1. Einleitung. 1
2. Segregation. 3
2.1 Definition. 3
2.2 Funktionale, soziale und ethnische Segregation. 3
3. Das Segregations-Modell. 4
3.1 Methodologischer Individualismus. 4
3.2 Drei Voraussetzungen. 4
3.3 Nachbarschaft. 5
3.4 Umzugsregel. 5
3.5 Kettenreaktionen. 6
4. Implementierung in NetLogo. 7
4.1 NetLogo. 7
4.2 Funktionen. 7
4.3 Ergebnis. 8
5. Erweiterung des NetLogo-Modells. 9
5.1 Idee der Erweiterung. 9
5.2 Ergebnis. 11
6. Fazit. 12
Code. 13
Literatur 15
Abbildung 1: Einstellungsmöglichkeiten in NetLogo.
Abbildung 2: Plot „Percent Similar“ und „Percent Unhappy“
Abbildung 3: Plot „Percent Similar“
Abbildung 4: Segregationsabbildung.
Abbildung 5: Gewünschte und realisierte Ähnlichkeit.
Abbildung 6: Plot „Percent Similar“ nach Erweiterung
1. Einleitung
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? - Keiner! Und wenn er kommt? - Dann laufen wir!
„Wer hat Angst vorm schwarzem Mann“ ist ein beliebtes Kinderspiel und scheint in einer modernen und toleranten Weltgesellschaft keine weitere Bedeutung mehr zu haben. Schließlich wurden z.B. in den USA Mitte der 1960er die sog. Rassengesetze abgeschafft, die die afroamerikanische Bevölkerung im Vergleich zur weißen Bevölkerung benachteiligten (Scharenberg 2007: 186). Doch ist heute, über 40 Jahre später, wirklich von einer Gleichberechtigung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA zu sprechen?
Der Gouverneur Alabamas, George Wallace, prophezeite 1962, auf dem Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung im Süden der USA: „Segregation now, segregation tomorrow, segregation forever“ (Pearson 1998). Ist diese Vorhersage eingetroffen? Meyer beant-wortet dies mit Ja, schränkt aber ein: „Whites have accepted African American advancement toward equal citizenship rights as long as they don`t move next door “ (Meyer 2001: vii).
Die weiße Bevölkerung hat demnach die Gleichberechtigung ihrer schwarzen Mitbürger akzeptiert. Allerdings endet diese Akzeptanz an ihrer Haustür bzw. in ihrer direkten Nachbarschaft.
Obwohl schon sehr viel gegen die Diskriminierung der farbigen Amerikaner getan wurde, ist die Trennung der Nachbarschaften nach der Hautfarbe weiterhin ein nicht zu übersehendes Faktum (Massey/Denton 1987: 802ff).
Wissenschaftlich wird sich seit langen mit der „Hautfarbenverteilung“ von Nachbarschaften, der ethnischen Segregation, auseinandergesetzt. 1 Ein vorherrschendes Ergebnis der Studien zur ethnischen Segregation in den USA, ist, dass es einen sehr starken Zusammenhang zwischen Rassismus und Segregation gibt (Schelling 1978; 138ff).
1 Anzumerken ist, dass die Forschung zur ethnischen Segregation in den USA vornehmlich auf die Segregation nach Hautfarben konzentriert ist. Währenddessen fokussiert die ethnische Segregationsforschung in Deutschland vornehmlich auf den Unterschied der Nationalitäten (insbesondere auf die Dichotomie: deutsch vs. türkisch).
1
Schelling fragte sich bereits in den 1970er Jahren, ob dieser stark angenommene Zusammenhang die entscheidende Erklärung für die Segregation nach der Ethnie darstellt oder ob nicht etwas anderes der Auslöser dafür sei (Buchanan, 2008: 7f). Sein Kernargument ist, dass schon eine geringe Abneigung gegen eine bestimmte Gruppe zu extremer Segregation führen kann. Er zeigt auf, wie das Zusammenspiel individueller Entscheidungen über den Umzug bzw. Nicht-Umzug zu starker Segregation führen kann, obwohl die Akteure diesen Effekt nicht beabsichtigt hatten (Rauch 2002). Ziel dieser Seminarausarbeitung ist, den Code des in der Computersoftware NetLogo implementierten Segregtationsmodells von Schellung begründet zu erweitern. Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut: es wird der Begriff der Segregation sowie das Segregationsmodell von Schelling dargestellt. Anschließend werden die Einstellung des in NetLogo implementierten Modells sowie die daraus resultierenden Schlussfolgerungen erläutert. Im Anschluss folgt die Begründung der Erweiterung des Modells sowie der Code und die Auswertung der Erweiterung. Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst.
2
2. Segregation
2.1 Definition
Unter Segregation wird nach Friedrichs „die disproportionale Verteilung einer Bevölkerungsgruppe über räumliche Einheiten“ (Friedrichs 1981: 217) verstanden. Je ungleicher zwei Bevölkerungsgruppen verteilt sind, desto höher ist ihre Segregation (Hillmann/Windzio 2008: 18).
Segregation lässt sich an drei Merkmalen festmachen: an der Sozialstruktur, an der Demographie und an der Kultur. Zu den sozialstrukturellen Merkmalen zählen z.B. das Einkommen, die Stellung im Beruf und der Bildungsstatus. Zu den demographischen Merkmalen gehören Geschlecht, Alter, Haushaltstypus, Stellung im Lebenszyklus sowie Nationalität. Die kulturellen Merkmale umfassen Lebensstile, Religion und Ethnizität (Schelling 1978: 137ff).
2.2 Funktionale, soziale und ethnische Segregation
Es kann zwischen der funktionalen, sozialen und ethnischen Segregation unterschieden werden.
Bei der funktionalen Segregation wird die Stadt als Funktionsraum verstanden, der sich in reine Wohn- und Gewerbegebiete aufteilt. Zum Beispiel konzentrieren sich die Arbeitsplätze in bestimmten Stadtteilen. Funktionale Segregation bedeutet, dass sich unterschiedliche Funktionen an verschiedenen Orten konzentrieren (Häussermann/Siebel 2004: 139).
Individuen bzw. Haushalte sind mit unterschiedlichen ökonomischen Ressourcen ausgestattet - woraus sich eine soziale Ungleichheit ergibt (Friedrichs 2000: 178). Wenn sich die Bewohner einer Stadt z.B. in Schichten unterteilen lassen und diese sich nicht gleichmäßig über die Wohngebiete verteilen, wird dies als soziale oder residentielle Segregation bezeichnet. Die soziale Segregation findet vornehmlich nach ökonomischen Kriterien statt (Häussermann/Siebel 2004: 139ff).
Neben der funktionalen und der sozialen Segregation gibt es einen weiteren Mechanismus der sozialräumlichen Differenzierung: die Segregation nach der ethnischen Zugehörigkeit (Häussermann/Siebel 2004: 173). In den USA findet die ethnische Segregation
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Nina Eger, 2010, Eine empirische Untersuchung von Schellings Segregationsmodell, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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