Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG: 3
2. DER BEGRIFF „FÖRDERUNG“ IM ALLGEMEINEN: 4
3. VIER KATEGORIEN DER FÖRDERUNG NACH MECHTHILD 4
FIRNHABER : 4
3.1 PSYCHOMOTORISCHE ÜBUNGEN: 6
3.2 ÜBUNGEN ZUR AKUSTISCHEN DIFFERENZIERUNG: 7
3.3 ÜBUNGEN ZUR OPTISCHEN DIFFERENZIERUNG UND ZUM. 9
GRAPHOMOTORISCHEN TRAINING: 9
3.4 ÜBUNGEN ZUM AUFBAU DES SELBSTBEWUSSTSEINS: 11
4. DAS FÖRDERKONZEPT DER UNI MÜNSTER: 12
5. FAZIT 14
6. LITERATURVERZEICHNIS: 17
2
1. Einleitung:
Obwohl Lesen und Schreiben in unserer Gesellschaft zu den grundlegenden Kulturtechniken gehören, werden diese Fertigkeiten keinesfalls immer problemlos erlernt und von allen Kindern und Jugendlichen beherrscht. Laut Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie sind etwa 5 % aller Kinder und Jugendlichen von einer Lese-Rechtschreib-Schwäche betroffen. 1 Auch wenn diese Schwäche nicht zwingend einen Mangel an Intelligenz mit sich führen muss, kann sie zu schlechten Schulleistungen führen, da in den meisten Fächern zur Erledigung von Hausaufgaben und Lösung von Klausuren der flüssige Umgang des Lesens und Schreibens eine Voraussetzung ist. Als Einstieg in das Thema der Hausarbeit wird in einer kurzen Definition erläutert, was allgemein unter dem Begriff der „Förderung“ zu verstehen ist. Da die Förderung von LRS Kindern ein sehr komplexes Thema ist, finden sich in der Literatur viele verschiedene Theorien und Ansätze. Jedoch gibt es Gemeinsamkeiten zwischen diesen praktizierten Fördermaßnahmen und so werden Instrumente der Förderung benannt, die allgemein als geeignet anerkannt sind, um einer Lese-Rechtschreib-Schwäche entgegenzuwirken. Speziell wird hierbei auf die vier Kategorien der Förderung nach Mechthild Firnhaber Bezug genommen. Diese vier Bereiche haben sich in der Literatur als zentrale Förderschwerpunkte zur Unterstützung von Kindern mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche herausgestellt. Zur näheren Erläuterung werden diese Bereiche exemplarisch an Hand von konkreten Beispielen aus dem Schulalltag erläutert. Im vierten Abschnitt dieser Hausarbeit wird anschließend ein von der Uni Münster entwickeltes Förderkonzept vorgestellt. „Fördern vor Ort“ ist ein unter der Leitung von Hr. Prof. Dr. Schönweiss, an der Uni Münster entwickeltes Förderkonzept zur Unterstützung von Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten. Weitergehend wird in diesem Abschnitt Bezug auf die Fragestellung der Hausarbeit genommen, indem Parallelen zwischen den im Förderunterricht verwendeten Materialen und den zuvor dargestellten Kategorien gezogen werden. Nachdem diese Ausarbeitung stattgefunden hat, wird erörtert, in wie weit das Förderkonzept der Uni Münster auf die vier Kategorien der Förderung nach Mechthild Firnhaber basiert. An dieser Stelle wird es eine abschließende Beurteilung des Förderkonzepts der Uni Münster auf Basis der vier Kategorien geben.
1 Naegele, Ingrid: LRS in den Klassen 1-10. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, 1989. S. 17
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2. Der Begriff „Förderung“ im Allgemeinen:
Förderung wird im weiteren Sinne als pädagogische Maßnahme bezeichnet. Dies umfasst, dass durch eine gezielte Förderung hemmende und störende Eigenschaften des Kindes beseitigt werden und dass starke Eigenschaften nach vorne gebracht und weiterentwickelt werden können. 2 Förderung soll weitergehend dem Kind dabei helfen seine Fähigkeiten bestmöglich auszubauen. Somit sollen die Stärken des Kindes durch die gezielte Förderung vorangetrieben und an den Schwächen des Kindes gearbeitet werden, um diese zu vermindern. Bei der Förderung von LRS Kindern wurden im Laufe der letzten Jahre verschiedene Förderungsansätze und - methoden entwickelt, von denen einige auch heutzutage in der Schule praktiziert werden und Erfolge vorweisen. Es gibt jedoch noch keine Fördermethode, die im Allgemeinen als wirksamer anerkannt wird als die anderen.
3. Vier Kategorien der Förderung nach Mechthild Firnhaber:
In Ihrem Buch „Legasthenie - Wie Eltern und Lehrer helfen können“ geht Mechthild Firnhaber darauf ein, dass Lese- und Rechtschreibübungen einen wichtigen Bestandteil bei der Lese-Rechtschreib-Förderung ausmachen, allerdings weitere Faktoren nicht außer Acht gelassen werden sollten. 3 So sollte ebenfalls die Psyche des Kindes bei der Förderung gestärkt werden, damit die Angst des Kindes vor Fehlern und die Motivation für das Schreiben und Lesen wächst. Die Angst der Kinder vor Fehlern und die Motivation der Schüler kann laut Mechthild Firnhaber zunächst einen häheren Stellenwert einnehmen als Schreib- und Leseübungen durchführen zu lassen. 4 Allgemein lassen sich nach dem Ansatz von Mechthild Firnhaber vier Kategorien bilden, in die sich die verschiedenen Fördermaßnahmen einordnen lassen. Bei diesen Kategorien handelt es sich um Basisfähigkeiten, die jedes Kind besitzen muss, um das Lesen und Schreiben erlernen zu können. Daher sollte jede LRS- Förderung auf diese Bereiche abzielen. Diese vier Kategorien sind „psychomotorische Übungen“, „akustische Differenzierung“, „optische Differenzierung und graphomotorisches Training“ sowie „Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins“. 5
2 Sommer-Stumpenhorst, Norbert. Lese-und Rechtschreibschwierigkeiten: vorbeugen und überwinden. F ankfurt am r
Main, Cornelsen Scriptor, 1991. S.71
3 h ttp://www.lvl-nrw.org/content/material/lrs-erlass-bereinigt/ , zugegriffen am 26.06.2010, siehe Anhang
4 Firnhaber, Mechthild: Legasthenie- Wie Eltern und Lehrer helfen können. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 1992. S.79
5 Firnhaber, Mechthild: Legasthenie- Wie Eltern und Lehrer helfen können. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 1992. S.79
4
Weitergehend findet sich in der Literatur eine Vielzahl unterschiedlicher Namensgebungen für die einzelnen Kategorien. Inhaltlich unterscheiden sich diese aber nur wenig. Helmut Breuer legt beispielsweise besonderen Wert auf die von Mechthild Firnhaber als „akustische Differenzierung“ und „optische Differenzierung“ benannten Kategorien. So unterteilt er diese in die von ihm geprägten Bereiche der „optisch-graphomotorische Differenzierungsfähigkeit“, die „phonematische Differenzierungsfähigkeit“, „sprechmotorische-kinästische Differenzierungsfähigkeit“, „melodische Differenzierungsfähigkeit“ und die „rhythmische Differenzierungsfähigkeit“. 6 Bei der erstgenannten Kategorie lässt die Namensgebung schon erkennen, wie synonym die Begriffe ein-ander sind: „optische Differenzierung und graphomotorisches Training“ - „optisch-graphomotorische Differenzierungsfähigkeit“. Die anderen, von Breuer bezeichneten, Bereiche umfassen den von Mechthild Firnhaber als „akustische Differenzierung“ beschriebenen Begriff. Des Weiteren sieht der NRW-Erlass zum Thema Lese-Rechtschreib-Schwäche auch eine Förderung in ähnlichen Kategorien vor. In diesem Zusammenhang wird angeführt dass Übungen, die geeignet sind, um eine Schwäche im Bereich des Lesens und Schreibens abzubauen, sich auf die „Groß,-Fein,- und Grobmotorik“, die „visuellen und auditiven Wahrnehmungen“, die „sprachlichen Fähigkeiten“ und die „Merkfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit“ beziehen sollen. 7 Bei näherer Betrachtung dieser Kategorien lassen sich diese fast eins zu eins zu den Kategorien von Mechthild Firnhaber übertragen. Eine Förderung der „Groß-, Fein- und Grobmotorik“ lässt sich gleich stellen mit einer Förderung der „optischen Differenzierung und dem graphomotorischen Training“. Jedoch lässt sich hier ein kleiner Unterschied feststellen, da Mechthild Firnhaber das graphomotorische Training nicht wie im NRW-Erlass als eine Kategorie betrachtet, sondern zusätzlich noch die optische Differenzierung in die Kategorie mit einbezieht. Eine Förderung der „visuellen und auditiven Wahrnehmung“ und der „sprachlichen Fähigkeiten“ findet bei Mechthild Firnhaber auch in diesen zwei Kategorien statt. Hier werden die Bereiche der „optischen Differenzierung“ und der „akustischen Differenzierung“ genannt. Bis hier hin lassen sich schon weitreichende Gemeinsamkeiten zwischen dem NRW-Erlass und den Kategorien von Mechthild Firnhaber feststellen. Im letzten Bereich findet sich ebenfalls eine Übereinstimmung. Der Bereich der „Merkfähigkeit und Konzentration“ umfasst inhaltlich dasselbe wie der von Mechthild Firnhaber geprägte Kategorie der „Psychomotorik“
6 Breuer, Helmut: LRS schon in der Schultüte? Berlin: trainmedia Gmbh Berlin, 2005. S.12
7 http://www.lvl-nrw.org/content/material/lrs-erlass-bereinigt/, zugegriffen am 26.06.2010, Siehe Anhang
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Arbeit zitieren:
Franz-Josef Ritzen, 2010, Basiert das Förderkonzept der Uni Münster "Fördern vor Ort" auf dem Konzept der LRS - Förderung nach Mechthild Firnhaber?, München, GRIN Verlag GmbH
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