ist modular. Aufbauend auf dem Kernel gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, ein Linux-System zusammenzustellen. Linux dagegen ist modular aufgebaut, so dass der Anwender sich auf Basis der vorhandenen Möglichkeiten das System nach seinen speziellen Wünschen und Vorlieben zusammenstellen kann. Im heutigen Sprachgebrauch ist von Linux die Rede wenn das GNU/Linux-System gemeint ist. Der Begriff Linux bezeichnet eigentlich nur den Kernel (Kern des Betriebssystems). Auf diesem Linux-Kernel, der Grundlage aller Linuxsysteme, bauen die Anwenderoberflächen auf. Das ist auf der einen Seite die grafische Oberfläche mit X Window (netzwerkfähige grafische Oberfläche) und auf der anderen die Linux-Shell Bash (Kommandozeileninterpreter) für die Arbeit auf der Textkonsole.
Die bereits erwähnten Linuxdistributionen arbeiten mit verschiedenen grafischen Oberflächen und/oder der Shell. Im Vergleich mit Windows sind Linuxdistributionen
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Linux - die clevere Alternative zu Windows
Betriebssystem und Anwendersoftware in einem - aber je nach Distribution in unterschiedlicher Zusammenstellung. Für eine Distribution werden Treiber, ein bestimmter Kernel, mehrere Window-Manager, Desktops und verschiedene Anwendungen zusammengestellt. Dazu kommt dann meistens noch ein eigener Installations-Manager und ein Verwaltungsprogramm für die Komponenten.
Der Umstieg auf Linux
Was Windows-Anwender in der Vergangenheit davon abgehalten hat, auf Linux umzusteigen, war das Fehlen der von Windows gewohnten grafischen Oberfläche und das Fehlen anwenderfreundlicher Features. Hinzu kommt, dass gängige Fertig-PCs in der Regel mit dem Betriebssystem MS Windows ausgeliefert werden. Der Preis dafür ist auf den Computerpreis bereits aufgeschlagen. Bequem für Windowsanwender ist außerdem, dass das bereits installierte oder vorinstallierte Windows-System in der Regel keine weitere Handarbeit erfordert. Inzwischen sind einige Computerhersteller dazu übergegangen, ihre Computer auch mit Linux auszuliefern, die Firma DELL ist ein Beispiel dafür. Auch Netbooks, die neuen Mini-Notebooks, werden zum Teil mit einer abgerüsteten Linuxdistribution ausgeliefert. Der Haken: Für die Software gibt es keinen Service und um fehlende Treiber muss der Anwender sich selbst kümmern. In der Vergangenheit brachte Linux für die Hardware wenig oder keine Treiber mit. Die Installation war kompliziert, für viele System-Einstellungen musste fachgerecht Hand angelegt werden. Das Einrichten des Systems auf Basis von Textbefehlen über die Konsole ist auch nicht jedermanns Sache. Und - wer tauscht schon ein (funktionierendes?) Windows-System gegen die Unsicherheit aus, dass am neuen Linux-System noch gebastelt werden muss und danach noch nicht einmal alle gewünschten Anwendungen laufen? Nach dem Motto, „was ich habe und was funktioniert, weiß ich - was ich kriege weiß ich (noch) nicht“. Das Hauptproblem beim Linux-Einsatz war bisher vielfach das Fehlen von Hardwaretreibern. Positive Beispiele für gute Treiberunterstützung liefern HP und AVM. Für HP Drucker und Scanner gibt es eine Open Source-Linux-Website, teilweise werden diese Geräte auch bei der Installation automatisch erkannt. Der Fritz-WLAN-Stick von AVM wird in der Regel problemlos erkannt und eingebunden. Die Treiberproblematik besteht aber bei einer Reihe von Geräten weiterhin. Da nicht alle Hardwarehersteller den Code für die Treiberentwicklung freigeben, können die Linuxentwickler keine Treiber für die infrage kommende Hardware programmieren. Hinzu kommt, dass einige Distributoren den Ehrgeiz haben, in ihren Projekten keine proprietäre (kostenpflichtige) Software zu verwenden. Desweiteren ist zu beachten, dass die verschiedenen Distributionen (und die Desktopumgebungen) unterschiedliche Treiber mitbringen, die Treiberproblematik also von Distribution zu Distribution unterschiedlich auftritt. Über das Internet können aber viele Treiber gesucht und installiert werden.
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Das Linux-Konzept
In den letzten Jahren hat sich zwar einiges geändert. Für Linux-Systeme gibt es inzwischen mehrere grafische Oberflächen (Desktop-Umgebungen) und Windowmanager, die die Handhabung wesentlich erleichtern und Linux auch für Windows-Umsteiger attraktiv machen. Allerdings erfordert die auch heute teilweise noch unbefriedigende Hardware-Unterstützung an einigen Stellen nach wie vor Bastelarbeit. Deshalb ist dringend zu empfehlen, vor dem Neuerwerb eines Computers, der auch Linux beherbergen soll, die Treiberproblematik zu beachten. Dazu sind Treiber-Informationen beim Computerhersteller bzw. bei den Herstellern der verbauten und extern anzuschließenden Komponenten einzuholen. Das erspart späteren Ärger und/oder die oben bereits genannte Bastelarbeit. Zu bedenken ist weiter, dass die reinen Gratissysteme keine Handbücher und keinen technischen Service beinhalten. Die entsprechenden Informationen muss sich der Anwender aus der umfangreichen Fachliteratur und dem Internet „zuammensuchen“.
Windowsähnliche grafische Oberflächen stellt Linux in den Desktop-Umgebungen bereit. Diese Desktops sind jedoch mehr als die von Windows gewohnte Oberfläche. Sie sind Arbeitsoberfläche und Anwender-Software in einem. Während Windows- und auch MAC-Nutzer an die vorgegebene Oberfläche gebunden sind, hat der Linux-Anwender die freie Auswahl und damit die Qual der Wahl. Die Oberflächen sind Windows-ähnlich und können Windows-Anwendern den Umstieg erleichtern. Zusammen mit den Distributionen bilden sie ein vollständiges, ohne Zusatzprogramme nutzbares, System. Linux bringt (in den einzelnen Paketen unterschiedlich) eine große Anzahl von Anwendungen mit, die unter Windows separat gekauft und installiert werden müssen. Das bedeutet, wer ein Linux-System installiert, kann in der Regel ohne zusätzliche Software alle Aufgaben erledigen, die unter Windows nur mit teuren Programmen durchführbar sind; da ist aber auch der Haken: Die Kompatibilität zu den Windows-Programmen. Windows und die Microsoftprogramme sind aus bekannten Gründen weit verbreitet, Anwender können untereinander (theoretisch) problemlos Daten austauschen, sofern sie mit der gleichen Software arbeiten. Wer auf Linux umsteigt, muss diese Kompatibilität gewährleisten, wenn er Dateien an Windows-User weitergibt oder von dort welche empfängt. Rein theoretisch ist dies gegeben, die Praxis sieht aber oft anders aus. Das klappt nicht einmal zwischen unter Windows zwischen MS Office 2003 und 2007 zu hundert Prozent.
Aus den genannten Gründen hat es Linux als Alleinsystem im Desktop-Bereich immer noch schwer, sich durchzusetzen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass hier vom Open Source-Linux die Rede ist. Es gibt Linux-Systeme (zum Beispiel Suse Linux Enterprise) die im kommerziellen Bereich vertrieben werden. Für diese Systeme stehen der erforderliche Service und ausführliche Handbücher zur Verfügung. Im Serverbereich hat sich Linux (mit Suse als kommerzielles System) bereits verbreitet, da es hier leistungsfähiger ist als Windows.
Wenn von Linux die Rede ist, ist immer ein Gesamtsystem (GNU/Linux) aus vielen separaten aber miteinander in Beziehung stehenden Bestandteilen gemeint. Unter
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Linux - die clevere Alternative zu Windows
diesem Begriff sind alle Distributionen zusammengefasst, die auf dem Linux-Kernel basieren. Da die Softwarekomponenten weitgehend voneinander unabhängig zu betreiben sind, lässt dies dem Benutzer ein hohes Maß an Freiheit bei der Auswahl der einzelnen Anwendungen.
Auch wenn der Umstieg von Windows auf Linux noch beschwerlich erscheint, sich mit Linux zu befassen lohnt sich und ist einfacher geworden. Dazu braucht der Windows-User seine gewohnte Umgebung nicht aufzugeben. Die populären Linux-Distributionen können neben oder sogar innerhalb Windows installiert, direkt von der CD gestartet (Live-CD), oder auch von einem USB-Stick gebootet werden. Das sind alles gute Voraussetzungen, um die einzelnen Pakete problemlos zu testen und sich erst danach für eine der Distributionen (oder auch nicht) zu entscheiden.
Abbildung 2: Über die Konsole werden Textbefehle eingegeben.
Wie bereits erwähnt, können die unterschiedlichen Open Source Linux-Pakete kostenlos genutzt und auf beliebig vielen PCs installiert werden. Im Internet und auf Heft-DVDs der Computerzeitschriften findet der interessierte Anwender live nutzbare und installationsfähige Distributionen. Linux-Distributionen im Desktop-Bereich können auch käuflich erworben werden. Sie kosten zwischen 50 und 90 €, enthalten neben Zusatzprogrammen auch Handbücher und bieten über einen begrenzten Zeitraum
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Das Linux-Konzept
technische Hilfe. Das heißt, bezahlt werden in diesem Fall nicht die Open Source-Distributionen sondern die Zusatzleistungen.
Viele Kriterien sprechen für Linux: Es ist im Open Source-Bereich kostenlos, stabil, sicher, zuverlässig und wenig durch Viren gefährdet (durch die bisher zögerliche Verbreitung ist Linux für Virenprogrammierer und Hacker offensichtlich auch nicht attraktiv genug). In den letzten Jahren hat sich Linux von einem System für Computerfreaks zu einem ausgereiften, in der Regel gut handhabbaren System für Jedermann entwickelt. Trotzdem hat Linux weltweit gesehen einen geringen Marktanteil. Neben der grafischen Oberfläche arbeitet Linux auch mit der „Konsole“ auf Textbasis (Linux-Shell). Hier können über die Tastatur UNIX-Kommandos eingegeben werden (vergleichbar mit MS DOS). Die Konsole (siehe Abbildung 2) stellt weitaus mehr Möglichkeiten für die Arbeit mit Linux zur Verfügung als die grafischen Oberflächen. Deshalb bietet Linux als universelles System auch für den passionierten UNIX-Bastler genügend Betätigungsfelder.
Die Linux-Distributionen
Die Linux-Distributionen unterscheiden sich in den Desktop-Umgebungen und damit in der Bedienung sowie in den integrierten Softwarepaketen. Alle basieren jedoch auf dem Linux-Betriebssystem-Kern. Jede Distribution wurde und wird durch jeweils andere Gruppen von Programmierern entwickelt und gewartet. Daraus resultieren die unterschiedlichen Ansätze.
Es gibt eine Vielzahl von Linuxdistributionen, aber nur jeweils eine Version des aktuellen Kerns. Jede Distribution enthält somit Linux bzw. den Linuxkernel. Allerdings passen die Distributoren diesen Kernel mehr oder weniger für ihre Zwecke an. Neben
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Linux - die clevere Alternative zu Windows
einer großen Anzahl verschiedener Spartenpakete sind derzeit sechs Distributionen aktuell, die auch in deutscher Sprache angeboten werden: Debian, Knoppix, Fedora, Mandriva, OpenSUSE, Ubuntu (Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu), Zusätzlich zwei Miniversionen (nur englisch) DamnSmall Linux (DSL) mit rd. 50 MB und Puppy Linux mit rd. 100 MB. Jede dieser Distributionen stammt von anderen Entwicklern. Aber alle sind Weiterentwicklungen der Urversion von Linus Torvalds. Wer vorhat, sich mit Linux zu befassen, hat die Qual der Wahl. Durch die große Anzahl der verschiedenen Distributionen ist es nicht leicht, die individuell geeignete Version auszuwählen. Erleichtert wird diese Auswahl durch Testmöglichkeiten im Livemodus. Livemodus bedeutet, dass die Distribution direkt vom CD/DVD-Laufwerk oder USB-Stick gebootet wird, der Anwender arbeitet nun wie mit einem installierten System. Dabei werden am Computersystem keine Änderungen vorgenommen. Voraussetzung ist, dass der Computer vom CD/DVD-Laufwerk beziehungsweise vom USB-Stick booten kann. Die Bootreihenfolge ist inzwischen bei den meisten PCs im BIOS einstellbar. Die einzelnen Distributionen ähneln sich in der Anwendung. Egal mit welcher Linuxversion gearbeitet wird, da alle auf dem gleichen Kern aufbauen, bestehen die Unterschiede eigentlich nur in der Desktop-Umgebung (zum Beispiel KDE oder Gnome), den Softwarepaketen und dem Umgang mit interner und externer Hardware. Und hierauf sollte besonders geachtet werden. Die einzelnen Distributionen und zusätzlich die Desktop-Umgebungen verhalten sich bei der Hardware-Erkennung unterschiedlich. Wer sich eine Menge Handarbeit ersparen will, wählt zum Installieren eine Distribution, die die eingesetzte Hardware am besten unterstützt. Voraussetzung dafür ist, dass der potentielle Linux-User die verschiedenen Distributionen und Desktop-Umgebungen diesbezüglich testet. Zusätzlich zum installierten System kann sich der Anwender mit Hilfe von Internet-Downloads und etwas Handarbeit ein individuelles Linux-System zusammenbasteln, so dass es letztendlich egal ist, welche Distribution ursprünglich installiert wurde. Dazu gehört dann etwas mehr Grundwissen, viel Zeit und eine unter Linux funktionierende schnelle Internetverbindung. Allen Distributionen ist gemeinsam, dass sie mehrere Arbeitsoberflächen - virtuelle Desktops - bereitstellen, die während einer Sitzung gewechselt werden können. Der Anwender kann auf diese Weise themenbezogen Software, zum Beispiel Büroprogramme, auf der einen Oberfläche ablegen und Grafikprogramme auf einer anderen. Diese Oberflächen werden in der Regel am unteren oder auch oberen Bildschirmrand in Form kleiner Vierecke angezeigt (Abb. 4), bei einigen Distributionen sind sie nummeriert. Manchmal sind es standardmäßig vier, manchmal zwei.
Abbildung 4: Der Wechsel zwischen den Arbeitsflächen ist schnell vollzogen und der Desktop zeigt jeweils nur die auf der aktivierten Fläche abgelegten Fenster und Icons.
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Abbildung 5:
OpenSUSE mit KDE zeigt die Standard-Icons am oberen Bildschirmrand an (o.Bild). OpenSuse mit Gnome zeigt die Standard-Icons am linken Bildschirmrand an (u. Bild). Der Bildschirmhintergrund ist in beiden Fällen gleich.
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Linux - die clevere Alternative zu Windows
Die Anzahl der Flächen kann vom Anwender innerhalb des jeweiligen Systems verändert werden. Ein Klick mit der Maus auf eine der Flächen öffnet diese mit den darauf festgelegten Fenstern und Icons.
Da die einzelnen Distributionen auch mit verschiedenen Desktop-Umgebungen arbeiten können, ergibt sich für jede Distribution in Abhängigkeit vom verwendeten Desktop in jeweils ein anderes Bild.
Suse Linux Enterprise und openSUSE Linux
Suse Linux gibt es als kommerziell vertriebene und als Open Source-Version. Suse Linux (ursprünglich ein deutsches Produkt) wurde 2003 von Novell übernommen und wird (hauptsächlich im Serverbereich) für Firmenkunden als SUSE Linux Enterprise vertrieben. Das openSUSE-Projekt, von dem hier die Rede sein wird, ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von Novell gefördert wird und die Verbreitung von Linux unterstützen soll. Erkenntnisse, die sich aus den Open Source-Entwicklungen ergeben, fließen in die Weiterentwicklung von Linux Enterprise ein. openSUSE wird derzeit in der aktuellen Version 11.3 angeboten. SUSE war vor dem Kauf durch Novell die führende Linux-Firma im deutschen Sprachraum. Aufgrund dieser Geschichte gibt es auch heute noch eine gute deutschsprachige Unterstützung und Hotlines. Die Websites http//:www.novell.com/de-de und http://de.opensuse.org sind deutschsprachig, verweisen jedoch vielfach auf englischsprachige Seiten.
Alle zwei Jahre wird ein neues Release freigegeben. Das ist im Vergleich zu anderen Distributionen ein verhältnismäßig langer Zeitraum. Ab openSUSE 11.0 wird die Distribution nur noch auf DVD ausgeliefert. Wer kein DVD-Laufwerk zur Verfügung hat, kann eine Live-CD aus dem Internet herunterladen und brennen. Diese enthält zwar nur eine abgespeckte Variante, kann abervon einem CD-Laufwerk installiert und dann aufgerüstet werden. Alle Tools, die sonst auf der DVD vorhanden sind, lassen sich aus dem Internet nachladen.
Ubuntu Linux
Ubuntu, eine der jüngeren Distributionen, hat in den letzten Jahren an Beliebtheit zugenommen. Das Zulu-Wort Ubuntu steht für „Menschlichkeit gegenüber anderen“. Diesen Geist der Menschlichkeit will das Ubuntu-Linux in die Software-Welt bringen. Die Ubuntu-Entwickler legen nicht nur auf die freie (kostenlose) Verfügbarkeit größten Wert, sondern auch auf die Übersetzung in möglichst viele Sprachen und auf Zugangshilfen für Behinderte.
Ubuntu wechselt mit jeder Version seinen Namen und den Hintergrund. Da alle 6 Monate eine neue Ubuntuversion erscheint, ändert sich auch das Hintergrundbild in diesen Zeiträumen. Die Versionen werden im Gegensatz zu openSUSE nicht fortlaufend nummeriert, sondern nach Erscheinungsjahr und -monat, zum Beispiel 6.06, 7.04, 7.10, 8.04 oder 8.10. Dabei steht die erste Ziffer für das Jahr und die zweite für den Monat.
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Das Linux-Konzept
Die Namen werden in alphabetischer Reihenfolge vergeben und setzen sich aus einem Adjektiv und einem Tiernamen zusammen. Beispiele:
Version 8.04 Hardy Heron - kühner Reiher
Version 8.10 Intrepid Ibex - unerschrockener (furchtloser) Steinbock Version 9.04 Jaunty Jackalope - flotter Jackalope (amerikanisches Fabelwesen)
Abbildung 6: Standardhintergründe der Ubuntuversionen aus dem Jahr 2008 Version 9.10 Karmic Koala - karmischer Koala Version 10.04 Lucid Lynx - heller (leuchtender) Luchs
Bis zur Version 8.10 entsprach das Hintergrundbild in der Standardeinstellung dem Namen der Version in stilisierter Form. In späteren Versionen wurde darauf verzichtet, den Namen des Release (Version) als Hintergrund darzustellen. Selbstverständlich kann der Anwender Hintergründe nach Belieben austauschen. Ubuntu, eine auf Debian basierende Linuxdistribution wird von Canoncial Ltd. vertrieben, das vom südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet wurde. Ubuntu lässt sich auch unter Windows installieren, dazu bringt diese Distribution den Windows-Installer Wubi mit. Nur die Installation erfolgt unter Windows, für den Start wird ein Multibootsystem eingerichtet. Ubuntu arbeitet standardmäßig mit der Desktop-Umgebung Gnome, die Version Kubuntu mit KDE.
Linux - die clevere Alternative zu Windows
Aber auch als Ubuntu vertriebene Distributionen können mit KDE betrieben werden. Ubuntu gibt es in den Varianten Ubuntu (GNOME, Kubuntu (KDE), Xbuntu (Xfce), eine speichersparende Arbeitsumgebung) und Edubuntu. Diese Version ist für die Nutzung an Schulen und für die Verwendung im Klassenzimmer optimiert. Sie enthält bildungsorientierte Software und Lernspiele.
Die Ubuntu-Derivate bieten eine gute deutschsprachige Benutzerführung wie auch Hilfefunktionen. Das ist nicht bei allen Distributionen selbstverständlich.
Knoppix
Knoppix wurde in Deutschland von Klaus Knopper und einem Team weiterer Programmierer entwickelt. Es war das erste System, das als Live-CD/DVD angeboten wurde. Inzwischen gibt es fast alle gängigen Distributionen als Live-Systeme. Knoppix basiert wie Ubuntu auf Debian und arbeitet wie OpenSUSE mit der Desktopumgebung KDE. Knoppix war ursprünglich nicht für eine feste Installation gedacht, sondern als Livesystem unter anderem auch für die Reparatur fehlerhafter Systeme, da es über eine gute Hardware-Erkennung verfügt. Knoppix kann aber auch installiert werden, vor allem die aktuellen Versionen sind dazu gut geeignet. Diese Distribution bietet neben der automatischen Hardware-Erkennung auch gute Unterstützung für viele Peripheriegeräte. Sie wird deshalb auch zur Reparatur von Windows-Systemen empfohlen.
Knoppix stellt geringe Anforderungen an die Hardware, dennoch kann mehr Speicher und eine höhere Geschwindigkeit nicht schaden Intel-kompatible CPU (ab i486),
20 MB Hauptspeicher für Textmodus, mindestens 82 MB für Grafikmodus mit KDE (zum Arbeiten mit diversen Office-Anwendungen wird mindestens 128 MB Hauptspeicher empfohlen.) Für eine Installation sollten ca. 2,5 GB Festplattenplatz zur Verfügung stehen.
bootfähiges CD/DVD-ROM Laufwerk (IDE/ATAPI, sSATA, Firewire, USB oder SCSI),
Standard SVGA-kompatible Grafikkarte,
serielle oder PS/2 Standardmaus, oder IMPS/2-kompatible USB-Maus.
Fedora
Fedora = Filzhut, Fedora ist ein von Red Hat (international bekannte Linux-Firma) gefördertes Open Source Projekt. Diese Distribution ist nicht für den kommerziellen Einsatz gedacht und es gibt keinen Support für Firmenkunden. Die Fedora-Distributoren legen Wert auf die ausschließliche Verwendung nichtproprietärer Software. Die Firma Red Hat ist ein US-amerikanischer Softwarehersteller mit Sitz in Raleigh, North Carolina, der unter anderem die weit verbreitete Linux-Distribution Red Hat Enterprise
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Das Linux-Konzept
Linux vertreibt und am Fedora-Projekt beteiligt ist. Die Europazentrale von Red Hat ist in München. Neue Versionen von Fedora erscheinen wie bei Ubuntu alle 6 Monate, sie werden jedoch fortlaufend nummeriert.
Abbildung 8: Fedora wechselt mit der Desktopumgebung den Hintergrund, links KDE, rechts Gnome.
Mandriva
Mandriva, vormals Mandrake, ist eine Distribution aus Frankreich. Der Name setzt sich aus Mandrakelinux (Frankreich) und Connectivalinux (Brasilien) nach deren Fusion zusammen. Mandriva wird für Privatpersonen als die benutzerfreundlichste Distribution in Bezug auf Installation und Bedienung empfohlen. Aber auch für Profis und für Firmen bietet es sich als leistungsfähiges und stabiles System an. Neben den „großen“ Distributionen gibt es noch zwei Mini-Linux, Damn Small Linux und Puppy Linux. Beide Distributionen können als Live-, als Installations-Versionen oder auch einfach unter Windows gestartet werden. Dazu wird die jeweilige Version mit dem virtuellen Emulator QEMU aus dem Internet heruntergeladen. Da der Emulator in diesem Fall Bestandteil der Distribution ist, braucht das Programm nur aus Windows heraus aufgerufen zu werden. Beide Distributionen gibt es nur in englisch, sie können auch ganz normal als Linux installiert werden und legen dann ein vollständiges Debian-System auf dem Computer an.
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Linux - die clevere Alternative zu Windows
Damn Small (DSL)
Damn Small ist klein (50 MB) und flexibel. Es kann bereits auf einem 486DX mit nur 16 MB Arbeitsspeicher laufen. Außerdem arbeitet dieses System vollständig in der virtuellen Ramdisk und greift nicht ständig auf einen externen Datenträger zu. Aus dem Internet wird eine ISO-Datei geladen, die auf Wunsch automatisch eine Live- und Installations-CD brennt.
Nach kurzer Wartezeit, in der das System und die Treiber geladen werden, erscheint das neue Betriebssystem in einem eigenen Fenster auf der Windowsoberfläche. Von hier lässt sich auch eine vollständige Installation starten. DamnSmall ist „schmal“ mit Büroanwendungen ausgestattet; es bringt ein einfaches Text- und Kalkulationsprogramm mit und verschiedene Viewer, zum Beispiel für Word und PDF. Wie bei den anderen Distributionen können auch hier Programme aus dem Internet nachgeladen und eingebunden werden.
Puppy Linux
Puppy ist mit 100 MB eine kleine Distribution, die wie auch DamnSmall auf Debian-Linux basiert. Puppy kann als Live-System von einer CD gestartet und auf einem USB-Stick oder einer Festplatte installiert werden. Wird Puppy Linux im Live-Modus beendet, kann der Anwender auswählen, ob alle Einstellungen, Dokumente usw. auf dem Computer abgespeichert werden sollen. Dazu legt das Programm eine Datei auf einer Windows FAT32-Partition an, in der alles gespeichert wird. Als Speichermedium kann sowohl die Festplatte als auch eine CD-RW, ein USB-Stick oder eine Speicherkarte dienen. Beim nächsten Start zeigt das System wieder genau dieselbe Umgebung mit allen Einstellungen und Dateien wie beim letzten Beenden. Die Daten werden dabei in einer Datei pup_save.2fs (oder auch pup_save.3fs) abgelegt, die intern
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Das Linux-Konzept
eine ext2- bzw. ext3-Linux-Dateisystem-Struktur hat und beim Start von Puppy Linux entsprechend automatisch erkannt und in das Linux-Dateisystem gemountet (eingebunden) wird.
Wie auch bei Damn Small gibt es Puppy Linux in Kombination mit dem Emulator QEMU. Das ermöglicht, Puppy wie bereits bei Damn Small beschrieben, unter Windows zu installieren und damit zu arbeiten.
Welche Distribution?
Es ist nicht möglich, den Anwendern eine bestimmte Linux-Distribution zu empfehlen und dies wird von seriösen Linuxusern auch nicht getan. Die Distributionen basieren zwar alle auf dem gleichen Kern, sind in der Zusammenstellung der Pakete, der Oberflächen und der Einbindung externer Geräte aber unterschiedlich zu handhaben. Deshalb sollten interessierte Anwender sich über die Möglichkeit, Distributionen mit Hilfe von Live-CDs/DVDs zu testen erst einmal einen Überblick verschaffen und die gängigsten Pakete austesten. Für OpenSUSE, Debian, Ubuntu, Fedora, Mandriva und Knoppix. gibt es auch im Internet und in Computerzeitschriften reichlich Informationen. Auch die beiden Miniversionen sind einen Test durchaus wert, sie sind schnell, bieten viele Features und sind zum Testen gut geeignet. Der potentiellen Linuxanwender kann sich so in den Umgang mit Linux einarbeiten.
Eine Sonderstellung unter den Linux-Distributionen nimmt Debian ein. Debian galt in der Vergangenheit als schwierig zu installieren und nur für anspruchsvolle versierte Nutzer geeignet. Inzwischen ist auch Debian anwenderfreundlicher geworden und bildet die Grundlage für viele andere populäre Linux-Distributionen, siehe oben. Für Debian werden die neuen Versionen nicht in einem reglmäßigen Zyklus veröffentlicht. Eine neue Version erscheint erst dann, wenn die Entwickler sie als sicher genug für eine Veröffentlichung halten.
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Linux - die clevere Alternative zu Windows
Ab Version Debian 4,0 steht eine neue Installationsroutine mit grafischer Benutzeroberfläche zur Verfügung, so dass sich die Installation von Debian nicht mehr wesentlich von der Installation anderer Distributionen unterscheidet. Die Vorgängerversionen konnten nur über Tastatureingaben installiert werden. Diese Möglichkeit steht auch in den neuen Versionen noch zur Auswahl. Die Beliebtheit der Distributionen ändert sich im Laufe der Zeit, einfach weil die Entwicklung einzelner Distributionen unterschiedlich verläuft und die eine oder andere Distribtution den Vorstellungen der Anwender mehr entgegenkommt. Die Website www.distrowatch.org stellt dazu Statistiken bereit. Hier kann der Beliebtheitsgrad einzelner Distribution über bestimmte Zeiträume abgelesen werden. Über die letzten Jahre hat es Ubuntu auf den ersten Platz geschafft.
Die Desktop-Umgebungen
Wer mit Windows arbeitet, findet beim Start die integrierte Windowsoberfläche vor, an der, abgesehen von den Hintergründen und den auf dem Desktop abgelegten Programm-Icons, keine wesentlichen Änderungen vorgenommen werden können. Linux funktioniert nicht nach diesem Prinzip. Hier ist nicht von einer Oberfläche sondern von Desktop-Umgebungen die Rede. Die jeweilige Distribution selbst stellt die Grundfunktionen bereit, alle sonstigen Funktionen und die Software bringen die Desktopumgebungen mit.
Da Linux ein freies System ist, und verschiedene Entwickler an verschiedenen Projekten arbeiten, wurden auch verschiedene Desktop-Umgebungen als Projekte entwickelt. Die bekanntesten und am meisten eingesetzten sind GNOME (GNU Network Objekt Modul Environment), KDE (K Desktop Environment) und Xfce (XForms Common Environment), eine abgespeckte Variante, die wenig Speicherplatz benötigt. Zu einer Desktop-Umgebung gehört jeweils mindestens ein Windowmanager (nicht Windows...), dieser ist für die Arbeit auf der Oberfläche, die Mausbewegungen und das Verwalten der Fenster zuständig (minimieren, schließen, in der Größe verändern usw.).
Andererseits ist beispielsweise der Austausch von Projekten per Drag and Drop zwischen verschiedenen Programmen Aufgabe der Desktop-Umgebung. Den Linux-Einsteiger braucht diese Aufteilung nicht abzuschrecken. Er findet - egal ob live oder installiert - ein vollständiges System vor, mit dem er sofort arbeiten kann. Windowmanager gibt es viele, die Desktops bringen jeweils einen als Standard mit. Ein Linux-System kann auch ohne Desktopumgebung, nur mit einem Windowmanager,
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Arbeit zitieren:
Bärbel Schulze-Amme, 2010, Linux, die clevere Alternative zu Windows, München, GRIN Verlag GmbH
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