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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Inhaltsangabe 4
3. Interpretation 6
3.1. Das Erwachen 6
3.2. Handlungsverlauf 6
3.3. Die Ausbruchsversuche 8
3.3.1. Erster Ausbruch 8
3.3.2. Zweiter Ausbruch 8
3.3.3. Dritter Ausbruch 9
3.4. Die Verwandlung vom Mensch zum Ding 9
4. Betrachtung kritischer Texte 11
5. Schluss 15
6. Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn des Kaufmanns Hermann Kafka und seiner Frau Julie in Prag geboren. Kafkas literarisches Wirken war immer fort von seinem problematischen Verhältnis zu seinem Vater geprägt. Kafka studierte an der Deutschen Universität in Prag zuerst Germanistik und letztendlich Jura.
Die Entstehung der ,,Verwandlung" wird vor allem durch die Erwähnung in den Briefen an Felice Bauer dokumentiert. Kafka begann mit der Arbeit an dem Text wohl in einer Nacht Mitte November 1912. In einem Brief an Felice Bauer vom 23.11.12 heißt es über den Fortgang seiner Arbeit: ,,Ich habe meine kleine Geschichte weggelegt, an der ich allerdings schon zwei Abende gar nichts mehr gearbeitet habe und die sich in der Stille zu einer größeren Geschichte auszuwachsen beginnt […]. Sie heißt ‚Verwandlung’ […]“ 1 . Am 01.Dezember berichtet Kafka in einem Brief, dass ,,ein dritter Teil, aber nun ganz bestimmt […] der letzte, hat begonnen sich anzusetzen“ 2 .
Der Erstdruck der ,,Verwandlung" erfolgte in ,,Die weißen Blätter", einer Monatsschrift im Oktober 1915.
In dieser vorliegenden Hausarbeit möchte ich die Erzählung zunächst nach mehreren Gesichtspunkten interpretieren. Dabei gehe ich besonders auf Gregors Verwandlung vom Mensch zum Tier und später zum identitätslosen Gegenstand ein. Die nicht nur körperliche Metamorphose erstreckt sich auf Gregors gesamtes gesellschaftliches Umfeld und hat dadurch höchste Relevanz.
Danach wende ich mich drei kritischen Texten zu, welche die „Verwandlung“ in Hinblick auf ihren Märchencharakter beleuchten. Auf unterschiedliche Weise wird Kafkas Erzählung in Bezug zu der Gattung der Märchen gesetzt. Die Besonderheiten der drei Texte möchte ich erläutern.
1 Franz Kafka, Briefe an Felice und andere Korrespondenz aus der Verlobungszeit, Hrsg. Von Erich Keller und Jürgen Born. Frankfurt am Main: S. Fischer, 1951, S. 116
2 ebenda, S. 145
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2. Inhaltsangabe
Die „Verwandlung“ handelt von dem jungen Mann Gregor Samsa, welcher scheinbar über Nacht zum Käfer mutiert ist. Diese „Verwandlung“ stellt nicht nur eine radikale Veränderung seines eignen Lebens dar, sondern hat auch gravierende Auswirkungen auf das Leben seiner Familienangehörigen. Der ehemals erfolgreiche Gregor beginnt zunehmend unter quälender Einsamkeit, Isolation und Feindseligkeit zu leiden und nach mehreren Monaten geht er daran zu Grunde.
Gregor Samsa erwacht eines Tages „in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt“ 3 und ist zunächst sehr irritiert angesichts der massiven Veränderung. Sein ganzer Körper hat die Gestalt eines übergroßen Käfers. Er liegt auf seinem „panzerartig harten Rücken“ 4 und kann nur unter Anstrengungen den „gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch“ 5 sowie die „kläglich dünnen Beine“ 6 erkennen. Gregor erachtet dessen Mutation als eine Einbildung und glaubt, dass er „alle Narrheiten“ 7 vergisst, wenn er nur „noch ein wenig weiterschliefe“ 8 . Das zeitige Erwachen „macht einen ganz blödsinnig“ 9 und Gregor, welcher durch seine Körperform am gemütlichen Weiterschlafen gehindert wird, gleitet in ein inneres Selbstgespräch ab. Erst durch die „sanfte Stimme“ 10 seiner Mutter, die voller Verwunderung festgestellt hat, dass Gregor das Haus noch nicht verlassen hat, wird er aus seinen Wachträumen gerissen. Sie fragt besorgt nach, ob Gregor nicht wegfahren wollte, doch alles was Gregor erwidern kann, sind schwache Wortfetzen, welche er mit einem „schmerzlichen Piepsen“ 11 hervorbringt. Die anderen Familienmitglieder werden durch diese kleine Konversation auch langsam auf Gregor aufmerksam und erkundigen sich durch die Türen nach dessen Befinden. Gregor hat Mühe, auf die Beschwörungen der Schwester zu reagieren, da seine menschliche Stimme der fortschreitenden Metamorphose unterliegt. Gregor beschließt, sich aus dem Bett zu wälzen, damit er seiner Tagesordnung nachgehen kann. Indessen besucht der Prokurist der Firma, in
3 Die Seitenangaben zur „Verwandlung“ beziehen sich auf: Franz Kafka, Gesammelte Werke, Hrsg. Von Max Brod. Frankfurt am Main: S. Fischer, 1951, S. 71 4 ebenda, S. 71 5 ebenda, S. 71 6 ebenda, S. 71 7 ebenda, S. 71 8 ebenda, S. 71 9 ebenda, S. 72 10 ebenda, S. 74 11 ebenda, S. 74
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deren Diensten Gregor steht, die Familie Samsa, um sich ebenfalls zu erkundigen, was der Grund für Gregors dienstliche Absenz ist. Er bittet ihn durch die verschlossene Zimmertür „ganz ernsthaft um eine augenblickliche, deutliche Erklärung“ 12 und Gregor schafft es schließlich unter großen Mühen, seinen völlig außer Kontrolle geratenen Körper zur Tür zu manövrieren und diese zu öffnen. Beim Anblick des Ungeziefers gerät die gesamte Familie in Panik und der sonst so beherrschte Prokurist flüchtet voller Entsetzen. Der Vater reagiert im Affekt und versetzt Gregor „von hinten einen jetzt wahrhaftig erlösenden starken Stoß“ 13 woraufhin dieser „heftig blutend, weit in das Zimmer hinein“ 14 fliegt.
Die Tage vergehen und Gregor gewöhnt sich allmählich an seinen Körper und die Veränderungen seines Lebens. Er macht sich aber große Sorgen um seine Familie. Durch seine Verdienste als Reisender brachte er genug Geld ins Haus, um die ganze Familie zu versorgen. Diese einzige Einkommensquelle scheint für ihn nun versiegt. Doch der Familie gelingt es, dieses Problem zu lösen, indem Dienstboten entlassen werden, Tochter und Vater einen Anstellung finden, ein weiteres Zimmer vermietet wird und sogar die Mutter verdient durch einfache häusliche Näharbeiten ein wenig Geld.
Die zunehmende Selbstständigkeit der Familie hat für Gregor eine immer größer werdende Isolation zur Folge. „Wer hatte in dieser abgearbeiteten und übermüdeten Familie Zeit, sich um Gregor mehr zu kümmern, als unbedingt nötig war?“ 15 Gregors Versuche, in Kontakt mit der Familie zu treten scheitern und sein parasitäres Dasein wird trotz der früheren Leistungen als Belastung empfunden. Die Schwester Grete ist die einzige, die sich noch ein wenig um ihn kümmert, doch auch dieses Verhältnis leidet unter der gespannten Situation. Es kommt zum Eklat, als die Untermieter Gregor erblicken und angewidert daraufhin sofort die Miete kündigen. Jetzt hält selbst Grete nicht mehr zu Gregor und fordert dessen Beseitigung. Voller Zorn will und kann sie die Qualen nicht mehr ertragen, die durch Gregors abartige Anwesenheit entstehen. Sie appelliert an die Eltern. „Ich will vor diesem Untier nicht den Namen meines Bruders aussprechen, und sage daher bloß: wir müssen versuchen, es loszuwerden.“ 16 Gregor flüchtet sich von Schuldgefühlen geplagt in sein Zimmer und stirbt kurz darauf völlig ausgehungert. Die Familie fühlt sich durch den Tod des Sohnes sehr erleichtert und ist bereit, wieder neue Pläne für die Zukunft zu fassen.
12 ebenda, S. 82
13 ebenda, S. 93 14 ebenda, S. 93 15 ebenda, S. 121 16 ebenda, S. 133
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Steffen Kuegler, 2002, Franz Kafkas "Die Verwandlung": Interpretation der Erzählung und Betrachtung des Märchencharakters anhand kritischer Texte, Munich, GRIN Publishing GmbH
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