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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Ambulante Herzgruppen 4
3. Notwendigkeit psychosozialer Interventionen 5
3.1 Schwache Bindung an Herzgruppenteilnahme 5
3.2 Begründungen für den Ausstieg 6
4. Zielsetzung psychosozialer Interventionen 7
5. Inhalte 7
5.1 Situationsanalyse 8
5.2 Selbstwirksamkeitserwartung 8
5.3 Konsequenzerwartungen 10
6. Das Gespräch 11
6.1 Methoden der Gesprächsführung 11
6.2 Faktoren, die beachtet werden sollten 12
7. Sportverhalten 13
8. Schlussbetrachtung 13
9. Literaturverzeichnis 15
Nichts ist unmöglich. Dieser allseits bekannte Ausspruch kann dazu hergenommen werden, um die Welt, in der wir heute leben, treffend zu beschreiben. So ist es heutzutage beispielsweise ohne Weiteres möglich, sich auch über einen längeren Zeitraum hinweg mit einem breiten Spektrum an Nahrungsmitteln zu versorgen, ohne überhaupt das eigene, bequeme Zuhause verlassen zu müssen. Ermöglicht wird dies durch die große Vielfalt an Angeboten einer Vielzahl von Firmen, die einem je nach Wunsch die entsprechende Ware liefern. Man hat die Möglichkeit, sich Mahlzeiten heiß und fertig zubereitet liefern zu lassen oder sich von diversen Anbietern tiefgefrorene Kost in Hülle und Fülle nach Hause schicken zu lassen.
Diese Darstellung soll auf einen grundsätzlichen Sachverhalt aufmerksam machen, den eine veränderte Lebensweise in einer modernen Gesellschaft mit sich bringt: Es besteht heutzutage, zumindest für breite Bevölkerungsschichten in westlichen Industrienationen, grundsätzlich die Möglichkeit, nahezu ständig und unmittelbar über Zugriff auf ein Überangebot an Nahrung zu verfügen. Die Nahrung ist somit im wahrsten Sinne des Wortes stets greifbar. Hinzu kommt die Tatsache, dass man sich heutzutage in der Regel viel weniger körperlich bewegen muss, als dies in früheren Zeiten der Fall war. Diese beiden Aspekte, Überernährung und ein immer stärker ausgebreiteter Bewegungsmangel von großen Teilen der Bevölkerung, stellen eine sehr gefährliche Kombination für die Gesundheit dar. Im Folgenden wird ausgehend von Patienten in ambulanten Herzgruppen dargestellt, inwiefern psychosoziale Interventionen eine Rolle in Bezug auf das Verhalten gegenüber dem oben dargestellten problematischen Sachverhalt des Bewegungsmangels spielen.
Zunächst wird kurz die ambulante Herzgruppe als Institution vorgestellt, um dann im weiteren Verlauf eine Bestandsaufnahme der Ausgangssituation vorzunehmen. Im Kern der Betrachtung stehen hierbei die Aspekte, worin überhaupt die Notwendigkeit psychosozialer Interventionen in Koronargruppen besteht und inwiefern die psychische Verfassung und Beschaffenheit der Patienten selbst von Bedeutung ist. Daran anschließend werden grundsätzliche Zielsetzungen und Inhalte der psychosozialen Intervention in Herzgruppen erläutert, die es zu vermitteln gilt. Da dem Gespräch als Medium hier
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eine besonders wichtige Aufgabe zuteilwird, werden jene Aspekte aufgezeigt, die beachtet werden müssen, wenn ein Erfolg der psychosozialen Intervention in Aussicht stehen soll. Abschließend wird noch auf ein grundsätzliches Problem eingegangen, welches bei der Betreuung von Herzgruppen in Bezug auf das Bewegungsverhalten eine Rolle spielt.
2. Ambulante Herzgruppen
„Gesundheit kommt vom Herzen, Krankheit geht zum Herzen.“ 1 In Deutschland werden Patienten, die ein Krankheitsbild entsprechend der koronaren Herzerkrankung (Verengung der Herzkranzgefäße) aufweisen, zunächst, wenn erforderlich, mittels operativer Maßnahmen (z.B. Bypass-Operation) behandelt. 2 Nach einer stationären Anschlussheil-behandlung besteht die Möglichkeit für Patienten, sich einer ambulanten Herzgruppe anzuschließen. 3 Jedoch ist zu beachten, dass nicht jedem Koronarpatienten der Weg in eine solche Herzgruppe pauschal offen steht. Die Teilnehmer werden in den Gruppen-stunden, welche von einem Arzt und einem Übungsleiter durchgeführt werden, ganz bewusst einer körperlichen Belastung ausgesetzt.
Aufgrund dieser Tatsache muss gewährleistet sein, dass diejenigen Personen, die teilnehmen möchten, einer gewissen körperlichen Belastung auch tatsächlich standhalten können. Als wesentliches Prüfkriterium hierfür gilt die Richtlinie, dass der jeweilige Patient eine körperliche Belastung von mindestens einem Watt pro Kilogramm Körpergewicht aushalten muss, ohne das Auftreten etwaiger negativer Begleiterscheinungen (z.B. Herzrhythmusstörungen) zu verursachen. 4 In ambulanten Herzgruppen sollen die Patienten im Rahmen der sekundären Prävention wieder an eine körperliche Belastung herangeführt werden und gleichzeitig am Abbau von kardialen Risikofaktoren mitwir-
1 Hellwig,Gerhard: Das Buch der Zitate, München (1981), S. 147.
2 Vgl. http://www.2lifeline.de/yavivo/Erkrankungen/GG_khk_koron_Herzerkrankung/45Behandlung.html (13.07.2005).
3 Vgl. Schlicht, W.; Kanning, M.; Bös, K.: Psychosoziale Interventionen zur Beeinflussung des Risikofak-tors Bewegungsmangel, Stuttgart (2003), S. 9.
4 Vgl. Brusis, O. A. (Hrsg.).; Weber-Falkensammer, H.: Handbuch der Koronargruppenbetreuung, Erlan- gen (2002), S. 280.
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ken. 5 Allem voran steht die Minderung des Bewegungsmangels, welcher den sekundären Risikofaktoren zugeordnet werden kann. Es hat sich in zahlreichen Untersuchungen deutlich gezeigt, dass eine Steigerung der körperlichen Aktivität das kardiale Risiko herabsetzen kann. 6
3. Notwendigkeit psychosozialer Interventionen
Die obigen Ausführungen verdeutlichen, dass es im Rahmen der Koronargruppen sehr wohl möglich ist, dem Risikofaktor Bewegungsmangel effizient entgegenzutreten. Jedoch stand bisher, im Rahmen dieser Arbeit, lediglich die physiologische Betrachtungsweise und deren Ergebnisse der Herzgruppenarbeit im Vordergrund. Im Folgenden wird nun ein weiterer entscheidender, um nicht zu sagen, der wichtigste Aspekt dargestellt. Gemeint ist die Tatsache, dass Patienten keine neutralen Objekte sind, die stets das tun, was sie aus ärztlicher Sicht tun sollten, sondern eben menschliche Wesen, mit allem, was dazugehört. Dies bringt allerdings auch so manche, nicht unerhebliche Probleme mit sich.
3.1 Schwache Bindung an Herzgruppenteilnahme
Die entscheidende Bedingung dafür, dass die vornehme Absicht der Koronargruppen tatsächlich erfolgversprechend ist, ist letztendlich davon abhängig, ob die jeweiligen Patienten auch regelmäßig und dauerhaft teilnehmen sowie außerdem aktiv mitarbeiten. Dies zu erreichen ist allem Anschein nach jedoch nicht so problemlos möglich, wie man es vermuten könnte. Durch verschiedene Untersuchungen ist man zu dem Ergebnis gelangt, dass von denjenigen Patienten, die nach einer Anschlussheilbehandlung an den Angeboten von ambulanten Herzgruppen teilnehmen, ein deutlicher Anteil diese vergleichsweise bald wieder verlässt. Nach einer relativ kurzen Zeit von etwa sechs bis sieben Monaten nehmen ungefähr nur noch zwei Drittel der ursprünglich anwesenden Patienten an den Gruppenstunden teil. 7
5 Vgl. Unverdorben, Martin (Hrsg.); Bock, Elke: Kardiologische Prävention und Rehabilitation: Lehrbuch für Ärzte in Herzgruppen, Köln (1995), S. 167.
6 Schlicht, W.; Kanning, M.; Bös, K.: a.a.O., S. 12.
7 Vgl. Schlicht, W.; Kanning, M.; Bös, K.: a.a.O., S.35.
Arbeit zitieren:
2005, Psychosoziale Interventionen in ambulanten Herzgruppen, München, GRIN Verlag GmbH
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