Inhalt
Einf ührung 3
Fragestellung und Methodik 4
Deutschland nach 1918 5
Die politische Situationn 5
Finanzpolitik und Bankenn 6
Die Wirtschaft 7
Die „Goldenen Zwanziger Jahre“ 9
Die politische Situationn 9
Finanzpolitik und Bankenn 10
Die Wirtschaft 12
Die Weltwirtschaftskrise 13
Die politische Situation, 14
Finanzpolitik und Bankenn 14
Die Wirtschaft 15
Die wirtschaftliche Entwicklung in der Weimarer Republik am Beispiel der
„Vereinigte Stahlwerke AG“ 16
Fazit 18
Literatur 21
Einführung
Der Erste Weltkrieg war das Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren und wurde von den verschiedenen Bevölkerungen Europas meist mit Begeisterung entgegengenommen. Die industrielle Revolution und die mit ihr einhergehenden Probleme hatten neue Realitäten in den Staaten Europas geschaffen. Die Schwerindustrie und das globale Wirtschaftssystem verlangten nach Ressourcen und Arbeitskräften. Somit waren Kolonien wieder wichtiger geworden, genauso wie der Handel mit knappen Ressourcen. Die soziale Neuschichtung rief neue Probleme, wie dem mangelnden Arbeitnehmerschutz und neue Lösungsansätze, wie dem Marxismus, hervor. Das Gleichgewicht der europäischen Mächte war wieder im Wandel und spätestens nach der Entlassung Bismarcks als deutscher Reichskanzler auf Konfrontation aus. Der Erste Weltkrieg traf besonders Deutschland, als Verlierer und allein Schuldingen des Krieges, hart.
Der aus Angst und Misstrauen gestaltete Versailler Vertrag stellte die deutsche Bevölkerung auf eine harte Probe. Beflügelt vom Überschwang der politischen und wirtschaftlichen Erfolge seit der Reichseinigung von 1871 war die deutsche Hybris so ausgeprägt wie nie zuvor und wurde nun auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das Ego der Deutschen war an einem Tiefpunkt angelangt, so war es auch nicht verwunderlich, dass man
Verschwörungstheorien über das ‚ungeschlagene deutsche Heer‘ nutzte, um über die Schmach hinwegzukommen. Doch im Verlauf der ersten Nachkriegsjahre schien das neue politische System an Stabilität zu gewinnen.
Die ‚Goldenen Zwanziger Jahre‘ in der Weimarer Republik rufen bis heute unterschiedlichste Bilder in den Köpfen der Deutschen hervor. Bilder von der Kulturrevolution, von rasantem technischem Fortschritt, von rauschenden Feiern und wachsender Prosperität. Nachdem die Inflation endlich besiegt werden konnte und die Bevölkerung wieder Vertrauen in das politische System gefunden hatte, riss die aus den USA kommende Weltwirtschaftskrise das aufstrebende Deutschland mit ins Unglück und verschaffte so den Nazis die Möglichkeit zur Machtübernahme.
Doch ist die Betrachtung sozioökonomischen und politischen Faktoren der Weimarer Republik wirklich so einfach? Welche Faktoren müssen berücksichtigt werden? Der Rolle der Konzerne, der Banken und der politischen Maßnahmen seitens der politischen Entscheidungsträger muss mehr Aufmerksamkeit beigemessen werden, um eine differenzierte Betrachtung der
sozioökonomischen und politischen Ursachen und Wirkungsweisen zu ermöglichen.
Fragestellung und Methodik
Hier soll der Fragestellung nachgegangen werden, inwieweit die wirtschafts-und finanzpolitischen Voraussetzungen der Weimarer Republik als fördernder Faktor für den Zusammenbruch im Zuge der Weltwirtschaftskrise von 1929 zu betrachten sind. Dazu werden drei Abschnitte der Geschichte der Weimarer Republik, nämlich die Nachkriegswirtschaft zwischen 1918 und 1924, die sog. „Goldenen Zwanziger“ zwischen 1925 und 1928, und die Zeit der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932 auf folgende Einflussfaktoren untersucht:
Die gesellschaftliche und politische Situation. Diese wird unter
Berücksichtigung der sozioökonomischen Lebensumstände der Bevölkerung und der Auswirkungen der deutschen Innen- und Außenpolitik (insbesondere im Zusammenhang mit dem Versailler Vertrag) betrachtet.
Finanzpolitik und Banken. Als Element der Investitionssicherheit für die deutsche Wirtschaft stellen die Banken und die finanzpolitischen Entscheidungen ein wichtiges Axiom für die Bearbeitung der Fragestellung dar. Die unterschiedlichen Voraussetzungen und Auswirkungen der Finanzpolitik werden in allen drei Zeitabschnitten gesondert betrachtet.
Die Wirtschaft. Hauptarbeitgeber und Konjunkturmotor der Weimarer Republik war die Industrie. Durch technische Entwicklung und Fertigung von Sach- und Industriegütern, sowie deren Bereitstellung auf dem Binnen- und Weltmarkt kann die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft beschrieben werden.
Das Beispiel der „Vereinigte Stahlwerke AG“ soll die unterschiedlichen Aus-und Wechselwirkungen der definierten Zeitabschnitte sowie deren Unterkategorien anhand eines Beispiels zusammenführen und verdeutlichen. Dieses Unternehmen ist als Beispiel zur Bearbeitung der Fragestellung sehr gut geeignet, da es in seiner wirtschaftlichen Ausprägung und finanzpolitischen Verflechtung symptomatisch für die Schwerindustrie der Weimarer Republik ist.
Deutschland nach 1918
Die Voraussetzungen für eine rasche wirtschaftliche Entwicklung und eine Konsolidierung des Reichshaushaltes waren 1918 denkbar schlecht. Allein die Konditionen des Versailler Vertrages und die damit verbundenen geopolitischen, wirtschaftlichen und handelspolitischen Sanktionen, sowie den Reparationszahlungen an die Siegermächte schwächten die Ausgangstellung der neuen Reichsregierung enorm. Durch den Verkauf von Kriegsanleihen im Verlaufe des Krieges war die finanzielle Lage des Reiches ohnehin schon stark geschwächt. Diese neun Kriegsanleihen wurden für den Fall eines deutschen Sieges ausgegeben und da dieser offensichtlich nicht errungen wurde, konnten die Rückzahlungen dieser Anleihen nicht durch die Reparationszahlungen der Besiegten bezahlt werden, ganz im Gegenteil. Da Frankreich und Großbritannien ihre Kriegswirtschaft mit Krediten aus den USA und einer Vermögenssteuer finanziert hatten, war ihre wirtschaftliche Position sowieso nicht derart geschwächt. Anstatt Reparationen zu zahlen, bezogen sie nun Zahlungen aus dem besiegten Deutschland.
Die politische Situation
Die Nachkriegsjahre der Weimarer Republik waren gezeichnet von einer schwachen Reichsregierung, die von Anfang an mit einem perzipierten Legitimitätsproblem zu kämpfen hatte. Unterschiedliche Putschversuche von linken wie rechten Extremisten bedrohten die Existenz des jungen Staates. Bereits 1920 musste die Reichsregierung über Dresden nach Stuttgart flüchten und erst ein Generalstreik konnte die Putschisten aus dem Regierungsviertel
vertreiben. 1 Weitere Putschversuche von linker wie rechter Seite des extremen Randes der deutschen Politiklandschaft folgten bis 1924. 2
Aufgrund dieser Bedrohung aus dem inneren gesellschaftlichen Gefüge war es für jede Reichsregierung von größter Bedeutung, den sozialen Frieden der Republik zu sichern. Die Entscheidung über die Möglichkeiten der Staatsfinanzierung wurde somit maßgeblich von dieser Prämisse beeinflusst. Denn die Option, den Staatshaushalt über eine zusätzliche Steuerbelastung der Bürger und Streichung der Ansprüche auf Kriegsanleihen, sowie einen massiven Sparkurs zu sanieren, war gegeben. Im Lichte der fragilen politischen Stellung der Regierung konnte diese Möglichkeit jedoch nicht weiter in Betracht gezogen werden. Stattdessen wurde nun der Steuerzentralismus zu Ungunsten der Kommunen und Länder weiter vorangetrieben, was für das Reich Steuermehreinnahmen von 9% bedeutete. Trotzdem wurden die Reichsausgaben nur zu 32% gedeckt, was zum Anlass genommen wurde, den Geldumlauf zu erhöhen. Das notwendige Geld wurde schlichtweg gedruckt. Das vergleichsweise unterdurchschnittliche Warenangebot sorgte dann für eine rasche Preissteigerung. 3
Als Anfang 1923 aufgrund von ausgebliebenen Reparationszahlungen das Ruhrgebiet besetzt wird, ruft die Regierung unter Reichskanzler Cuno zum passiven Wiederstand auf. Die Produktionsausfälle werden durch die Reichsregierung gezahlt. Diese Kosten trieben Deutschland letztendlich in die Hyperinflation.
Finanzpolitik und Banken
Im Allgemeinen wurde durch die Inflation die Rolle der Banken geschwächt. Diese waren seit Beginn der Industrialisierung eng mit der Industrie verflochten und mit weitreichenden Einflussmöglichkeiten in die Konzernführung ausgestattet. Aufgrund ihrer Freiheiten und der mangelnden staatlichen
1 Vgl. dazu Kluge, Republik, 2006, S. 62.
2 Vgl. dazu Sturm, Kampf, 2003, S. 32 ff.
3 Vgl. dazu Kluge, Republik, 2006, S. 51 ff.
Arbeit zitieren:
Christoph Blepp, 2010, Goldene Zwanziger Jahre, München, GRIN Verlag GmbH
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