Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Entstehung der OECD 5
3. Heutige Struktur und Zielsetzung 6
3.1 Mitglieder, Organe und Struktur 6
3.2 Ziele 8
4. Interesse an Bildung 9
5. Bisherige Erfolge 13
6. Zusammenfassung 14
7. Bewertung 16
Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
Das Seminar „Gesellschaftliche Akteure in der deutschen Bildungspolitik“ behandelt die facettenreiche Landschaft von Akteuren, die auf verschiedenste Weise Einfluss auf die politische Entscheidungsfindung in Deutschland nehmen bzw. nehmen wollen.
Wie alle Politikbereiche, ist auch die deutsche Bildungspolitik keineswegs das Ergebnis eines isolierten und auf sich gestellten Entscheidungsfindungsprozesses. Dabei ist es oftmals unmöglich oder schwer nachzuvollziehen, wer in welchem Maße politische Entscheidungen vorangetrieben und beeinflusst hat.
Bereits bei der Nennung der einflussnehmenden Größen in der Bildungspolitik stößt man auf Akteure die einem im ersten Moment nicht in den Sinn kommen. Institutionen wie Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- und Berufsverbände, Gewerkschaften, Initiativen und evtl. Kirchen sind jene Akteure die unmittelbar mit der Thematik „Bildungspolitik“ in Verbindung gebracht werden und ihr den eigenen Stempel aufdrücken wollen. Weitere Akteure werden in der Regel nicht unmittelbar als einflussreicher Faktor für die Bildungspolitik in Deutschland wahrgenommen, obwohl sie in der Lage sind vergleichbaren Einfluss zu nehmen.
Die Bertelsmann-Stiftung, als einschlägiger Vertreter für alle Stiftungen, engagiert sich zwar stark im Bildungsbereich (z.B. durch das Centrum für Hochschulentwicklung oder das Projekt Selbstständige Schule). Die Wahrnehmung der Einflussnahme von Stiftungen tritt jedoch im Vergleich zu erstgenannten Akteuren in ihrer Bedeutung zurück.
Die Zivilgesellschaft als solche und die Eltern sind Akteure die wahrscheinlich nicht auf der Rechnung als eigene „Interessengruppen“ auftreten. Dass sie Interessen haben steht außer Frage. Ihre Einflussnahme auf die Bildungspolitik wird gemeinhin als nichtexistent angesehen.
Das Meinungsbildungspotenzial von Massenmedien, wie Zeitungsverlage oder Fernsehsendergruppen, wird sicherlich niemand in Abrede stellen. Dass sich dahinter Interessen im Bildungsbereich befinden, ist eher überraschend. Sogenannte „Think Tanks“ („Denkfabriken“) sind aus anderen Gründen eine unbekannte Größe in der deutschen Bildungspolitik. Sie sind zwar Institutionen, die sich mit reichlich Fachexpertise einer Thematik wie der Bildungspolitik zuwenden, sie sind nur schlichtweg der
deutschen Allgemeinheit unbekannt. In den angelsächsischen Politik und Wirtschaft sind sie hingegen bereits heute etablierte und gefragte „Ideenlieferanten“.
Ein weiterer Akteur soll Thema dieser Arbeit sein. Es handelt sich um die OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development). Diese ist ebenfalls der breiten Masse in Deutschland unbekannt, ist jedoch bereits seit einigen Jahrzehnten existent. Viel bekannter als die Institution hingegen ist eine ihrer Studien - die „PISA“-Studie. Sie hat für Aufsehen und reichlich Gesprächsstoff gesorgt, in Deutschland wie in anderen Ländern. Diese Studie hat den Begriff ‚PISA‘ zum Synonym für eben jene Bildungsstudie verholfen. Dabei scheint bereits vergessen, dass es in der Toskana (Italien) eine Stadt gibt, die eben diesen Namen trägt.
So bekannt die Studie auch ist, die Organisation die sie aus der Taufe gehoben hat ist umso unbekannter. Dabei verfolgt die OECD satzungsgemäß wirtschaftliche Ziele. So soll im Folgenden dargelegt werden, welche Interessen die OECD in der Bildungspolitik verfolgt und aus welchem Grund.
Zuvor wird im Kapitel 2 die Entstehung der OECD und ihrer Vorgängerorganisation in groben Zügen dargestellt. Im dritten Abschnitt wird die Organisation in ihrer heutigen Struktur mitsamt der Zielsetzungsthematik dargestellt. Das Kapitel 4 veranschaulicht , welche Interessen die OECD in der Bildungspolitik verfolgt und warum ihr Engagement in diesem Bereich so groß ist. Der fünfte Abschnitt skizziert die bisherigen Leistungen und Errungenschaften der OECD. Der Abschnitt 6 fasst die wichtigsten Arbeitsergebnisse in ihren wesentlichen Zügen und Kernaussagen zusammen. Abschießend erfolgt eine kritische Bewertung der Organisation als solche im Allgemeinen und ihrer Rolle als Akteur in der deutschen Bildungspolitik im Speziellen.
2. Entstehung der OECD
Die OECD („Organisation for Economic Cooperation and Development“), zu deutsch Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, existiert seit September 1961 unter diesem Namen. Hervorgegangen ist sie aus der Vorgängerorganisation: OEEC
(„Organisation for European Economic Cooperation“, deutsch: „Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit“).
Sie wurde am 16.April 1948 durch 16 europäische Mitgliedstaaten gegründet. Anlass in dieser Phase war der wirtschaftliche Wiederaufbau und die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten 1 . Das Primärziel war jedoch der Wunsch der europäischen Länder am Entscheidungsprozess, über die Verwendung der Gelder aus dem Marshallplan, mitzuwirken. Durch den Marshallplan, offiziell „European Recovery Program“, wurden im Zeitraum 1948 -1952 den Mitgliedsländern der OEEC $13,1 Mrd. in Form von Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren zugeführt, über deren Verwendung es zu entscheiden galt 2 . Im September 1961 erfolgte dann die Überführung in die OECD, zumal der Kreis der Mitgliedstaaten zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr auf europäische Länder begrenzt war. Die USA waren bereits seit dem 12.04.1961 Mitglied und Kanada seit dem 10.04.1961. Formell gegründet wurde die OECD am 14.12.1960 durch das Pariser Abkommen 3 . In Kraft trat dieses Abkommen dann am 30.09.1961. Insgesamt zählte die OECD bei Gründung 21 Mitglieder, darunter Deutschland. In den folgenden Jahrzehnten folgten neun weitere Staaten, darunter Australien (1971) und Mexiko (1973). Der bislang letzte Staat der beitrat war die Slowakei (2000).
1 Vgl. Zwahr 2003, S.5326
2 ‚Organisation for European Economic Co-Operation’, vgl. http://www.oecd.org/document/48/
3 Vgl. Zwahr 2003, S. 5326
Arbeit zitieren:
B.A. Daniel Grenzmann, 2008, OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) - Ein Akteur in der deutschen Bildungspolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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