Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse: Situation der Klasse/ Rahmenbedingungen 3
1.1 Die Situation der Klasse S.3
1.2 Rahmenbedingungen 4
2. Einbettung/ Themenbegründung 6
2.1 Einbettung in den Unterrichtsverlauf 6
2.2 Themenbegründung 7
3. Sachanalyse 8
4. Thematische Struktur/ Einstieg/ Zugänge/ Passung 9
5. Ziele und Kompetenzen 12
6. Verlaufsskizze 15
7. Anlagen 17
8. Literaturangaben S 18
1. Bedingungsanalyse: Situation der Klasse/ Rahmenbedingungen
1.1. Die Situation der Klasse
Die Klasse 6c besteht aus 32 Schülerinnen und Schülern. Die Klasse hat drei Stunden NWA in der Woche, aufgegliedert in eine Einzelstunde und eine Doppelstunde. Die NWA- Lehraufträge in Klasse 6 an unserer Schule sind mit zwei Lehrkräften für die Doppelstunde besetzt, um die Klassen zum Experimentieren halbieren zu können. Die 6C wird hauptverantwortlich von mir und zusätzlich im Team-Teaching von Klassenlehrerin in den Doppelstunden unterrichtet. Somit ist die Klasse auch beim heutigen Unterricht nach einer kurzen Einstiegsphase in zwei Gruppen geteilt.
Die Klasse ist eine sehr leistungsbereite und leistungsstarke Klasse im Fach NWA. Durch ihre lebendigen Beiträge und ihrer großen Beteiligung am Unterricht herrscht meist eine gute Lernatmosphäre.
Die Klasse arbeitet sehr gerne praktisch, zum Beispiel experimentieren und untersuchen sie gerbe. Eine große Stärke der Klasse ist das Präsentieren von Ergebnissen und Themen, die sie zuvor selbstständig bearbeiten. Einige Schülerinnen und Schüler müssen aber in diesen freien Phasen, als auch während des gesamten Unterrichts, besonders im Auge behalten werden. Vor allem L, A, V, S und C, aber auch E und R stören häufig den Unterricht und müssen häufig zum Arbeiten angehalten werden. Im Gegensatz dazu stehen J, P und B, da sie den Unterricht stets mit eigenen interessanten Beiträgen bereichern. Manchmal muss man diese drei auch bremsen, damit sie den anderen Kindern nicht zuviel vorwegnehmen und die Motivation der anderen erhalten bleibt. Da die Klasse sehr lebendig ist, sind gerade Phasen zum selbst ausprobieren, experimentieren und untersuchen von Vorteil. Die Kinder sind im NWA Unterricht sehr engagiert und interessiert.
1.2 Rahmenbedingungen
Der heutige Unterricht findet, so wie in jeder Doppelstunde, im Biologiesaal der Schule statt. Dieser Raum wurde vor kurzem neu mit Gruppen-Versuchstischen eingereichtet. Im Nebenraum bietet sich die Möglichkeit, mit der anderen Hälfte der Klasse an Experimentiertische auszuweichen, damit die Schülerinnen und Schüler genügend Platz zum Experimentieren haben. Jeder der beiden Räume ist mit einer Tafel, einem Tageslichtprojektor und Gas- sowie Stromanschlüssen ausgestattet. Da die Klasse heute zum ersten Mal in den neuen Räumen Unterricht hat, wird dies wahrscheinlich zu Beginn der Stunde zu einem ungewohnten Staunen führen, da der Raum in dieser Form für sie ungewohnt ist. Im Nebenraum, dem Materialraum werden die Gewölle bereits schon in Sezierschalen zum Untersuchen aus logistischen und zeitlichen Gründen bereit liegen. Um das Pult herum gibt es genügend Platz, um die Schülerinnen und Schüler zu einer kurzen Besprechung zu versammeln. Dies hat den Vorteil, vor der Gewölleuntersuchung die Kinder dicht bei mir zu haben, um eine Vorentlastung des „Ekelfaktors Gewölle“ vorzunehmen und den Kindern durch die Nähe zum Objekt zu zeigen, dass sie keine Angst und keinen Ekel haben müssen. In diesem kleinen Kreis können ebenfalls Regeln im Umgang mit den Gewöllen besprochen werden.
Um den Schülerinnen und Schülern anzuzeigen, wann die Arbeitsphase beginnt und aufhört, wird von mir eine Klingel eingesetzt. Dies ist vor allem bei einer etwas lauteren Arbeitsatmosphäre sehr von Vorteil. Dieses Ritual, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihre Materialien aufräumen und ihre Stifte weglegen ist ihnen bereits bekannt. Es ist das Zeichen für das Ende der Experimentierphase und gleichzeitig das Signal, ihre Arbeitsplätze aufzuräumen und sich bereit für die Besprechung zu halten.
2. Sachanalyse
Viele Tiere können einige Stoffe aus der Nahrung nicht verwerten oder verdauen. Aus diesem Grund scheiden sie diese in Form von Kot, Losungen, Harn oder auch Gewöllen aus. Bei Vögeln werden die unverdaulichen Stoffe, wie Federn, Fell, Chitin von Insektenpanzern, Schalen von Muscheln, verschiedene Pflanzenteile und Knochen ihrer tierischen Nahrung, nach dem Herunterschlingen der ganzen Beute, in zusammengepressten Ballen ausgewürgt.
Die unverdaulichen Reste der Nahrung werden bei Vögeln im Muskelmagen nach und nach gesammelt, zu einem Ballen gepresst und bei geeigneter Größe herausgewürgt. Beim Herauswürgen wird der Ballen mit Schleim überzogen, damit er besser durch die Speiseröhre transportiert werden kann. Die Form der Gewölle ist von Vogelart zu Vogelart verschieden und ist auch ein Bestimmungsmerkmal von welchem Vogel die Exkremente stammen. Öffnet man die Gewölle gibt es uns Aufschluss darüber, was der Vogel verspeist hat. Man findet bestimmte Nahrungsstoffe, die von verschiedenen Vögeln bevorzugt gefressen werden. Dadurch lässt sich wiederum besser bestimmen, um welchen Vogel es sich handeln muss.
Gewölle findet man vor allem dort, wo Vögel nisten oder ihren Horst haben. Aber auch an Futterstellen, in alten Kirchtürmen oder Raststellen. Für den Unterricht lassen sich Gewölle bei Kirchen, Forstämtern oder in Falknereien beschaffen. Am wahrscheinlichsten sind Gewölle durch den örtlichen Naturschutzbund zu bekommen, die jährlich die Fundstellen von Gewöllen abgehen und diese einsammeln.
Durch die Funde von kleinen Mäuse- und Vogelskeletten sowie Federn und Fellresten kann die Nahrungsbeziehung zwischen Tieren im Wald exemplarisch verdeutlicht und erlebbar gemacht werden. In den Schleiereulenfunden lassen sich neben Mäuseresten auch Spitzmäusereste finden.
Bevor man die Gewölle mit den Schülerinnen und Schülern untersuchen kann, müssen diese einige Tage zuvor über Nacht bei geringer Hitze in einem Ofen sterilisiert werden, um die Bakterien, die nicht von der Magensäure der Vögel abgetötet worden sind, zu eliminieren. Ansteckende Krankheiten bei den Schülern soll dadurch vermieden werden (Schutzbestimmungen im naturwissenschaftlichen Unterricht, Erlass Kultusministerium 1995). Auch müssen die Schülerinnen und Schüler auf hygienische Maßnahmen, wie gründliches Händewaschen, hingewiesen werden.
Arbeit zitieren:
Sabine Scheyhing, 2009, Unterrichtsstunde: Fressen und gefressen werden - Wir untersuchen Gewölle!, München, GRIN Verlag GmbH
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