Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Moodmanagement
2.1. Definitorisches - Stimmung Emotion 3
2.2. Die Theorie des Moodmanagements 4
3. Sensation-Seeking
3.1. Definitorisches - Reiz Wahrnehmung 8
3.2. Die Theorie des Sensation Seeking 8
4. Einordnung Transfer der Theorien
4.1 Beziehung der Ansätze zueinander 12
4.2 Gruppenkontextuelle Übertragung 13
5. Fazit Ausblick 16
6. Bibliografie 18
1. Einleitung
Wer kennt das nicht: ein spannendes Buch in der Hand, ein fröhlich stimmendes Lied im Radio oder einen packenden Thriller im Fernsehen. Unabhängig davon, welches Medium betrachtet wird, steht eines fest: Der Mensch nutzt sie aus verschiedensten Gründen, die sowohl Merkmale des Medienangebots als auch des Rezipienten betreffen, und er erlebt dabei unterschiedliche Gefühlszustände -Emotionen, die durch bewusst gesuchte oder unbewusst erfahrene Reize ausgelöst werden. Herauszufinden, auf welche Art und Weise dies geschieht, ist Aufgabe der Differenziellen Psychologie unter Zuhilfenahme weiterer
kommunikationswissenschaftlicher Erkenntnisse.
Zur Erklärung dieser Fragestellung gibt es viele Ansätze, die aus den unterschiedlichsten Disziplinen stammend, kognitionspsychologische, entwicklungsbiologische und emotionspsychologische Explanationen liefern. Ziel dieser Arbeit ist es insofern das „Moodmanagement-“ und das „Sensation- Seeking-“ Konzeptals zwei dieser Auffassungen in theoretischer Weise zu be-handeln und zu verdeutlichen, welche Bedeutung Stimmungsregulierung und Reizkonsum sowie Reizsuche für interpersonale und gruppenkontextuelle Kommunikation, aber auch für eine medienbezogene Rezeption von Angeboten haben.
Zunächst wird die Theorie des Moodmanagements vorgestellt. In einem vorhergehenden Schritt werden jedoch zentrale Begriffe definiert und in einen Gesamtzusammenhang eingeordnet. Nach der theoretisch fundierten Darlegung des Ansatzes wird inhaltlich überleitend das Sensation-Seeking- Konzept dargelegt. Auch hier erfolgt vorab eine definitorische Behandlung zentraler Begriffe. Anschließend werden beide Theorien miteinander in Bezug gesetzt, um eine etwaige Relevanz, Überschneidungen und Unterschiede zu verdeutlichen.
Nachfolgend werden sie zudem, in einen auf persönliche und medienvermittelte Kommunikation bezogenen Kontext, eingeordnet. Dies geschieht unter Einbeziehung der Theorie der emotionalen Ansteckung von Elaine Hatfield und wird durch eine Studie von Ramanathan und McGill untermauert.
Eine abschließende Zusammenfassung und ein Ausblick bilden den Schlusspunkt dieser Arbeit. 2. „Moodmanagement“ 2.1 Definitorisches - Stimmung & Emotion
Im Folgenden werden die zentralen Begriffe der Thematik vorläufig definiert, da sie als ausschlaggebend für den zu beschreibenden theoretischen Ansatz gelten. Dies bezieht sich insbesondere auf die Termini Stimmung und Emotion, die zudem in einen Gesamtkontext eingeordnet werden.
Im weitesten Sinn unterteilt man die geistigen Funktionen der menschlichen Psyche in Konationen (Verhalten), Kognitionen (Denken) und Affekte (Fühlen). Der Begriff Affekt hat eine breite Bedeutung und umfasst „die spürbare einsetzende Erlebnisweise und Erlebnisqualität von Gefühlen sowie längerfristige Erlebnisstörungen, [[] und reicht von vagem Unbehagen bis zu rasender Wut, von einem nagenden Zahnschmerz bis zu einem allgemeinen Zustand der Langeweile.“ (Schramm 2005: 19). Es werden drei Gruppen von affektiven Zuständen unterschieden: Emotionen, Stimmungen und Gefühle. Als Gefühle sollen sensorische oder zentral erzeugte Empfindungen wie Hunger oder Schmerz ver-standen werden, die eine intrinsische Valenz besitzen, somit als angenehm oder unangenehm empfunden werden können. Sie sind durch Objekt-, Richtungs- und Intentionslosigkeit gekennzeichnet (vgl. Siemer 1999: 11).
Die Begriffe Stimmung und Emotion sind nicht trennscharf und werden im Alltag oft synonym verwendet. Beide sollten - obwohl den Affekten zugehörig - von-einander unterschieden werden. Parkinson et al. (2000: 16-20) untersuchten und beschrieben die Unterschiede beider Affektgruppen auf sechs Ebenen. Demnach werden Emotionen durch spezifische Ereignisse oder Ursachen ausgelöst, setzen dadurch schnell und episodisch in bestimmten Situationen ein, sind auf ein konkretes Objekt oder Ziel intentional gerichtet, dauern vergleichsweise kurz und sind von ihrer Intensität vergleichsweise stark. Stimmungen dagegen sind diffusere Affektzustände, dauern relativ lang und sind von eher geringer Intensität. Sie setzen graduell ein, entwickeln sich also kontinuierlich, sind auf kein konkretes Ziel oder Objekt gerichtet und weniger durch spezifische Situationen determiniert als vielmehr durch den aktuellen psychischen Zustand des Menschen (vgl.
Parkinson et al. 2000: 19; Schwarz/Clore 1996: 448). Stimmungen und Emotionen beschreiben also zwei verschiedene affektive Zustände. Allerdings können Stimmungen als Folge von Emotionen auftreten. So schwer die Abgrenzung der beiden zentralen Umschreibungen (Stimmung und Emotion) auch fällt, so herrscht in der Emotionspsychologie jedoch ein gewisser Konsens darüber, dass der Terminus Stimmung als Einflussfaktor für Erleben und Verhalten Verwendung finden sollte (vgl. Forgas 1991). Deshalb wird eine Stimmung (mood) entsprechend dem Moodmanagement- Ansatz, der im folgenden Abschnitt der Arbeit dargelegt wird, als ein länger anhaltender emotionaler Zustand verstanden.
2.2 Die Theorie des Moodmanagements
„Dass bestimmte Fernsehinhalte in unterschiedlichem Maße allgemeine Aktivierung und spezifische Emotionen beim Zuschauer auslösen“ (Winterhoff-Spurk 2004: 80), kann auf Basis einer empirischen Befundlage als gesichert gelten. Die Medien würden dieser Wirkungen wegen, differenziell genutzt und die erlangten Gratifikationen bestimmen ein späteres Auswahlverhalten mit. Diesen aus der „uses-and-effects“- Tradition stammenden Gedanken hat der amerikanische Medienpsychologe Dolf Zillmann mit seiner Theorie des Moodmanagements im Gegenstandsbereich emotionaler Medienwirkungen weiter ausgebaut. Diese motivationspsychologische Theorie ist insofern eine Art spezifische Theorie des Selective-Exposure-Ansatzes, weil sie den Einfluss von Stimmungen auf die selektive Zuwendung zu Medieninhalten ergründet (vgl. Schramm 2005: 32).
Zurückzuführen ist die Theorie des Moodmanagements auf die Zwei-Faktoren-Theorie von Schachter und Singer (1962), die in ihren Kernaussagen postuliert, dass die Empfindung körperlicher Erregung für die Emotionsentstehung notwendig ist. Diese physiologischen Erregungen seien allerdings für das Fühlen einer Emotion nicht ausreichend, da auch ein kognitives Erkennen und Benennen der Emotion zu erfolgen habe (vgl. Meyer/Reisenzein/Schützwohl 2001: 178-180). Demnach ist eine Emotion „ein Erlebenszustand, der aus der Integration von [] Erregungsempfindungen und bestimmten Kognitionen hervorgeht.“ (Schwab 2004: 65). In Punkt 2.1 der Arbeit wurde bereits erläutert, dass eine Stimmung durch
eine Emotion ausgelöst werden kann. In Anlehnung daran differenziert Zillmann zwei Dimensionen: (1) angenehme positive Stimmung versus unangenehme negative Stimmung (Bewertung) und (2) übererregte versus untererregte Stimmung (Erregung). Jahre später (2004) wird Zillmann eine weitere Dimension ergänzen - die Dispositionskomponente als verhaltenssteuernden Mechanismus.
Die Moodmanagement- Theorie geht in zwei Prämissen davon aus, dass der Mensch hedonistisch veranlagt ist. Zum einen seien Individuen stets bestrebt, aversive Stimmungen jeglicher Art zu vermeiden und zu beenden oder zumindest deren Stärke zu reduzieren. Zum anderen seien Individuen gleichermaßen bestrebt, gratifizierende und angenehme Stimulationen aufrecht zu erhalten oder deren Intensität zu verstärken. Zillmann spricht in diesem Zusammenhang von einer Art Homöostase - einem emotionalen Gleichgewicht. 1 Darauf aufbauend formuliert Zillmann folgende Basisannahmen: Individuen versuchen, interne und externe Faktoren so zu arrangieren, dass unangenehme, aversive Stimmungen minimiert und angenehme Stimulationen maximiert werden. Dies geschieht sowohl auf temporaler (Dauer) als auch auf modaler (Intensität) Ebene (vgl. Schramm 2005: 33). Des Weiteren wird davon ausgegangen, dass Individuen interne und externe Reizbedingungen dahin gehend einrichten, wie es in ihrer Macht steht. Je weniger interne Reize zur Verfügung stehen, um ein höheres positives Emotions-oder Stimmungsniveau zu erreichen, desto eher organisieren Individuen ihre Umwelt, indem sie auf externe Reize (wie etwa Medien oder die soziale Umwelt) zurückgreifen (vgl. Schweiger 2007: 114). Diese Aussagen setzen voraus, dass Individuen um die Wirkung interner wie externer Stimuli wissen und ein mittleres Erregungsniveau als angenehm empfunden wird (vgl. Schweizer/Klein 2008: 158). Zillmann nimmt an, dass Menschen dies durch operante Konditionierung erlernen. Anfangs würden sie sich Individuen in spezifischen Stimmungszuständen zufällig den Stimuli aussetzen. Die willkürlich arrangierten Stimuli würden dabei eine so genannte „memory trace“ (Zillmann 1988a: 148) hinterlassen. Die Wirkung des jeweiligen Stimulus würde auf diese Weise gespeichert werden, was augenscheinlich dazu führt, dass ein positiver Stimulus bei einer ähnlichen Stimmungslage
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Arbeit zitieren:
B.A. Gordon Oslislo, 2010, Moodmanagement und Sensation Seeking, München, GRIN Verlag GmbH
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