Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 2
2. Begriffserläuterung. 4
3. Metaphernarten und Klassifikation 5
3.1 Metapher als Bild. 8
4. Metapherntheorien. 8
4.1 Substitutionstheorie. 9
4.1.1 Etikett-Modell. 10
4. 1.2 Kritik am Modell. 11
4.1.3 Metapher als Vergleich. 12
4.2 Interaktionstheorie. 14
4.2.1 Theorie des indirekten Sprechaktes. 16
5. Zusammenfassung. 17
Literaturverzeichnis. 19
1. Einleitung
In der hier vorliegenden Arbeit soll es um eine theorienbezogene Darstellung der
Metapher gehen. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf zwei ausgewählten
Metapherntheorien. Zum einen soll die älteste Metapherntheorie, die Substitutionstheorie,
besprochen werden. Zum anderen wird die, heute am weitesten verbreitete
Metapherntheorie , die Interaktionstheorie, näher erläutert.
Zu Beginn wird auf den Begriff der Metapher eingegangen. Anschließend wird eine
Klassifikation der Metapher vorgenommen und Metaphernarten vorgestellt. Hierbei wird
separat kurz die Vorstellung der Metapher als Bild besprochen. Dies ist im Hinblick auf die
Substitutionstheorie von Aristoteles hilfreich. Es muss darauf hingewiesen werden, dass
sich diese Klassifikation an Gerhard Kurz und dessen Werk Metapher - Allegorie -
Symbol orientiert 1 Im Anschluss daran wird mit dem Kapitel Metapherntheorien´ ein
kurzer Überblick über die theoretische Annäherung an Theorien der Metapher gegeben, um
dann auf die zwei ausgewählten Theorien, die Substitutions- und Interaktionstheorie
einzugehen. Bei der Abhandlung der Substitutionstheorie wird ein kurzer Exkurs
hinsichtlich der Metapher als Vergleich vorgenommen. Dies liegt nahe, da im Anschluss an
Aristoteles ´ Theorie der Substitution eine Vergleichstheorie entstand. Auch das Etikett-
Modell , welches im Zuge der Substitutionstheorie von Aristoteles geprägt wurde, wird kurz
1 Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. 4., durchges. Aufl. Göttingen : Vandenhoeck und Ruprecht,
1997.
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vorgestellt und im Anschluss daran kritisch analysiert. Die im 20. Jahrhundert aufgestellte Interaktionstheorie wird den Abschluss der Arbeit bilden, da sie die, momentan am weitesten verbreitete Metapherntheorie ist. Hierbei wird separat kurz auf die Idee des Indirekten Sprechaktes eingegangen.
Die Beschränkung auf diese zwei Theorien erfolgt, um den Komplexitätsgrad zu reduzieren, der sonst den Umfang der Arbeit sprengen würde. In einer kurzen Zusammenfassung wird abschließend ein Resümee gezogen.
3
2. Begriffserläuterung
Der Begriff der Metapher stammt ursprünglich aus der antiken Rhetorik 2 . Der Ausdruck Metapher geht zurück auf griech. „metaphorá“, welches zusammengesetzt ist aus „metá“ (über) und „phérein“ (tragen). Wörtlich entspricht der Begriff der Metapher demnach dem deutschen Äquivalent „Übertragung“. 3 Traditionell gehört die Metapher in den Zuständigkeitsbereich der Rhetorik. Hierbei zählt sie zu dem Bereich der Tropen 4 . Der Tropus ist eine Redefigur, bei der ein Wort für ein anderes gesetzt wird, mit welchem es eine Ähnlichkeit hat oder mit ihm in Verbindung steht 5 . Zu den Tropen zählen neben der Metapher die Synekdoche und die Metonymie 6 . Begriffe, gegen die sich der Metaphernbegriff außerdem abgrenzt, sind die Allegorie, das Symbol, das Bild, das Gleichnis, der Vergleich, die Periphrase, die Antonomasie, Emphase, die Hyperbel und die Ironie. Vor allem Metapher, Allegorie und Symbol bilden ein Begriffsgefüge, dass sich nur unter Schwierigkeiten in einzelne Teilbereiche auflösen lässt 7 . Die Metapher unterscheidet sich von diesen anderen Tropen dadurch, dass die Beziehung zwischen dem wörtlich Gesagten und dem übertragen Gemeinten speziell eine Beziehung der Ähnlichkeit -Analogie - ist und nicht oder nicht in erster Linie zum Beispiel eine Beziehung der Nachbarschaft oder Kontiguität - Metonymie, zwischen Besonderem und Allgemeinen -Synekdoche, oder der Kontrarietät - Ironie.
Der Ausdruck der Metapher ist eng verbunden mit dem Ausdruck des Bildhaften. Denn die Frage nach dem Wesen der Metapher und des Metaphorischen spielt eine Rolle im Kontext der Diskussion um sprachliche Bildlichkeit. Insofern gehört sie in den weiteren Themenbereich Texte und Bilder, und ihre Thematisierung ist verknüpft mit der Erörterung sprachlicher Bildlichkeit oder Anschaulichkeit. 8 Die Literaturwissenschaft und Poetik haben besonders gute Gründe, sich mit Metaphern, deren Grundlagen und Verwendungsweisen auseinanderzusetzen, aber ein ausschließlich literarisch-poetisches
2 http://www.ruhr-uni-bochum.de/komparatistik/basislexikon/texte/metapher/ (letzter Zugriff: 25.04.2010, 09:30 Uhr)
3 Vgl.: Burdorf, Dieter; Fasbender, Christoph; Moennighoff, Burkhard: Metzler Lexikon Literatur. 3., völlig neu bearb. Aufl. Stuttgart: Verlag J.B. Metzler, 2007. Seite 494.
4 Vgl.: Haverkamp, Anselm: Theorie der Metapher. 2., um ein Nachw. zur neuausg. Und einen bibliogr. Nachtr. erg. Aufl. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1996. Seite 344.
5 Vgl.: http://services.langenscheidt.de/fremdwb/fremdwb.html (letzter Zugriff: 18.05.2010, 20:44 Uhr)
6 Vgl.: Haverkamp, Anselm: Theorie der Metapher. Seite 344.
7 Vgl.: Haverkamp, Anselm: Theorie der Metapher. Seite 344.
8 Vgl.: http://www.ruhr-uni-bochum.de/komparatistik/basislexikon/texte/metapher/ (letzter Zugriff: 25.04.2010, 09:30 Uhr)
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Phänomen sind Metaphern nicht, weshalb Ansätzen zur Unterscheidung literarischen und außerliterarischen Sprachgebrauchs unter dem Aspekt des Metapherngebrauchs auch mit Skepsis zu begegnen ist 9 . Über die Frage, ob Metaphern grundsätzlich ein sprachliches Phänomen sind, oder ob es auch nonverbale - also etwa bildhafte Metaphern gibt, existieren viele unterschiedliche Meinungen. Unter den sprachlichen Phänomenen, welche man als metaphorisch charakterisieren würde, sind konventionelle als auch unkonventionelle Ausdrücke. Worin also die kleinste metaphorische Einheit besteht, ob in Wort- oder in Bild-Elementen, in Sätzen oder in Vorstellungen, ist ebensowenig verbindlich festlegbar, wie die Frage, welche die größtmögliche Erscheinungsform der Metapher ist - das Textganze oder der Vorstellungskomplex. Manche Metaphern sind so konventionell, dass ihr metaphorischer Charakter in Vergessenheit gerät. 10 Andere wiederum so unkonventionell, dass sie kaum als Metaphern gelesen werden können. Die Schwierigkeit, verbindlich zu bestimmen, was eine Metapher ist, lässt die Theoretiker oft ihre Zuflucht bei Differenzierungen und Klassifikationen innerhalb des metaphorischen Feldes suchen. Aus diesem Grund soll im nächsten Punkt besprochen werden, inwiefern sich metaphorische Phänomene unterscheiden und klassifizieren lassen.
3. Metaphernarten und Klassifikation
Hinsichtlich der Klassifikation beruft sich diese Arbeit auf die Darstellung von Gerhard Kurz, welcher innerhalb des Bereichs der metaphorischen Phänomene sowohl hinsichtlich des Innovationsgrades als auch der jeweiligen grammatikalischen Gestalt der Metaphern unterscheidet.
Kurz differenziert zum einen zwischen der lebendigen, innovativen Metapher, welche neu und überraschend wirkt. Zum anderen die konventionalisierte Metapher, d.h. eine Metapher, die nicht mehr neu, aber auch noch nicht lexikalisiert ist. Sie wirkt oft klischeehaft. Als Beispiel für ein metaphorisches Klischee nennt Kurz die Wendung Die Sonne lacht. Innovativ sei demgegenüber der Ausdruck Die Sonne grinst. 11 Lexikalisierte (Ex-)Metaphern wären nach Kurz z.B. Motorhaube, Wolkenkratzer und Tischbein 12 . Metaphern können somit ihre Metaphorizität über die Zeit durch Lexikalisierung, d.h. allgemein angenommene Konvention verlieren. Ebenso kann eine metaphorische Bedeutung wieder wie eine wörtliche behandelt werden. Im alltäglichen als auch im
9 Vgl.: Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Seite 8.
10 Vgl.: Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Seite 18.
11 Vgl.: Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Seite 19.
12 Vgl.: Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Seite 19.
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literarischen Sprachgebrauch findet stets eine Wechselwirkung zwischen kreativen, konventionalisierten und lexikalisierten Metaphern statt. Metaphern werden kreiert, teilweise sogar zu einem Metaphernfeld entwickelt. Zum Teil werden sie wörtlich genommen oder sogar vergessen bzw. übersehen. Dieses Sprachbewusstsein zeichnet sich nicht durch scharfe Grenzen aus. Es lässt sich keine Regel angeben, nach der sich die metaphorische Bedeutung notwendig bildet. Eine metaphorische Bedeutung planmäßig und zielsicher zu bilden und anderen diesen Plan mitzuteilen, liegt nicht in der Gewalt des Sprechers bzw. Schreibers. Das sich aus der interaktionellen Bedeutungserzeugung ergebende Verständnis der Metapher ist meist abgesichert durch kulturelle Bildtraditionen und textuelle Strukturen, die als metaphorische Präzedenzen und Anschlussstellen fungieren. Differenziert man unter dem Aspekt des Innovationsgrades, so wird es in vielen Fällen problematisch sein, ein metaphorisches Phänomen klar der einen oder anderen Gruppe zuzuordnen.
Einfacher ist die von Kurz zweitens vorgenommene grammatikalische Typisierung: Alle metaphorischen Wendungen gründen, wie zunächst grundsätzlich festgestellt wird, in einer prädikativen Grundstruktur. Sie implizieren die Aussage Dies ist das, wie ein Beispiel von Hans Bender illustriert: Mein Gedicht ist mein Messer. Spezialfälle bilden die attributive Metapher, wie Paul Celans Schwarze Milch der Frühe, die Kompositionsmetapher wie in Parteienlandschaft, die Appositionsmetapher wie bei Bobrowski Und dein Schweigen, ein Stein und die Genitivmetapher der Zahn der Zeit 13 . Auch diese Metapherntypen basieren auf einer Prädikationsstruktur, da in jedem Fall ein Element auf ein anderes Element prädikativ bezogen wird. Es üblich geworden, diese Elemente Bildspender und Bildempfänger zu nennen 14 . Der Bildspender ist das metaphorische Element. Er fungiert als ein prädikatives Schema für das Subjekt der metaphorischen Äußerung 15 . Gerade weil die metaphorische Prädikation meist nicht ohne weiteres Sinn macht wie nicht-metaphorische Prädikationen, aktualisieren wir auf der Suche nach Sinn nicht nur die lexikalischen Bedeutungen des Ausdrucks, sondern auch einen diffusen, daher suggestiven Komplex von implizierten Vorstellungen, Ansichten, Wertungen und affektiven Besetzungen. Metaphern setzen Gefühle frei, sie lassen daher Bildempfänger unter der Perspektive des Bildspenders „erleben“ 16 . In moderner Lyrik werden Metaphern oft so eingesetzt, dass der Bildempfänger nicht mehr einfach angebbar ist. Max Blanck, ein
13 Vgl.: Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Seite 22.
14 Vgl.: Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Seite 22.
15 Vgl.: Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Seite 22.
16 Vgl.: Kurz, Gerhard: Metapher, Allegorie, Symbol. Seite 22.
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Julia Haase, 2010, Theoretische Betrachtung der Metapher, München, GRIN Verlag GmbH
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