Inhalt
Seite
1 Einleitung 1
2 Religiöse und mythische Symbolik 2
3 Symbole in der christlichen Entwicklungsgeschichte 3
4 Zentrale Gedanken der christlichen Symbolik 5
5 Die charakteristischen Symbole des Christentums
5.1 Das Kreuz und die Kreuzigung 7
5.2 Der Fisch 8
5.3 Brot und Wein 9
6 Nachwort 11
Literaturverzeichnis 12
1
1 Einleitung
„Mythologie ist keine bloße Ausdrucksweise, an deren Stelle auch eine andere, einfachere und verständlichere hätte gewählt werden können […] Dieser Sinn ist deshalb so schwer in die Sprache der Wissenschaft zu übersetzen, weil er völlig nur auf mythologische Weise ausgedrückt werden konnte.“ Karl Kerényi 1
Symbole und Mythen sind feste Bestandteile der menschlichen Kultur: Glaubensvorstellungen, die aus dem metaphysischen Bedürfnis des Menschen die Welt in ihrer Ganzheit zu begreifen und den Sinn der Existenz zu verstehen, entspringen, erhalten durch sie eine fassbare Form. Sie dienen als Kommunikations- sowie Abgrenzungsmittel im intersozialen Gefüge und ermöglichen die Identifikation des Individuums mit der Gesellschaft.
Das Aufkommen neuer Ideen und Weltbilder fand stets in Auseinandersetzung mit bestehenden Kulturen und der Vergangenheit statt, was oft zur Synthese verschiedener Mythen und Symbole führte. Das Phänomen dieser gegenseitigen Beeinflussung und Integration ist bei allen Hochkulturen des Mittelmeerraums und Vorderasiens zu beobachten und findet sich auch in den Wurzeln der heutigen Weltreligionen wieder. Den meisten Einfluss übte dabei die Mythologie der Inder und Hindus aus, die sich in allen vorderasiatischen Kulturen findet und auch das Judentum durchdrang, aus dem sich schließlich Christentum und Islam abspalteten.
Das Christentum als eine der führenden Weltreligionen war seine gesamte Entwicklung hindurch der Wandlung und Assimilation unterworfen, die sogar noch heute in den Streitfragen um theologische Aspekte erkennbar wird. Es verwendete vorchristliche Mythen, Bräuche und Symbole, deren ursprüngliche Bedeutungen im öffentlichen Bewusstsein oftmals verloren gingen und so zu einer Entfremdung von den eigentlichen kulturellen Wurzeln führten.
Die vorliegende Arbeit möchte sich mit den Vorbildern der christlichen Symbole und Motive auseinandersetzen. Da die Thematik sehr umfassend ist, wird sich auf die Aspekte des christlich-religiösen Symbolbegriffs und die Grundsymbole des Christentums beschränkt werden. Ziel soll es sein, für den Umgang mit soziokulturellen Phänomenen wie Symbolen und Mythen, die einen unschätzbaren psychologischen Wert in der Beurteilung der menschlichen Gesellschaft haben, zu sensibilisieren und die langen Traditionen, die sich in allen kulturellen Entwicklungen verbergen, bewusst zu machen.
1 Kerényi, Karl/ Jung, Carl Gustav: Einführung in das Wesen der Mythologie. Der Mythos vom göttlichen Kind und Eleusinische Mysterien, Erweiterte Auflage, Zürich 1999, S. 15.
2
2 Religiöse und mythische Symbolik
„[…] Gesellschaften sind »symbolische«, nicht »natürliche« Ordnungen, sie transformieren Natur in eine symbolische Ordnung, d. h. in Kultur.“ 2
Symbole sind, wie die Sprache, ein System der Kommunikation. In ihrer Bedeutung festgelegt oder unmittelbar erkennbar tragen sie zur Vereinfachung komplexer Aussagen und weitgreifender Sachverhalte. Symbole ersetzten in erster Linie das System der Schrift. Zudem wurde durch ihre Nutzung die Möglichkeit geboten, ganze Gedankenkomplexe oder Geschichten in einem einzigen (u. U. abstrakten) Bild festhalten zu können. Als „kulturgebundenes Wahrnehmungs- und Klassifikationssystem“ 3 diente und dient das Symbol
vornehmlich der (kulturellen) Ab- und Eingrenzung einer Gesellschaft. Die im Verständnis der jeweiligen Gruppe wirkliche und dahinter verborgene Botschaft ist nur den Eingeweihten bekannt. In dieser instrumentalisierten Rolle ist das Symbol ein grundlegendes Element zur Sicherung und Wahrung einer bestimmten Kultur. Die Verwendung nur im entsprechenden Kulturkreis bekannter Symbole bietet eine Basis der Sicherheit auf psychologischer Ebene. Das ureigenste Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und Integration wird dadurch gedeckt, sowohl durch ein dem Fremden überlegenes Wissen als auch durch die Suggestion der Gleichheit durch das einheitliche Nutzen der Symbole, unabhängig des sozialen Status. Die Symbolisierung realer Verhältnisse hatte vordergründig die Funktion der Erklärung von unbeeinflussbaren Naturerscheinungen. Ohne den Umweg über das Symbol wären die meisten Naturgewalten in der Frühzeit unverstanden geblieben. Später dienten sie jedoch zunehmend, wenn auch subtil, der Sicherung und Legitimation einer hierarchischen Sozialordnung und das Symbol wandelte sich vom pädagogischen Hilfsmittel zum herrschaftlichen Instrument. 4
Symbole traten meist in Zusammenhang mit spirituellen oder religiösen Ritualen und in Schutzfunktionen auf. Sie waren die irdischen Repräsentanten nicht wahrnehmbarer Gottheiten und wurden oftmals als deren reale Epiphanien gesehen. Zu dem religiösen Symbolisierungssystem zählen ebenso Mythen, Legenden und Märchen, feste Riten und Bräuche, die allesamt dazu dienten, eine Verbindung zum Göttlichen aufzubauen, sei es durch Opfer und Gebete oder durch die Beschreibung ihrer Leben in für den Menschen
2 Jamme, Christoph (1999): „Gott an hat ein Gewand“ - Grenzen und Perspektiven philosophischer Mythos-Theorien der Gegenwart, Frankfurt a. M., S. 167.
3 Ebd., S. 168.
4 vgl. Ebd., S. 171.
3
nachvollziehbaren Verhältnissen. Christoph Jamme und Mircea Eliade sind sich einig, dass „Der Ursprung religiöser Symbolisierung […] der Glaube an spirituelle Wesen, an Seelen, die nach dem Tode weiterleben. “ 5 ist.
Durch die Eigenschaft des Symbols, inhaltlich mehr zu enthalten als der erste Blick vermuten lässt, eignet es sich zur assoziativen Verknüpfung mit tieferen philosophischen und religiösen Ideen. Durch ihre Komplexität und die Eigenschaft bzw. Möglichkeit, selbst dem Eingeweihten noch etwas verbergen zu können, erschienen oft schon die Symbole selbst göttlich. Dies hatte auch zur Folge, dass sich die Symbole verschiedenster Kulturen im Laufe der Zeit vermischten und Bedeutungen übernommen, abgeändert oder sogar ins Gegenteil verkehrt wurden. Symbole, in welcher Gestalt auch immer, hatten stets den Aspekt des überirdischen, metaphysischen an sich. Ihre Integration in eine andere Kultur kam der Unterwerfung der fremden Götter und der mit ihnen verbunden Kultur gleich. Die Symbole standen damit gleichsam als Repräsentanten der gesamten Gesellschaft. Religiöse und esoterische Gruppen bedienen sich auch heute noch der Symbolik und erhalten sich so den Status des Spirituellen oder Esoterischen, mit dem Symbole heute noch im Unterbewusstsein oft in Verbindung gebracht werden. Symbole machen in dieser Funktion deutlich, dass nicht alles in naturwissenschaftlichen Formeln oder in rationalen Beschreibungen ausgedrückt werden kann und schlagen eine Brücke zu vorangegangenen, nicht der Moderne zugehörigen Traditionen.
3 Symbole in der christlichen Entwicklungsgeschichte
„Jeder Glaube beruht auf dem, was uns fehlt - und wir deshalb ersehenen; die Religion soll uns über die Realität hinwegtrösten.“ 6
Um eine Religion aufrechterhalten zu können bedarf es neben traditionellen Überlieferungen auch einer überzeugenden Lehre. Das Christentum und seine Mystik sind seit ihrer Entstehung vor ca. zweitausend Jahren einer fortwährenden Entwicklung unterworfen worden, so dass wir heute die Symbole anders deuten und wahrnehmen als das Frühchristentum sie verstand. Dazu gehören nicht nur grafische Darstellungen, sondern auch Riten und theologische Inhalte. Die gegenwärtige europäische Gesellschaft ist ein Produkt
5 Jamme (1999), S. 169f.
6 Blumenthal, P.J.: „Die Geburt des Christentums Teil 2 - Paulus, das tragische Genie“, in: P.M. - Welt des Wissens 01/2005, S. 88.
Arbeit zitieren:
Franziska Kleeberg, 2008, Die Symbolik des Christentums, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theaterwissenschaft, Tanz: Die Symbolik des Christentums ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theaterwissenschaft, Tanz: neuer Titel erschienen: Die Symbolik des Christentums
Franziska Kleeberg hat einen neuen Text hochgeladen
Ritualtexte für die Feiern des freien christlichen Religionsunterricht...
Das Spruchgut für Lehrer und S...
Rudolf Steiner
Lexikon der christlichen Ikonographie. Sonderausgabe
Bd. 1 - 4: Allgemeine Ikonogra...
Günter Bandmann, Wolfgang Braunfels, Johannes Kollwitz, Engelbert Kirschbaum
0 Kommentare