Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Industrielle Revolution - historische Gegebenheiten 3
3. Sullivan und die Chicago School 5
4. Sullivans Buildings 6
5. Wainwright Building 8
5.1 Entstehung der Idee 8
5.2 Die Konstruktion 9
5.3 Ornamente 10
5.4 form follows function 12
6. Resümee 14
7. Literaturverzeichnis 15
8. Abbildungsverzeichnis 16
2
1. Einleitung
Louis Henry Sullivan, auch bekannt als Frank Lloyd Wrights 1 ‚lieber Meister’, ist ein US-amerikanischer Architekt. Er gehörte zu den bedeutendsten Baumeistern in Chicago, aber auch international hatte er weit reichenden Einfluss. Unter seiner Mitarbeit kam es zu revolutionären Entwicklungen von fortschrittlichen Wolkenkratzer-Konstruktionen zum Ende des 19. Jahrhunderts, darunter zählen Prototypen von
Hochhäusern, Geschäfts- und Warenhäusern. Sullivan entwarf und verwirklichte erstmals funktionelle Bauten in den Vereinigten Staaten. „Für ihn war die Gestaltung von Wolkenkratzern eine schöpferische Übersetzung von Schnitt und Grundriß in der Fassade und Ornament“. 2 Zu Sullivans bedeutendsten Bauten zählt unter anderem das Wainwright Building in St. Louis, das in der Zeit um 1890 entstand, aber auch mit dem Guaranty Building in Buffalo (1894-1896) untermauerte er seinen Ruf als international anerkannter Architekt. 3 In dieser Hausarbeit möchte ich auf die Konstruktion und die verwendeten Ornamente eingehen, die Sullivan
Abb. 1: Wainwright Building
bei dem Wainwright Building verwendet hat.
Beeinflusst wurden seine Ideen unter anderem von der ‚Chicago School of Architecture’, seiner Zeit an der Ecole des Beaux Arts, seinen Selbststudien und den Umständen jener Zeit, die zum Ende des 19. Jahrhunderts in Chicago vorherrschten. Das bekannteste Prinzip Sullivans ‚form follows function’ und seine Bedeutung spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle, wie Vorbilder aus der Philosophie und Literatur, andere Architekten und Persönlichkeiten seiner Zeit.
2. Industrielle Revolution - historische Gegebenheiten
Chicago erlebte zum Ende des 19. Jahrhunderts ein enormes Bevölkerungswachstum, das bis dato auf ca. 1,7 Mio. anstieg. Neben New York ist Chicago eines der wichtigsten
1 US-amerikanischer Architekt und Schüler Sullivans
2 Huxtable (1986), S. 43
3 http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=1425&RID=1
3
Wirtschaftszentren der Vereinigten Staaten von Amerika. Dies wurde nicht nur durch den bedeutenden Standort für Schwerindustrie und Stahlindustrie begünstigt, sondern auch durch die Großfabrikanten der Fleischproduktion. Mit letzteren setzten auch die Fließbandproduktionen im großen Stil ein. Ein erster Höhepunkt rationalisierter Massenproduktion und ein Inferno für Mensch und Tier. Um Arbeit zu finden zogen tausende Menschen vom Dorf in die Stadt und förderten so das heranwachsen der Städte zu Metropolen.
Durch die verbesserte Weiterentwicklung der Glühbirne von Edison, war es nun möglich geworden, Energie nach Bedarf zu liefern und vielfältige elektronische Erfindungen hervor zu bringen. Auch die schnelle Entwicklung im Bereich der Automobilindustrie erhöhte die Mobilität der Menschen und bildete einen weiteren Faktor der eine neue Schicht der Großindustriellen hervor brachte. Eisen als Hauptbestandteil von Stahl wurde zum Hauptelement dieser Zeit. Es wurde nicht nur vielfach in der Autoindustrie verwendet, sondern brachte neue Möglichkeiten in der Architektur zum Vorschein. Besonders im Bezug auf die Bauweise von Hochhäusern begannen die Architekten neue Ideen auszuprobieren. Die Bedeutung des Stahls für die damalige Zeit symbolisiert der Eiffelturm, der anlässlich der Pariser Weltausstellung von 1889 als ein Monument des technischen Fortschritts aus Stahl erbaut wurde. 4 Durch den starken Bevölkerungszuwachs in den Metropolen der USA mussten neue Wohnquartiere und Bürokomplexe geschaffen werden, da die Grundstückspreise allerdings sehr teuer waren, musste man Konstruktionen erstellen die in die ‚Höhe’ gingen. 5 „Zu dieser Zeit und in dieser Stadt ergab sich [somit] eine einzigartige Verbindung aus Industrialisierung, Handel und Grundbesitz, und sie brachte einen neuen, ausgeprägten Bautyp hervor: das amerikanische Bürogebäude. […] Die Städte und der Handel blühten, sie verlangten nach Wirtschaftsgebäuden, die inmitten von überfüllten und teuren Stadtgebieten Platz für eine große Zahl von Angestellten boten“. 6 Begünstigt wurde der Bau von Wolkenkratzern durch eine weitere Erfindung, Elisha Graves Otis erfand 1853 ein effizientes vertikales Transportmittel, den dampfbetriebenen Aufzug. 1870 kommt es zur Entwicklung des ersten hydraulischen Aufzugs und schon 1887 ist der erste elektrische Aufzug erhältlich. Somit war es möglich, Menschen und Lasten in hohe Geschoßzahlen zu transportieren.
4 http://de.wikipedia.org/wiki/Stahl
5 Vgl. Klüver (2008), S. 152 ff.
6 Huxtable (1986), S. 35
4
Ein weiterer Faktor der den Bau hoher Gebäude im negativen Sinn begünstigt hatte, war eine Katatrophe, der zweitägige Großbrand von Chicago im Oktober 1871. Ein Großteil mit ca. 8 km² der Stadt wurde zerstört, dabei gab es rund 300 Tote und 18.000 zerstörte Gebäude. Architekten wie Sullivan, Wright und später auch Mies van der Rohe prägten entscheidend das Stadtbild Chicagos und nutzen sie als Experimentierfeld für urbane Innovationen. 7 Vor diesem Hintergrund ist der Aufsatz 8 von Sullivan zu sehen, der der Frage nachgeht ‚wie soll das große Bürogebäude eigentlich aussehen?’, gleichzeitig tritt hier das ‚form follows function’ -Prinzip zum ersten Mal auf.
3. Sullivan und die Chicago School
Louis Henry Sullivan wird in Boston, Massachusetts am 3. September 1856 geboren. Nicht selten wird er als ‚Vater der modernen Architektur’, ‚Vater des Funktionalismus’ oder als ‚Vater des Wolkenkratzers’ betitelt. Des Weiteren gilt er als die bestimmende
Gestalt der ‚Chicago School of Architecture’. 9 Er studierte 1872/73 Architektur am Massachusetts Institute of Technology in Chicago, ohne das Studium dort beendet zu haben. Er ging nach Philadelphia wo er sich im Büro von Furness & Hewitt als Zeichner bewährte. Ein Jahr später reiste er über London nach Paris, wo er an der Ecole des Beaux Arts
die Aufnahmeprüfung mit „hervorragend“ bestand und bei
Vaudremer weiterstudierte. Neben dem germanischen Einfluss, der den Charakter vieler in dieser Zeit entstandener Gebäude prägte, kamen etliche Absolventen aus Frankreich mit einer vielleicht noch bedeutenderen Vision von Architektur nach Amerika. Auch Sullivan konnte von der europäischen Architektur nicht genug bekommen und reiste bevor er die Rückkehr nach Amerika antrat, erst nach Italien, um dort die architektonischen Meisterleistungen gerade in Rom zu bewundern und um sich Inspiration zu holen. Die Vorliebe für ornamentale Gestaltung ergibt sich aus der Beschäftigung mit Texten der europäischen Rationalisten, aber auch mit französischen und deutschen Philosophen. 10 1876 war Sullivan wieder in Chicago und arbeitete erneut als Zeichner, diesmal im Büro von William Le Baron Jenney, der als einer der Väter des
7 Vgl. http://wapedia.mobi/de/Gro%C3%9Fer_Brand_von_Chicago
8 Vgl. Sullivan (1896)
9 Frei (1992), S. 9
10 Vgl. Aufsatz von Pollak (1987), S. 253 - 267
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Arbeit zitieren:
Lisa Balihar, 2009, Louis Henry Sullivan und das Wainwright Building, München, GRIN Verlag GmbH
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