Inhalt
Einleitung 3
Verlagswesen und Buchhandel in der Frühen Neuzeit 4
Wandel im 18. Jahrhundert 7
Der literarische Markt 8
Der Buchhandel 8
Das Autorenrecht 11
Das Verlagswesen 13
Auswirkungen auf die Medienlandschaft des 19. und 20. Jahrhunderts 15
Fazit 15
Literatur 17
2
Einleitung
Der Büchermarkt des 21. Jahrhunderts erscheint auf den ersten Blick doch sehr einfach. Autoren schreiben, Verlage verlegen, Buchhändler handeln und der Endverbraucher kann sich das Produkt, in welcher Form auch immer, aus dem Internet, der Buchhandlung oder der Bücherei kaufen oder ausleihen. Durch den Preis des Buches bezahlt er jedwede Aufwendung rund um sein neues Buch. Die Druckkosten, den Versand, die Gehälter, den Buchhändler, den Verleger und letztendlich auch den Autor, dessen geistiges Eigentum man nun besitzt. Druckt man dieses jedoch nach, mit der Absicht, Kopien davon weiter zu verkaufen, macht man sich strafbar. Es hat sich ein komplexes aber funktionierendes System mit effektiven Sanktionsmöglichkeiten herausgebildet, das jedem Beteiligten an einem effektiven Buchmarkt seine Rechte sichert und jeder Bürger hat die Chance, jedes Buch (solange konform mit der FDGO) zu erwerben.
Die Geschichte der Entwicklung des Buchmarktes ist eine sehr lange, begann sie eigentlich schon mit den ersten Schriften, die vor tausenden Jahren schon verbreitet wurden. Doch die Wurzeln des heutigen Buchmarktes sind im 18. Jahrhundert zu finden. Die Veränderungen des Buchhandels bis 1800 werden heute mit den Begriffen Leserevolution oder Bildungsrevolution in Verbindung gebracht und umschrieben. In der Forschung über die Veränderung der Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert gibt es unterschiedliche Thesen zu den Trägern des Wandels. 1 Hier wird sich hauptsächlich auf die Arbeit von Werner Faulstich gestützt.
Die sozialen, politischen, ökonomischen und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen für die Verbreitung der liberalen Ideen der Aufklärung sollen im Folgenden beschrieben werden. Dabei wird zuerst auf die Voraussetzungen in der frühen Neuzeit bis 1700 eingegangen, den gesellschaftlichen Wandel im 18. Jahrhundert und dessen Bedingungen, um dann auf die Auswirkungen auf den Buchhandel im 18. Jahrhundert zu betrachten. Schwerpunkt bilden der Buchhandel, das Verlagswesen und das Autorenrecht und die Auswirkungen der Ausdifferenzierung dieser Handlungsrollen auf den Buchmarkt, sowie die Folgen der Veränderungen auf dem Buchmarkt für die
1 Vgl. dazu Faulstich, Werner, Die bürgerliche Mediengesellschaft (1700-1830), Göttingen, 2002, S. 11 ff.
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Öffentlichkeit und die Gesellschaft. Abschließend folgt ein kurzer Ausblick und eine zusammenfassende Betrachtung.
Verlagswesen und Buchhandel in der Frühen Neuzeit
Um überhaupt von einem Verlagswesen oder einem Buchhandel sprechen zu können, benötigt es zu allererst Bücher und deren Leser. Die Entwicklung der Bevölkerung ist hierbei ein wichtiger Faktor für die Herausbildung einer Leserschaft, bzw. einer neuen Öffentlichkeit und damit auch für die Entwicklung alter Medien oder der Neuentwicklung von Medien.
Bis Mitte des 15. Jahrhunderts blieb die Bevölkerungszahl aufgrund von Hungersnöten, Kriegen und Krankheiten relativ niedrig und konstant. Bis ins 18. Jahrhundert - mit einer Abnahme infolge des 30-jährigen Krieges - stetig an. „Allgemein stand diese Zeit des fundamentalen Umbruchs unter dem Zeichen der ‚Krise‘, speziell der Kirche und der mittelalterlichen Weltsicht, bzw. des ‚Aufbruchs‘ in ein neues Zeitalter.“ 2 Die frühe Neuzeit ist durch sieben Indikatoren gesellschaftlichen Wandels gekennzeichnet, welche sich wiederum maßgeblich auf die Kommunikationsmedien ausgewirkt haben:
- Humanismus und Renaissance im 15. Jahrhundert führten zu einer Neuorientierung an der Antike und prägten Künste und Kultur nachhaltig.
- Der Merkantilismus setzte das Fundament für die Entstehung der modernen Kapitalwirtschaft, in die der Buchhandel und das Verlagswesen eingebettet wurden.
- Durch den Zusammenbruch der mittelalterlichen Teilöffentlichkeiten im 15. und
16. Jahrhundert differenzierte sich das Ständewesen in Ständegesellschaft, städtische Gesellschaft und ländliche Standespyramide aus.
- Die Reformation und die Gegenreformation der katholischen Kirche ab 1517 wirkten sich massiv auf die Medienentwicklung aus. Abschaffung des klerikalen Latein, Übersetzung der Bibel auf Deutsch und die Verbreitung der reformatorischen Ideen per Flugschrift erweiterten die Leserschaft.
2 Faulstich, Michael: Mediengeschichte von den Anfängen bis 1700, Göttingen, 2006, S. 120.
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- Kriege wie der Bauernkrieg oder der 30-jährige Krieg waren Ergebnis der Verarmung der Bevölkerung, Refeudalisierung auf dem Land und der Anhäufung von Kapital bei einer kleinen städtischen Oberschicht.
- Der Absolutismus führte aufgrund seines hohen finanziellen Aufwandes zu einer Machtentfaltung des Hofes und der gleichzeitigen Abhängigkeit vom bürgerlichen Wirtschaftssystem, das durch seine Steuern den repräsentativen Pomp finanzierte.
- Durch die Erfindung neuer Medientechniken, wie zum Beispiel den Druck, war es möglich, Printmedien in einer hohen Auflage zu verbreiten. 3
Die wichtigsten Medien der frühen Neuzeit waren der Brief, das Flugblatt, die Flugschrift, Kalender und die Zeitung. Dabei wurde das Flugblatt im politischen Bereich eingesetzt (z.B. bei der Reformation), die Flugschrift im religiös-kirchlichen Zusammenhang, der Kalender auf dem Land, um Ernte- und Saatzeiten genau zu bestimmen und die Zeitung als gesamtgesellschaftliches Medium. Das Buch als Leitmedium setzte sich erst im 18. Jahrhundert durch. In der frühen Neuzeit wurden vor allem Flugschriften in hoher Stückzahl gedruckt. Papier diente als hervorragendes Mittel für den Druck und löste das Pergament im Laufe des 16. Jahrhunderts in Deutschland ab. Durch die aufblühende Stadt entwickelte sich langsam ein Druckgewerbe, was zur Agglomeration von Autoren, Käufern und Lesern führte. Der Drucker galt als Frühform des Kapitalisten, da er schon sehr früh auf einem Konkurrenzmarkt (der schnell wuchs) Druck- und Arbeitskosten durch seine Umsätze decken musste. Druckmedien wurden zu Waren. 4 Ab Ende des 15. Jahrhunderts differenzierte sich der Printmedienmarkt immer weiter aus. Durch die wachsende Komplexität bildeten sich sechs berufsspezifische Handlungsrollen heraus.
- Der Autor war meist ein schreibender Wissenschaftler, Mönch oder Lehrer, der keine Honorare, sonder höchstens Freiexemplare für seine Arbeit erhielt. Die kollektive Autorschaft dominierte gegenüber der individuellen.
- Verleger wurden zu regelrechten Großunternehmern mit Dutzenden Pressen und Hunderten von Angestellten. Sie produzierten Druckerzeugnisse jedweder Art und gewährleisteten Herstellung und Druck. Über Sortimenter (im heutigen Sprachgebrauch der Buchhändler) wurden die Erzeugnisse an den Endverbraucher vertrieben.
3 Vgl. dazu Faulstich, Michael: Mediengeschichte von den Anfängen bis 1700, Göttingen, 2006, S. 120 ff.
4 Vgl. dazu Faulstich, Michael: Mediengeschichte von den Anfängen bis 1700, Göttingen, 2006, S. 164 ff.
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Arbeit zitieren:
Christoph Blepp, 2009, Die Geburt des modernen Buchhandels , München, GRIN Verlag GmbH
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