Inhalt
Einleitung 3
1. Johann Wolfgang Goethe - „der Wanderer“ 4
2. Goethe auf der Reise nach Italien 5
3. Künstlerisches Schaffen auf der Italienreise 8
4. Der Einfluss der Italienreise auf Goethes Persönlichkeit 9
4.1. Gründe für die Reise 9
4.2. Goethes persönliche Sicht auf die Italiener 10
4.3. Goethes Begegnung mit dem Katholizismus 12
4.4. Die Reise im Nachhinein und was sie bewirkt hat 12
5. Conclusione 14
Quellen 16
2
Einleitung
Im 18. Jahrhundert galt das Reisen als gefährliches Unterfangen. Strecken wurden umständlich meist mit Pferd und Schiff zurückgelegt. Reisen war teuer und somit meist den oberen Gesellschaftsschichten und der Aristokratie vorbehalten. Johann Wolfgang Goethe pflegte viele Jahre den Wunsch nach Italien zu reisen. Nach drei kläglich gescheiterten Versuchen diese Reise anzutreten, brach er im September 1786 ins „Land wo die Zitronen blühen“ auf.
Goethe litt unter den Zwängen der Weimarer Gesellschaft. Von der Reise erhoffte er sich insbesondere eine Übereinstimmung mit sich selbst zu finden. Er wollte Eindrücke und Erfahrungen sammeln, sich bilden. Betrachtet man seine Biografie, stellt die Italienreise ein einschneidendes Erlebnis dar. Goethe fertigte einen Reisebericht an (Italienische Reise), der hauptsächlich auf Tagebucheinträge basiert. In diesem Bericht beschrieb er fast chronologisch, seiner Reiseroute entsprechend, die vielen neuen Eindrücke und Erkenntnisse.
Unter den vielen Reisen die Johann Wolfgang Goethe unternahm, war die erste Italienreise eine der Wichtigsten, da sie den Künstler so sehr beeindruckte. Die Reise nahm großen Einfluss auf die Person Goethe.
Um eine Übersicht zu gewähren, stellt diese Arbeit zunächst den chronologischen Ablauf der Reise dar, beschreibt Kontakte zwischen Goethe und anderen Künstlern und beschreibt wie unterschiedlich seine Eindrücke in den verschiedenen Städten und Ortschaften waren.
Später wird das künstlerische Schaffen Goethes in Italien erläutert. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt jedoch darin zu klären, inwieweit sich diese Reise auf die Persönlichkeit Goethes ausgewirkt hat. Wie hat er die Eindrücke beschrieben, verarbeitet und bewertet? Hat er die Übereinstimmung mit sich selbst, die er zuvor gesucht hat auch gefunden?
3
1. Johann Wolfgang Goethe - „der Wanderer“
Das Reisen war für Goethe ein sehr wichtiger Bestandteil seines Lebens. In zahlreichen Gedichten und Werken Goethes findet sich das Motiv des Wanderns. Auch in Tagebüchern und Briefen, die Goethe schrieb, wurde immer wieder deutlich welch große Bedeutung die Reise für ihn hatte. Während seiner Lehrjahre schrieb er:
„Genieße das Leben auf der Reise, und ziehe hin, wo du es vergnüglich und nützlich findest (….) die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ 1
Goethe war ständig auf der Reise. Immerhin legte er in seiner Vita eine Strecke zurück, die dem Umfang der Erdkugel entspricht. Er konnte allen Erfahrungen etwas abverlangen. Auch negative Erlebnisse waren eine nützliche Erfahrung für Goethe. Auch Gefahren, die eine Reise zu damaliger Zeit mit sich barg, waren Goethe bewusst. Sie gehörten für ihn dazu: 1797 schrieb Goethe an Schiller:
„Die Reise gleicht einem Spiel, es ist immer Gewinn und Verlust dabei, und meist von der unerwarteten Seite.“ Dennoch:
„Eigentlich muß man reisen, um sein Erworbenes anzubringen und neu zu erwerben." 2
Neugier und Wissenshunger trieben Goethe schon in der Jugend auf Reisen, auch wenn sich diese vorerst nur auf sein Heimatland beschränkten. Goethe hatte viele Absichten und Gründe für das Reisen:
„Naturwissenschaftliche Fragen und kunsthistorische Interessen bestimmten dabei gleichermaßen Ziel und Route.“ 3
Goethe verfolgte meist einen Arbeitsplan auf Reisen, interessierte sich jedoch immer wieder für neue Dinge, die ihm begegneten. Neben der Natur und den Landschaften interessierte er sich auch sehr für Menschen aus anderen Ländern und Regionen,
1 GOETHE, J. W.; LAUTENBACH, Ernst (2004) Lexikon Goethe Zitate: Auslese für das 21. Jahrhundert aus Werk und Leben. o.O.: IUDICIUM Verlag (S.813)
2 GOETHE, J. W.; LAUTENBACH, Ernst (2004) Lexikon Goethe Zitate: Auslese für das 21. Jahrhundert aus Werk und Leben. o.O.: IUDICIUM Verlag (S.813)
3 RUMLER, ANDREAS (1999) Goethes Lebensweg. Wanderungen durch Leben und Werk. Köln:DuMont Buchverlag
4
sowie für Kunstwerke und die Kunstgeschichte. Goethe genoss die Zeit auf Reisen und ließ verschiedene Eindrücke augenscheinlich auf sich wirken. So hatte er genug Zeit seine Erfahrungen in Schrift und Zeichnung festzuhalten. Aufenthaltsdauer wurde meist durch Interesse und Gefallen Goethes entschieden. Am 9. März 1787 schrieb Goethe in der >Italienischen Reise II<:
„Das ist das Angenehme auf Reisen, daß auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.“ 4
Zeichenutensilien und Schreibmaterial gehörten stets zu Goethes Reisegepäck. In Briefen, Aufsätzen, Gedichten, Tagebucheinträgen und als Zeichnungen hielt er die visuellen Eindrücke fest und beschrieb sie mit äußerster Präzision.
2. Goethe auf der Reise nach Italien
Am 3. September 1786 brach Johann Wolfgang Goethe zu einer knapp zweijährigen Italienreise auf. Goethes Reise war keineswegs ungeplant, auch wenn er sie ohne jeglichen Abschied in seiner Heimat antrat.
„Früh drei Uhr stahl ich mich aus Karlsbad“ 5 schrieb Goethe zu seiner Abreise. Zur Italienreise gehörten alle Orte, die Goethe auf dem Weg nach Italien passierte. Obwohl er möglichst zügig die „Hauptstadt der alten Welt“ erreichen wollte, interessierte er sich für Orte und Städte, die auf seiner Reiseroute lagen und notierte diese.
Bei Regensburg entstand bereits die erste Zeichnung. In München interessierte er sich für die Bildergalerie: „Ich habe die Bilder gesehn und mein Auge wieder an Gemäldegewöhn“ 6 legte er in seinem Tagebuch nieder. Nach einem kurzen Aufenthalt in München ging die Reise weiter entlang am Kochelsee und Walchensee, über Innsbruck und Mittenwald, zum Brenner. Der erste Höhepunkt seiner Reise war Verona. Hier blieb Goethe fünf Tage. In Verona interessierte Goethe sich hauptsächlich für Kirchen und Kunst-
4 GOETHE,J. W.; LAUTENBACH, Ernst (2004) Lexikon Goethe Zitate: Auslese für das 21. Jahrhundert aus Werk und Leben. o.O.: IUDICIUM Verlag (S.813)
5 RUMLER, ANDREAS (1999) Goethes Lebensweg. Wanderungen durch Leben und Werk. Köln: DuMont Buchverlag (S.189)
6 GOETHE, J.W.; MICHEL, Ch. (1976) Goethe Tagebuch der Italienischen Reise 1786. Frankfurt a.M.: Insel Taschenbuch Verlag (S. 17)
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Arbeit zitieren:
Katharina Sasse, 2009, Goethes Italienreise und der Einfluss auf seine Persönlichkeit , München, GRIN Verlag GmbH
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