Georg-August-Universität Göttingen Geographisches Seminar Kulturgeographie Indiens WS 2001/ 02
Die Geschichte Indiens: Frühgeschichte, Altertum, frühes
und spätes Mittelalter
Inhaltsverzeichnis
1. Geographische Lage Indiens
2. Frühgeschichte
3. Vedische Kultur
4. Maurya-Reich
5. Gupta-Dynastie
6. Islamische Herrschaft und Mogulreich- die muslimischen Eroberer
7. Die wirtschaftliche Lage in der Geschichte Indiens
8. Fazit
Literaturverzeichnis
Zeittafel
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1. Geographische Lage Indiens
Betrachtet man die Geschichte Indiens fällt das Augenmerk unweigerlich auf die Gesetzmäßigkeiten, die die Geographie der Geschichte aufzuzwingen versteht: Der indische Subkontinent ist an den Küsten von dem Indischen Ozean umgeben. Im Süden ist ihm die Insel Ceylon vorgelagert.
Im Norden wird der Subkontinent von dem höchsten Gebirge der Welt, von dem Himalaya umlagert, der Indien wie ein Schutzwall gegen den Norden abschließt. Diese naturräumlichen Gegebenheiten machten es im Lauf der Geschichte immer wieder nur möglich, über die Bergpässe des Nordwestens (Khaibar-, Bolanpass u.a.) in Indien einzudringen.
Über die Jahrtausende nahmen die fremden Eroberer aus Zentral- und Vorderasien immer wieder den kurzen, aber beschwerlichen Weg über den Hindukusch, um nach Indien zu gelangen.
Aber auch andere geographische Begebenheiten des Landes, wie z.B. das Vindhya-Gebirge oder die Wüste Thar nahmen im Lauf der Geschichte immer wieder Einfluss auf die historischen Ereignisse.
Eine ebenso wichtige Bedeutung für die Geschichte nehmen die Ströme des Subkontinentes ein.
Sie waren die Lebensader der Kultur und zudem die natürlichen Verkehrswege der Menschen. Der Indus verband die Hauptorte der Induskultur Mohenjo-Daro und Harappa miteinander, wodurch die Ähnlichkeit und der Kontakt untereinander entstanden zu sein scheint, obwohl sie mehr als 600 km voneinander entfernt lagen.
Der Indus und seine Nebenarme gestatteten zudem Handelsbeziehungen zwischen den Hochtälern des Himalaya und den Indusstädten und sorgte zudem für die Bewässerung innerhalb der Landwirtschaft und war auch für andere wirtschaftliche Bereiche von Wichtigkeit (Fischerei etc.).
Trotzdem darf aber die Bedrohung, die durch die Ströme ausging, aufgrund von Überschwemmungen oder ähnlichen, nicht vergessen werden.
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2. Frühgeschichte
Die Geschichte Indiens nimmt im Nordwesten ihren Anfang.
Ca. 3000 v. Chr. befand sich im Industal ein hochentwickeltes und ausgedehntes Staatswesen. Über diese Frühgeschichte geben vor allem Legenden und archäologische Funde in Flussnähe Auskunft. Trotzdem ist über diese Kultur nur sehr wenig bekannt, so dass viele Gegenstände nur vermutet werden können.
Zeitlich lässt sich der hohe Stand der Kultur auf die Entstehungszeit der Kulturen von Ägypten, Assyrien und Babylon zurückführen. Und obwohl Berührungen nachweislich entstanden und vorhanden waren, bleibt jedoch die Frage ungeklärt, ob sie jeweils alleine entstanden oder ob sich die Kultur des Industales von Mesopotamien auf Indien ausbreitete oder umgekehrt. 1
Die Induskultur hatte Vorläufer in unmittelbarer Nachbarschaft, die viele Jahrtausende zurückreichten, aber über die nur sehr wenig bekannt ist.
Entstanden scheint die frühste Hochkultur, die Indus- oder Harappakultur genannt wird, im Stromtal des Indus zu sein.
Sie erstreckte sich über große Teile Nordindiens und in südöstliche Richtung nach Guyarat und vermutlich sogar über diese Gebiete hinaus und war durch Handelsbeziehungen mit Mesopotamien verbunden.
Die 1921 erforschten Ruinenstädte Harappa und Mohenjo-Daro, die im heutigen Pakistan liegen, demonstrieren den hohen städtebaulichen Standard dieser Kultur. So handelte es sich um Häuser aus Ziegelstein, die mit Wasserleitungen verbunden waren, die kranzförmige stattliche Paläste umgaben. Zudem war alles von einer Kanalisation umspannt. Bei der Induskultur schien es sich um eine von Priestern gelenkte Kultur gehandelt zu haben und die Religion der Zeit war vermutlich eine Art „Proto-Hinduismus“. 2 Auch besaß die Induskultur eine eigene Schrift, was den hohen Standard der Gesellschaft demonstriert.
Sie handelt sich um ein dreizackiges Schriftzeichensystem, dass bis heute allerdings noch nicht entschlüsselt ist. 3
Da wie erwähnt genaue Einblicke in diese Zeit fehlen, ist noch immer unklar, ob die Bewohner dieser Städte die Vorfahren der „dunkelhäutigen, plattnasigen Völkerschaft“ gewesen sind, die ca. 500 Jahre später in dieser Gegend lebten, die so genannten
1 Phillips. 1950: S. 16
2 Rothermund. 1995: S.78
3 National Geographic Deutschland: S. 182
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Arbeit zitieren:
Silke Brämer, 2002, Die Geschichte Indiens: Frühgeschichte, Altertum, frühes und spätes Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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