Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Ein Ereignis und die Anatomie des Sozialen 4
2.1 Räder und Triebkräfte 6
2.2 Übersetzungsmomente 6
2.3 Ausblick - Die Räumlichkeit des Sozialen 7
3 Der Horizont des Ereignisses 8
3.1 Färbungen und Schattierungen 10
3.1.1 Wissen : Mythos 12
3.1.2 Praktiken : Akteure und Institutionen 13
3.2 Ein Riss 13
3.3 Aktualisierung 14
3.4 Fazit - Morgen oder das Morgen von Heute ? 16
4 Diesseits des Ereignishorizonts 17
4.1 Strömungen 19
Bibliographie , Internet- und Graphikquellen 20
Bibliographie 20
1 Einleitung
Der schwedische Soziologe Peter Hedström entwirft in seinem Werk die Anatomie des Sozialen das Projekt einer analytischen Soziologie, mit der er auf abstrakte, aber dennoch realistische Weise soziale Ereignisse erklären will (vgl. Hedström 2008: 11). In Verbindung theoretischer Schärfe und empirischen Maßes, den Körper des Sozialen sezierend, sollen die den Ereignissen zu Grunde liegenden Mechanismen mit Bezug auf Akteure und Handlungen extrahiert werden (vgl. Hedström 2008: 12ff.). Wie aber ist der Begriff des Ereignisses zu verstehen, der in den verschiedensten Disziplinen seine Verwendung findet? Fragte man unbedarft danach, was denn ein Ereignis sei, so böten sich nämlich allerhand Meinungen und Publikationen an, eine Antwort darauf zu geben. Das Ereignis sei „etwas anderes“, eine Leere, der es Treue zu schwören gelte und deren Wahrheit das Ganze in Frage stelle, heißt es in der Philosophie Alain Badious, und in diesem Diskurs klingen mal einvernehmlich und mal widerwillig die Stimmen Martin Heideggers, Jacques Derridas oder Gilles Deleuzes mit (vgl. Badiou 1993: 91-95; Deleuze 1969: 186 - 193; Derrida 2003: 23ff., 50ff.; Hartle 2004). Von einem anderen Standpunkt aus thematisieren analytische Philosophen wie Donald Davidson die problematischen Zusammenhänge zwischen (sprachlichen) Ereignissen und dem Begriff der Handlung (vgl. Davidson 1985: 7-15), wohingegen der Sozialhistoriker Jacques Revel eine Geschichte des Ereignisbegriffes schreibt und dabei von seiner Wiederkehr kündet (vgl. Revel 2001: 161ff., 166ff.). Auch schon Max Weber versuchte in Wirtschaft und Gesellschaft, die Bedeutung dieses Begriffes für die Erforschung des Sozialen zu ermessen (vgl. Weber 1922). Unabhängig von diesen tiefgründigen Überlegungen verraten sich nach einer Internetrecherche oder beim Aufblättern der Zeitung ganz unbegrifflich die vermeintlichen Ereignisse des Jahres, ob nun auf der Konzertbühne oder in den internationalen Börsen (vgl. Arena Ticket 2009, Heusinger 2009). In allen Kontexten aber, in denen der Begriff verwendet wird, hat er bestimmte Konnotationen, die sich aus der Bedeutung des Wortes „Ereignis“ herleiten lassen:
„[...] was den normalen, alltäglichen Ablauf in bemerkenswerter Weise unterbricht und durch seine Ungewöhnlichkeit auffällt und in Erscheinung tritt; [bedeutsamer, denkwürdiger] Vorgang, Vorfall“ (Berger, Gerda/Prosdowski, Günther 1976: 725). 1 Bemerkenswert ist der Begriff des Ereignisses sicherlich, da er etwas unvorhersehbares bezeichnet, etwas, das durch nichts bestimmt scheint, außer dadurch, dass es aus dem
1 Daran anknüpfend wäre die etymologische Herkunft des Wortes Ereignis anzuführen: es stammt vom althochdeutschen
Worte „irougen“, was soviel bedeutet wie „vor Augen stellen“ (vgl. Kluge 1999: 229).
Kontext des Bisherigen fällt. Da solche Außergewöhnlichkeiten den Rahmen des Alltäglichen sprengen, wie er in Gruppen, sozialen Aggregaten, ja ganzen Gesellschaften verhandelt wird, sollte es nicht verwundern, dass dieser Begriff in der Soziologie eine Rolle spielt. Wenn aber ein Ereignis per Definition ungewöhnlich ist und alltägliche Abläufe unterbricht, ist ihm dann mit den Mitteln einer analytischen Soziologie beizukommen? Lässt es sich in kausale Mechanismen zerlegen? Und falls nicht, wie wäre es sonst wissenschaftlich zu fassen?
Ich möchte auf das Angebot Hedströms, dass mich interessiert wie skeptisch stimmt, eingehen und bestimmen, ob die Anatomie des Sozialen ein Ereignis erklären kann. Um meine Fragestellung zu beantworten, gehe ich im ersten Kapitel auf die Nuancierungen von Hedströms Ereignisbegriff ein, um dann zu betrachten, wie ein Ereignis in seinem Modell zu Stande kommt und welche ontologischen und methodologischen Prämissen seine Funktionsweise stützen. Von der in der Einleitung angedeuteten Dynamik des Ereignisbegriffes ausgehend werde ich in „Der Horizont des Ereignisses“ einen Exkurs zu einem konkreten Ereignis wagen, dem Zusammentreffen des britischen Kapitäns James Cook mit den Bewohnern der Insel Hawaii im Jahre 1779. So will ich erfahren, welche Umstände dieses Ereignis auslösten und wie es Auswirkungen auf „kollektive Eigenschaften“ haben konnte (vgl. Hedström 2008: 16f., 101f.). Im letzten Kapitel greife ich die zuvor angestellten Überlegungen auf, um die Frage danach, ob der Erklärungsansatz Peter Hedströms einem Ereignis angemessen ist, zu beantworten. Abschließend wage ich einen Ausblick zu den Orten, an die diese Gedanken von verschiedenen wissenschaftlichen Strömungen getragen werden könnten.
2 Das Ereignis und die Anatomie des Sozialen
Im Vorfeld einer Analyse, welche eine Beurteilung der Vorgehensweise der Anatomie des Sozialen anstrebt, gilt es die Frage zu beantworten, welche Elemente des Ereignisbegriffes diese hervorhebt:
„Die meisten Wissenschaftstheoretiker bestehen darauf, dass Ursachen und Auswirkungen Ereignisse sind [...] aus dem einfachen Grunde, dass Ursachen Dinge herbeiführen und das, was herbeigeführt wird (d.h., der Effekt), kann vorher nicht da gewesen sein. Folglich muss das, was herbeigeführt wurde, eine Veränderung oder ein
Ereignis sein. Ebenso ist es schwierig zu erkennen, wie Wandel hervorgebracht werden soll, außer durch eine andere Veränderung, was darauf hindeutet, dass Veränderungen ebenfalls Ereignisse sind“ (Hedström 2008: 29).
Demnach wäre ein Ereignis ein Bündel spezifischer Ursachen und Auswirkungen, welche kausal miteinander verbunden sind. 2 In Anlehnung an die sozialwissenschaftliche Ereignistypologie, gelten auch soziale Zustände und variierende individuelle Merkmale als Ereignisse (vgl. Hedström 2008: 29). 3 Seien diese im engeren, wissenschaftstheoretischen Sinne als Nicht-Ereignisse zu definieren, so könnten sie doch wichtige Komponenten von Ereignissen sein, wie auch als „Ergebnisse einer Serie von Ereignissen gesehen werden“ (Hedström 2008: 30). Solche „Ereigniskomplexe“ entfalten sich also kausal zwischen ursächlichen Komponenten hin zu den Auswirkungen, die diese in Prozessen zeitigen. Eine der analytischen Soziologie nach angemessene Erklärung eines Ereignisses, habe eine „kontinuierliche und zusammenhängende Kette von kausalen oder intentionalen Verbindungen zwischen Explanans und Explanandum“ (Hedström 2008: 43) zu liefern: die Mechanismen, die Ursachen und Wirkungen der „Ereigniskomplexe“ verknüpfen. 4 Nur so könne eine befriedigende Antwort auf die Frage danach, warum ein bestimmtes Phänomen beobachtet worden ist, gegebenen werden (vgl. Hedström 2008: 12). 5 Die Anatomie des Sozialen versucht so, die Kluft zwischen logischen Sätzen, die Aussagen über soziale Zusammenhänge treffen, wie die deduktiv-nomologischen Erklärungen, zu überwinden. Zwar wird das Explanandum deduktiv aus dem Explanans hergeleitet, doch mit Bezug auf intentionale Mechanismen spezifischer Entitäten (Akteure) und Aktivitäten (Handlungen), die miteinander wechselwirken, so „dass sie regelmäßig jenen Typ von Phänomen hervorbringen, den wir zu erklären versuchen“ (Hedström 2008: 12). 6 Durch diese Annahmen
2 In die Anatomie des Sozialen wird der Begriff des Ereignisses oftmals synonym mit dem des Phänomens verwendet (vgl. Hedström 2008: 15, 42, 55). Zur Problematik der analytischen Definition eines Ereignisses vergleiche (Davidson 1985: 259 - 268).
3 Hedström spricht im Zusammenhang von Überzeugungen und Bedürfnissen auch von „mentalen Ereignissen“ (vgl. Hedström 2008: 62). Vergleiche zu diesem Begriff auch (Davidson 1985: 291 - 294).
4 Methodologisch stehen diese Annahmen denen des Reduktionismus nahe, alle Makroprozesse seien zur Gänze auf
Mikroprozesse (Handlungen) rückführbar (vgl. Heintz 2004: 17ff.).
5 Zur Bedeutung der „Warum-Frage“ für die Erklärung des „Wie der sozialen Verlaufsform“ vergleiche (Kron 2005: 311ff.).
6 Hierbei will Hedström Mechanismen als Theoreme über Wahrscheinlichkeiten verstanden wissen. Anders als allgemeingültige Gesetze seien diese ereignisspezifisch (vgl. Hedström 2008: 50ff.). „Der Hauptunterschied zwischen
Mechanismen und Gesetzen kann demnach darin gesehen werden, dass Gesetze sich auf Ko-Variationen beziehen [...]
und eben nicht [auf] kausale Generalisierungen über periodisch auftretende Prozesse“ (Kron 2005: 337). Da der Mechanismus einer deduktiven Logik nach verfährt, benötigt er wie deduktiv-nomologische Schemata allgemeingültige Sätze, in diesem Fall soziale Gesetze, die die Logik des deduktiven Schlusses gewährleisten.
Hedströms ist es notwendig geworden, meine Analyse von der Makro- auf die Mikroebene zu verlegen. Denn ist die „Konzentration auf Handlungen lediglich ein Zwischenschritt einer Erklärungsstrategie, die versucht, sozialen Wandel zu erklären“ (Hedström 2008: 16), dann befindet sich der Hauptantrieb, der „Motor“ des Ereignisses, auf dieser Ebene. 7
Um das Ineinandergreifen der Mikro- und der
Makroebene in die Anatomie des Sozialen nachzuvollziehen, beziehe ich mich auf das von Hedström aufgegriffene Erklärungsschema James Colemans (vgl. Coleman 1990: 9ff.). 8 In Schritt 3 erfolgt
die nachträgliche Zuordnung von individuellen Handlungen (C) zu einem Ereignis (D). Im Vorgang der Sezierung und Abstraktion werden die Ereignisse in Entitäten und Aktivitäten zerlegt und von jenen, die wichtiger erscheinen, werden Idealtypen und -handlungen abgeleitet (vgl. Hedström 2008: 13f., 56f.; Kron: 313f.). 9 Im Zuge dieser Modellierung von Idealtypen werden empirische Datensätze einbezogen und das Handeln der Akteure (C) auf typische Motivationen (B), wie sie in der DBO-Theorie darstellbar sind, zurückgeführt (vgl. Hedström 2008a: 22f.). In Schritt 1 treten diese Motivationen in Wechselwirkung mit dem Handeln und Verhalten der anderen Akteure (A), die ihnen als generalisierte Andere gegenübertreten (vgl. Hedström 2008: 69f., 71). 10 Die für einen „Ereigniskomplex“ entscheidende Dynamik entwickelt sich also aus der Modellierung der Interaktionsmuster zwischen (A)
Als solche gelten die DBO-Theorie oder Festingers Theorie der kognitiven Dissonanz (vgl. Hedström 2008: 77ff.; Opp
2007: 117f.). Zur Kritik dieses logischen Schemas vergleiche (Deleuze 1969: 48-56).
7 Makrophänomene ließen nicht darauf schließen, dass ihnen ähnliche Mechanismen zu Grunde liegen, wohingegen
gleiche Akteurskonstellationen immer die gleichen Effekte verursachen (vgl. Hedström 2008: 55f., 107ff.).
8 Zur Herkunft der eingefügten Graphik verweise ich auf das Quellenverzeichnis.
9 Idealtypen fungieren als Träger von Eigenschaften, die für ein Ereignis als relevant gelten. Sie seien keine „realen“
Akteure, sondern repräsentieren kollektive Eigenschaften einer Gruppe. Zum Verständnis des heuristischen Sinnes von
Idealtypen empfiehlt sich eine Auseinandersetzung mit der Begriffsbedeutung nach Max Weber als fiktionale, phantasmatische Konstruktionen (vgl. Volker 1990: 13ff.) und der Diskussion, wie der Akteur zu modellieren sei,
welche Komponenten ihm notwendigerweise eignen sollen (vgl. Kron 2005: 133-142; Parsons 1986: 69-87).
10 Umwelt- und Selektionseffekte haben nur eine Relevanz, wenn sie sozial vermittelt sind. Zur Erklärung verweise ich
hier auf das „Regenschirm-Beispiel“ (vgl. Hedström 2008: 63, 70ff.). Nur von den Akteuren Wahrgenommenes, dass
sich in ihrem wechselseitig aufeinander bezogenem Handeln niederschlägt, ist in diesem Modell relevant.
und (C). 11 Die Räder des mechanismischen Ereignisses sind dann die zielgerichteten Akteure, deren Triebkräfte Handlungen sind, die durch das Moment der DBO-Tripel übersetzt werden (vgl. Hedström 2008: 73).
2.2 Übersetzungsmomente
Ein Ereignis bei Hedström geht weder in rein systemischen Analytiken (theoretischen Fiktionen) noch statistischen Modellen (empirischer Eklektizismus) unter (vgl. Hedström 2008: 29f.; Revel 2001: 161ff.). Um die analytische Verfahrensweise, mit der die Anatomie des Sozialen Ereignisse zu erklären gedenkt, darzustellen, bietet sich das Bild einer umgekehrten Pyramide an: An ihrer Unterseite wird die Komplexität der sozialen Wirklichkeit reduziert und auf einen bestimmten Punkt fokussiert (eine individuelle Handlungskomponente, wie die DBO-Theorie). Von dort ausgehend kann das Modell sich einer komplexeren Logik öffnen (eine Komponente der Interaktionsstruktur, zum Beispiel die Theorie der kognitiven Dissonanz) und ermöglicht durch die Verschachtelung dieser dem Modell immanenten Komponenten die Erweiterung seiner analytischen Perspektive (eine Komponente, die Mikrohandlungen auf Makroergebnisse bezieht, beispielsweise eine „sich selbsterfüllende Prophezeiung“) (vgl. Hedström 2008: 56ff., 77-84, 90; Kron 2005: 29-34). 12 Es gibt eine Reihe von Annahmen, die das Zusammenspiel der drei Ebenen sichern und die Übersetzungsschritte zwischen ihnen handhaben: zum einen die Annahme, Akteure handelten zielgerichtet, und zum anderen die eines methodischen Determinismus (vgl. Hedström 2008: 49f., 59f.). 13 Darüber hinaus nimmt Peter Hedström disziplinspezifische Stoppregeln an, eine „natürliche“ Grenze zum Metier der Psychologie (vgl. Hedström 2008: 44f., 55f.). Es gibt also eine verlässliche Verbindung von mentalen Ereignissen (der Beeinflussung der DBO-Tripel) über intendierte Handlungen (den feststehenden Handlungsoptionen) zu Interaktionsmustern. 14 In der
11 Zu den verschiedenen Traditionen von Kausalmodellierungen vergleiche (Hedström 2008: 146-149).
12 Dieses Vorgehen rechterfertige sich durch die Forderungen nach psychologischer und soziologischer Plausibilität,
Einfachtheit und einer „sinnvollen Handlungstheorie“ (vgl. Hedström 2008: 57f.).
13 Zur Bedeutung teleologischer Handlungsmodelle und des methodischen Determinismus vergleiche (Boudon 1978: 18-26; Coleman 1990: 16-21).
14 Unter diesem Gesichtspunkt ist die Modellwelt Hedströms eine aristotelische Welt, in der sich das Wesen des Sozialen
seinem Ablauf nach zeigt, der auf Formal- und Finalursachen zurückführbar sei (vgl. Rapp 2001: 8-11, 127-130, 135-
139). Der methodische Determinismus und der Glaube, die Welt bestehe aus kausalen Ketten, setzt zudem die Figur des
„unbewegten Bewegers“ voraus, insofern die Realität nicht einer Matrjoschka ähneln soll, die immer kleinere
agentenbasierten Simulation werden schließlich diese Zusammenhänge in Algorithmen übersetzt und Muster generiert, in denen Ereignisse in Form von Umschlagpunkten oder Aggregationseffekten in Verteilungs- und Netzwerkstrukturen erklärt werden sollen (vgl. Hedström 2008: 182-188, 188ff.). Diese topgraphischen Darstellungen sind Bilder des Sozialen, die ausdrücken, wie sich kausale Tendenzen in Akteurskonstellationen über „mittlere“ Zeitspannen auswirken würden (vgl. Hedström 2008: 185, 188ff.). 15
2.3 Ausblick - Die Räumlichkeit des Sozialen
Wie ich andeutete, ist der mechanismische Ansatz eine Möglichkeit, ein Bild eines Ereignisses zu kreieren, genauer gesagt eine Bildfolge, in der die zeitliche Entfaltung der Mechanismen sichtbar, die Ursache mit der Wirkung verbunden wird. 16 Die methodischen Annahmen (Determinismus, teleologische Akteure etc.), nach denen sich die Interaktionsstrukturen entwickeln, lassen dieses Bild zweidimensional erscheinen. Eine deutbare, perspektivische Komponente, die „Räumlichkeit“ der sozialen Realität, wird außer acht gelassen. Ersichtlich wird dies auf der Ebene der vis-a-vis Situation zwischen Akteuren. Die Akteure haben zwar verschiedene Vorerfahrungen (zum Beispiel mit Arbeitslosigkeit) und können auch unter Einbeziehung des „Thomas-Theorems“ Deutungen vornehmen. Doch sind die Ziele, auf die sich Desires und Believes beziehen, wie auch die Handlungsalternativen, die Opportunites, objektiv gesetzt. Wenn Akteure p oder A haben wollen, beziehen sich alle auf verschiedene Weise auf die objektiven Werte p oder A (vgl. 17 Die Akteure, im Gegensatz zu realen Individuen, Hedström 2008: 67f.,74-76,79-83,179f.).
Mechanismen beinhaltet, welche aber letztlich von keinem objektiven Punkt aus bestimmbar sind (vgl. Deleuze 1969:
48 -57; Farshim 2002: 111ff.; Rapp 2001: 172f.). Gedankenbilder wie die des Soziologen, der Akteure mit einer
Fernbedienung ausschalten kann (Hedström 2008: 47) oder die Figur des Anatomen implizieren übrigens, der Forscher
selbst habe die Position eines „unbewegten Bewegers“ inne und daher einen objektiven Blick auf die Realität (vgl.
Farshim 2002: 79f.; Volker 1990: 11-17).
15 Ein gutes Beispiel ist die „diskrete Ereignisanalyse“. Die abhängige Variabel „Austritt aus der Arbeitslosigkeit“ wird
durch eine Simulation untersucht. Datensätze von Verteilungsstrukturen werden an eine Interaktionstheorie zurückgebunden, um aufzuzeigen, dass Akteure in Gruppen von Arbeitslosen, durch die Orientierung an der Bezugsgruppe, geringere Chancen haben, aus der Arbeitslosigkeit auszutreten (vgl. Hedström 2008: 176 -182).
16 Handlungen einzelner Akteure können in diesen Konstellationen folgenreiche Wirkungen haben, wenn sie „Trigger“
auslösen, die Prozesse umschlagen lassen (vgl. Hedström 2008: 139, 142). 17 Ein Beispiel: Herr N. wird durch andere Akteure beeinflusst in eine Rentenkasse einzubezahlen. D: Ich will es später mal schön haben und eine Rente wird mir dabei helfen; B: Nachbar X bezahlt auch einen Rentenbeitrag
handeln so, als ob sie über einen gesicherten, objektiven Wissensvorrat verfügten: alle wissen beispielsweise, was ein Regenschirm ist, dass die anderen gerade handeln, also ihren Regenschirm aufspannen, und dass dies typischerweise zu der Überzeugung führen könnte, dass es weiter vorne auf der Straße zu regnen begonnen hat (vgl. Hedström 2008: 63f.). 18 Was Hedströms methodologischer Individualismus unterschlägt, ist, dass es vermittelnder Strukturen, wie Erfahrung oder Wissen bedarf, um einen einzelnen Menschen in ein Verhältnis zu seiner Gesellschaft zu setzen, wodurch die Relationen zwischen Handlungen, Objekten und Akteuren im sozialen Raum erst deutbar werden. Wie ich im folgenden darlegen will, stellt genau dies den Horizont dar, den ein Ereignis, da es den alltäglichen Ablauf in bemerkenswerter Weise unterbricht, übersteigt und so neue Deutungen, Handlungen und Erfahrungen erzwingt (vgl. Berger, Gerda/Prosdowski, Günther 1976: 725).
3 Der Horizont des Ereignisses
Das Geschehen, welches ich in diesem Kapitel untersuche, ist die Ankunft des britischen Kapitäns James Cook auf Hawaii. Am 17. Januar 1779 tauchen die beiden Schiffe Discovery und Resolution in der hawaiianischen Kealakekua-Bucht auf und nähern sich dem Festland (vgl. Sahlins 1985: 105f.; Sewell 2001: 50f.). Vor den Augen der Besatzungsmitglieder, die den Pazifik nicht zum ersten Mal befahren, spielt sich ein überraschendes Geschehen ab: „Sie sangen! Noch nie hatte Kapitän Cook so viele Polynesier versammelt gesehen wie hier [...] Es waren vielleicht 10 000 oder fünfmal mehr Menschen als sonst hier lebten. Und bei ihnen war nicht eine Waffe zu sehen [...] Statt dessen waren die Kanus mit Schweinen, Süßkartoffeln, Brotfrucht, Zuckerrohr beladen: mit allem, was die Insel
und er wird schon wissen was er tut; O: Ich habe gerade X Geld > Y Geld, also mehr als mein Minimum Ich bezahle
in die Rentenkasse ein! Was ist, wenn ein Ereignis dann stattfindet, wenn Herr O. wie Herr X. herausfinden, dass es gar
keine gesicherte Rente mehr gibt, ja nie gegeben hat. Dann nämlich käme es in einer ganzen Generation zu einer
radikalen Neudeutung der Verhältnisse. Nachfolgende Entwicklungen könnte man natürlich auch mit mechanismischen
Ansätzen nachvollziehen, aber die Erfahrung der Akteure bliebe unberücksichtigt und ohne eine deutende Arbeit wäre
der qualitativen Veränderung nicht beizukommen. Problematisch ist dies deshalb, da Hedström durch seine Verbindung von Empirie und Theorie ja gerade qualitative Komponenten einbinden will.
18 Diese Voraussetzung wird auch beim Koordinationsproblem nach Lewis deutlich, in dem Charaktere Wissen um „Fokalpunkte“ teilen (vgl. Hedström 2008:77f.).
produzierte. Auch die Frauen ¸schienen sehr darauf bedacht zu sein, sich unseren Leuten zu nähern΄“ (William Ellis nach Sahlins 1985: 105; Sahlins 1985: 105). Insbesondere Kapitän James Cook wird von den Bewohnern der Insel mit Aufmerksamkeit bedacht: ein Priester legt ihm ein rotes „Tapa-Tuch“ um, das sonst die Bildnisse der Götter schmückt; ihm zu Ehren opfert man ein Schwein im Tempel Hikiau; in einem zeremoniellen Zug führt man ihn umgeben von Priestern und Herolden über die Insel: „Als die Leute, die ihnen begegneten, den Ruf des Herolds ¸Oh Lono΄ hörten, flüchteten sie in ihre Häuser oder warfen sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden“ (Sahlins 1985: 105). Was der Kapitän und seine Besatzung vermuten, jedoch nicht mit Bestimmtheit wissen, ist, dass man James Cook für ein Wesen göttlicher Herkunft hält. 19 Auf diese zugeschriebene Position lässt jener sich bedenkenlos ein, hoffend auf eine profitable Liaison mit den Einwohnern (vgl. Sahlins 1985: 121ff.). Tatsächlich, die Hawaiianer behandeln den Fremden wie ihren Gott Lono, der im hawaiianischen Winter von Kahiki, dem unsichtbaren Land hinter dem Horizont, übers Meer kommt und das Wachstum der Natur, die Fortpflanzung des Menschen und den Frieden erneuert (vgl. Sahlins 1985: 105f.; Sewell 2001: 50f.). Kurz vor Ende der Makahiki-Feiern, die dem Gott Lono zu Ehren gegeben werden, verlassen die Seefahrer die Insel guter Dinge. Als jedoch der Fockmast des Schiffes Resolution beschädigt wird, sind sie gezwungen umzudrehen. Sie kehren am 11. Februar zurück. Die Ehrfurcht vieler Inselbewohner, so auch der Priester, ihnen gegenüber ist zunächst ungebrochen. Bald aber kommt es zu Zwischenfällen, Feindseligkeiten stellen sich ein; die Hawaiianer nehmen die Discovery in ihren Besitz, die Briten hingegen den König der Insel, Kalaniopu`u, als Geisel. „Aber am Ende war er [Kapitän Cook, a. d. Verf.] es [...], der durch die Waffe eines Häuptlings, einen eisernen Dolch, mit dem Gesicht nach unten ins Wasser gestoßen wurde, während sich die Menge auf ihn stürzte. Es hatte den Anschein, als wollten alle
19 Diese Schilderung des Geschehens ist zum Gegenstand einer Kontroverse geworden, da fragwürdig sei, ob die betroffenen Bewohner Hawaiis dieser Überzeugung gewesen seien. Im Rahmen dieser Arbeit kann ich aus nahe liegenden Gründen diese Debatte nicht wiedergeben (vgl. Sewell jr. 2001: 50). Die im Kontext der postkolonialen
Kritik aufgestellte Behauptung, die Annahme, dass die Hawaianer Kapitän Cook für einen Gott hielten, unterstelle
diesen eine Naivität und reproduziere damit eine Narration des europäischen Imperialismus, halte ich für prüfenswert;
angesichts des hier überlieferten Geschehens muss ich aber daran erinnern, dass diese Kritik zwar darum bemüht ist,
die Heterogenität der Bevölkerung der Inseln zu betonen und diese in der Wahrnehmung ihrer Lebenswelt nicht zu
unterschätzen, dabei aber gleichzeitig eine Überschätzung eines als allgemeinen gesetzten wie auch europäisch geprägten
Begriffes von Rationalität betreibt (vgl. Adorno/Horkheimer 1944: 55-58., 65-69, 71-76; Ranke-Graves 1960: 10-19).
Beteiligten ihr eigenes Ansehen durch den Anteil vergrößern, den sie an seinem Tod hatten [...]“ (Sahlins 1985: 106).
Doch mit dem Tode des Kapitäns endet die Begegnung zwischen den Hawaiianern und Briten nicht. In den nachfolgenden Jahren wird Kapitän Cook Teil des hawaiianischen Mythensystems, seine angeblichen Gebeine in einem Schrein, der Geopferte als Gott verehrt (vgl. Sahlins 1985: 137f.). Einer der hawaiianischen Könige, Kamehameha, eignet sich den Ahnengeist des Kapitäns, sein Mana, an und fördert unter seiner Herrschaft eine Politik die vielen Europäern entgegenkommt:
„Kamehameha hielt Cooks Andenken und Reliquien in Ehren [...] Seine Förderung des europäischen Handels brachte ihm genügend Geschütze, Schiffe und europäische Berater ein, um damit die gesamte hawaiianischen Inselgruppe zu erobern und sie seiner einheitlichen Herrschaft zu unterwerfen“ (Sewell jr. 2001: 51).
Zweifelsohne ist dieses Geschehen für die Soziologie relevant; Handlungen und Interaktionen von Akteuren beeinflussten kollektive Eigenschaften (vgl. Hedström 2008: 141ff.). Doch stellt sich die Frage, was hier als Ereignis zu untersuchen ist (vgl. Kron 2005: 299ff.). Trüge man den vielfältigen Verknüpfungen zwischen den Akteuren und den Zufällen des Geschehens Rechnung, wenn man eine kausale Kette annähme, als deren erstes Glied die Ankunft Kapitän Cooks und als deren letzte die späteren Eroberungen Kamehamehas fungieren? Die Annahme einer derartigen kausalen Determiniertheit des Geschehens erscheint mir unangemessen (vgl. Revel 2001: 161f.; Sahlins 1985: 108f.). Wie ich zeigen werde, ist es die unerwartete Rückkehr des Kapitäns/Lonos, die es als Ereignis zu benennen gilt. Diese Rückkehr ist als Bruch in der sozialen Welt der Hawaiianer zu verstehen, der durch die Eröffnung eines neuen Sinn- und Handlungshorizontes die späteren Geschehnisse ermöglichte, ohne sie zwangsläufig zu bedingen. Wie ist das Ereignis also zu untersuchen? Durch die Erhellung des Horizontes der Inselbewohner und der Markierung seiner Bruchstellen.
3.1 Färbungen und Schattierungen
Die Rede vom Horizont bezweckt mehr als theoretische Farbenfreude oder Eleganz (vgl. Hedström 2008: 67). Ausgehend von der in der Einleitung vorgestellten Definition kann man sagen, das Wesen eines Ereignisses sei es, an sich unwesentlich zu sein, etwas, dass erst im Kontrast zu den vormals geltenden Kategorien und Erwartungen, die es übersteigt, Form gewinnen kann (vgl. Badiou 1993: 91f.; Hartle 2004). Dabei sind diese Kategorien gesellschaftlich vermittelt:
„Ich erfahre die Wirklichkeit der Alltagswelt als eine Wirklichkeitsordnung. Ihre Phänomene sind vor-arrangiert nach Mustern, die unabhängig davon zu sein scheinen, wie ich sie erfahre, und die sich gewissermaßen über meine Erfahrung von ihnen legen. Die Wirklichkeit der Alltagswelt erscheint bereits objektiviert [...] längst bevor ich auf der Bühne erschien“ (Berger, Peter L./ Luckmann, Thomas, 1966: 24).
Diese Wirklichkeit erscheint objektiviert und ihre Formen der Intersubjektivität bestimmbar, da die einzelnen Akteure über bestimmte Wissensvorräte verfügen: „Der gesellschaftliche Wissensvorrat ermöglicht [...] die ¸Ortsbestimmung΄ des Individuums in der Gesellschaft und seine entsprechende ¸Behandlung΄. Das ist niemandem möglich, der nicht an diesem Wissensvorrat teilhat“ (Berger, Peter L./ Luckmann, Thomas, 1966: 43). 20
Ich gehe davon aus, dass diese Wissensvorräte Symbolordnungen sind, die durch Bezeichnung Sinn und Identität herstellen. 21 Von einem methodologischen Individualismus in Reinform werde ich daher nicht ausgehen, vielmehr möchte ich mit dem Horizont des Ereignisses einem analytischen Blick die Dimension zugänglich machen, die erst den Raum des Sozialen öffnet; erst vor diesem Hintergrund der wechselseitigen Bestimmung von Subjekt und Objekt durch Strukturen, wird soziale Wirklichkeit deutbar, werden vis-a-vis Situationen ermöglicht, und die Identität all dessen, was in diesen verhandelt werden kann, gesichert. Der Horizont eines jeden Akteurs hat durch verschiedene Vorbedingungen und Erfahrungen andere Schattierungen und Färbungen, es gibt Verwerfungen und Widersprüche 22 und dennoch Koordinaten, die Deutungen ermöglichen. 23 Um den
20 Es gibt Subjektivierungsmechanismen und Stufen der Sozialisation, in denen diese Wissenskategorien vermittelt
werden. Zur näheren Erläuterung verweise ich auf die Subjektivierung über die symbolische Ordnung der Sprache bei
Jacques Lacan und Sigmund Freud (vgl. Pagel 1989: 61 - 67) und auf die Prozesse der primären und sekundären
Sozialisation bei Berger und Luckmann (vgl. Berger, Peter L./ Luckmann, Thomas, 1966: 139-148, 148 -157). Studien
und qualitative Untersuchungen, die die Bedeutung dieser geteilten Wissensvorräte für die Bestimmung von Individuum
und Gesellschaft eindrucksvoll darlegen, finden sich bei (Mehan, Hugh/ Wood, Houston, 1976: 49-60). Zu einer
Kritik dieser Vermittlung vergleiche (Adorno 1951: 78f.; Adorno/Horkheimer 1944: 197 - 209; Farshim 2001: 80 - 93).
21 Die symbolische Ordnung der sozialen Wirklichkeit darf dabei nicht als ein „über den Dingen“ schwebendes System
verstanden werden, sondern geht mit Praktiken und Handlungen einher. Dabei ist zu beachten, dass kein Einzelnes je
identifiziert werden und Sinn erhalten kann, ohne dabei in Differenz zu anderen Identifizierten und Bedeuteten zu
stehen. Ich verweise auf Gilles Deleuze, der einige Überlegungen Lévi-Strauss aufgreift (vgl. Deleuze 1969: 71- 75).
Im Bereich der Wissenssoziologie ist mir die Nennung Ernst Cassirers unerlässlich, der im Symbolischen die qualitative Veränderung der menschlichen Realität gegenüber der tierischen verortet (vgl. Cassirer 1944: 23 -26).
22 Solchen Systemen ist eigen, dass stets Zeichen den aktuellen Horizont der Deutung im Verweis auf Vergangenheit und
Zukunft übersteigen (vgl. Derrida, Jacques, 1990: 79 - 87).
kollektiven Horizont der Hawaiianer adäquat untersuchen zu können, möchte ich jedoch nicht nur auf eines ihrer wichtigsten Wissenssysteme, den Mythos, in Form einer Erzählung zurückgreifen, sondern auch seine Bedeutung in alltäglichen Praktiken und gesellschaftlichen Strukturen untersuchen. Diese alltäglichen Praxen sind über den Begriff der Institution fassbar:
„[D]ie Abgeschlossenheit von Vergangenheit und Uneinsehbarkeit von Zukunft, verbindet sich mit einer praxisrelevanten Wirklichkeit, die durch kollektive Vorstellungen, Ideen, Bilder, Symbole, Rituale, Gesten, Repräsentationen etc. kompensiert und aktualisiert wird. [...] Entscheidend für soziale Institutionen ist also die Übersetzungsleistung[...] individueller, vergangenheitsabhängiger und zukunftsbezogener Themen in gegenwartsrelevante soziale Praxis. Institutionen sind Gegenwartszukünfte des Vergangenen, Übersetzungsinstanzen des Heterogenen“ (Schillmeier, 2009: 123f.).
Nun sollte begreiflich sein, woran sich eine Analyse, welche die Bruchstellen der geteilten Wirklichkeit der Hawaiianer markieren soll, zu orientieren hat, an der Struktur des Wissens und seiner Verschränkung mit Institutionen und Akteuren.
3.1.1 Wissen : Mythos
Der Historiker Marshall Sahlins führt in seinem Werk Inseln der Geschichte den hawaiianischen auf den neuseeländischen Mythos der Maori zurück (vgl. Sahlins 1985: 111f.). In diesem Mythos, welcher analog zu dem der Hawaiianer sei, vergräbt der Gott Rongo als Zeichen der Fruchtbarkeit, womit landwirtschaftliches Wachstum wie auch sexuelle Reproduktion gemeint sein können, eine Süßkartoffel, die dann von Tū, dem Urvater der Menschen, in einer Handlung, die als erster Krieg gilt, geraubt und verzehrt wird. Rongomarae-roa, so ein Name Rongos, ist mit der Süßkartoffel zugleich so konnotiert, dass die Geschichte als Akt des Kannibalismus lesbar ist (vgl. Sahlins 1985: 112). Diesem Endokannibalismus liegt die Vorstellung zu Grunde, alle Pflanzen und Tiere seien Teile des göttlichen Körpers (Rongo), der immerzu gewaltsam von den Menschen (Tū) angeeignet werden müsse. 24 Dieses Verhältnis von Bitten und Enteignen besteht ebenso im hawaiianischen Begriff hana, der gleichsam die von Menschen verrichtete Arbeit und das
23 Dies kann man sich an Niklas Luhmanns Situation doppelter Kontingenz veranschaulichen, bei der zur Herstellung von
(angenommener) Erwartungssicherheit irgendeine Form von Verständigung notwendig ist und daher ein gemeinsames
Symbolsystem (vgl. Becker, Frank/ Reinhardt-Becker, Elke 2001: 53-56).
24 Dies gelte für alle Prozesse, bei denen Leben an den Menschen übergeht, so auch bei Schwangerschaften (vgl. Sahlins 1985: 112).
Ritual für die Götter bezeichnet (vgl. Sahlins 1985: 112). 25 Das Verhältnis vom Sakralen zum Heiligen nimmt sich dergestalt aus, Heiliges zu entweihen, um es dem Leben mit Gewalt einzuverleiben. „Der Mensch lebt also durch eine Art periodischen Gottesmord“ (Sahlins 1985: 112). In der hawaiianischen Form des Mythos sind es die Götter Lono und Kû, die sich Jahr für Jahr in der Makahiki-Zeit bekämpfen. Im Unterschied zur Narration der Maori steht hier allerdings Kû für alle Menschen in Gestalt des Königs. Dieser gilt als abtrünniger Krieger (Kû), der einst einer sozial asymmetrischen Verbindung zwischen „heiligen Frauen“ und „niederen Männern“ entspross (vgl. Sahlins 1985: 115f.). In diesem „Tabu-Zustand“ verbleibt jener, bis er Lono, der Abkömmling „heiliger Frauen“ und Götter ist, besiegt, selbst zu Lono wird und als göttlicher Abkömmling das Tabu wider die asymmetrischen Verbindungen einsetzt. Dem Mythos nach haben zudem alle Männer denselben sakralen Tabuzustand inne wie der König nach diesem Ritual. Die Frauen gelten ihnen gegenüber als unrein (vgl. Sahlins 1985: 139f.). Nun gilt es zu untersuchen, wie diese semantischen Überschneidungen und Dichotomien in der hawaiianischen „Alltagswirklichtkeit“ verwoben sind (vgl. Berger, Peter L./ Luckmann, Thomas, 1966: 23f.).
3.1.2 Praktiken : Akteure und Institutionen
Einige der Inselbewohner haben beträchtliche Zweifel daran, dass es sich bei den Neuankömmlingen um Lono und sein Gefolge handelt (vgl. Sahlins 1985: 120f.). Dennoch verhält sich die Mehrheit der Hawaiianer so, als seien sie von dieser Deutung vollends überzeugt. Den Grund hierfür sehe ich darin, dass die Institutionen, die soziale (Adel) und kosmologische (Klerus) Ordnung aufrecht erhielten, das Eintreffen Cooks im Rahmen des Mythos verhandeln:
Der König hatte Cook nach seinem eigenen sozialen Bild als Krieger dargestellt, während der Priester sein eigenes Tempelbild als einen göttlichen Cook darstellte. [...] Der Austausch von Insignien und Rollen ist eine mikrokosmische Variante des Herrschaftstransfers, der während des Neujahrsritus durchgespielt wird und durch den der König schließlich von Lono Besitz ergreift (Sahlins 1985: 121). 26 Diese rituellen Praktiken, an denen sich wichtige Akteure wie der König Kalaniopu`u oder der Oberpriester Ka`ō`ō beteiligen, bezeugen vor aller Augen, dass James Cook der Gott
25 Zur zivilisationsgeschichtlichen Verortung dieser begrifflichen Verschränkung vergleiche (Adorno/Horkheimer 1944: 54-61).
26 An dieser Stelle werde ich aus Gründen des Platzes auf allzu detailreiche Darlegungen der rituellen Vorgänge und
Koinzidenzen verzichten, die zur Identifikation Cooks mit Lono führten, obwohl diese zum Verständnis der Vorgeschichte des Ereignisses sehr erhellend sind. Vergleiche hierzu auch (Sahlins 1985: 120 -131).
Lono ist. Nun besetzt er die Stelle, die Lono in der symbolischen Wissensordnung inne hat und von welcher aus weitere Institutionen die Stabilität der hawaiianischen Wirklichkeit gewährleisten, „die Übersetzungsleistung [...] individueller, vergangenheitsabhängiger und zukunftsbezogener Themen in gegenwartsrelevante soziale Praxis“ erbringen (Schillmeier, 27 In diesem Gefüge von Wissen, Institutionen und Akteuren hängt nun der 2009: 123f.).
Verlauf der Zeit (Übergang der Jahreszeiten), die Produktionsrhythmen der Nahrungsmittel (Fruchtbarmachung des Bodens), die soziale, in diesem Falle sexuelle Rangordnung (das Tabu), der Einfluss der Priester auf die Gesellschaft (der Lono-Kult), die Herrschaft des Königshauses (der Kû-Kult), wenn nicht die Herrschaft des Menschen über die Natur ab (vgl. Sahlins 1985: 125ff.). Ein glücklicher Zufall also, dass die Briten die Insel vor der Rückkehr des Königs gegen Ende der Makahikifeiern verlassen und damit der Rolle des Lono, den es ja zu besiegen gilt, entsprechen. Trotz einiger Irritationen bleibt der Horizont der Inselbewohner intakt (vgl. Sahlins 1985: 124).
3.2 Ein Riss
Am elften Februar 1779 kehren die Briten in die Bucht zurück und initiieren damit eine umfangreiche Krise. Sie erfahren an sich die Folgen jener ambiguenten Haltung zwischen Unterwerfung und Hochmut, die die Inselbewohner seit jeher ihren Göttern gegenüber inne haben (vgl. Sahlins 1985: 112). Zugleich bedeutet die unerwartete Rückkehr des vermeintlichen Gottes eine Bedrohung für die gesellschaftliche wie kosmologische Stabilität. Dies gilt insbesondere für die Herrschaftsansprüche des Königs, der sich durch die Rückkehr der Briten bedroht fühlt und vermutlich Urheber der Diebstähle und der Ermordung Kapitän Cooks ist (vgl. Sahlins 1985 : 126ff.). Geht das Misstrauen des Königs auch auf die mythische Vorgeschichte zurück, sitzt die Verunsicherung tiefer, da das Fremde, das man glaubte vor dem eigenen Horizont verstehen zu können, sich dieser Deutung widersetzt: „Jedes sinnvolle Handeln in der Welt, das immer einen ausdrücklichen oder vermittelnden Akt der Zuordnung einschließt, gefährdet die kulturellen Kategorien, weil die Welt in der Lage ist, die Bedeutungen, die sie angeblich beschreiben, zu unterlaufen oder ihnen zu widersprechen“ (Sahlins nach Sewell jr. 2001 : 53). 28 27 Kapitän Cook selbst war sich übrigens nicht gewahr darüber, dass der König ihm mit einer ambiguenten Einstellung
gegenübertrat, vielmehr rechnete er jenem die Geschenke an, die in Wirklichkeit von den Lono-Priestern stammten, da diese sich Vorteile davon versprachen. Sowieso waren alle Parteien daran interessiert, ihren Gott zu
instrumentalisieren (vgl. Sahlins 1985: 121f.).
28 Hier möchte ich daran erinnern, dass die Deutung der Briten als göttliche Wesen durch die Hawaiianer schon vorher
Nun widerspricht die Wirklichkeit der an sie herangetragenen Bedeutung. Kapitän James Cook ist immer noch Lono, aber er tut nicht das, was man von ihm erwartet. Dadurch, dass sich das Bezeichnete mit dem Bezeichnenden als nicht identisch erweist, zeigt sich das Ereignis als (bedrohliche) Lücke in der bisherigen Ordnung (vgl. Deleuze 1969 : 71- 75; Hartle 2004). Die gewohnten Relationen zwischen den Akteuren (Hierarchie, Tabu, Zeitabläufe, etc.) im sozialen Raum könnten sich verschieben, wenn der Horizont (Wissen, Riten, etc.), der diese ermöglicht, verzerrt wird (vgl. Sahlins 1985 : 124ff.; Sewell jr. 2001 : 62ff.). Dieser Riss im sozialen Horizont ist das Reale des Ereignisses. 29 So tötetet man Kapitän Cook und gleicht ihn, da man ihm seine Position als Subjekt gewaltsam entzieht, auf ewig dem Bildnis des Gottes an, der ihm zugewiesenen Position. Seine spätere Eingliederung in den Mythos der Insel scheint darauf hinzudeuten, dass man das Ereignis, den Riss im Horizont, auf diese Weise zu entschärfen suchte, um die vertraute Ordnung zu bewahren. Aber das Ereignis erschöpft sich nicht in der scheinbaren Wiederherstellung der Ordnung, sondern eröffnet den Bewohnern der Insel einen zuvor ungekannten Horizont. Der Bruch der vermittelnden symbolischen Ordnung zieht eine Neuinterpretation der Welt und der Handlungsmöglichkeiten nach sich und wirkt sich auf die zukünftigen Begegnungen mit den Briten aus (vgl. Sahlins 1985 : 137ff.; Sewell jr. 2001: 50ff.).
3.3 Aktualisierung
Die dem Ereignis folgenden Veränderungen werden ermöglicht durch eine Aktualisierung der hawaiianischen Deutung der Welt (vgl. Sewell jr. 2001: 64ff.). Durch die Lücke, die das Ereignis ist, ermöglicht es die Erfahrung eines Außerhalb, eines Virtuellen, welches zuvor nicht im Deutungshorizont eingeschlossen war. 30 Hierdurch wird die bestehende
nicht unproblematisch war: „Sicherlich, unsere Quellen wurden alle von britischen Seeleuten verfaßt, daher sind wir
nicht in die Verwirrung, Zweifel, Überlegungen, Entwürfe und Gegenentwürfe eingeweiht, die unter den Hawaiianern
aufgekommen sein mögen, als sie versuchten dem Eintreffen Cooks auf dem Schauplatz einen Sinn zu geben“ (Sewell jr. 2001: 62).
29 Die Figur des Realen ist der Psychoanalyse Jacques Lacans entliehen und wird bei Alain Badiou als „Leere des Ereignisses“ verstanden, die die bisherigen Wissenssysteme herausfordert (vgl. Pagel 1989: 57, 63ff.; Žižek 2001:
173-182). Auf der Mikroebene kann man sich das Reale auch als einen Schock vorstellen, ähnlichen jenen, die in
einigen der ethnomethodologischen „Versuchanordnungen“ beobachtbar waren (vgl. Mehan, Hugh/ Wood, Houston, 1976: 49-53).
30 Es gibt der Konstruktion der Wirklichkeit vorangehende chaotische Virtualitäten, die in der Konstruktion der Wirklichkeit verlässlich arrangiert, also aktualisiert sind. Dies lässt sich als das „Fundament“ oder wie schon
symbolische Ordnung unter neuen Gesichtspunkten aktualisiert; die Akteure und Objekte der Welt tauchen in neuen Sinnzusammenhängen auf (vgl. Badiou 2003: 70; Farshim 2001: 105 -110). Diese Aktualisierung vollzieht sich über Akteure, die Erfahrungen machen, die vertraute Kategorien übersteigen, und durch die Institutionen, die das Neue mit der symbolischen Ordnung vermitteln, um eine Kontinuität zu gewährleisten: „In den Jahrzehnten nach Cooks fatalem Besuch wurden Häuptlinge und einfache Menschen, Männer und Frauen, rituelle Tabus und materielle Güter in einer Weise in den praktischen Austausch einbezogen mit den Europäern einbezogen, die deren [...] Bedeutungen und Beziehungen veränderte“ (Sahlins 1985: 137).
Der spätere König Kamehameha beispielsweise bezog sich in der Art, wie er mit den Europäern handelte, auf die Erfahrung der Begegnung mit Lono/Cook. 31 Dieser Bezug wurde allerdings dadurch ermöglicht, dass dieser als göttliches Wesen, seine Gebeine als heiliges Mana, durch die königlichen Institutionen interpretiert wurde. Dadurch, dass Kamehameha sich das europäische Mana aneignete, beanspruchte er für den Adel das Privileg exklusiv Handel treiben zu können, „weil der Handel über das Wasser kam, wie die königliche Macht selbst“ (Sewell jr. 2001: 66f.).
„das [...] europäische Mana unterschied sich von den vorhergehenden hawaiianischen Formen des Mana, weil es von Produktionsverhältnissen und Handelsströmen abhing, die sich weit über das Archipel von Hawaii hinaus erstreckten“ (Sewell jr. 2001: 67).
Die den Hawaiianern seit jeher vertrauten Sandelholzbäume, die auf ihrer Insel wuchsen, tauchten innerhalb dieser neuen Deutung nun als begehrtes Handelsgut auf. Die neugeschaffenen Möglichkeiten zu Handeln übersteigen den Horizont der Hawaiianer und werden über die Institution des Adels zu codieren versucht. Durch diesen Versuch, das „Außen“ zu kontrollieren, zeitigen sich weitere Veränderungen in einer durchaus asymmetrischen Weise. Die bisherigen Riten und Praktiken werden ausgeweitet und das vormals sexuelle Tabu auf die europäischen Luxusgüter bezogen. Hierdurch bekommen „die politisch motivierten Konsumbedürfnisse der Aristokratie Priorität gegenüber dem Bedarf der einfachen Bevölkerung“ (Sahlins 1985: 139). Die Fürsten und der König können
angedeutet, als Horizont der Sinngebung verstehen. Kommt es zu einer Öffnung, wie durch ein Ereignis, müssen die
außenstehenden Virtualitäten erneut aktualisiert werden (vgl. Badiou 2003: 70; Farshim 2001: 105 - 110).
Diesen Vorgang sollte man sich nicht als mysteriöses, irrationales Auftauchen von irgendwelchen Gegenständen etc. erklären, sondern vielmehr als Entstehung neuer Zusammenhänge zwischen dem, was
schon vorher in anderer Form bestand. Als Beispiel kann man die Sandelholzbäume anführen, die erstmalig
als Ressource gesehen werden (vgl. Sahlins 1985: 138ff.).
31 Erfahrung verstehe ich hier nach Walter Benjamin als „Praxis“ in der das „Weltverhältnis als Selbstverhältnis und
umgekehrt das Selbstverhältnis als Weltverhältnis artikulierbar wird“ (Weber 2000: 236).
ungehindert um das neue „Mana“ konkurrieren. Nach und nach wird das sakrale Tabu, welches zuvor die sexuelle und religiöse Hierarchie der Gesellschaft sicherte, zu einem Zeichen des Eigentumsrechts:
„Die kommerzielle Anwendungsweise des Tabus durch Kamehameha und andere Häuptlinge bedeutete für die einfachen Leute, daß die heiligen Verbote, die (bei ihrer Einhaltung) die Gunst der Götter versprachen, jetzt dem Allgemeinwohl direkt entgegengesetzt waren“ (Sahlins 1985: 139).
Dadurch, dass das Tabu die größer werdenden Ungleichheiten zwischen den gesellschaftlichen Gruppierungen vergrößert und die „einfache Bevölkerung“ unter schwierigen Bedingungen an der Erschließung der neu aufgetauchten Ressource, der Sandelholzbäume, mitzuwirken gezwungen ist, verstärken sich gesellschaftliche Widersprüche und wiederum entstehen neue Handlungsmöglichkeiten: „Die Frauen im Volk brachen die rituellen Tabus, die sie an ihre Häuser fesselten, um weiterhin ihre amourösen Beziehungen zu den Mannschaften der europäischen Schiffe zu unterhalten. Diese Liebschaften wurden bald zu einem wichtigen Element des Handels, den das Volk betrieb und der implizierte, daß zugleich die Tabus der Priester und die Geschäftsinteressen der Häuptlinge unterlaufen wurden. [...] Und die Tatsache, daß die Männer mit ihren Frauen ein gemeinsames Interesse an den Tabuüberschreitungen entwickelten, machte ihren eigenen sakralen Status zunichte, den sie gegenüber den Frauen hatten“ (Sahlins 1985: 139).
Durch die Verschiebung des Tabus vom Sakralen zum Materiellen verändert sich die zuvor bestehende symbolische Ordnung. „Das Tabu dient nunmehr ausschließlich der sakralen Grenzziehung zwischen den Klassen auf Kosten des Geschlechts“ (Sahlins 1985: 140).
3.4 Fazit - Morgen oder das Morgen von Heute?
Durch das Ereignis und den Versuch, seine Folgen zu kompensieren, erfolgte eine Aktualisierung des hawaiianischen Sinnhorizontes wie auch eine Gegenbewegung, die die neuen Einflüsse eines „Außen“ in die bestehenden Wissens- und Symbolsysteme zu integrieren versuchte, wodurch sich destruktive Effekte zeitigten (vgl. Sahlins 1985: 138ff.). Die Bewegungen am Horizont beruhigten sich in Folge der Begegnung nicht und die Relationen zwischen den Akteuren (Herrschafts- und Besitzverhältnisse) und zum „Kosmos“ (Das Sakrale) veränderten sich grundlegend. Der Horizont, vor dem das Soziale erst seinen Raum entfalten konnte, hat sich dabei schrittweise verändert, ohne dass man von einer Kontinuität sprechen könnte. Jede Veränderung der Koordinaten des Wissens- und Symbolsystems, der Handlungen und Institutionen führte zu neuen Erfahrungen, Ausblicken und Überschneidungen, von denen ausgehend gehandelt werden konnte (vgl. Hedström 2008: 12;.
32 Es wäre zwar möglich, die kausalen Tendenzen des Kron 2005: 311; Weber 2000: 235ff.).
Ereignisses aufzuzeigen, aber ohne die Brüche und Verschiebungen des Horizonts zu beachten, täte man damit nichts anderes, als von einem Zeitpunkt ein Morgen, eine Zukunft zu bestimmen, die nicht dem entspricht, was morgen Heute heißen wird. 33 Es gibt also keine „tieferen Mechanismen“, die für das „Warum“ des Ereignisses einstehen, es lassen sich lediglich die Voraussetzungen sichtbar machen, unter denen es die Perspektiven von Akteuren und so ihre Handlungen beeinflusste, um weitere Veränderungen anzustoßen. Dies kann anhand von historischen Daten und überlieferten Handlungen geschehen, allerdings nicht als Teil einer linearen Erzählung, die die Kontingenz und Brüchigkeit der Realität ausschließt. Sicherlich, dieses Ereignis ist wahrscheinlich nicht das, was Hedström ein typisches Phänomen nennen würde (vgl. Hedström 2008: 62), deshalb möchte ich im letzten Teil in die Anatomie des Sozialen zurückkehren und die gewonnenen Einsichten auf diese zurückbeziehen, um zu entscheiden, ob ihre Vorgehensweise zur Erklärung eines Ereignisses geeignet ist. 34
4 Diesseits des Ereignishorizontes
Wie sich in der Analyse dieses Ereignisses offenbarte, vermochte es weitere Entwicklungen zu ermöglichen. Es initiierte keinen kontinuierlichen Ablauf, sondern eine Serie von Brüchen und Verschiebungen im Raum des Sozialen. Diese Entwicklung versuchte ich nachzuzeichnen, indem ich die vermittelnden Strukturen zwischen Individuum und Gesellschaft mit den faktischen Geschehnissen kontextualisierte, um vor diesem Horizont die Verbindungen zum Ereignis, der Rückkehr Kapitän James Cook, zu erhellen. In Bezug
32 Vergleiche hierzu die Definition der Struktur bei (Sewell jr. 2001: 69-72).
33 Gegenüber dem Zeitverlauf und der damit verbundenen Vorstellung von Kausalität und Intentionalität im Modell
Hedströms möchte ich den Zeitbegriff Henri Bergsons stark machen:„Jede Gegenwart enthält eine virtuelle Vergangenheit und Zukunft, die sie überhaupt erst als vergängliches Moment konstituiert. Sie ist ein Werden, ein
Übergang von Vergangenheit in Zukunft. Die Vergangenheit ist das Gesamt ihrer Ursachen, die Zukunft das Gesamt
ihrer Wirkungen. Ursachen und Wirkungen sind virtuell im Ereignis enthalten“ (Farshim 2001: 115). Diese Zeitvorstellung war schon im verwendeten Institutionsbegriff enthalten; ausgehend von der Gegenwart wurden Zukunft
und Vergangenheit in ein Verhältnis gesetzt (vgl. Farshim 2001: 114-117; Schillmeier 2009: 123f.).
34
auf die Anatomie des Sozialen muss kritisch vermerkt werden, dass, obwohl Peter Hedström bewusst einen heuristischen Reduktionismus betreibt, sein Ansatz in mancherlei Hinsicht dieses Ereignis nicht angemessen erklären kann (vgl. Hedström 2008: 55ff.; Heintz 2004: 17ff.). Das mechanismische Verfahren erlaubt die Generierung von Ereignisbildern, in denen die kausalen Tendenzen von Interaktionsnetzwerken erkennbar werden, doch werden die Strukturmomente des Wissens oder der Erfahrung ausgespart, die in diesem Beispiel relevant für die kollektiven Veränderungen waren. Es wäre möglich, das Geschehen auf Hawaii als „Ereigniskomplex“ zu beschreiben. Wollte man es mit der Zerlegung in Mechanismen erklären, so müsste diese auf einer derartig mikroskopischen Ebene stattfinden, dass die soziale Realität in zahllose Bilder zerfiele, zwischen denen man wieder nur vermitteln könnte, wendete man deutende Verfahren an (vgl. Hedström 2008: 85-89). Da man auf ein Ereignis immer nur rückwirkend zugreifen kann (vgl. Coleman 1990: 10) und das Modell Hedströms auf die „räumliche“ Dimension des Sozialen und dessen „Horizont“ verzichtet, ist es möglich, dass man die Veränderung empirischer Werte mit der DBO-Theorie als Kontinuität simuliert, weil die Brüche in den sozialen Vermittlungen und die damit verschränkten (kollektiven) Erfahrungen außer acht gelassen werden. Aus gegenwärtiger Perspektive würde eine nachträgliche Ereignis-Vergangenheit generiert, die kontinuierlich vom „Jetzt“ in ein „Gestern“ reicht, welches sich in Wirklichkeit anders darstellte. 35 Dennoch wäre es möglich, dass Peter Hedströms Ansatz ein Ereignis erklären kann, gibt es doch nicht das Ereignis sondern immer nur ein Ereignis, dass durch den Kontext, den es überschreitet, umrissen wird. Da für Peter Hedström eine wichtige Aufgabe der Soziologie darin besteht, herauszufinden „wie Akteure, die miteinander unter Bedingungen interagieren, die aus der Vergangenheit fortwirken, große soziale Phänomene erzeugen“ (Hedström 2008: 141), so wäre es sinnvoll, sich auf derartige Geschehnisse zu beziehen: Das Aufkommen eines europäischen Handels in großem Stil, bis die Sandelholzwälder um 1830 erschöpft waren, ermöglichte die Anhäufung der Zeichen des fremden Manas in zuvor unerhörtem Ausmaß. Das Ergebnis war eine Jagd nach Prestigekonsum in einer [...] Ökonomie der Prachtentfaltung, die die einfachen Leute auspresste, dezimierte und schlussendlich die Häuptlinge schwächte, die zu dem Zeitpunkt, als die Hochkonjunktur endete, riesige Schulden angehäuft hatten“ (Sewell jr. 2001:66).
35 Um es an einem simplen Beispiel zu verdeutlichen: was heute noch sicher erschien (Altersvorsorge für Herrn N.) ist einige Jahre später nur ein leeres Versprechen gewesen. Seine Enkel allerdings, die mit dieser Unsicherheit aufwachsen werden, können nicht verstehen, dass dieses Ereignis, das aus der Retrospektive rechnerisch leicht erfassbar
scheint (es arbeiteten nicht genug Leute, um die Rentenkasse zu füllen), bei Herrn N. und den anderen betroffenen
Menschen seiner Generation einen solchen Schock verursachte.
Ein derartiges Phänomen könnte man, da es dadurch ausgezeichnet ist, dass die Randbedingungen stabil bleiben, ja sogar stagnieren, in einzelne Mechanismen zerlegen, in denen sich die Hawaiianer ihren Überzeugungen und Begehren nach, die auf die europäischen Luxusgüter gerichtet sind, aneinander orientieren, und die Option zur Erreichung dieser Ziele, nämlich Sandelholzbäume abzuholzen, nutzen, bis kein einziger mehr auf der Insel wächst. Auch hier bliebe das Problem bestehen, dass der „Niedergang“ der Gesellschaft nur mit Bezug auf den Deutungshorizont und die Erfahrungen der Inselbewohner verstanden werden könnte. 36 Die zweidimensionalen Bilder der analytischen Soziologie müssten jedoch ergänzt und interpretativ auf die gesellschaftlichen Strukturen bezogen werden. 37 Früher oder später, befolgt man den analytischen Weg, stößt man doch wieder auf den Pfad der Hermeneutik, von dem man gedacht hatte, er führe in eine gänzlich andere Richtung. 38
4.1 Strömungen
Zu welchen Ufern und in welche Gefilde können uns diese Überlegungen tragen? Es zeigte sich, dass die Frage nach dem, was man eigentlich als Ereignis untersucht, bedeutsam ist. Ist das Ereignis ein besonderer Zwischenfall, der, da er ja als solcher auffällt, irgendeine Konvention oder Kategorisierung überschritten haben muss, ergibt sich, dass die Wahrnehmung eines Ereignisses nicht „objektiv“ geschehen kann, sondern nur vor einem kulturellen Horizont spezifischer Erfahrungen und Wissens- und Symbolsystemen möglich ist; man befindet sich immer diesseits eines vermittelnden Horizontes (vgl. Farshim 2002: 79,
36 Des weiteren stellt sich die Frage, ob es in Hedströms Konzeption nicht widersprüchlich ist, wenn er einerseits den
spezifischen Charakter der Mechanismen und ihre qualitativen Komponenten lobt, andererseits aber in seinem Modell
jedes singuläre Phänomen typisiert und einebnet.
37 Gerade im Beispiel der diskreten Ereignisanalyse wäre es unverzeihlich aus den Simulationen gewonnen Kenntnisse
über Interaktions- und Netzwerkstrukturen unreflektiert auf die Realität zu beziehen. Die Studie Die Arbeitslosen von
Marienthal bemüht sich hingegen, über Interaktionsmechanismen hinaus, die Bedeutung der Arbeit für die (zeitliche)
Vermittlung von Individuum und Gesellschaft darzulegen (vgl. Lazarsfeld, Paul F./ Zeisel, Hans 1933: 83 -93).
38 Trotz moderner Ansätze wie der Fuzzy-Logic, die systematisch mit Unschärfen operieren (vgl. Kron 2005: 180 - 190),
hat es sich als schwieriges Unterfangen erwiesen, die Funktionsweise der Erfahrunkstrukturen und Vermittlungen über
Symbole und Wissen in Simulationen zu überführen. Kritisch möchte ich hierzu anmerken, dass eine derartige Vereinnahmung der Realität durch die Ansprüche einer Algorithmisierung und Zerlegung, dieser gerade die Elemente
abschneiden kann, die man erklären will (vgl. Mersch 2002: 74-84; Weber 2000: 251-254).
111, 113f.). Hier rührt man an Max Webers Postulat der Wertfreiheit in der Soziologie, die es durch einen selbstkritischen Prozess zu erwerben gelte (vgl. Volker 1990: 11-17), und es stellt sich die Frage nach den Vorbedingungen von Erkenntnis (vgl. Carvalho 1982: 121-132). Interessanterweise erweist sich ein Ereignis, welches man empirisch erschreckend präzise umreißen und verlässlich auf Entitäten und Aktivitäten beziehen kann, nämlich die Vernichtung der europäischen Juden, als Gegenstand divergierender Betrachtungsweisen, die unterschiedlichen kulturellen Horizonten geschuldet sind. 39 Was als faktisch bestimmbar gilt, wird in kollektiven Gedächtnissen und wissenschaftlichen Untersuchungen so divergierend verhandelt, dass ohne eine Theoriebildung, die Wissen, Erfahrungen und Narrationen reflektiert, Ereignisse nicht angemessen zu erklären sind: „Eine Interpretation tut, was sie sagt, während sie gleichzeitig vorgibt, eine von ihr unabhängige Realität bloß auszusagen, zu zeigen oder zu übermitteln. Tatsächlich ist die Interpretation produktiv und in gewisser Weise schon immer performativ. Stillschweigend und ohne es zuzugeben lässt man ein Sprechen, das das Ereignis macht, als simple Mitteilung des Ereignisses durchgehen. Die politische Wachsamkeit, die das von unserer Seite fordert, besteht offenkundig darin, ein kritisches Wissen von allen Apparaten zu organisieren, die vorgeben, Ereignisse mitzuteilen, die sie aber in Wirklichkeit interpretieren, hervorbringen oder machen“ (Derrida 2003: 23).
39 Hierzu verweise ich auf Dan Diners Studie Gegenläufe Gedächtnisse, die sich mit den unterschiedlichen Bewertungen
beschäftigt, die an den Holocaust herangetragen werden und versucht diese in ihren soziologischen, politischen und
historischen Kontexten zu verorten (vgl. Diner 2007: 104 - 108). Welche Bedeutung der Begriffsbildung für eine
fundierte Untersuchung von Phänomenen zukommt, lässt sich an Gesine Schwans Beitrag zum Terminus des Mitläufers
aufzeigen (vgl. Schwan 2005: 447 - 456).
Bibliographie:
Adorno, Theodor W., 1951: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Adorno, Theodor W./Horkheimer, Max, 1944: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt a. M.: Fischer.
Badiou, Alain, 2003: Deleuze. Das Geschrei des Daseins. Zürich/Berlin: Diaphanes. Badiou, Alain, 1993: Ethik. Wien: Turia + Kant.
Becker, Frank/ Reinhardt-Becker, Elke, 2001: Systemtheorie. Eine Einführung für die Geschichts- und Kulturwissenschaften. Frankfurt a. M.: Campus.
Berger, Gerda/ Prosdowski, Günther, 1976: Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. Band 2: CI-F. Mannheim/Wien/Zürich: Dudenverlag.
Berger, Peter L./ Luckmann, Thomas, 1966: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Frankfurt a. M.: Fischer.
Boudon, Raymond, 1978: Die Logik des gesellschaftlichen Handelns. Eine Einführung in die soziologische Denk- und Arbeitsweise. Neuwied/ Darmstadt: Luchterhand.
Carvalho, Maria Cecilia M. de, 1982: Karl R. Poppers Philosophie der wissenschaftlichen und vorwissenschaftlichen Erfahrung. Frankfurt a.M/Bern: Peter Lang.
Cassirer, Ernst, 1944: An Essay on Man. An introduction to a philosophy of human culture. New Haven/ London: Yale University Press.
Coleman, James S., 1990: Grundlagen der Sozialtheorie Bd. 1.Handlungen und Handlungssysteme. München: Oldenbourg.
Davidson, Donald, 1980: Handlung und Ereignis. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Deleuze, Gilles, 1969: Logik des Sinns. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Derrida, Jacques, 2003: Eine gewisse unmögliche Möglichkeit, vom Ereignis zu sprechen. Berlin: Merve.
Derrida, Jacques, 1990: Die différance, in: Postmoderne und Dekonstruktion. Texte französischer Philosophen der Gegenwart, Hrsg. Peter Engelmann. Stuttgart: Reclam.S.76-114.
Diner, Dan, 2007: Gegenläufige Gedächtnisse. Über Geltung und Wirkung des Holocaust. Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht.
Hedström, Peter, 2008: Anatomie des Sozialen. Prinzipien der analytischen Soziologie. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Heins, Volker, 1990: Max Weber zur Einführung. Hamburg: Junius.
Heintz, Bettina, 2004: Emergenz und Reduktion. Neue Perspektiven auf das Mikro-Makro-Problem, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 56, Heft 1, 2004, S.1-31.
Kluge, Friedrich, 1999: Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin/ New York: de Gruyter.
Kron, Thomas, 2005: Der komplizierte Akteur. Vorschlag für einen integralen akteurtheoretischen Bezugsrahmen. Münster: Lit.
Jahoda, Marie/Lazarsfeld, Paul F./ Zeisel, Hans, 1933: Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Mehan, Hugh/ Wood, Houston, 1976: Fünf Merkmale der Realität, in: Ethnomethodologie. Beiträge zu einer Soziologie des Alltagshandelns, Hrsg. Fritz Sack, Jim Schenkein und Elmar Weingarten. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.S. 29-64.
Mersch, Dieter, 2002: Ereignis und Aura. Untersuchung zu einer Ästhetik des Performativen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Opp, Karl-Dieter, 2007: Peter Hedström: dissecting the Social. On the Principles of Analytical Sociology, in: European Sociological Review, Volume 23, Number 1, 2007, S.115-122. Pagel, Gerda, 1989: Jacques Lacan zur Einführung. Hamburg: Junius.
Parsons, Talcott, 1986: Aktor, Situation und normative Muster. Ein Essay zur Theorie sozialen Handelns. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Ranke-Graves, Robert von, 1955: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. Köln: Anaconda.
Rapp, Christof, 2001: Aristoteles zur Einführung. Hamburg: Junius.
Revel, Jacques, 2001: Die Wiederkehr des Ereignisses - ein historiographischer Streifzug, in: Struktur und Ereignis, Hrsg. Manfred Hettling und Andreas Suter, Göttingen: Vandenhoeck& Ruprecht. S.158-175. Ries, Wiebrecht, 1990: Nietzsche zur Einführung. Hamburg: Junius. Sahlins, Marshall, 1985: Inseln der Geschichte. Hamburg: Junius.
Schillmeier, Michael, 2009: Jenseits der Kritik des Sozialen - Gabriel Tardes Neo-Monadologie, in: Tarde, Gabriel, Monadologie und Soziologie, Frankfurt a.M.: Suhrkamp. S.109-150.
Schwan, Gesine, 2005: Der Mitläufer, in: Deutsche Erinnerungsorte. Eine Auswahl, Hrsg. Etienne François und Hagen Schulze. München: C.H. Beck. S.447-463.
Sewell jr., William H., 2001: Eine Theorie des Ereignisses. Überlegungen zur „möglichen Theorie der Geschichte“ von Marshall Sahlins, in: Struktur und Ereignis, Hrsg. Manfred Hettling und Andreas Suter, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. S.46-75.
Weber, Thomas, 2000: Erfahrung, in: Benjamins Begriffe. Erster Band, Hrsg. Michael Opitz und Erdmut Wizisla, Frankfurt a. M.: Suhrkamp. S.230 - 259.
Žižek, Slavoj, 1999: Die Tücke des Subjekts. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Internetquellen
Arena Ticket, Ankündigung eines Konzertes des Musikers Michael Hirte, 2009, in: http://www.arenaticket.com/index.php?modus=detail&va_id=2697&PHPSESSID=ih0ije1ovmc7l3r412cmik2a 54&PHPSESSID=ih0ije1ovmc7l3r412cmik2a54 (Download: 18.02.2009)
Edling, Christofer/Hedström, Peter, 2005. Analytical Sociology in Tocqueville’s Democracy in America, in: http://www.nuffield.ox.ac.uk/users/hedstrom/Tocqueville.pdf (Download: 16.02.2009)
Farshim, Alexander, 2002. Universalismus, Relativismus und Repräsentation. Eine Kritik des modernen Wissensbegriffs, in:
http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=979352665&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=979352665.pdf (Download: 16.02.2009)
Hartle, Johan Frederik, 2004. Die Treue zum Ereignis denken. Der französische Philosoph Alain Badiou begibt sich in die Leere der Situationen, in:
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=6967&ausgabe=200404 (Nr. 4, April 2004/ Download: 18.02.2009)
Hedström, Peter, 2008a. Studying mechanisms to strengthen causal inferences in quantitative research, in: http://www.nuffield.ox.ac.uk/users/hedstrom/inference.pdf (Download: 16.02.2009) Heusinger, Robert von, 2009: Die ultimative Dax-Wette zum Siebten, in:
http://blog.zeit.de/herdentrieb/2009/01/18/die-ultimative-dax-wette-zum-siebten_573 (Download: 18.02.2009) Weber, Max, 1922. Wirtschaft und Gesellschaft. Erster Teil: Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte. I. Soziologische Grundbegriffe. § 1. Begriff der Soziologie und
des ¸Sinns´ sozialen Handelns, in: http://www.textlog.de/7298.html (Download: 16.02.2009) Graphikquelle:
Hedström, Peter, 2008a. Studying mechanisms to strengthen causal inferences in quantitative research, in: http://www.nuffield.ox.ac.uk/users/hedstrom/inference.pdf - S.22 (Download: 16.02.2009)
Arbeit zitieren:
Sebastian Weirauch , 2009, Der Akteur der analytischen Soziologie und das Ereignis , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Soziologie: Der Akteur der analytischen Soziologie und das Ereignis ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Soziologie: neuer Titel erschienen: Der Akteur der analytischen Soziologie und das Ereignis
Sebastian Weirauch hat einen neuen Text hochgeladen
Das Mikro-Makro-Modell der soziologischen Erklärung
Zur Ontologie, Methodologie un...
Jens Greve, Annette Schnabel, Rainer Schützeichel
Statistische Erklärungen. Deduktiv-nomologische Erklärungen in präzise...
Statistische Erklärungen. Dedu...
Matthias Varga von Kibed
Die pragmatisch-epistemische Wende. Familien von Erklärungsbegriffen. ...
Die pragmatisch-epistemische W...
Matthias Varga von Kibed
Erklärung, Voraussage, Retrodiktion. Diskrete Zustandssysteme und disk...
Erklärung, Voraussage, Retrodi...
Springer
Teleologische Erklärung, Funktionalanalyse und Selbstregulation. Teleo...
Teleologische Erklärung, Funkt...
Matthias Varga von Kibed
Das dritte Dogma des Empirismus. Das ABC der modernen Logik und Semant...
Das dritte Dogma des Empirismu...
Matthias Varga von Kibed
Begriff, Erklärung, Bewusstsein
Neue Beiträge zum Qualia-Probl...
Michael Pauen, Michael Schütte, Alexander Staudacher
Normalformen. Identität und Kennzeichnung. Theorien und definitorische...
Normalformen. Identität und Ke...
Wolfgang Stegmüller
0 Kommentare