Inhaltsverzeichnis
1 Einf uhrung 1
2 Authentizit at 2
2.1 Etymologische Ann aherung 2
2.2 Ann aherung uber Kategorien 3
2.3 Ann aherung uber Autorit aten 5
2.4 Definition von Authentizit at 7
2.5 Authentizit at im Kontext der Rhetorik 8
3 Mediale Inszenierung von Authentizit at 9
4 Inszenierung von Authentizit at am Beispiel Dove 10
4.1 Wie inszeniert die Dove-Kampagne Authentizit at? 10
4.2 Kritische Diskussion der Kampagne 12
5 Fazit 13
A Print-Werbung: Dove Figurpflege Gel-Creme 14
B Plakatwerbung: Initiative f ur wahre Sch onheit 15
C Pro-Age-Kampagne 16
i
1 Einf¨ uhrung
Authentizit¨ at, ein Zungenbrecher, ist derzeit ein Modewort, ein beliebtes Schlagwort in
”
den Medien, im Gesch¨ aftsleben und besonders in der Werbebranche.“ 1 kommentierte die
Berliner Zeitung das Motto des Werbekongresses 2006. Dieser tagte unter dem Motto: Jetzt erst echt!“ und besch¨ aftigte sich mit der Authentizit¨ at in der Werbung. Anlass
”
war unter anderem die damals vergleichweise neu aufgelegte Dove-Kampagne, bei der mit augenscheinlich ’normalen’ Frauen und alten Menschen, die nicht dem Stereotyp entsprechen, f¨ ur die Pflegeprodukte geworben wurde.
Tats¨ achlich wird der Begriff der Authentizit¨ at inflation¨ ar gebraucht, und oft einfach mit Glaubw¨ urdigkeit und Echtheit gleichgesetzt. Was dabei hinter diesem Begriff steckt, und ob Werbung ¨ uberhaupt authentisch sein kann, wird dabei selten kritisch hinterfragt. Dabei ist gerade in der Rhetorik die Authentizit¨ at einer Person substantiell um Erfolg zu haben. Dies trifft auch auf die Werbebranche zu, die per se einen persuasiven Charakter hat.
In dieser Hausarbeit soll der Begriff ’Authentizit¨ at’ fassbar gemacht werden und auf die Dove-Kampagne angewendet werden. Zun¨ achst wird nach Beleuchtung des Terminus und seines Konnotats eine Definition von ’Authentizit¨ at’ vorgenommen und anschließend die Authentizit¨ at im Kontext der Rhetorik untersucht. Nach Kl¨ arung der Frage, was mediale Inszenierung von Authentizit¨ at ist, wird das Erarbeitete auf die Dove-Kapagne angewendet. Es wird sich zeigen, dass Dove verschiedene Methoden anwendet, um Authentizit¨ at zu inszenieren.
2 Authentizit¨ at
Sich dem Begriff der Authentizit¨ at, mit der Intention eine Definition vorzunehmen, zuzuwenden, heißt, sich der Thematik auf verschiedenen Ebenen anzun¨ ahern. Hier soll dies auf drei Ebenen geschehen: Der Ebene der Etymologie, der Kategorien und mit Hilfe verschiedener Autorit¨ aten, die sich mit Authentizit¨ at besch¨ aftigt haben. Anschließend wird eine Definition von Authentizit¨ at vorgenommen, und der Begriff anschließend im rhetorischen Kontext untersucht.
2.1 Etymologische Ann¨ aherung
Die lateinischen und griechischen Wurzeln vieler W¨ orter des deutschen Vokabulars sind im wissenschaftlichen Kontext oft sehr aufschlussreich. Bei der Ann¨ aherung an einen Begriff wie der Authentizit¨ at kann also zun¨ achst nach der Etymologie des Wortes gefragt werden. Das lateinische authenticus ist mit eigenh¨ andig oder verb¨ urgt zu ¨ ubersetzen, aus dem Grieubersetzt heißt auth´ ent¯ es 2 soviel wie Urheber. 3 Diese ¨ chischen ¨ Ubersetzungen deuten auf
ein Begriffsverst¨ andnis aus dem Bereich der Edition hin; Authentizit¨ at meint also, rein etymologisch betrachtet, die Echtheit, Originalit¨ at und Unverf¨ alschtheit eines Textes, der nachweisbar vom angegebenen Autor stammt. Diese Nachweisbarkeit kann beispielsweise ¨ uber ein vorliegendes, vom Autor eigenh¨ andig verfasstes Manuskript oder Typoskript oder ¨ uber eine Autorisation gegeben sein. Die authentizit¨ atszuweisende Autorisation in der Edition betrachtet dabei nur diejenigen Texte als authentisch, die handschriftlich vom Autor selbst oder als Diktat vorliegen. 4
Das Metzler-Lexikon f¨ ugt diesem Begriffsverst¨ andnis einen Aspekt hinzu, der ebenfalls der Editionswissenschaft zuzuordnen ist: Eine Aussage ist authentisch, wenn sie zuverl¨ assig uberliefert wurde. Weiterhin sei Authentizit¨ at die ” Wahrhaftigkeit [...] des subjektiven ¨
Selbstausdrucks oder [...] des objektiven Weltbezugs im lit. Text“. 5 Hier wird Authenti-
zit¨ at auch außerhalb des rein editorischen Interesses betrachtet und in den Kontext der Literaturwissenschaft gesetzt. Demnach ist ein literarisches Werk also dann authentisch, wenn der subjektive Ausdruck des Autors glaubw¨ urdig ist, oder wenn der Bezug des Textes zur Realit¨ at ’unverf¨ alscht’ ist.
Erstmalig in deutscher Sprache dokumentiert wurde der Begriff ’Authentizit¨ at’ erstmals im 16. Jahrhundert, um die Echtheit von Dokumenten wie Schuldscheinen oder Testamenten
3 Vgl. Deupmann, Christoph: Authentizit¨ at. In: Burdorf, Dieter; Fasbender, Christoph und
Moennighoff, Burkhard (Hrsg.): Metzler Lexikon Literatur. Stuttgart und Weimar: Metzler-Verlag,
2007, S. 57.
4 Grubm¨ uller, Klaus und Weimar, Klaus: Authentizit¨ at. In: Weimar, Klaus et al. (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturge-schichte. Berlin und New York: Walter de Gruyter-Verlag, 2007, S. 57.
zu belegen. 6 In der Neuzeit weitete sich die Verwendung des Begriffs auf die Subjektphilo-sophie aus und ist vom Streben gepr¨ agt, durch eine Selbstgesetzgebung ein echt seiendes Wesen zu werden. 7 Dies leitete sich aus dem im 17. und 18. Jahrhundert entwickelten auf-
kl¨ arerischen Menschenbild ab. Sp¨ ater, w¨ ahrend des 18. und 19. Jahrhunderts, gab es einen weiteren Wandel in der Verwendung des Begriffs. Er wurde vor allem in der Literatur und Kunst popul¨ ar. (Vgl. hierzu die sch¨ opferische Authentizit¨ at als gottgegebene Genialit¨ at in 2.3.) Im fr¨ uhen 20. Jh. schließlich erh¨ alt Authentizit¨ at im Gebiet der Existenzphilosophie eine Bedeutung als ¨ Aquivalent der ’Eigentlichkeit’, die bis heute auf seinen Gebrauch abgef¨ arbt hat.
2.2 Ann¨ aherung ¨ uber Kategorien
Heute wird aber weit mehr als originalen Manusripten oder Diktaten das Pr¨ adikat Authentizit¨ at zugeschrieben. ¨ Uber die Beantwortung verschiedener Fragen kann das Verst¨ andnis des Begriffs der Authentizit¨ at fassbarer gemacht werden.
Welche ’Seinsqualit¨ at’ hat der Begriff der Authentizit¨ at?
Wie in der Einf¨ uhrung bereits angesprochen wird das Wort ’Authentizit¨ at’ zum einen sehr h¨ aufig und zum anderen in vielen verschiedenen Zusammenh¨ angen gebraucht. Damit geht ganz unvermeidbar eine Trennunsch¨ arfe einher, die eine klare Begriffskl¨ arung und -eingrenzung schwierig macht. Dennoch lassen sich einige ganz allgemeine Eigenschaften von Authentizit¨ at festhalten:
Zun¨ achst ist Authentizit¨ at das Ergebnis eines Zuschreibungsprozesses. Damit ist Authentizit¨ at nicht eine den res bereits innewohnende Eigenschaft, sondern ein im Nachhinein zugeschriebenes Attribut. Die Authentizit¨ atszuschreibung kann aufgrund von bestimmten Ereignissen wieder zur¨ uckgenommen werden, also ihre ’G¨ ultigkeit’ verlieren. Damit gibt es eine Wechselwirkung zwischen dem Authentizut¨ atszuschreibenden und dem Authentischen beziehungsweise dem Nicht-Authentischen.
Weiterhin ist wichtig, dass die Zuschreibung von Authentizit¨ at nur innerhalb von Gemeinschaften, die den selben Code benutzen, funktionieren kann. Jeder Kulturkreis, jede Nation, jede Gesellschaft und jede Generation schreibt aufgrund verschiedener ’Ausl¨ oser’ Authentizit¨ at zu. Nur wenn diese Stimuli vom Publikum aufgenommen und auch richtig verstanden und interpretiert werden, kann dies eine Authentizit¨ atszuschreibung zur Folge haben. Der Code bezeichnet in diesem Fall also nicht nur die F¨ ahigkeit dieselbe Sprache zu sprechen, sondern auch Verhaltensmuster ¨ ahnlich zu interpretieren. Zuletzt ist Authentizit¨ as ein verhandelbarer Begriff, der sehr subjektiv empfunden wird. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: F¨ ur manche Personen ist ein ausl¨ andisches Gericht, bei-
lung.In: Fischer-Lichte, Erika und Pflug, Isabel (Hrsg.): Inszenierung von Authentizit¨ at. T¨ ubingen
und Basel: Francke-Verlag, 2000, S. 32.
7 Vgl. Meyer, Petra-Maria: Mediale Inszenierung von Authentizit¨ at und ihre Dekonstruktion im theatralen Spiel mit Spielregeln. In: Fischer-Lichte, Erika und Pflug, Isabel (Hrsg.): Inszenierung von
Authentizit¨ at. T¨ ubingen und Basel: Francke-Verlag, 2000, S. 71.
3
Arbeit zitieren:
Annegret Linder, 2009, Mediale Inszenierung von Authentizität am Beispiel der Dove-Kampagne, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Lässt sich Authentizität kommunizieren? Eine Einführung in das Kommuni...
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Authenticity sells: Verkaufserfolg und die Rolle des ersten authentisc...
Sport - Sportökonomie, Sportmanagement
Diplomarbeit, 65 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Annegret Linder hat den Text Mediale Inszenierung von Authentizität am Beispiel der Dove-Kampagne kommentiert
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing: Mediale Inszenierung von Authentizität am Beispiel der Dove-Kampagne ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing: neuer Titel erschienen: Mediale Inszenierung von Authentizität am Beispiel der Dove-Kampagne
Origen de la Dialectica Negativa: Theodor W. Adorno, Walter Benjamin y...
Susan Buck-Morss, Nora Rabotnikof Maskivker
Medianoche en la historia : comentarios a la tesis de Walter Benjamin ...
Manuel Reyes Mate Rupérez
Walter Benjamin: Selected Writings, Volume 3: 1935-1938
Walter Benjamin, Howard Eiland, Michael William Jennings
Annegret Linder
Aus mir unerfindlichen Gründen stimmt bei Grin die Codierung nicht, so dass leider Umlaute nicht beziehungsweise nicht richtig dargestellt werden. Ich habe allerdings ein vollständig korrekte PDF eingereicht. Dennoch möchte ich mich entschuldigen, ich habe Grin bereits angeschrieben.
am Sunday, January 30, 2011-